Sierra Leone

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Republic of Sierra Leone
Republik Sierra Leone
Flagge Sierra Leones
Wappen Sierra Leones
Flagge Wappen
Wahlspruch: Unity, Freedom, Justice
(engl. für „Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit“)
Amtssprache Englisch
Hauptstadt Freetown
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident
Ernest Bai Koroma
Fläche 71.740 km²
Einwohnerzahl 5.612.685 (Schätzung Juli 2013)[1]
Bevölkerungsdichte 78 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2007
  • 1.664 Mio. US$ (153.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 729 US$ (165.)
Human Development Index 0,374 (183.)[2]
Währung Leone (SLL)
Unabhängigkeit 27. April 1961 (vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne High We Exalt Thee, Realm of the Free
Zeitzone UTC±0
Kfz-Kennzeichen WAL (international)
SLE (national/regional)
ISO 3166 SL, SLE, 694
Internet-TLD .sl
Telefonvorwahl +232
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Madeira Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Îles Éparses Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Antarktika Südgeorgien (Vereinigtes Königreich) Paraguay Uruguay Argentinien Bolivien Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kolumbien Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Barbados Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan RusslandSierra Leone on the globe (Africa centered).svg
Über dieses Bild

Sierra Leone (deutsch [ˌsi̯ɛʁa leˈoːnə], englisch [ˌsɪ̯əɹə lɪˈoʊ̯n,]), offiziell Republik Sierra Leone, ist ein unitaristischer Staat in Westafrika, der naturräumlich an die zwei Staaten Liberia und Guinea und im Westen an den Zentralatlantik grenzt. Die Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Freetown.

Nach einem Jahrzehnt blutigen Bürgerkrieges, der zehntausende Todesopfer forderte, ist das Land seit 2000 mit seinem Wiederaufbau und der Aufarbeitung der jüngeren Geschichte beschäftigt. Das Land ist hoch verschuldet und hat mit großer Armut zu kämpfen. Der Index für menschliche Entwicklung zählt Sierra Leone zu den niedrig entwickelten Ländern. Die 2014 ausgebrochene Ebolafieber-Epidemie hat die humanitäre Notlage weiter verschlimmert.

Historisch gesehen bestanden im Gegensatz zu der weiter nördlich gelegenen Sahelregion im Gebiet des heutigen Sierra Leone keine Großreiche wie das Malireich. Im 17. Jahrhundert dominierten die Engländer den Sklavenhandel an der sierra-leonischen Küste. 1808 wurde die Halbinsel formell zur britischen Kronkolonie erklärt. Nachdem das Land 1961 die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangte, wurde es knapp zehn Jahre später nach heftigen Kontroversen zur Republik erklärt.

Etymologie und Verwendung des Namens[Bearbeiten]

Sierra Leone-Mappa

Der portugiesische Entdecker Pedro da Cintra erreichte die sierra-leonische Küste im Jahre 1460. Der von da Cintra verliehene Name Serra Leoa stammt aus dem Portugiesischen und bedeutet „Löwengebirge“. Er bezog sich ursprünglich nur auf den heute Peninsula Mountains genannten Gebirgszug südlich von Freetown, wurde aber schon kurze Zeit nach der Entdeckung als Toponym für den ganzen Küstenabschnitt verwendet.

Wie Duarte Pacheco Pereira mitteilt, hatte da Cintra nach eigener Auskunft den Gebirgszug so benannt, weil ihm die Gebirgslandschaft „rau und wild“ erschien und er damit metaphorisch einen Löwen assoziierte.[3] Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde der Name von englischen Seeleuten in Sierra Leoa und später in Sierra Leone geändert.

Laut des StAGN heißt im deutschen Raum eine Person dieses Landes Sierra-Leoner oder Sierra Leoner.[4]

Geographie[Bearbeiten]

Sierra Leone grenzt im Nordwesten, Norden und Nordosten an die Republik Guinea und im Südosten an Liberia. Im Westen und Südwesten liegt der Atlantik. Die Landesgrenze ist insgesamt 958 Kilometer lang, davon 652 Kilometer mit Guinea und 306 Kilometer mit Liberia. Die Küstenlänge beläuft sich auf 402 Kilometer.

Eine bis zu 110 Kilometer breite Ebene zieht sich an der Küste entlang, auf der Freetown Peninsula erheben sich die Löwenberge (portugiesisch Serra Lyoa) mit dem Picket Hill als höchster Erhebung (888 Meter)[5]. Einigen Küstenregionen sind bis zu 112 km lange Sandbänke vorgelagert. Hinter der feuchten Küstenebene beginnt das zum Teil landwirtschaftlich genutzte Waldgebiet, durch das die drei wichtigsten Flüsse (Mano, Moro und Rokel) fließen. Das Land steigt zu den östlichen Guinea Highlands an, einem Hochplateau mit Erhebungen von über 1830 Meter in den Loma Mountains und Tingi Hills. Der höchste Berg ist der Bintumani mit 1948 Meter.

Geographische Lage: 10°–13° westliche Länge, 7°–10° nördliche Breite an der westafrikanischen Atlantikküste.

Die wichtigsten Inseln und Inselgruppen sind:

Weg von Kenema nach Kailahun

Die größten Städte in Sierra Leone sind (Stand 1. Januar 2005): Freetown mit 802.639 Einwohnern, Bo mit 174.354 Einwohnern, Kenema mit 143.137 Einwohnern, Makeni mit 87.679 Einwohnern und Koidu-Sefadu mit 87.539 Einwohnern. Fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung lebt in diesen Städten.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist tropisch-feucht mit Niederschlägen bis zu 5000 Millimeter pro Jahr an den Küstenregionen und gehört damit zu den feuchtesten Regionen Westafrikas. Das Jahr unterteilt sich in eine Regen- und eine Trockenzeit. Da Sierra Leone nördlich des Äquators liegt, beginnt die Regenzeit des westafrikanischer Monsuns Mitte Mai und ist gekennzeichnet durch tägliche Gewitter und Regenfälle. In den Monaten August und September kann es auch ununterbrochen regnen.

Mitte Oktober beginnt die Trockenzeit, Niederschläge werden seltener. Im Dezember und Januar ist das Klima durch den Harmattan geprägt, einem Wind aus der Sahara, der Staub und kühle Luft mit sich bringt. Februar, März und April sind die heißesten Monate mit seltenen Niederschlägen.

Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Norden des Landes in Kabala bei 25,5 °C, im Süden in Bo liegen sie zwischen 20 und 37 °C, an der Küste in Freetown zwischen 23 und 32 °C.[6] Das Küstenklima in Freetown ist tendenziell milder und angenehmer als im Inland.

Wegen des Harmattans sprechen die Einheimischen auch von drei Jahreszeiten: rainy season (Regenzeit), harmattan season (windige Zeit) und dry season (Trockenzeit).

Flora[Bearbeiten]

Sierra Leone verfügt aufgrund unterschiedlichster Habitaten von Küstengebieten über Mangrovensümpfe und Savanne bis zum primären und sekundären Urwald über eine reichhaltige Flora und Fauna.[7] Im Norden befinden sich heiße Savannen, wo während der Regenzeit sogenanntes Elefantengras wächst. Im Süden findet sich niedriges Gras wieder, im Südosten befinden sich Regenwälder mit hohem Gras. Der Großteil dieser Regenwälder ist sekundär.

Zwei Zwergflusspferde

Wichtigster Baum im Sumpfland ist die Rote Mangrove, die bis zu 30 m Höhe erreicht. Die Ölpalme ist im ganzen Land verbreitet und wichtig für die Bevölkerung, da das Öl der Pflanze sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Verkauf gebraucht werden. Weitere wichtige Nutzpflanzen sind Mangobäume, Rosenapfelgewächse, Guaven und Papaya (lokale Bezeichnung: „Pawpaw“).

Fauna[Bearbeiten]

Während des Bürgerkriegs wurden viele Wildtiere für sogenanntes „Bush Meat“ getötet. War bis vor dem Krieg die Fauna von Wildtieren geprägt, sind nach dem Bürgerkrieg nur noch kleine Populationen oder gar keine Vertreter übrig geblieben. Der größte Vertreter der Familie der Säugetiere sind die Waldelefanten. Vereinzelt trifft man auf Zwergantilopen.

Das Zwergflusspferd kommt fast nur in Sierra Leone und dem Nachbarland Liberia vor, in Sierra Leone lebt es auf Tiwai Island und ist nur nachts anzutreffen. In den Flussläufen leben ebenfalls verschiedene Krokodilarten, die größte ist das Nilkrokodil. Weiterhin sind Panzer- und Stumpfkrokodile zu finden. Sierra Leone gilt als größtes Rückzugsgebiet von Primaten weltweit.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demographie[Bearbeiten]

Geographische Verteilung der Völker in Sierra Leone

Im Jahr 2013 beläuft sich die Bevölkerung auf etwa ca. 5,61 Millionen Menschen, die Wachstumsrate pro Jahr beträgt 2,2 Prozent.[8] Die Gesamtbevölkerung hat sich von 1960 bis heute fast verdreifacht. Die Bevölkerungsdichte in Sierra Leone ist sehr unterschiedlich. Der Western Area (einschließlich Freetwon) hat eine Bevölkerungsdichte von 1224 Personen pro Quadratkilometer. Der flächenmäßig größte Bezirk des Landes, Koinadugu, hat eine Dichte von etwa 21 Personen pro Quadratkilometer.[9] Insgesamt beträgt die Dichte in Sierra Leone ungefähr 74 Menschen pro Quadratkilometer. Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer liegt bei 6,1 Kindern pro Frau, nur vier Prozent der Frauen stehen moderne Verhütungsmittel zur Verfügung. Entsprechend sind 42 Prozent der Bevölkerung jünger als 15 Jahre und nur vier Prozent älter als 65 Jahre (Stand 2008).[10] Die Lebenserwartung lag nach WHO-Angaben für 2006 bei 42,6 Jahren. Damit zählt Sierra Leone zu den fünf Ländern mit den niedrigsten Lebenserwartungen weltweit. Nach Angaben der World Refugee Survey 2008, hatte Sierra Leone Ende 2007 eine Bevölkerung von 8.700 Flüchtlingen und Asylsuchenden. Diese kommen fast alle aus dem Nachbarland Liberia.[11]

Völker[Bearbeiten]

Die Bevölkerung setzt sich aus vielen verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen, die ihre eigene Sprache und Kultur pflegen. Zwar gibt es seit der Kolonialisierung Bemühungen, eine nationale Identität zu schaffen, jedoch bleibt der wichtigste Bezugsrahmen für die meisten Einwohner die Familie und ihre Kultur. Die Mehrheit der Völker stellen die Temne mit 35 Prozent und die Mende mit ca. 31 Prozent. Bedeutende Minderheiten sind die Limba mit 8 Prozent, die Kono mit 5 Prozent, die Mandinka mit 2 Prozent, die Loko mit 2 Prozent und die Kreolen oder Krio mit ebenfalls 2 Prozent. Letztere sind Nachkömmlinge freigelassener jamaikanischer Sklaven, die sich in Freetown angesiedelt haben. Sie üben in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft des Landes den stärksten Einfluss aus. Andere, kleinere Volksgruppen sind die Bullom-Sherbro, die Fula oder Peul, die Kuranko, die Susu, die Yalunka, die Kissi und die Vai.[12] Ehen zwischen Angehörigen verschiedener Ethnien sind häufig.

Moschee und Kirche in Sierra Leone

Sprachen[Bearbeiten]

Außer der Amtssprache Englisch sind auch andere Sprachen verbreitet, die vor allem von den jeweiligen Ethnien gesprochen werden. So sprechen etwa 10 Prozent das auf Englisch basierende Krio als Muttersprache. Zudem dient sie für die Mehrheit der Bevölkerung als Lingua Franca. Die temnische Sprache wird von etwa 30 Prozent als Muttersprache gesprochen, Mende ist im südlichen Sierra Leone verbreitet. Weitere Sprachen sind Kono, Kissi, Limba, Susu, Bassa, Bom, Gola, Jalonke, Kirim, Fulfulde, Sherbro und Vai.

Religion[Bearbeiten]

70 Prozent der Einwohner sind Muslime[13], meistens gehören diese dem sunnitischen Islam an. Weitere muslimische Gruppen im Land bilden die Ahmadis, konfessionslose Muslime sowie Schiiten. Weiterhin sind 27 Prozent Christen.[14] Meist sind dies Protestanten, von denen die größten Gruppen die Methodisten[15] und Evangelisten[16] sind. Etwa 9 Prozent der Christen sind Katholiken.[17] Der Rest (etwa 2 Prozent) der Bevölkerung bekennt sich zu keiner Religion oder ist Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen. Die Zahl der gläubigen Muslime wächst rasant, 1960 betrug der Anteil der Muslime in Sierra Leone noch 35 Prozent. Der Anteil der Muslime hat sich inzwischen auf 70 Prozent verdoppelt. Die Verfassung von Sierra Leone sieht Religionsfreiheit vor. Religiöse Gewalt kommt sehr selten vor.[18]

Soziale Lage[Bearbeiten]

Bildungswesen[Bearbeiten]

Eine Sekundärschulklasse in Pendembu, Kailahun Distrikt

In Sierra Leone gilt auf Grundlage der Verfassung und des Bildungsgesetzes eine neunjährige Schulpflicht. Allerdings macht ein Mangel an Schulen und Lehrern die Einhaltung der Schulpflicht nicht möglich.[19] Fast zwei Drittel der Erwachsenen sind Analphabeten.[20]

Während des Bürgerkriegs in Sierra Leone wurden über 1270 Schulen zerstört und 2001 besuchten nur rund ein Drittel der Schulpflichtigen die Schule.[21] Zwischen 2001 und 2005 hat der Wiederaufbau vieler Schulen seit dem Ende des Krieges zu einer Verdopplung der Grundschüler geführt.[22]

Das sierra leonische Schulsystem orientiert sich an dem Großbritanniens. Im Idealfall besuchen die Schüler für sechs Jahre die Primary School (Grundschule), dann für drei Jahre die Junior Secundary School (Sekundarstufe I), anschließend für ebenfalls drei Jahre die Senior Secundary School (Sekundarstufe II) und abschließend vier Jahre lang die Tertiary Education (Tertiäre Stufe) oder eine Universität.[23]

Struktur des Bildungswesens in Sierra Leone

Im Land befinden sich drei Universitäten. Das Fourah Bay College wurde im Jahre 1827 gegründet und ist die älteste Universität in Westafrika,[24] die Universität von Makeni wurde ursprünglich im September 2005 als The Fatima Institut gegründet, und die Njala Universität in Bo wurde im Jahr 1910 als landwirtschaftliche Versuchsstation gegründet und 2005 zu einer Universität umstrukturiert.[25]

Heute gibt es in den größeren Städten weiterführende Colleges und technische Institute, die jedoch keinen international anerkannten Hochschulabschluss anbieten können; dies sind den Universität von Sierra Leone vorbehalten.[26]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Sierraleonische Krankenwagen

Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF Sierra Leone gehört zu den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeit der Welt. Fast jedes dritte Kind erlebt nicht einmal seinen fünften Geburtstag.[27] Knapp zwei Prozent aller Frauen sterben während der Schwangerschaft oder der Geburt eines Kindes.

Ebolavirus: Verlauf der bestätigten Todesfälle (rot), bestätigten Erkrankungsfälle (blau) und Verdachtsfälle (gestrichelt) in Sierra Leone

Viele Kinder sind chronisch mangelernährt und daher besonders anfällig für Infektionskrankheiten wie Malaria. Für ein Drittel aller Todesfälle bei Kleinkindern ist Malaria verantwortlich. Die Kinderarbeit ist extrem hoch. 48 Prozent aller Kinder zwischen fünf und 14 Jahren müssen teilweise schwere Arbeiten verrichten. Zahlreiche Kinder wurden während des Bürgerkrieges als Kindersoldaten zwangsrekrutiert.[28]

2010 kamen auf 20.000 Einwohner weniger als ein Arzt. Pro 10.000 Einwohner gab es nur vier Krankenhausbetten.[29] Kein Krankenhaus in Sierra Leone entspricht internationalen Anforderungen an Ausstattung und Hygiene. Die Lebenserwartung liegt bei 45,3 Jahren (2012)[30] und ist damit deutlich geringer als die der Nachbarländer Guinea (56 Jahre) und Liberia (60 Jahre). Die Säuglingssterblichkeit betrug 2014 37,29 pro 1000 Geburten, die Müttersterblichkeit lag 2010 bei 890 pro 100.000 Geburten.[20] Nur 43 Prozent der Geburten können medizinisch betreut werden (Stand 2008).[10] Die Rate der HIV-positiven Erwachsenen wird mit etwa 1,5 Prozent (Stand 2012) angegeben.[20] (siehe auch: HIV/AIDS in Afrika)

Die Wasserversorgung stellt in Sierra Leone ein großes Problem dar. Laut einer Umfrage von 2006 84 Prozent der Stadtbevölkerung, allerdings nur 32 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer verbesserten Wasserquelle.[31] Die Wasserversorgung in ländlichen Gebieten ist fast nur durch Brunnen möglich. 50 Prozent der Landbevölkerung lebt von Oberflächenwasser. Nur 20 Prozent der städtischen und 1 Prozent der ländlichen Bevölkerung haben Wasserrohre in ihrem Haus.

Seit Anfang 2014 breitete sich in Sierra Leone, Liberia und Guinea das häufig tödlich endende Ebolavirus aus. Es handelt sich um die größte Ebolafieber-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1976. Mit Stand 1. März 2015 starben alleine in Sierra Leone mindestens 3546 Menschen. Hinzu kommen 11.500 Erkrankungsfälle.[32]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Sierra Leones

Frühere Besiedlung[Bearbeiten]

Karte von Sierra Leone, 1732

Archäologische Funde zeigen, dass das Gebiet Sierra Leones bereits seit Tausenden von Jahren besiedelt ist.[33][34] Das Bullom-Volk gehört mit den Lokos zu den ersten Einwohnern des heutigen Gebietes von Sierra Leone. Bis zum 14. Jahrhundert waren die Krims und die Golas auch dort ansässig. Erst während des 15. Jahrhunderts drangen die Mendes und Temnes in je zwei aufeinanderfolgenden Wellen in die Bullom- und Lokogebiete ein. Mitglieder der Mende wanderten im 18. Jahrhundert aus Liberia aus und ließen sich im Süden Sierra Leones nieder. Im 19. Jahrhundert rückten die Yalunkas und die Fullas in die nördlichen Gebiete ein und verdrängten die anderen Völker nach Süden und Osten.

Entdeckung und Sklavenhandel[Bearbeiten]

1440 erreichte der erste Europäer, der portugiesische Seefahrer Gil Eanes die Küste Sierra Leones. 1462 benannte der Portugiese Pedro da Cintra die Gegend „Serra Lyoa“, also „Löwenberge“, woraus in der spanischen Variante „Sierra Leone“ später der Name des heutigen Staates entstand.

Mit der Ankunft der Portugiesen in Sierra Leone und der Eroberung von Teilen des amerikanischen Kontinents durch die Europäer bestand eine Nachfrage nach Arbeitskräften, die mit Sklaven aus Westafrika gedeckt wurden. 1562 begann er mit dem ersten Sklavenschiff des englischen Händlers John Hawkins. Engländer dominierten fortan den Sklavenhandel an der westafrikanischen Küste, ab 1672 war es die British Royal African Company, welche befestigte Stützpunkte an den Inseln Bunce und Sherbro errichteten. Viele Sklaven versuchten ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und kämpften für ihre Freiheit. Ein bekanntes Beispiel war der ehemalige Sklave Sengbe Pieh, dessen Geschichte in Buchform veröffentlicht und verfilmt wurde.[35] Mit seinem Aufstand auf dem Schiff Amistad gewann er viele Abolitionisten.

Ende des 18. Jahrhunderts lebten 5.000-7.000 ehemalige Sklaven in englischen Städten und häufig in äußerster Armut. Die Abolitionisten entwickelten daraufhin die Idee, die ehemaligen Sklaven an einem Ort auf dem afrikanischen Kontinent anzusiedeln. Die Wahl fiel auf das Territorium der heutigen Hauptstadt Sierra Leones, Freetown. 1807 wurde der Sklavenhandel in England offiziell verboten.

Islamisierung[Bearbeiten]

Anfang des 18. Jahrhunderts breitete sich im nördlich gelegenen Gebiet des heutigen Guinea eine kriegerische und missionarische Form des Islam aus und das Reich Fouta Djallon entstand. Der Norden Sierra Leones wurde zunehmend islamisiert, während die missionarischen Bemühungen der Europäer an der Küste nur geringe Erfolge zeigten.

Kronkolonie im 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Bai Bureh, Führer des Temneaufstandes

Mit dem Verbot des Sklavenhandels durch Großbritannien 1807 und dem Beginn der regelmäßigen Kontrollfahrten britischer Kriegsschiffe vor der westafrikanischen Küste zur Unterbindung dieses Handels wuchs die Bevölkerung der Kronkolonie Sierra Leone beträchtlich. Befreite Sklaven, sogenannte „Recaptives“, wurden mit den Sklavenschiffen in ihre Kolonie zurückgebracht.

Schließlich traten Zehntausende von Schwarzen aus sämtlichen Ländern der Westküste Afrikas, von Senegal bis Angola, in das Land ein und brachten ihre eigene Kultur mit. Obwohl die Neuangekommenen häufig Kenntnisse der tropischen Landwirtschaft mitbrachten, blieben viele nicht in den Dörfern, da die Gegend um Freetown für die Landwirtschaft kaum geeignet war. Viele zogen nach Freetown und arbeiteten dort als Handwerker. Andere handelten mit den Völkern des Hinterlandes. In Sierra Leone selbst saßen bereits seit 1808 Vertreter der kreolischen Bevölkerung im sogenannten Gouverneursrat der Kolonie. 1893 bekam Freetown einen eigenen Bürgermeister.

Mende-Temne-Krieg[Bearbeiten]

Die lokale Bevölkerung begehrte wiederholt gegen die britischen Besatzer auf. Der Temne-Herrscher Bai Bureh (1840-1908) aus dem Norden des Landes gilt als der Anführer des Mende-Temne-Kriegs, der 1898 begann. Tatsächlich aber waren mehr ethnische Gruppen als die Mende und Temne im Krieg beteiligt.

Während die Briten die Absicht hatten, Bai Bureh gefangen zunehmen, organisierte er einen zehnmonatigen Guerilla-Krieg gegen die britische Polizei und Armee. Das waren insbesondere die Kreolen. Mehrere hundert, nach anderen Angaben mehr als 1000 Menschen, überwiegend Kreolen und unter ihnen viele Frauen und Kinder, wurden getötet, bis der Porobund die Kämpfer anwies, die Frauen zu schonen. Der Aufstand wurde schließlich von den britischen Kolonialherren niedergeschlagen, nachdem Bai Bureh gefunden wurde. Obwohl die Kreolen mitunter die Opfer des Krieges waren, stellten sie sich nach Kriegsende auf die Seite der Besiegten und unterstützen deren Forderungen. Bureh gilt heute als Nationalheld und ist auf vielen öffentlichen Abbildungen wiederzufinden.

Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Die Verfassung von 1951 sah einen Legislativrat mit 30 teils direkt, teils indirekt gewählten Mitgliedern vor. Davon waren 20 Sitze entweder den Europäern vorbehalten oder gingen an die traditionellen Chiefs des Protektorats. Mitte der 1950er Jahre erlebte das Land vor dem Hintergrund rascher sozialer Umwälzungen schwere Unruhen. 1956 protestierten die 57 000 Diamantenschürfer erfolgreich gegen Konzessionsvergaben der Regierung an den Sierra Leone Selection Trust. 1956 wurde im Einvernehmen von Kolonialverwaltung und Regierung das allgemeine Wahlrecht in Sierra Leone eingeführt, und 1958 kam es zu letzten Ausscheidungen von Briten der Regierung.

Eng verbunden mit der Entstehung des heutigen Staates ist der Name von Sir Milton Margai. Er führte Sierra Leone nach Verhandlungen mit Großbritannien über Verfassungsfragen am 27. April 1961 in die Unabhängigkeit und wurde für seine Partei Sierra Leone People's Party (SLPP) erster Premierminister, und nach seinem Tod 1964 übernahm sein Halbbruder Sir Albert Margai das Amt. Gewaltsame Auseinandersetzungen führten jedoch wenige Tage vor der Unabhängigkeit zur Ausrufung des Ausnahmezustands. Nachdem ethnische Gegensätze folgten, beruhigte sich die Situation. 1968 übernahm Siaka Stevens die Macht. Mit seinem Rücktritt 1985 begann der Bürgerkrieg .

Bürgerkrieg[Bearbeiten]

Diamantensuche in Sierra Leone

Da der Staat reich an Diamanten und Rohstoffen ist, befand sich seit der Unabhängigkeit 1961 die Macht in den Händen weniger, die exklusiv von dem Diamantenreichtum profitierten und die Bevölkerungsmehrheit kaum daran teilhaben ließen. Die starke Benachteilung einzelner Bevölkerungsgruppen führte immer wieder zu Protesten. Die Protestanten kämpften dabei auch gegen die Einparteienherrschaft mit Siaka Stevens.[36] Solche Proteste endeten häufig mit Eskalationen und schließlich mit Auswanderung einzelner Gruppen. Die Probleme des Staates verschärften sich noch während der anschließenden Regierungszeit Joseph Saidu Momohs in den 1980er Jahren.

1991 begann die Rebellenbewegung Revolutionary United Front (RUF) den bewaffneten Kampf im Osten des Landes.[37] Daraufhin verpflichtete Valentine Strasser vier Jahre später ein anderes Unternehmen, Executive Outcomes (EO). Gemeinsam mit den Milizen konnte EO unter Einsatz überlegener technischer Mittel wie Kampfhubschrauber die RUF schnell zurückschlagen und die wichtigsten Devisenquellen, die Diamantenminen von Koidu, zurückerobern und die dortige Zivilbevölkerung befreien. Am 16. Januar 1996 putschte sich der Verteidigungsminister und General Julius Maada Bio an die Macht. Unter Bio konnten die Bürger erstmals seit 1967 wieder frei wählen, was die RUF allerdings durch eine Terrorkampagne zu verhindern versuchte.[38] Im November 1996 war die RUF schließlich gezwungen, in Abidjan ein Friedensabkommen mit der Regierung Kabbahs zu unterzeichnen. Kaabbah kündigte diesen Vertrag jedoch im selben Jahr wieder. So wurde der Führer der größten Selbstverteidigungsmiliz, Chief Hinga Norman, unter Kabbah de facto zum Verteidigungsminister und organisierte die Milizen als Ersatzarmee unter der Sammelbezeichnung Civil Defence Forces (CDF), während er die unzuverlässige Armee massiv verkleinern wollte.[39]

1997 ergriffen Offiziere unter Führung von Johnny Paul Koroma die Macht. Sie verbündeten sich mit RUF und machten den Staat autoritär. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt und Demonstrationen sowie die Gründung von Parteien wurde verboten. Kabbah musste ins Exil in Guinea ausweichen und suchte daraufhin internationale Hilfe. Die Statsarmee wurde mit der Terrormiliz RUF zusammengeschlossen. Schließlich griff die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS im März 1998 in das Kriegsgeschehen ein[40] und konnte die gewählte Regierung mit Kabbah wieder einsetzen. Eine neue, zuverlässigere Armee entstand unter dem Kommando der ECOWAS. Zur Unterstützung versammelten sich ECOWAS-Truppen im Land, wodurch die Kämpfe zwischen CDF, Regierungsarmee, ECOWAS und Rebellen anhielten.[41] Doch im Mai 1999 griffen Rebellen erneut die Hauptstadt Freetown an. Nach wochenlangen Kämpfen in der Stadt gewann die Organisation ECOWAS wieder die Oberhand.

Im Juli 1999 unterzeichneten RUF und Regierung in Lomé ein weiteres Friedensabkommen. Dadurch konnte die Gewalt jedoch zunächst nicht verhindert werden, die UNAMSIL-Friedensmission der Vereinten Nationen konnte die Gewalt zunächst nicht unter Kontrolle bringen. Daraufhin griffen britische Armeen in ihrer ehemaligen Kolonie ein und konnten die Situation entscheidend wenden.[42] Zur gleichen Zeit konnte die UNAMSIL robust durchgreifen und der RUF-Führer Foday Sankoh wurde von britischen Soldaten gefangen genommen. Daraufhin konnte die Entwaffnung der Rebellen beginnen.

Das offizielle Ende des Bürgerkrieges wurde am 18. Januar 2002 verkündet, zwei Tage nachdem die Errichtung des Sondergerichtshofs für Sierra Leone beschlossen worden war.

An der Folge des Bürgerkriegs starben unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 20.000 und 200.000 Menschen.[43]

Jüngere Geschichte[Bearbeiten]

Ernest Koroma ist seit 2007 Präsident und Oberbefehlshaber von Sierra Leone

Am 18. Januar 2002 wurde im Rahmen einer Feierstunde im Nationalstadion, bei der mehrere tausend Waffen verbrannt wurden, das offizielle Ende des Rebellenkrieges verkündet — zwei Tage zuvor war ein bilateraler Vertrag zwischen Sierra Leone und den Vereinten Nationen zur Errichtung des Sondergerichtshofs für Sierra Leone unterzeichnet worden. Ein vom United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) initiiertes Repatriierungsprogramm für Bürgerkriegsflüchtlinge wurde im Juli 2004 abgeschlossen.[44] So konnten insgesamt fast 300.000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren. 2005 zogen die UNAMSIL-Truppen ab.[45] Stattdessen wurde das Integrierte Büro der Vereinten Nationen in Sierra Leone (UNIOSIL) geschaffen, das die Regierung unterstützen sollte und bei der Organisation der Wahlen im Jahr 2007 mithelfen sollte. Am 23. Juni 2006 wurde Sierra Leone als eines der ersten Länder vom UN-Sicherheitsrat auf die Agenda der 2005 ins Leben gerufenen Peacebuilding Commission (PBC) gesetzt.

Neuwahlen fanden am 11. August 2007 statt. Die jahrelang regierende Einheitspartei All People’s Congress (APC) ging als Sieger hervor und gewann 59 der 112 direkt gewählten Sitze im Parlament. Die bisher regierende Sierra Leone People’s Party (SLPP) gewann hingegen überraschenderweise nur 43 Sitze. Präsident Ahmad Tejan Kabbah, der 2002 die Wahlen unter UN-Aufsicht gewonnen hatte, stellte sich nicht zur Wiederwahl.[45] Als aussichtsreicher Kandidat galt der bisherige Vizepräsident Solomon Berewa, der jedoch bei der Wahl nur 38 Prozent gewann. Sein größter Herausforderer Ernest Bai Koroma von der APC gewann hingegen 44 Prozent. Bei der Stichwahl ging Koroma als Sieger hervor und wurde am 17. September 2007 als neuer Präsident vereidigt.

Zum 1. Oktober 2008 wurde UNIOSIL in das Integrierte Friedensschaffende Büro der Vereinten Nationen in Sierra Leone (UNIPSIL) umgewandelt. In der Resolution S/RES/2097/(2013) des UN Sicherheitsrates wurde das Mandat des UNIPSIL zum letzten Mal bis nun März 2014 verlängert. Am 14. Juni 2010 sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in Freetown: Sierra Leone represents one of the world’s most successful cases of post-conflict recovery, peacekeeping and peacebuilding. (übersetzt etwa: „Sierra Leone ist einer der weltweit erfolgreichsten Fälle für Wiederaufbau, Friedenswahrung und Friedensaufbau nach einem Konflikt.“)[46]

Politik[Bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten]

Sierra Leone ist nach der Verfassung von 1991 eine Präsidialrepublik im Rahmen des Commonwealth. Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Staatspräsident, der auf 5 Jahre direkt gewählt wird. Falls er im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 55 Prozent verfehlt, ist ein zweiter Wahlgang mit Stichwahl erforderlich. Das Parlament von Sierra Leone besteht aus einer Kammer und hat 124 Sitze, von denen 112 Abgeordnete gleichzeitig mit dem Präsidenten alle 5 Jahre direkt gewählt werden und 12 für Stammeshäuptlinge (die sogenannten Paramount Chiefs) reserviert werden.

Die beiden einflussreichsten Parteien sind der derzeit regierende All People’s Congress (APC), die frühere Einheitspartei, sowie die Volkspartei Sierra Leones (Sierra Leone People’s Party, SLPP), die größte Oppositionspartei. Des Weiteren gibt es die ebenfalls mitregierende Volksbewegung für Demokratischen Wandel (People’s Movement for Democratic Change, PMDC), die Partei für Frieden und Befreiung (PLP), die Partei der Vereinigten Revolutionären Front (RUFP) und die Vereinigte Nationale Volkspartei (UNPP).[47]

Rechtssystem[Bearbeiten]

Die Gesetzgebung in Sierra Leone basiert auf dem britischen Common Law. In ländlichen Gebieten mit muslimischer Mehrheit gilt teilweise auf lokaler Ebene noch die Sharia. Gleichgeschlechtliche Liebe und gleichgeschlechtlicher Geschlechtsverkehr werden strafrechtlich verfolgt.[48] Die Todesstrafe besteht für schwerste Vergehen wie Mord und Landesverrat.[49]

Die Richter für die drei höchsten Gerichte werden vom Präsidenten ernannt, müssen aber vom Parlament bestätigt werden. Die Gerichte der Chiefdoms sind mit Laienrichtern besetzt.[50] Gegen Urteile dieser Gerichte kann Berufung eingelegt werden. Der Mangel an Richtern führt immer wieder zur Ausübung von Selbstjustiz.

Die Polizei und das Ministry of Internal Affairs, Local Government and Rural Development sind für die innere Sicherheit des Landes zuständig. Allerdings kommt dort Korruption häufig vor. Für die äußere Sicherheit sorgen die Armee und Ministry of Defence and National Security.

Menschenrechte[Bearbeiten]

Die Sicherheitslage nach den Kommunalwahlen 2009 in Sierra Leone wird von Amnesty International als stabil beschrieben und auch gibt es Erfolge bei der Bekämpfung der Korruption im Lande zu verzeichnen.[51]

Bei gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den politischen Gruppen kommt es jedoch immer wieder zu schweren sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen. Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International von 2010 gibt es in Sierra Leone nach wie vor sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen. Gefährliche traditionelle Praktiken wie die weibliche Genitalverstümmelung finden weiter Anwendung. Obwohl sich einige traditionelle Führungspersönlichkeiten für die Abschaffung der Genitalverstümmelung bei Frauen aussprachen, ist sie weiterhin noch sehr weit verbreitet.[52]

Homosexuelle werden in Sierra Leone verfolgt, gedemütigt und mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft.[53][54] 2004 wurde die Menschenrechtsaktivistin und Leiterin der Sierra Leone Lesbian and Gay Association Fannyann Eddy ermordet in ihrem Büro aufgefunden.[55][56][57]

Außenbeziehungen[Bearbeiten]

Das sierra-leonische Außenministerium (englisch Ministry of Foreign Affairs and International Cooperation) ist für die Außenpolitik von Sierra Leone verantwortlich. Sierra Leone hat diplomatische Beziehungen mit China, Libyen, Iran, Kuba und allgemein gute Beziehungen mit dem Westen der Welt, einschließlich mit den Vereinigten Staaten. Außerdem hat das Land historische Beziehungen mit dem Vereinigten Königreich und anderen ehemals gehaltenen britischen Kolonien durch die Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations. Das Vereinigte Königreich hat eine wichtige Rolle in der Geschichte Sierra Leones gespielt. Dank der Hilfe Großbritanniens konnte der blutige Bürgerkrieg beendet werden.

Der ehemalige Präsident Siaka Stevens hat schon immer engere Beziehungen mit den Nachbarländern Sierra Leones gesucht. Zusammen mit Liberia, Guinea und der Elfenbeinküste bildet Sierra Leone die Mano River Union (MRU). Sie wurde in erster Linie gegründet, um Entwicklungsprojekte durchzuführen und die regionale wirtschaftlichen Integration zwischen den vier Ländern zu fördern.[58]

Beziehungen zu Deutschland[Bearbeiten]

Die Bundesrepublik Deutschland hat Sierra Leone unmittelbar nach Erlangung seiner Unabhängigkeit 1961 völkerrechtlich anerkannt und eine Botschaft in Freetown eröffnet.[59] Im Jahre 2002 besuchte der damalige Präsident Kabbah die Bundesrepublik. Der aktuelle Präsident Ernest Koroma reiste im Februar 2011 nach Deutschland.

Nationale Symbole[Bearbeiten]

Am 27. April 1961 wurde die Flagge mit der Unabhängigkeit von Großbritannien eingeführt. Die Flagge besteht aus horizontalen Streifen: oben grün, in der Mitte weiß und unten blau. Das Grün stellt die Natur und die Landwirtschaft, das Weiß die Einheit und die Gerechtigkeit und das Blau die Küste des Landes dar.[60]

Der Löwe ist das Wappentier Sierra Leones. Im grünen Schildteil, der von zwei goldenen Löwen gehalten wird, befindet sich ein weiterer goldener Löwe und außerdem die drei Farben der Nationalflagge. Oben auf dem Schild sind drei Fackeln zu sehen, die die Freiheit symbolisieren. Die zwei Löwen, die als Schildhalter fungieren, halten einen Ölpalmbaum mit vier Früchten in ihren Händen. Darunter steht auf einem weißen Band das Motto von Sierra Leone: Unity, Freedom, Justice (Einheit, Freiheit, Gerechtigkeit).

Die Nationalhymne High We Exalt Thee, Realm of the Free wurde von Clifford Nelson Fyle geschrieben und von John Akar komponiert.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Die 14 Distrikte Sierra Leones

Sierra Leone ist aufgeteilt in die drei Provinzen (Provinces) Northern, Southern und Eastern sowie das Gebiet (Area) um die Hauptstadt Freetown (Western Area). Die Western Area besteht aus der ehemals britischen Kronkolonie mit Freetown und der Halbinsel. Die Provinzen sind wiederum in insgesamt 14 Distrikte und diese in 146[61] Kommunalvolksgebiete (Chiefdoms) aufgeteilt. Die Chiefdoms besitzen eigene Zuständigkeiten hinsichtlich Polizeigewalt und Rechtsprechung.

Provinz Hauptstadt Fläche (2004) [62] Einwohner (2004) [63] Anzahl Distrikte
Eastern Kenema 15.553 km² 1.191.539 3
Northern Makeni 35.936 km² 1.745.553 5
Southern Bo 19.694 km² 1.092.657 4
Western
(Gebiet)
Freetown 557 km² 947.122 2

Wirtschaft[Bearbeiten]

Exportziele Sierra Leones im Jahr 2006

Etwa 70 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut und muss mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen.[64] Folglich belegt die ehemalige britische Kolonie seit Jahren den letzten Platz auf der Liste des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, gleichbedeutend mit dem Status des am wenigsten entwickelten von 179 untersuchten Ländern (siehe auch Least Developed Countries). Nur 2,207 Millionen Menschen, etwa ein Drittel der Bevölkerung, sind erwerbstätig. Die Verschuldung im Ausland beträgt 1,61 Milliarden US-$.[65] Zwei Drittel der Bevölkerung betreibt Subsistenzwirtschaft.

Die Währung in Sierra Leone ist der Leone. Die Zentralbank des Landes, die Bank of Sierra Leone, befindet sich der Hauptstadt Freetown. Diese gibt Münzen zu 100 und 500 Leones und Banknoten zu 500, 1000, 2000, 5000 und 10.000 Leones heraus. Die Nutzung von Kreditkarten ist begrenzt, auch wenn sie in einigen Hotels und Restaurants verwendet wird.

Export-Partner sind Belgien, Deutschland und die USA; Import-Partner sind Deutschland, Elfenbeinküste, das Vereinigte Königreich, die USA, China, die Niederlande und Südafrika.[66] Sierra Leone ist Mitglied der International Cocoa Organization, der ECOWAS und der WTO. Mit den Nachbarländern Liberia und Guinea bildet das Land die Mano River Union.

Landwirtschaft und Fischerei[Bearbeiten]

Sierraleonischer Reisbauer mit einem Teil seiner Ernte

Für den überwiegenden Teil der Bevölkerung ist die Landwirtschaft die Existenzgrundlage. Man wendet dabei Brandrodung und Wanderhackbau an. Allerdings werden nur etwa 6 Prozent der Fläche landwirtschaftlich genutzt. Hauptsächlich wird dabei Reis, Hirse und Maniok produziert, meist für den Eigenbedarf. Für den Export sind Kaffee, Palmkerne und Kakao bestimmt.

Der Fischfang nimmt wegen der noch fischreichen Küste ebenfalls eine wichtige Rolle in Sierra Leone ein. Der Fisch, vor allem Hering und Thunfisch, wird frisch oder getrocknet, beziehungsweise geräuchert, verkauft. Die Statistik der FAO geht von einem Fang von ca. 200.000 t jährlich aus.[67] Der Fischereisektor trägt zu 10 Prozent zum BIP bei und beschäftigt rund eine halbe Millionen Menschen in Sierra Leone.

Rohstoffe[Bearbeiten]

Das Land ist reich an Bodenschätzen wie Bauxit, Braunkohle, Chrom, Diamanten, Eisenerz, Gold, Graphit, Columbit, Mangan, Molybdän, Platin, Rutil (Titanoxid) und Rhodium. Mit dem Beginn der Rebellenübergriffe aus Liberia im Jahre 1991 kam die formelle Diamantenförderung praktisch zum Stillstand. Eisenerz wird seit 1985 wegen mangelnder Auslandsnachfrage nicht mehr gefördert. Der Export von Gold und Diamanten wird durch die hohe Schmuggeltätigkeit sehr stark beschränkt.

Diamantenmine im Kono-Distrikt

Exporte von mineralischen Rohstoffen machten 1989 etwa 80 Prozent der Ausfuhren aus. Nach Angaben der Economic Intelligence Unit in London wurden 1988 Gem-Diamanten (Schmuck-Diamanten) aus Sierra Leone im Wert von 300 Mio. US-$ und 1989 über 450 Mio. US-$ in Antwerpen verkauft. Offiziell wurden jedoch Verkäufe im Wert von nur 5 Mio. US-$ (1988) und 4,5 Mio. US-$ (1989) registriert, d. h. rund 98 Prozent (1988) und 99 Prozent (1989) der produzierten Diamanten wurden illegal (über Monrovia, Burkina Faso und Abidjan; im Osten über Koindu) aus dem Land geschmuggelt.

Seit Ende des Bürgerkrieges hat sich der legale Export von Diamanten auf etwa 120 Millionen US-$ jährlich mit weiterhin steigender Tendenz erhöht. Der illegale Export wird auf nur noch etwa 2 Prozent dieses Wertes geschätzt. Weiterhin wird wieder verstärkt Rutil und Gold exportiert. Bei Ölbohrungen vor der Küste von Sierra Leone wurde 2009 ein sehr viel versprechendes neues Ölfeld entdeckt.[68]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten]

Anteile am BIP nach Bereichen (2007)[69]
Rang Sektor Anteil am BIP in Prozent
1 Landwirtschaft 58,5
2 Sonstige Dienstleistungen 10,4
3 Handel und Tourismus 9,4
4 Groß- und Einzelhandel 9,0
5 Bergbau 4,5
6 öffentlicher Dienst 4,0
7 Fertigungswirtschaft und Kunsthandwerk 2,0
8 Bau 1,7
9 Strom und Wasser 0,4

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste im Jahr 2000 Ausgaben von umgerechnet 351 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 96 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 40,1 Prozent des BIP.[12]
Die Staatsverschuldung betrug 2006 1,6 Mrd. US-Dollar oder 125,0 Prozent des BIP, seitdem wurden Sierra Leone große Teile der Staatsschulden erlassen.[70]

2010 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des BIP) folgender Bereiche:

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

In Sierra Leone besteht Rechtsverkehr. Es gibt 11.300 Kilometer Straßen in Sierra Leone, von denen 904 Kilometer (etwa acht Prozent) asphaltiert sind.[72] Der Zustand der Straßen entspricht zu einem großen Teil nicht westlichen Standards. Die kaum ausgebaute Infrastruktur der Straßen behindert zudem den Handel außerhalb der größeren Städte.[73] So sind während der Regenzeit viele Straßen unpassierbar, was die Erreichbarkeit ländlicher Gebiete schwierig macht.

Neben dem Internationalen Flughafen Lunghi bei Freetown verfügt Sierra Leone noch über weitere sieben Flughäfen. Aufgrund minderwertiger Sicherheitsstandards stehen die Fluggesellschaften aus Sierra Leone in der Liste der Luftfahrtunternehmen, denen der Betrieb in der EU untersagt ist.[74]

Im September 2014 hatten viele Städte Sierra Leones, einschließlich Kailahun, Kenema, Bombali, Tonkolili und Port Loko, Reisebeschränkungen, die auf die Ebola-Epidemie zurückzuführen sind.[75]

Der öffentliche Schienenverkehr in Sierra Leone wurde 1974 eingestellt und beschränkt sich derweil auf ein privates Schienennetz von 120 Kilometer Länge.

Sierra Leone verfügt außerdem über circa 800 Kilometer schiffbare Wasserwege. Zu den wichtigsten Häfen gehören der Hafen Freetown und Hafen Pepel.

Energie[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurden 250 Millionen kWh elektrische Energie erzeugt, wobei die Erzeugung seit 20 Jahren stagniert. Die Energie stammt zur Gänze aus Wärmekraftwerken.[76] Die Infrastruktur wurde während des Bürgerkrieges beschädigt und der Neubau verzögert. Die Regierung sucht momentan Möglichkeiten, die Infrastruktur mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft wieder aufzubauen;[77] eine durchgängige öffentliche Stromversorgung ist, nach jahrelanger Elektrizitätskrise, erst seit Weihnachten 2007 offiziell in Freetown sichergestellt, wird jedoch praktisch maximal 4 Stunden am Tag zur Verfügung gestellt.[78] Ende 2009 wurde nach mehr als 30 Jahren der Planung und des Baus das „Bumbuna Hydro Power Plant“ fertiggestellt.[79]

Bis Ende 2016 soll etwa ein Viertel des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Solarenergie, stammen. In der Nähe der Hauptstadt Freetown soll mit sechs Megawatt Leistung Westafrikas größter Solarpark entstehen.[80] Solarenergie spielt auch zur Beleuchtung von Straßen, zum Beispiel in Koindu[81], eine zunehmend größere Rolle.

Kultur[Bearbeiten]

Radiohörer in Sierra Leone

Medien[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren wurde ein fast landesweites Fernsehnetz durch die europäische Entwicklungshilfe aufgebaut. Das Studio hierfür befand sich in Freetown, die Verteilung erfolgte über Relaisstellen. Das Fernsehnetz konnte sich jedoch nicht lange halten und wurde bereits wenige Jahre darauf wieder abgeschaltet. Die nationale Telefongesellschaft wurde bis 1988 von der britischen Cable & Wireless unterstützt, ab 1989 erfolgte eine Unterstützung und Durchführung von Restrukturierungsmaßnahmen durch die Deutsche Telekom. Ein weiteres wichtiges Medium, das sowohl in den Städten als auch in den Dörfern eine essentielle Rolle spielt, ist das Radio, welches speziell nach dem Bürgerkrieg an Bedeutung gewann.[82]

Kunst[Bearbeiten]

Koindu Tanz in Sierra Leone

Kunst in Sierra Leone hat eine lange Tradition des Schnitzens und zeremonieller Arbeiten wie Masken und Tücher. Sie ist eine Mischung aus traditionellen und hybriden afrikanischen und westlichen Stilen.[83][84]

Literatur[Bearbeiten]

Es gibt eine reiche Tradition an Gedichten und Erzählungen, die meisten sind in lokalen Sprachen oder Krio geschrieben. Die bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller des Landes sind Ishmael Beah und Syl Cheney Coker. Die britische Schriftstellerin Aminatta Forna hat Vorfahren aus Sierra Leone.

Musik[Bearbeiten]

In Bars sind immer wieder Auftritte von bekannten Musikern zu sehen. Die bekannten Refugee All Stars spielen regelmäßig auf internationalen Festivals und in sierra-leonischen Clubs.[85] Beginnend mit Friedenskonzerten entstand in Sierra Leone eine sehr lebendige Musikszene. So wurden in den Jahren nach dem Krieg in den Radios überwiegend sierra-leonische Musik gespielt. Mittlerweile wird wieder mehr internationale Popmusik gespielt, was auch auf die neuen sierra-leonischen Copyright-Gesetze zurückzuführen ist.

Film und Tanz[Bearbeiten]

Nationalstadion Sierra Leones

In sierra-leonischen Kinos werden hauptsächlich Übertragungen von Fußballspielen und Nollywood-Filme gezeigt. Angelehnt an die aus Nigeria stammenden Nollywood gibt es erste in Sierra Leone produzierte Sollywood-Filme. 2012 fand das Sierra Leone International Film Festival statt.

Ein herausragendes Merkmal des kulturellen Lebens in Sierra Leone ist der Tanz. Es gibt sehr viele Theatergruppen im ganzen Land verteilt. Neben Unterhaltung und traditionellen Inhalten beschäftigen sich die Texte auch mit der Vermittlung von Wissen, Gesundheitsaufklärung und mit der Friedenssicherung. Besonders bekannt sind die Freetong Players.

Küche[Bearbeiten]

Reis ist das Grundnahrungsmittel in Sierra Leone und wird dort praktisch jeden Tag gegessen. Eintöpfe sind ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil und wird auch als Nationalgericht bezeichnet.[86] Solche Eintöpfe bestehen aus Hühnerfleisch, gebratenem Fisch und Gemüse, die mit Cashewnüssen und Erdnüssen gewürzt werden. Alternativ können in den Eintopf Cassava-Blätter,[87] die zunächst gewaschen und vor dem Kochen fein zerkleinert werden, hineingetan werden. Um dem Ganzen einen exquisiten Geschmack zu verleihen, wird Kokosöl anstelle von Palmöl verwendet.[88]

Ingwerbier ist in Sierra Leone ein typisches Getränk. Es wird in der Regel selbstgebraut und mit reinem Ingwer und gesüßtem Zucker abgeschmeckt. Gelegentlich werden Nelken oder Limetten für den Geschmack hinzugefügt.

Sport[Bearbeiten]

Fußball ist mit Abstand die beliebteste Sportart in Sierra Leone. Die Sierra-leonische Fußball-Nationalmannschaft, im Volksmund bekannt als die Leone Stars, vertritt das Land in internationalen Wettbewerben. Sie hat sich noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifiziert, nahm aber 1994 und 1996 an der Fußball-Afrikameisterschaft teil. Im Jahr 2009 erlangte das U-19-Team von Sierra Leone den zweiten Platz in der afrikanischen U-19-Meisterschaft in Sambia. Die meisten Fußballer der Nationalmannschaft üben ihren Berufsfußball in der landeseigenen Sierra Leone Premier League aus, einige spielen auch für Teams in Europa.

Streitkräfte[Bearbeiten]

Wappen der Sierra Leone Armed Fonces
Hauptartikel: Sierra Leone Armed Forces

Die Sierra Leone Armed Forces sind die Streitkräfte Sierra Leones und untergliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftstreitkräfte. Die Gesamttruppenstärke beläuft sich auf etwa 13.000 Freiwillige, eine Wehrpflicht gibt es nicht. Die Staatsausgaben für das Militär beliefen sich 2012 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Das Hauptquartier der Armee und das Verteidigungsministerium befinden sich in Freetown.[89][12][90]

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Sierra Leone – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Sierra Leone

Literatur[Bearbeiten]

  • Ankenbauer, Norbert (2010): „das ich mochte meer newer dyng erfaren“. Die Versprachlichung des Neuen in den Paesi novamente retrovati (Vicenza, 1507) und in ihrer deutschen Übersetzung (Nürnberg, 1508). Berlin: Frank & Timme.
  • Frank, René (2012): Die ersten Dollarmünzen der Geschichte — Ungewöhnliches Kolonialgeld in Sierra Leone (1791–1808). Grin-Verlag, München, 2012
  • Jalloh, S Balimo (1995) Sierra Leone — Ein Länderbericht, New Africa Verlag, 1995, Bergisch Gladbach
  • Jalloh, S Balimo (2001) Conflicts, Resources and Social Instability in Subsahara Africa — The Sierra Leone Case; in Internationales Afrikaforum, 37. Jg. 2/2001, S. 166–180.
  • Jalloh, S Balimo (2004) The Sierra Leone Regiment, The Royal West African Frontier Force and the Burma War — An Exploratory Essay- in: Internationales Afrikaforum, 40 Jahrgang, Heft 4/2004, S. 369–378. (www.internationaleafrikaforum.de)
  • Knörr, Jacqueline (1995) Kreolisierung versus Pidginisierung als Kategorien kultureller Differenzierung. Varianten neoafrikanischer Identität und Interethnik in Freetown, Sierra Leone. Münster: Lit
  • Knörr, Jacqueline (2002) Freetown. In: Ember, M. & C.R. Ember (eds.) (2002) Encyclopedia of Urban Cultures. Cities and Cultures around the World, Published under the Auspices of the Human Relation Area Files at Yale University. Danbury / Connecticut: Grolier: Vol. II: S. 212–219.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Sierra Leone – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Sierra Leone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikimedia-Atlas: Sierra Leone – geographische und historische Karten
 Wikivoyage: Sierra Leone – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/sl.html
  2. Human Development Report Office: Sierra Leone – Country Profile: Human Development Indicators, abgerufen am 23. Oktober 2014
  3. Vgl. Ankenbauer (2010), S. 166–167.
  4. http://141.74.33.52/stagn/Portals/0/140408_STAATENNAMEN_13_ol.pdf
  5. ANNUAL STATISTICAL DIGEST 2005/2006. Statistics Sierra Leone, 2008, S. 2 abgerufen am 6. März 2015
  6. Sierra Leone, Portal Überblick, Abschnitt Klima
  7. Sierra Leone, Portal Überblick, Abschnitt Flora und Fauna
  8. Sierra Leone, 'The World Factbook'
  9. Renner-Thomas, Ade (2010): Land Tenure in Sierra Leone: The Law, Dualism and the Making of a Land Policy
  10. a b Länderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: [1]
  11. World Refugee Survey 2008. US-Komitee für Flüchtlinge und Einwanderer
  12. a b c d e Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCIA World fact Book Sierra Leone. Abgerufen am 20. Februar 2013.
  13. Globale muslimische Population (PDF)
  14. 2010 Report des internationalen religiösen Standes; Sierra Leone. UNHCR.org
  15. Vereinigte Methodisten in Sierra Leone, UMC.org.
  16. Evangelische, protestantische Gruppen in Sierra Leone, Dachverband UMC.org.
  17. catholicchurchsl.org., Sierra Leone
  18. Interreligiöse Zusammenarbeit in Sierra Leone, Scoop News
  19. Weltbank (Hrsg.): Education in Sierra Leone: Present Challenges, Future Opportunities. World Bank Publications, 2007, S. 156. ISBN 978-0821368688.
  20. a b c SIERRA LEONE. World Fact Book, 2011 abgerufen am 6. März 2015
  21. Weltbank (Hrsg.): Education in Sierra Leone: Present Challenges, Future Opportunities. World Bank Publications, 2007, S. 2. ISBN 978-0821368688.
  22. Wang, Lianqin (2007): Education in Sierra Leone: Present Challenges, Future Opportunities
  23. Government of Sierra Leone (2004): The Education Act 2004, Sierra Leone: Sierra Leone Encyclopedia, S. 4
  24. Jones-Parry, Rupert, ed. (2006): Commonwealth Education Partnerships 2007
  25. Njala University College, Sierra Leone Encyclopedia
  26. Sierra Leone, Portal Gesellschaft, Abschnitt Bildung
  27. http://www.unicef.de/projekte/sierra-leone/sierra-leone/
  28. http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/welt/afrika/sierra_leone
  29. Sierra Leone Factsheets of Health Statistics 2000–2009. World Health Organization, 2010 abgerufen am 6. März 2015
  30. Weltbank, Life expectancy at birth, total (years)
  31. Schätzungen für die Nutzung von fortschrittlichen Wasserquellen, Sierra Leone (PDF)
  32. Ebola Situation Report - 4 March 2015. World Health Organization, 4. März 2015 abgerufen am 6. März 2015
  33. Länder und ihre Kulturen, Sierra Leone
  34. Sierra Leone, Portal Geschichte und Staat, Abschnitt Geschichte
  35. Sengbe Pieh bei American National Biographie, Oxford University Express (Anmeldung erforderlich)
  36. Gberie, Lansana (2005): A dirty war in West Africa: the RUF and the destruction of Sierra Leone. C. Hurst & Co. Publishers.
  37. Literaturliste zum Bürgerkrieg
  38. Elections in Sierra Leone (1996). In: African Elections Database.
  39. Special Court for Sierra Leone
  40. BBC Time line Sierra Leone
  41. BBC News: Surving Sierra Leone!
  42. Cry Freetown – Dokumentation des aus Sierra Leone stammenden Journalisten Sorious Samura
  43. Medico International: Sierra Leone – Der Kampf um Gerechtigkeit: Die War Wounded and Amputees Association
  44. Sierra Leone, Portal Geschichte und Staat, Abschnitt Befriedigung des Landes
  45. a b BBC: Sierra Leone sets 2007 poll date, 4. August 2006
  46. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBan lauds Sierra Leone’s advances in firming up stability. UN News Service, 15. Juni 2010, abgerufen am 20. Februar 2013.
  47. Auswärtiges Amt: Staatsaufbau Sierra Leones
  48. Foreign and Commonwealth Office: [2]
  49. Amnesty-Karte mit Todesstrafenländern (PDF; 4,5 MB)
  50. Sierra Leone, Portal Geschichte und Staat, Abschnitt Recht, Ordnung und staatliche Sicherheit
  51. Human Rights in the Republic of Sierra Leone, Amnesty International, Report 2009 abgerufen am 3. November 2011
  52. Prozent3Fwords-advanced Prozent3DSIERRA Prozent2BLEONE Prozent26country Prozent3D Prozent26topic Prozent3D Prozent26node_type Prozent3D Prozent26from_month Prozent3D0 Prozent26from_year Prozent3D Prozent26to_month Prozent3D0 Prozent26to_year Prozent3D Prozent26sort_type Prozent3Ddesc Prozent26page_limit Prozent3D10 Prozent26go_x Prozent3D9 Prozent26go_y Prozent3D8 Prozent26go Prozent3DSortieren Prozent26form_id Prozent3Dai_search_form Jahresbericht Sierra Leone 2010 Amnesty International
  53. http://katholik.ch/themen-a-z/73-zeitzeichen/416-strafen-fuer-homosexualitaet.html
  54. http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/577753/index.do
  55. http://www.globalgayz.com/country/Sierra Prozent20Leone/view/SLE/gay-sierra-leone-news-and-reports
  56. Website des Aussenministeriums Österreich
  57. http://ilga.org/ilga/en/countries/SIERRA Prozent20LEONE/Articles
  58. Website der Mano River Union
  59. Auswärtiges Amt, Beziehungen zu Deutschland
  60. Sierra Leone, Portal Überblick, Abschnitt Nationale Symbole
  61. Sierra Leone, Portal Geschichte und Staat, Abschnitt Formaler Staatsaufbau
  62. Sierra Leone Census. Geo Hive, 2004
  63. FINAL RESULTS 2004 POPULATION AND HOUSING CENSUS. Statistics Sierra Leone
  64. Population below poverty line. CIA World Factbook
  65. ipicture.de: Daten zur Wirtschaft Sierra Leones
  66. Auswärtiges Amt:[3], Stand: Januar 2011
  67. Sierra Leone, Portal Wirtschaft und Entwicklung, Abschnitt Fischerei
  68. Spiegel online vom 17. September 2009: Konzerne entdecken riesiges Ölfeld vor afrikanischer Küste
  69. Prozent20gdp Prozent20sierra Prozent20leone&f=false frican Development Bank, OECD - Organisation for Economic Co-operation and Development (2009): African Economic Outlook 2009: Country Notes: Volumes 1 and 2. OECD Publishing. Seite 561–562.
  70. BBC News: Sierra Leone in debt relief deal
  71. http://knoema.de/atlas/Sierra-Leone/topics/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/Gesundheitsausgaben-percent-des-BIP
  72. Sierra Leone bei The World Factbook.
  73. Sierra Leone, Portal Wirtschaft und Entwicklung, Abschnitt Wirtschaftssystem und seine Sektoren
  74. List of banned E.U. air carriers (PDF)
  75. Sierra Leone News: Africell Presents Second Consignment of Food to all Quarantined Homes
  76. Energy Information Administration abgerufen am 25. Oktober 2008
  77. Edgard Gnansounou: Boosting the Electricity Sector in West Africa: An Integrative Vision. In: IAEE Energy Forum, Vol. 17, Third Quarter, S. 23–29, 2008. Download
  78. The Patriotic Vanguard: [4]
  79. Minister of Energy and Water Resources, Bumbuna
  80. Solar lighting revolution underway in Sierra Leone. Voice of Africa, 12. November 2014, abgerufen am 12. November 2014
  81. Awareness Times Newspaper: Sierra Leone News vom 24. Juli 2013: "God Bless the Kissi People" (engl.), abgerufen am 12. November 2014
  82. Al Jazeera - Witness - Let us talk
  83. [Banham, Martin (2004): A history of theatre in Africa. Cambridge University Press. Seite 171.]
  84. Manson, Katrina; James Knight (2009): Sierra Leone
  85. Refugee All Stars, ABOUT, BACKGROUND
  86. Osseo-Asare, Fran (2005): Food Culture in Sub-Saharan Africa, Greenwood Publishing Group, S. 32
  87. Cassava in Sierra Leone, SLCBO.
  88. Osseo-Asare, Fran (2005): Food Culture in Sub-Saharan Africa, Greenwood Publishing Group, S. 33
  89. THE HISTORY OF THE MINISTRY OF DEFENCE (MOD)... A New Building for MOD. Ministry of Defence, Sierra Leone abgerufen am 1. November 2014
  90. Global Defence Sierra Leone abgerufen am 1. November 2014

8.5-11.916666666667Koordinaten: 9° N, 12° W