Threna

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Threna
Gemeinde Belgershain
Koordinaten: 51° 15′ 22″ N, 12° 32′ 18″ O
Höhe: 148 m
Fläche: 6,65 km²
Einwohner: 937 (9. Mai 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1995
Postleitzahl: 04683
Vorwahl: 034293
Threna (Sachsen)

Lage von Threna in Sachsen

Threna ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Belgershain im Landkreis Leipzig.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Threna, Luftaufnahme (2017)
Thräna auf einer Karte von Hermann Oberreit (1836–39)
Blick auf einen Teil des Dorfes

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Threna liegt etwa 12 Kilometer südöstlich der sächsischen Großstadt Leipzig in der Leipziger Tieflandsbucht. Südwestlich des Ortes liegt das Waldgebiet Oberholz. In Threna entspringt die Threne, welche den Ort östlich verlässt.

Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 38 ProbstheidaGrimma. Über Kreisstraßen besteht Anschluss an Belgershain und Fuchshain, zudem verläuft hier die Bahnstrecke Leipzig–Geithain.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großpösna Fuchshain Naunhof
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Köhra
Belgershain

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orts- und Kirchengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche
Herrenhaus vor der Renovierung (2013)

Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1205 als Herrensitz des Wilferus de Drenowe.[2] 1421 stand Threna unter markgräflichem Gericht. 1556 erhielt Dippold von Schönfeld das Dorf. Für 1572 ist erstmals ein Lehrer (Küster) für Threna mit Belgershain belegt.[3] August Schumann nennt 1824 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Threna betreffend u. a.:

„[…] gehört schriftsässig zu dem, ¾ St. davon in Südost gelegenen, von Uechteritzischen Rittergute Belgershayn. […] Threna hat über 50 Häuser und 300 Bewohner, einen sehr bedeutenden Gasthof, eine Schule, eine Windmühle, und eine Filial- oder vielmehr Schwesterkirche von Belgershayn, zu welcher das Universitäts-Försterhaus gepfarrt ist. […] Im J. 1782 zählte man hier 191 Menschen über 10 Jahr, und 169 Kühe; 1789 der 44 Pferde. Der Ort hat 18 Hufen, […].“[4]

Weiterhin heißt es im Werk „Neue Sächsische Kirchengalerie“ von 1911 den Ort und die Kirche betreffend u. a.:

„Threna war ursprünglich Muttergemeinde, ist seit 1620 Filialgemeinde von Belgershain. Das Pfarrgut Threna ward verkauft und für den Erlös ein Gut in Belgershain als Pfarre erworben, […]. Die Kirche stammt aus alter Zeit, nach Gurlitt ist Apsis und Chor wohl 1250 erbaut, das Langhaus und die in spitzbogiger Tonne überwölbte Turmhalle sollen nach ihm in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut worden sein. […] Die Orgel ist 1778 von Orgelbaumeister Mauer in Leipzig für 304 Taler erbaut worden; eine gründliche Erneuerung erfolgte 1857 durch Wiegand-Borna; 1881 ließ Gutsbesitzer, Friedensrichter Heyne ein neues Register Viola di Gamba auf seine Kosten durch Kreuzbach-Borna einsetzen. […] Die Schule in Threna ward in alter Zeit, da Belgershain eine solche noch nicht hatte, von den Belgershainer Kindern mit besucht, erst später stellte Belgershain einen Kinderlehrer an, […]. 1855 ward die Kirchschulstelle von Threna getrennt. […] Bei einem großen Brande 1854 ging auch das alte Schulhaus mit in Flammen auf. 1855 ward das neue geweiht.“[5]

Infolge der Bodenreform nach dem Ende des II. Weltkrieges wurde lediglich ein Bauer enteignet, in der Folge gab es 21 Neubauern und 11 Kleinsiedler im Ort. Am 13. September 1955 wurde die LPG „Vorwärts“ gegründet, am 1. Januar 1973 erfolgte die Gründung der KAP Threna und am 1. Januar 1978 die Gründung der LPG Pflanzenproduktion Threna.[3]

Zum 1. April 1995 wurde Threna nach Belgershain eingemeindet.[6]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[2][7]
1548/51 32 besessene Mann, 1 Inwohner, 44 Hufen
1764 33 besessene Mann, 9 Gärtner, 18 Hufen
1834 291
1871 380
1890 416
Jahr Einwohnerzahl
1910 457
1925 506
1939 486
1946 691
1950 701
Jahr Einwohnerzahl
1964 557
1990 474
1994 781

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Parochie Belgershain mit der Tochterkirche Threna. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 240–248 (Digitalisat)
  • Cornelius Gurlitt: Threna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 20. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (2. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1898, S. 262.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Threna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Belgershain. (PDF; 0,23 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 8. Februar 2015.
  2. a b Vgl. Threna im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. a b Auszüge aus der Chronik von Threna (Memento des Originals vom 8. Februar 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/belgershain.de, abgerufen am 16. August 2011.
  4. Vgl. Threna, auch Thräna. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 11. Band. Schumann, Zwickau 1824, S. 722 f.
  5. Vgl. Die Parochie Belgershain mit der Tochterkirche Threna. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Die Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, Sp. 240–248 (Digitalisat)
  6. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1995 bis 31. Dezember 1995 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 17 kB), abgerufen am 15. August 2011.
  7. Threna im Regionalregister Sachsen, abgerufen am 15. August 2011