Thrombozytopathie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Klassifikation nach ICD-10
D69.1 Thrombozytopathie
ICD-10 online (WHO-Version 2016)
Von links nach rechts: Erythrozyt (rotes Blutkörperchen), Thrombozyt (aktiviert) und Leukozyt

Eine Thrombozytopathie, auch Thrombopathie genannt, ist eine Funktionsstörung der Thrombozyten (Blutplättchen).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Funktionsstörung der Thrombozyten kann sich durch Aggregation, Ausbreitung oder Adhäsion äußern. Die Anzahl der Thrombozyten ist dagegen normal oder nur geringfügig verändert (Abgrenzung zur Thrombozytopenie). Eine Thrombozytopathie ist eine spezielle Form einer hämorrhagischen Diathese.

Thrombozyten sind Zellbestandteile im Blut, die bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen. Entsprechend führt eine Thrombozytopathie zu einer erhöhten Bereitschaft für Blutungen, wie beispielsweise Nasenbluten, Zahnfleischbluten, lange blutende Schnittverletzungen. Auch petechiale Blutungen sind möglich. Die Schleimhautblutungszeit ist verlängert.

Für eine Thrombozytopathie können sowohl exogene (äußere) als auch endogene (innere) Einflüsse verantwortlich sein.

Exogene Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reihe von Medikamenten, wie beispielsweise Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Heparin, Penicillin sowie verschiedene Chemotherapeutika, schränken die Funktion der Thrombozyten ein.

Endogene Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Reihe erblich bedingter Syndrome können die Ursache für eine Thrombozytopathie sein

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Therapie erfolgt in der Regel nur bei klinischer Indikation, beispielsweise mit Desmopressin.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • S2k-Leitlinie Thrombozytopathien der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH). In: AWMF online (Stand 2012)
  • S2k-Leitlinie Thrombozytopathien, Therapien der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH). In: AWMF online (Stand 2014)
  • E. Lindhoff-Last: Die Gynäkologie, Springer Berlin Heidelberg, 2006, S. 245–54 ISBN 978-3-540-25664-9
  • H. Riess, E. Seifried: Erworbene hämorrhagische Diathesen. In: Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin – Leitlinien. Herausgeber Classen M, Dierkesmann R, Heimpel H, Koch KM, Meyer J, Müller OA, Specker C, Theiss W für die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, 2004 Kapitel B 28

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. D. Gengenbacher u. a.: Thrombozytopathie Bernard-Soulier: klinische Bedeutung einer seltenen Erkrankung. In: Schweiz Med Wochenschrift 126/1996, S. 1834–1841.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diesen Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!