Tiran

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tiran (Begriffsklärung) aufgeführt.
Tiran
Karte der Tiran-Straße
Karte der Tiran-Straße
Gewässer Straße von Tiran,
Rotes Meer
Geographische Lage 27° 57′ N, 34° 33′ OKoordinaten: 27° 57′ N, 34° 33′ O
Tiran (Saudi-Arabien)
Tiran
Länge 15,1 km
Breite 7,2 km
Fläche 64,6 km²
Höchste Erhebung Dschabal Tīrān
524 m
Hauptort (Observation Post 3-11)
Straße von Tiran, mit Tiran
Straße von Tiran, mit Tiran

Tiran (arabisch جزيرة تيران, DMG Ǧazīrat Tīrān) ist eine Insel im Roten Meer, einige Kilometer südlich des Eingangs zum Golf von Akaba. Sie gehört zusammen mit der östlich benachbarten Insel Sanafir zur Provinz Tabuk von Saudi-Arabien.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Insel ist Teil der Straße von Tiran und deren Namensgeber. Heute gehört das 64,6 km² große Eiland zum Ras-Mohammed-Nationalpark. Die Insel ist etwas weiter vom saudi-arabischen Festland (Raʾs al-Qaṣba, 6,9 km) als von Ägypten (Sinai-Halbinsel, 6,1 km) entfernt. Die höchste Erhebung ist der Dschabal Tīrān im Süden der Insel. Die Nachbarinsel Sanafir liegt 2.8 km östlich von Tiran, von dieser getrennt durch die Meeresstraße Ḥalq al-Qarūš. Zwischen den beiden Inseln liegt das Riff Šaʿb Abū Tinūn. Die Insel ermöglicht die Kontrolle über den Zugang von der israelischen Hafenstadt Eilat und dem jordanischen Hafen Akaba zum Roten Meer, wobei die Schifffahrtsrinne durch ägyptische Gewässer führt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zugehörigkeit von Tiran und Sanafir war länger zwischen Saudi-Arabien und Ägypten umstritten.

Bis ins 6. Jahrhundert war die Insel von der jüdischen Gemeinde Iotabe besiedelt.[2]

1906 übernahm Großbritannien die Kontrolle über Tiran und Sanafir in einem Vertrag mit dem Osmanischen Reich. Auf diesen wurden die ägyptischen Ansprüche auf die Inseln begründet. Saudi-Arabien gab hingegen an, 1950 die beiden Inseln an Ägypten verpachtet zu haben, um eine Besetzung durch Israel zu verhindern.[1]

Am 22. Mai 1967 wurde die Meerenge von Ägypten mit Hilfe der Inseln blockiert, was für Israel der Auslöser zum Sechstagekrieg war. Wie schon während der Sueskrise 1956, besetzte Israel die Inseln und behielt die Kontrolle bis 1982, als man sich wieder vom Sinai zurückzog.[1][3] Danach waren auf dem Eiland 1900 Angehörige des ägyptischen Militärs und ein Dutzend Amerikaner der Multinational Force and Observers (MFO) stationiert. Die definitive Souveränität über die Insel Tiran wurde von Ägypten und Saudi-Arabien, aufgrund der geostrategischen Bedeutung als einzigen Zugang Israels zum Roten Meer, bewusst im Unklaren belassen, bis 2016 Ägypten offiziell die Herrschaft über Tiran und Sanafir an Saudi-Arabien abtrat. In Ägypten kam es daraufhin zu Protesten gegen die Regierung. Die Demonstranten sahen die Übergabe als Verkauf ägyptischen Territoriums an.[1]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Riffe rund um die Insel sind ein bekanntes Tauchgebiet. Die Insel selbst darf von Zivilisten allerdings nicht betreten werden.[4]

Tiran soll über Brücken Teil einer geplanten saudisch-ägyptischen Autobahnverbindung werden.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tiran Island – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Paul-Anton Krüger: Des Königs neue Inseln. In: Süddeutsche Zeitung, 12. April 2016.
  2. Procopius. Buildings, History of the Wars, and Secret History, hg. von H. B. Dewing und G. Downey, Loeb Classical Library, 7 Bde., Cambridge/MA 1914–40, I.xix.4. Jaroslav Tkáč: Iotabe. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IX,2, Stuttgart 1916, Sp. 2000–2002.
  3. Robert Priewasser: Tiran Island and Straits of Tiran. Unexplained Sovereignty over an Island in the Context of the Arab-Israeli Conflict. Akademikerverlag, Saarbrücken 2013.
  4. http://www.globalsecurity.org/military/facility/tiran-island.htm