Neom

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Neom
نيوم
Lage von Neom
Lage von Neom
 
Bauwerk Megastadt
Koordinaten 28° 0' 23" N
35° 12' 9" O
Staat Saudi-Arabien
Provinz Provinz Tabuk
Größe 26.500 km²
Ankündigung 24.10.2017
Initiator Mohammed bin Salman
Offizielle Website www.neom.com

Neom (arabisch نيوم Niyum, DMG Niyūm) ist Teil der Projekte der „Vision 2030“ und eine von der Regierung Saudi-Arabiens projektierte Planstadt mit angeschlossenem Technologiepark und Luxusresortkomplex im Nordwesten des Landes unweit des Golfs von Akaba sowie an der Küste des Roten Meeres. Mit diesen Projekten soll unter anderem der bisherige Schwerpunkt des saudischen Wirtschaftslebens territorial verlagert werden – weg aus der Ölregion im Osten, hin zum Westen ans Rote Meer.

Das Projekt war Gegenstand mehrerer Menschenrechtskontroversen, bei denen es um die Vertreibung der lokalen Bevölkerung, eine missbräuchliche Arbeitskultur und den Einsatz von Überwachungstechnologien ging.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Initiator des Projekts Kronprinz Mohammed bin Salman (2007)

Neom ist Teil der Projekte der „Vision 2030“, von der Saudi-Arabien behauptet, dass sie 380.000 Arbeitsplätze schaffen und das Bruttoinlandsprodukt des Landes um 48 Milliarden Dollar erhöhen werde.[1][2] Initiiert wurde das als künftige Megastadt konzipierte Projekt durch Kronprinz Mohammed bin Salman. Es ist als Meilenstein in der Zukunftsplanung des Landes für die Ära nach der Ölförderung gedacht und ist ein Versuch Saudi-Arabiens, seine Einkünfte im Zuge des weltweiten Einbruchs der Ölpreise im Jahr 2014 zu diversifizieren. Das am 24. Oktober 2017 in Riad vorgestellte Projekt soll rund 420 Milliarden Euro kosten. Im Gesamtrahmen sind derzeit (Stand: Januar 2023) mehrere Megaprojekte im Bau, so die Planstädte Neom oder The Line. Besonders letztere bezeichnet das Regime als eine Revolution der Zivilisation.[3] Es ist nicht das erste Mal, dass man sich zum Aufbau einer Planstadt verpflichtet hat: Zum Zeitpunkt der Projektvorstellung waren weitere vier Megastädte im Bau, darunter die King Abdullah Economic City (KAEC).

Für Neom sind Investitionen in Höhe von bis zu 500 Milliarden US-Dollar vorgesehen, für die Saudi-Arabien garantiert.[4] Ein Großteil des Geldes soll vom saudischen Staatsfonds PIF (Public Investment Fund) finanziert werden. Zur Finanzierung beitragen soll auch der Börsengang von Saudi Aramco.[5] Ein Ziel des Projekts ist es, ausländisches Kapital und Investoren in das Königreich zu holen; dafür sollen entsprechend Hürden abgebaut werden.[6] Gefördert werden sollen neue Ökonomiebereiche, um die saudische Wirtschaft auf eine breitere Grundlage zu stellen – darunter Biotechnologie, Energie und Wasser sowie die mediale Entwicklung.[7]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Neom“ ist ein Kofferwort; die ersten drei Buchstaben bilden die Vorsilbe neo (altgriechisch νέος néos, deutsch ‚neu‘-), und das „m“ steht sowohl für den Namensanfang des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman als auch für den ersten Buchstaben des Wortes für „Zukunft“ (arabisch مستقبل, transkribiert: mustaqbal, Hejazi-Aussprache: [mʊsˈtaɡbal]).[8][9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Planstädte gab es in vielen Epochen der Geschichte der Menschheit, sie finden sich in der griechischen Antike, im alten China, in den spanischen Kolonialstädten des 16. Jahrhunderts ebenso wie in den Zentren vieler Großstädte der heutigen USA.

Für Neom ist ein 26.500 Quadratkilometer großes Gebiet vorgesehen[10] (etwas weniger als die Fläche Belgiens), das im Nordwesten des Landes am Roten Meer und an der Grenze zu Ägypten und Jordanien liegt. Neom soll eine unabhängige Wirtschaftszone werden, die über ein eigenes Rechts- und Steuersystem verfügt, aber politisch nicht souverän ist.[11]

Neom soll seinen Energiebedarf ausschließlich aus Wind- und Sonnenkraft speisen. Das Projekt hat zum Ziel, die Wirtschaft Saudi-Arabiens unabhängiger vom Öl zu machen. Es ist Teil des Wirtschaftsumbauvorhabens „Vision 2030“. 2025 soll der erste Bauabschnitt fertiggestellt sein. Dienstleistungen und Standardprozesse sollen „zu 100 Prozent automatisiert“ sein und „von Robotern ausgeführt“ werden.[12][13]

Der deutsche Manager Klaus Kleinfeld war von Herbst 2017 bis August 2018 an der Spitze des Projekts Neom zuständig, wo er als persönlicher Berater des Kronprinzen Mohammed bin Salman fungierte. Im August 2018 wurde er zum Chef des Verwaltungsrates von Neom berufen (Stand 2018).[14][15][16] Am 3. Juli 2018 wurde Kleinfeld als neuer Berater von Muhammed bin Salman ab dem 1. August 2018 bekannt gegeben. Nadhmi Al-Nasr wurde ab dem 1. August 2018 sein Nachfolger als neuer Direktor von Neom.[17]

Am 29. Januar 2019 hat Saudi-Arabien die Gründung einer geschlossenen Aktiengesellschaft mit dem Namen NEOM angekündigt. Das Ziel dieses Unternehmens, das sich zu 100 % im Besitz des Staatsfonds (PIF) befindet, ist die Entwicklung der neuen Wirtschaftszone Neom, für deren Entwicklung 500 Milliarden US-Dollar aufgebracht werden sollen.[18]

Im Juni 2019 wurde der Flughafen Neom eröffnet.[19] und Linienflugverbindungen nach Riad und al-Wadschh aufgenommen.[20]

Erste Erdbauarbeiten für den Spine von The Line haben im November 2021 begonnen.[21]

Im März 2022 gründete NEOM Enowa, zur Entwicklung von erneuerbaren Energien, grünem Wasserstoff und abfallfreier Entsalzung.[22][23]

Am 29. März 2022 erfolgte dann die Grundsteinlegung für die Anlage der NEOM Green Hydrogen Company zur Herstellung von grünem Wasserstoff und Ammoniak. Die Leitung des Projektes, für dessen Realisierung 5 Milliarden US-Dollar veranschlagt sind, hat der niederländische Manager Peter Terium (Stand 2022).[24]

Elemente von Neom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxagon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxagon (ursprünglich Neom Industrial City genannt) ist das Projekt eines schwimmenden Industriekomplexes in Form eines Achtecks (Oktagon). Er soll etwa 25 Kilometer nördlich der Hafenstadt Duba liegen und sich über eine Fläche von etwa 200–250 Quadratkilometern erstrecken, von denen etwa 40 Quadratkilometer die Stadt bilden sollen.[25] Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf moderner Fertigung, industrieller Forschung und Entwicklung sowie dem Ausbau des Hafens von Duba.[26] Die Pläne für den Komplex umfassen eine Meerwasserentsalzungsanlage, ein Wasserstoffwerk und ein ozeanographisches Forschungszentrum.[27] Hier wird auch das kognitive multinationale Unternehmen Tonomus (ursprünglich NEOM Tech & Digital Company) angesiedelt sein, das als erstes Tochterunternehmen aus der NEOM hervorgegangen ist.[28]

Neom Bay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neom Bay soll der erste realisierte Teil von Neom werden. Der Flughafen Neom wurde bereits realisiert.

The Line[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2021 wurde The Line vorgestellt, eine 170 km lange Bandstadt für 1 Million Einwohner. Oberhalb eines schnurgeraden unterirdischen Verkehrswegs, der nur von einer Hochgeschwindigkeits-U-Bahn sowie autonom fahrenden Fahrzeugen befahren werden soll, sollten „city modules“ entstehen, innerhalb derer kein Fußweg länger als fünf Minuten dauern soll. Oberirdischer Verkehr sollte Fußgängern und Radfahrern vorbehalten bleiben. Eine Reise mit der U-Bahn soll von einem Ende zum anderen in 20 Minuten möglich sein.[29][30]

Im Juli 2022 veröffentlichte Neom ein Video, das diesen Ansatz verwirft und statt der verbundenen „city modules“ ein einziges, 170 km langes, 500 m hohes und 200 m breites Gebäude vorsieht, das Platz für nun 9 Millionen Menschen bieten soll.[31] Motorisierten Individualverkehr soll es nicht mehr geben; alle Wege werden zu Fuß, mit Aufzügen oder mit der U-Bahn im Fuß des Gebäudes erledigt.

Digitale Steuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

The Line, die intelligente Stadt innerhalb von Neom, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz entwickelt werden soll, kündigte an, Daten als Grundlage für die Verwaltung und Bereitstellung von Einrichtungen wie Strom, Abfall, Wasser, Gesundheitsfürsorge, Verkehr und Sicherheit zu nutzen. Es hieß, dass auch Daten von den Smartphones der Einwohner, ihren Häusern, Gesichtserkennungskameras und zahlreichen anderen Sensoren gesammelt werden sollen. Laut Joseph Bradley, dem Geschäftsführer von Neom Tech & Digital Co.( heute Tonomus) würden die gesammelten Daten den Entwicklern dabei helfen, die Stadt mit Informationen zu versorgen, um weitere Vorhersagen zu treffen und die Bedürfnisse jedes Nutzers anzupassen.[32]

Sindalah[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2022 kündigte Neom Pläne für Sindalah an, einen 1.100.000 Kubikmeter großen Luxusresortkomplex vor der Küste der Stadt,[33] der über einen Yachthafen mit 86 Liegeplätzen und drei Luxushotels verfügen und täglich bis zu 2.400 Besucher beherbergen könnte.[34][33]

Trojena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Trojena (arabisch تروجينا) soll etwa 50 km von der Küste des Golf von Akaba entfernt entstehen. Trojena soll auf einer Höhe von 1.500 bis 2.600 Metern über Meereshöhe gebaut werden und eine Fläche von 57 km² einnehmen.[35] Die Winter-Asienspiele 2029 sollen in Trojena abgehalten werden. Die Vergabe an die Retortenstadt erfolgte in Oktober 2022 durch das asiatische Olympia-Komitee.[36] Dazu soll die Stadt bis 2026 fertiggestellt werden.[37]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neom plant, 6.500 Hektar des umliegenden Landes in landwirtschaftliche Nutzflächen umzuwandeln und dabei in hohem Maße auf gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu setzen.[38][39]

Erschließung und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgesehen ist die Querung über die Straße von Tiran mit einer Brücke zwischen den Inseln Tiran und Sanafir, die lange Zeit zwischen Saudi-Arabien und Ägypten umstritten waren. Mit der Brücke entstünde eine Landverbindung von Nordafrika auf die Arabische Halbinsel und damit nach Vorderasien unter Umgehung Israels.[40]

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Neom wurde bereits 2019[41] eröffnet und ist an das nationale Flugnetz angebunden. Am 1. Dezember 2021 wurde bekannt, dass für Neom bei der baden-württembergischen Firma Volocopter zehn Flugtaxis und fünf Schwerlastdrohnen bestellt wurden.[42]

Wasserstoff- und Ammoniakgewinnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Inbetriebnahme werden die Projektpartner der NEOM Green Hydrogen Company (NEOM, ACWA Power und Air Product) die Anlage betreiben, um Wasserstoff zu produzieren, der in den Anlagen von Air Products anschließend zu kohlenstofffreiem Ammoniak synthetisiert wird. Die Anlage zur Produktion von 1,2 Millionen Tonnen grünem Ammoniak pro Jahr soll nach Herstellerangaben die Auswirkungen von 5 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr neutralisieren. Die Aufnahme der Produktion ist für 2026 geplant.

An der Anlage, für deren Bau 5 Milliarden US-Dollar veranschlagt sind, ist auch eine Tochterfirma von ThyssenKrupp beteiligt. Ab 2026 soll das Gas über den Hafen von Duba exportiert werden.[43]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur bezeichnete Sebastian Sons von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik das Projekt als „Versuch, Saudi-Arabien in Bezug auf Modernität und wirtschaftliche Entwicklung international in die ‚Pole Position‘ zu rücken“. Ein „neues Silicon Valley“ solle entstehen. Das Ausmaß des Projekts sei gigantisch.[44]

Die Journalistin und Nahostexpertin Gudrun Harrer meint, dass man es trotz „PR-Maschinerie“ und wenig konkreter Angaben nicht als bloßen Werbegag abtun könne, wenn der Kronprinz des streng salafistischen Königreichs erkläre, „auf einen moderaten Islam setzen zu wollen“.[45]

Der Schweizer Journalist und Nahostexperte Fredy Gsteiger verweist darauf, dass es in Saudi-Arabien an eigenem Kapital, qualifizierten Arbeitskräften und transparenten Standards fehle, um das Projekt zu realisieren. Nun solle „eine Art Hype kreiert“ werden, um ausländische Investoren anzulocken. Ähnliche Großprojekte wie Masdar in Abu Dhabi zeigten, dass dies scheitern könne.[46]

Die Online-Redaktion von Die Zeit stellte 2018 fest, dass keine der sechs seit 2005 angekündigten saudischen Retortenstädte funktioniere und dass Mohammed bin Salman Einwände von Kritikern mit „Neom ist kein Ort für konventionelle Leute und für konventionelle Firmen“ und mit „Hier entsteht ein Platz für die Träumer einer neuen Welt.“ kontert.[47]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwangsumsiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pläne zum Bau von NEOM sehen die Zwangsumsiedlung von ca. 20.000 alteingesessenen Beduinen vor; viele protestierten gegen das Vorhaben. Medien berichten von Zwangsräumungen, immer mehr Stammesangehörige setzten sich gegen die Pläne zur Wehr. Die saudische Menschenrechtsorganisation Alqst berichtet von mehreren Verhaftungen von Stammesmitgliedern, die sich weigerten, ihre Häuser zu verlassen.[48][49]

Besonders öffentlichkeitswirksam ging Abdulrahim al-Howeiti vor, der sich in einer Videobotschaft an seine Landsleute wandte. Seine Heimat stehe zum Verkauf – kurz darauf wurde er von Regierungskräften getötet. Abdulrahim gehörte dem al-Howeitat-Stamm an, der seit Jahrhunderten den Südwesten Jordaniens, den Sinai und den Nordwesten Saudi-Arabiens besiedelt. In einem Video erzählt er, dass seine Heimatstadt Al-Khuraybah als eine der ersten weichen soll. Er sprach von „Zwangsumsiedlung“ und „Staatsterror“ und rechnete mit Mohammed bin Salmans Herrschaft ab: Die einheimische Bevölkerung müsse verschwinden, um mehr als einer Million Ausländern ein Luxusleben zu ermöglichen.[50] Seitdem reißt die Kritik am Vorgehen der Behörden nicht ab. Die Menschenrechtsorganisation Alqst wirft ihnen vor, die Ermordung „zu vertuschen“, indem sie Mitglieder seines Stammes mit fünfstelligen Summen bestechen würden, um ihn zu verleugnen und „ihre Treue zu erneuern“.[48][49]

Seit Anfang 2021 wurden mehrere Dörfer in der Gegend ganz oder teilweise abgerissen und die Bewohner zwangsumgesiedelt.[51] 2022 wurden mehrere protestierende Bewohner zum Tode oder extrem langen Haftstrafen verurteilt.[52][53]

Unternehmenskultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2022 berichteten ehemalige Mitarbeiter laut The Wall Street Journal, dass der Geschäftsführer des Neom-Projekts, Nadhmi A. Al-Nasr, eine Unternehmenskultur gefördert habe, die „Ausländer erniedrigte, überzogene Forderungen beinhaltete und Diskriminierung am Arbeitsplatz nicht bekämpfte“. Nasr, der zum Leiter von Neom ernannt worden war, wurde laut Aussagen von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern beschuldigt, während seiner Amtszeit seine Angestellten mit Vorwürfen überhäuft und eingeschüchtert zu haben. Im Jahr 2022 wurden zwei Megaprojekte der Saudi Vision 2030 zusammengelegt, während bei den drei verbleibenden Projekten die im Ausland tätigen Führungskräfte gingen und die leitenden Angestellten ausgetauscht wurden.[54]

2029 Asiatische Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2022 wurde Neom als Austragungsort der Asiatischen Winterspiele 2029 bekannt gegeben, eine Entscheidung, die wegen ihrer negativen Umweltauswirkungen kritisiert wurde.[55] Angesichts der zunehmenden Besorgnis über die globale Erwärmung warf das Projekt zahlreiche Fragen auf, die von den zu erwartenden hohen Temperaturen in der Wüste über die Auswirkungen auf die Energieversorgung und die Umleitung der lokalen Wasserressourcen bis hin zum Bau von künstlichen Skipisten reichten. Raphael Le Magoariec, ein Politikwissenschaftler und Spezialist für die Geopolitik des Sports in den Golfstaaten, sagte, dass Riad „vor allem seine Stadt der Zukunft fördern“ wolle.[55]

Digitale Überwachung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die schlechte Menschenrechtsbilanz Saudi-Arabiens[56] und der Missbrauch von Spionage[57] und Überwachungstechnologie zum Ausspionieren seiner Bürger, die in deren Privatsphäre und Sicherheit eingreift, erwiesen sich nach Ansicht von Experten für digitale Rechte jedoch als Hindernis in dieser Situation. Der Forscher Vincent Mosco, der sich mit den sozialen Auswirkungen der Technologie befasst, erklärte: „Die Bedenken hinsichtlich der Überwachung sind berechtigt“ und fügte hinzu, dass „es sich in der Tat um eine Überwachungsstadt handelt.“ Das saudische Ministerium für Kommunikation und Informationstechnologie reagierte nicht auf die Bitten von Experten für digitale Rechte und Forschern um Stellungnahme.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Neom – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. N. Summers: Saudi Arabia is planning a 100-mile line of car-free smart communities. In: Engadget. 11. Januar 2021, abgerufen am 29. Juli 2022 (amerikanisches Englisch).
  2. Golem.de: IT-News für Profis. Abgerufen am 29. Juli 2022.
  3. NEOM: What is THE LINE? Abgerufen am 8. Januar 2023.
  4. Sven Clausen: 500 Milliarden Dollar für Neom: Ex-Siemens-Chef Kleinfeld soll Saudi-Arabiens Megacity bauen. In: Spiegel Online. 24. Oktober 2017, abgerufen am 24. Oktober 2017.
  5. Gabriel Knupfer: Neom: Saudi-Arabien plant die Stadt der Zukunft. In: Handelszeitung. 26. Oktober 2017, abgerufen am 1. November 2017.
  6. Saudi Vision 2030. Abgerufen am 5. Juli 2017 (englisch).
  7. Saudi-Arabien plant Megastadt. In: Sächsische Zeitung. 24. Oktober 2017, abgerufen am 27. November 2018.
  8. Vivian Nereim: MBS's $500 Billion Desert Dream Just Keeps Getting Weirder. In: www.bloomberg.com. 14. Juli 2022, abgerufen am 26. März 2023 (englisch).
  9. What does Saudi Arabia’s mega project ‚NEOM‘ actually stand for? In: al-Arabiya. 24. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017 (englisch).
  10. Aziz El Yaakoubi, Marwa Rashad: Saudi Crown Prince launches zero-carbon city in NEOM business zone. In: Reuters. 11. Januar 2021 (reuters.com [abgerufen am 29. Januar 2021]).
  11. NEOM. Abgerufen am 24. Oktober 2017.
  12. Saudi-Arabien will für 500 Milliarden eine Megastadt bauen. In: faz.net. 24. Oktober 2017, abgerufen am 30. Oktober 2017.
  13. Peter Brors, Thomas Jahn: Klaus Kleinfelds arabisches Märchen. In: handelsblatt.com. 25. Oktober 2017, abgerufen am 30. Oktober 2017 (Artikelbeginn frei abrufbar).
  14. Caspar Busse, Paul-Anton Krüger: Ex-Siemens-Chef soll für Saudi-Arabien futuristische Megastadt planen. In: Süddeutsche Zeitung, 24. Oktober 2017, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  15. Gerhard Hegmann: Saudi-Arabien-Affäre lässt deutsche Konzerne kalt. In: Die Welt, 13. Oktober 2018, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  16. Florian Diekmann, Dinah Deckstein: Siemens-Chef Kaeser und der Fall Khashoggi: Absage mit Nebenwirkungen. In: Spiegel Online, 22. Oktober 2018, abgerufen am 24. Oktober 2018.
  17. Klaus Kleinfeld named adviser to Saudi crown prince, NEOM appoints new CEO. In: arabnews.com. 3. Juli 2018, abgerufen am 27. März 2023 (englisch).
  18. UPDATE 1-Saudi NEOM set up as joint stock company run by state fund - SPA. In: Reuters. 29. Januar 2019 (reuters.com [abgerufen am 10. November 2019]).
  19. Neom Bay, Saudi Arabia opens to commercial traffic
  20. Neom Bay (NUM) flight index
  21. THE LINE: Work begins on Saudi Arabia’s 170-km vehicle-free city. In: Daily Sabah. 3. November 2021, abgerufen am 29. Juli 2022 (amerikanisches Englisch).
  22. ENOWA. In: enowa.neom. Abgerufen am 27. März 2023 (englisch).
  23. NEOM launches Enowa to accelerate the development of world-class, smart, and connected energy and water systems. In: neom.com. 21. März 2022, abgerufen am 27. März 2023 (englisch).
  24. Thomas Stölzel: Neom soll Saudi-Arabien den Weg aus dem Ölzeitalter ebnen – um jeden Preis auf www.wiwo.de, 2. April 2022
  25. NEOM to see world’s largest floating industrial complex OXAGON. In: arabnews.com. Abgerufen am 24. März 2023 (englisch).
  26. https://ussaudi.org/parsons-corporation-awarded-neom-contract/. In: ussaudi.org. Abgerufen am 24. März 2023 (englisch).
  27. A blueprint for advanced and clean industries. In: neom.com. Abgerufen am 24. März 2023 (englisch).
  28. Saudi's NEOM rebrands tech company as ‘Tonomus’, invests $1bln in 2022. In: zawya.com. Saudi Gazette, abgerufen am 24. März 2023 (englisch).
  29. „The Line“ in Saudi-Arabien: Eine Stadt wie eine Ader. In: Baublatt. 13. Januar 2021, abgerufen am 29. Januar 2021.
  30. Florian Siebeck: Was für ein Ding! Eine Linie von Stadt. In: FAZ.NET. 26. Januar 2021, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 30. Januar 2021]).
  31. Jack Bantock and Benjamin Brown CNN: Future or fantasy? Designs unveiled for one-building city stretching 106 miles in Saudi Arabia. Abgerufen am 29. Juli 2022 (englisch).
  32. Menna A. Farouk,: FEATURE-Saudi 'surveillance city': Would you sell your data to The Line? In: reuters.com. Reuters, 23. August 2022, abgerufen am 24. März 2023 (englisch).
  33. a b Sindalah. In: neom.com. Abgerufen am 25. März 2023.
  34. Sindalah Island will start receiving Visitors from the Year 2024. In: saudi-expatriates.com. Abgerufen am 25. März 2023 (englisch).
  35. Trojena auf der Website von Neom. (Abgerufen im Oktober 2022.)
  36. Zuschlag für Saudi-Arabien: Asiatische Winterspiele 2029 mitten in der Wüste. In: sportschau.de, 4. Oktober 2022.
  37. Saudi Arabia Wins Bid to Host 2029 Asian Winter Games at NEOM. In: Asharq Al-Awsat, 4. Oktober 2022.
  38. The Dark Reality Behind Saudi Arabia’s Utopian Dreams. In: nytimes.com. Abgerufen am 29. Januar 2023 (englisch).
  39. Changing the future of foof. In: neom.com. Abgerufen am 29. Januar 2022 (englisch).
  40. Ex-Siemens-Chef soll für Saudi-Arabien futuristische Megastadt planen. In: sueddeutsche.de. 24. Oktober 2017, abgerufen am 25. Oktober 2017.
  41. Neom Bay, Saudi Arabia opens to commercial traffic. Abgerufen am 29. Januar 2021 (englisch).
  42. dpa: Volocopter aus Bruchsal soll Flugtaxis und Lastdrohnen für Saudi-Arabien liefern. Badische Zeitung, 1. Dezember 2021, abgerufen am 3. Dezember 2021.
  43. Thomas Stölzel: Neom soll Saudi-Arabien den Weg aus dem Ölzeitalter ebnen – um jeden Preis auf www.wiwo.de, 2. April 2022
  44. Ein Zeichen an den Westen – für 500 Milliarden Dollar, Sebastian Sons im Gespräch mit Dieter Kassel. In: Deutschlandfunk Kultur. 26. Oktober 2017, abgerufen am 28. Oktober 2017.
  45. Gudrun Harrer: Saudi-Arabien zwischen Megalomanie und Reform. In: Der Standard. 28. Oktober 2017, abgerufen am 30. Oktober 2017 (Analyse).
  46. Isabelle Maissen: «Neom» – Stadt der Zukunft: Mehr als eine Fata Morgana? In: SRF. 25. Oktober 2017, abgerufen am 23. Oktober 2018 (Interview).
  47. Hohe Investitionen, wenig Einnahmen. In: zeit.de. 23. Juli 2018, abgerufen am 26. März 2023.
  48. a b Ali Younes: Saudi forces kill man who refused to give up property: Activists. In: Al Jazeera. 15. April 2020, abgerufen am 15. Dezember 2022 (englisch).
  49. a b Dunja Ramadan: Auf Sand und Blut gebaut. In: Süddeutsche Zeitung. 11. Mai 2020, abgerufen am 15. Dezember 2022.
  50. Middle East Eye: Killing of Saudi activist exposes tensions over Neom megacity project. You Tube, 17. April 2020 (abgerufen am 14. Mai 2020)
  51. Thomas Stölzel: Neom soll Saudi-Arabien den Weg aus dem Ölzeitalter ebnen – um jeden Preis auf www.wiwo.de, 2. April 2022
  52. Rabiya Jaffery: Todesurteile in Saudi-Arabien: Sie wollten nur bleiben. In: taz.de. 12. Oktober 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022.
  53. James Rothwell: Tribesmen ‘sentenced to death’ for resisting futuristic Saudi megacity. In: The Sydney Morning Herald. 10. Oktober 2022, abgerufen am 14. Oktober 2022 (englisch).
  54. Rory Jones: Expatriate Executives Flee Saudi Arabia’s Bad Bosses. In: wsj.com. 31. Mai 2022, abgerufen am 27. März 2023 (englisch).
  55. a b Coralie Febvre: Choice Of Saudi For Winter Games Reflects Worsening Environment For Major Events. In: barrons.com. 5. Oktober 2022, abgerufen am 25. März 2023 (englisch).
  56. Menna A. Farouk: FEATURE-Saudi 'surveillance city': Would you sell your data to The Line? In: reuters.com. 23. August 2022, abgerufen am 27. März 2023 (englisch).
  57. Ten ways that Saudi Arabia violates human rights. In: amnesty.org.uk. 18. Mai 2020, abgerufen am 27. März 2023 (englisch).

Koordinaten: 28° 0′ N, 35° 12′ O