Tom von Prince

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Tom von Prince und Ehefrau Magdalene mit Kind, vor 1908

Thomas (Tom) Paul Ansorge Prince, ab 1906 von Prince (* 9. Januar 1866 in Port Louis, Mauritius; † 4. November 1914 bei Tanga, Deutsch-Ostafrika) war ein deutscher Kolonialist, Plantagenbesitzer und Offizier der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tom Prince wurde 1866 als Sohn des britischen Polizeibeamten Thomas Henry Prince und einer deutschen Mutter, geb. Ansorge, der Tochter eines Missionars auf der Insel Mauritius geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters reiste er mit seiner Mutter nach Europa. Die Jugend verbrachte er in Liegnitz im damaligen Schlesien, wo er die Ritterakademie besuchte. In Liegnitz lernte er auch seine spätere Ehefrau, Magdalene von Massow, kennen.

Im Jahr 1887 trat er in die Preußische Armee ein und diente im Infanterie-Regiment Nr. 99, das bei Straßburg stationiert war. 1889 schied er als Leutnant aus dem Heer und trat 1890 in die sogenannte Wissmann-Truppe ein, aus der sich die Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika entwickelte.

Herrenhaus von Prince bei der Pflanzung Sakkarani (Usambara, Deutsch-Ostafrika)

In Ostafrika wirkte Prince anfangs bei der Niederschlagung des Küstenaufstandes mit. In den folgenden Jahren befehligte er Militär-Expeditionen zur Unterwerfung der Hehe. Er verfolgte ihren Herrscher, Chief Mkwawa, bis dieser sich schließlich selbst das Leben nahm.

Der unter Tropenkrankheiten leidende Prince unterbrach seinen Dienst in Afrika durch mehrere Aufenthalte in Deutschland. Am 4. Januar 1896 heiratete er in Militsch Magdalene von Massow, die mit ihm nach Afrika ging. 1896 wurde er zum Hauptmann befördert. Prince arbeitete auch in den Bezirksbehörden Deutsch-Ostafrikas, unter anderem als Regierungskommissar am Nyassa-See und später in der Region Iringa.

Etwa im Jahr 1900 verließ Prince die Schutztruppe und Kolonialverwaltung, um sich als Grundbesitzer in Ostafrika niederzulassen. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er eine Kaffee-Plantage bei Sakkarani in den Usambara-Bergen. Für sein Mitwirken beim Aufbau der Kolonie Deutsch-Ostafrika wurde Prince 1906 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben.[1][2] Am 9. März 1913 gründete von Prince das sogenannte Freiwilligenkorps von Usambara, das aus ehemaligen Offizieren und Gemeinen bestand, die sich zu Schießübungen, Geländeausbildungen und Vorträgen trafen.[3] Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs kehrte Prince in den aktiven Militärdienst zurück und kommandierte zwei Europäer-Kompanien der deutschen Schutztruppe. Er fiel als Kommandeur der 14. Kompanie in der Schlacht bei Tanga im Kampf gegen das britische 2nd Loyal North Lancashire-Regiment am 4. November 1914. Seine Beisetzung erfolgte gemeinsam mit zwölf weiteren deutschen Offizieren in Tanga.[4]

Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Ehepaares von Prince ist Teil der ZDF-Dokumentation Kopfjagd in Ostafrika aus der Reihe Das Weltreich der Deutschen (Deutschland, 2010).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Viktor Patera: Der weiße Herr Ohnefurcht – Das Leben des Schutztruppenhauptmanns Tom von Prince. Deutscher Verlag, Berlin 1939.
  • Hans Schmiedel: Bwana Sakkarani – Der Schutztruppenhauptmann Tom von Prince und seine Zeit. Handschriftliches Manuskript.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tom von Prince – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Sakkarani – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Freiherr von Houwald: Brandenburg-Preußische Standeserhebungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918. Görlitz 1939, S. 153.
  2. Stichwort: Tom Prince. In: Deutsches Koloniallexikon (1920). Abgerufen am 29. Oktober 2015.
  3. Werner Haupt: Die deutsche Schutztruppe 1889/1918. Nebel-Verlag, Utting 2001, ISBN 3-89555-032-9, S. 75.
  4. Gedenktafel in Tanga mit den Namen Gefallener (darunter Tom von Prince) (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ub.bildarchiv-dkg.uni-frankfurt.de, Bildbestand der Deutschen Kolonialgesellschaft in der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main