Topik (Linguistik)

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Dieser Artikel behandelt den Begriff das Topik in der Linguistik.
  • Für die Topik u.a. in der Rhetorik siehe Topik (Rhetorik).
  • Für sonstige Bedeutungen von Topik siehe Topik.

Das[1] Topik ([ˈtɔpɪk], von engl. topic) ist in der Linguistik diejenige Einheit innerhalb einer sprachlichen Äußerung, über die etwas ausgesagt wird bzw. von der die Äußerung handelt, d. h. das Thema. Der Begriff des Themas wurde von der Prager Schule im Rahmen der Thema-Rhema-Gliederung geprägt, während Topik der in der aktuellen Sprachtheorie gängigere Terminus ist.

Dabei stellt das Topik einen der beiden primären Zustände dar, die in der Informationsstruktur sprachlicher Äußerungen von Bedeutung sind. Das Pendant dazu ist der Fokus. Beide sind Untersuchungsgegenstände der Diskurspragmatik.

Der Begriff Topik (das, worüber etwas ausgesagt wird) wird auch dem engl. Begriff comment gegenübergestellt, welcher so viel wie das, was darüber ausgesagt wird bedeutet. Ins Deutsche übersetzt spricht man von Kommentar und zum Beispiel u. a. von Topik-Kommentar-Gliederung.[2]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • deutsch: „Die Frau singt ein Lied.“ (mit normaler Intonation!)
  • japanisch: „Onna ha uta o utatte imasu.“ (onna = „Frau“)

Im Japanischen wird das Topik durch die Postposition (Partikel) ha (gesprochen wa) gekennzeichnet, im Deutschen sind es die Intonation, die Diathesen Aktiv und Passiv und die Wortfolge (Topikalisierung), die zum Ausdruck des Topiks verwendet werden.

Um ein Topik eindeutig zu kennzeichnen, kann man im Deutschen auch die Wendung „was … betrifft/angeht/anbelangt, (so) …“ verwenden:

„Was die Frau betrifft: Sie singt ein Lied.“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. 2. Aufl. Kröner, Stuttgart 1990.
  • Simon C. Dik: The theory of Functional Grammar. Teil 1: The structure of the clause. 2. Aufl. Mouton de Gruyter, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-015539-7, S. 309–338.
  • Jeanette K. Gundel & Thorstein Fretheim: Topic and Focus. In: Laurence R. Horn & Gregory Ward (Hrsg.): The Handbook of Pragmatics. Blackwell, Malden (MA)/Oxford 2006, ISBN 063122548X, Kapitel 8, S. 175–196.
  • Thomas Kotschi: Information Structure in Spoken Discourse. In: Edward Keith Brown (Hrsg.): Encyclopedia of Language & Linguistics. Band 5. 2. Auflage. Elsevier, Amsterdam/Heidelberg 2006, S. 677–683.
  • Robert D. Van Valin, Jr.: A synopsis of Role and Reference Grammar. In: Robert D. Van Valin, Jr.: Advances in Role and Reference Grammar. Benjamins, Amsterdam/Philadelphia 1993, S. 23–25 (speziell zu diesem Thema).

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Topik (mit langem [o:]) ist die „Wissenschaft, Lehre von den Topoi“. Das Topik (mit kurzem ​[⁠o⁠]​, siehe Ausspracheangabe im Artikel) ist eine sprachliche Einheit wie hier definiert. Ebenso verwendet „das Topik“ Christa Dürscheid: Syntax. Grundlagen und Theorien. 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010 (UTB, 3319), ISBN 978-3-8385-3319-3, S. 239 (Glossar)
  2. Christa Dürscheid: Syntax. Grundlagen und Theorien. 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010 (UTB, 3319), ISBN 978-3-8385-3319-3, S. 239 (Glossar)