Totos Schloss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Le chateau à Toto, deutscher Titel Totos Schloss, ist eine opéra bouffe in drei Akten des französischen Komponisten Jacques Offenbach.

Das Stück wurde im Palais Royal in Paris uraufgeführt und kann als Folgestück von „Pariser Leben“ betrachtet werden. Allerdings war „Totos Schloss“ nicht mehr der gleiche Erfolg beschieden. Das Libretto stammt von Offenbachs wichtigsten Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy.

Offenbach beginnt im Januar 1868, auf Erholungsurlaub in Nizza, mit den ersten Arbeiten an „Totos Schloss“. Am 19. März findet die erste Leseprobe statt, tags darauf nimmt man die musikalischen Proben auf. Am 6. Mai erfolgt die Uraufführung.

Umfeld der Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der opéra comique „Pariser Leben“ schrieb Offenbach 1867 zum ersten Mal ein abendfüllendes Werk für das Théâtre du Palais-Royal. Damit betraten sowohl der Komponist als auch das Theater Neuland, denn bisher wurden am Théâtre du Palais-Royal ausschließliche Vaudevilles gespielt, also Unterhaltungstheater mit einzelnen eingestreuten Nummern. Bis 1863 hatte Offenbach schon zweimal die Bühnenmusik zu Vaudevilles geliefert, 1839 mit seinem allerersten Bühnenversuch Pascal et Chambord und 1862 mit La Demoiselle der Nanterre. Ein weiteres Vaudeville ein Jahr später brachte aber ein besonderes Zusammentreffen. 1863 entstand mit „Le Brésilien“ das erste gemeinsame Libretto von Meilhac und Halévy, die Hauptrolle wurde mit Hortense Schneider besetzt und Offenbach schrieb die Ronde du Brésilien.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Hector, genannt 'Toto', seines Zeichens letzter Spross des altehrwürdigen Geschlechts 'de la Roche-Trompette' ist pleite. In Paris hat er es sich zu gut gehen lassen, deshalb kehrt er zurück in seine normannische Heimat, um dort, wohl oder übel das Schloss seiner Ahnen zu versteigern. Der alte Baron Jean de Crécy-Crécy wartet nur auf diese Gelegenheit, um auf diesem Weg einen jahrhundertealte Familienfehde zu Gunsten der Crécy-Crécy beenden zu können. Die Leute vom Dorf kommen, um ihren Grafen zu begrüßen. Totos Schloss soll unter der Leitung des Notars Massepain, zugleich Kapellmeister des Dorfes Roche-Trompette, versteigert werden.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 15 erfolgreichen Aufführungen begannen die Besucherzahlen bald zu sinken, obwohl das kaiserliche Ehepaar der dritten Aufführung beigewohnt hatte. Auch die Anfang Juli 1868 erfolgte Neuausstattung konnte nicht mehr verhindern, dass das Stück am 28. Juli vom Spielplan genommen wurde.

Noten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Neuedition der rekonstruierten Partitur nach dem Fund der handschriftlich kopierten Orchesterstimmen (Heugel 1872) und einer Orchesterpartitur (Bote&Bock 1870 - erweiterte Instrumentierung) sowie der Einbeziehung zweier historischer Klavierauszüge (Victor Boullard - Édition Gérard; Julius Hopp - Wien) und der erhaltenen Libretti erscheint voraussichtlich Anfang des Jahres 2009 im Rahmen der Gesamtausgabe OEK (Offenbach Édition Keck).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Ackermann, Ralf-Olivier Schwarz (Hrsg.): Le Château à Toto. Jaques Offenbachs opéra-bouffe. Materialien, Texte, Dokumente (= Bad Emser Hefte. 253, 1–2, ISSN 1436-459X). 2 Bände. VGDL, Bad Ems 2005.
  • Peter Hawig: Jacques Offenbach. Facetten zu Leben und Werk (= Beiträge zur Offenbach-Forschung. Bd. 2). Dohr, Köln-Rheinkassel 1999, ISBN 3-925366-57-1.
  • Jean-Claude Yon: Jacques Offenbach. Éditions Gallimard, Paris 2000, ISBN 2-07-074775-1.

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jacques Offenbach: Le Château à Toto. Neu orchestriert von Alfred Herzog (2001)
  • Jacques Offenbach: Le Château à Toto. Opéra bouffe in drei Akten. Tect von Henri Meilhac und Ludovic Halévy. Erstmalige Gesamteinspielung nach den Quellen der rekonstruierten Partitur. Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Fachhochschule Hannover, Internationales Jacques Offenbach-Festival Bad Ems. Livemitschnitt aus dem Großen Saal der HfMDK Frankfurt, Oktober 2003

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]