Théâtre du Palais-Royal

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Rue Montpensier, rechts das Théâtre Palais Royal

Das Théâtre du Palais-Royal ist ein privates Theater auf der Rue de Montpensier im 1. Arrondissement von Paris. Das Haus besteht seit 1783 und wird seither unter wechselnden Namen, einer zwischenzeitlichen Schließung, ab 1831 unter diesem Namen ununterbrochen bespielt.

Die Ursprünge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Théâtre du Palais-Royal hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert. Im Zuge der Errichtung des Palais Royal wurde 1637 von Jacques Lemercier auch dieser Saal erbaut.[1] 1660 wurde der Saal zum öffentlichen Theater gemacht.[2] 1671 wurde es das Stammhaus von Molières Truppe.[3] Allerdings musste er sich das Theater, täglich abwechselnd, mit einer italienischen Schauspielertruppe teilen.[4] Ab 1673 war der Saal des Theaters Spielstätte der Oper bis zu einem Brand 1765. 1881 brannte der Theatersaal im Palais erneut ab.[5]

Das Theater bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es war der Architekt des duc d´Orleon der auf die Idee kam als Ersatz für das abgebrannte Theater am Ende der Galerie de Beaujolais ein neues Theater zu bauen. Dieses war 1783 fertiggestellt und eröffnete unter dem Namen Théâtre Beaujolais. Es wurde aber nur zweitrangige Darbietungen aufgeführt, wie beispielsweise Marionettentheater oder ein Kinderballett. Erst als 1790 das Haus in den Besitz von Marguerite Montansier wechselt und diese die Leitung übernahm änderte sich langsam das Repertoire und es wurde ein Varietétheater daraus, das aber alle Genre bediente.[6] Das Theater trug dann auch den Namen der Besitzerin. 1807 musste auf kaiserliches Dekret das Personal zu einem Theater am Montmartre wechseln und das Theater fiel in seine Anfangszeit zurück, mit Marionettentheater und einer Hundeshow. 1814 wurde noch zusätzlich ein Caféhaus eingerichtet, das unter dem Namen café de la Paix für die Gesangsvorstellungen sehr bekannt wurde. Jedoch schon 1818 musste das Theater geschlossen werden und auch bis 1830 geschlossen bleiben.

1831 erteilte der Innenminister die Erlaubnis für einen neuerlichen Theaterbetrieb.[7] Der Saal musste dann wieder aufgebaut und restauriert werden, so dass 1831 das Theater wieder öffnen konnte. Dieses Mal unter dem jetzigen Namen Théâtre du Palais-Royal. Das Theater hatte nun nach der Renovierung und Erweiterung 930 Sitzplätze.[8] Zur Eröffnung wurden zwei einaktige Vaudevilles gegeben. Eines davon, Le Frotteur, stammte von Paul Duport. Das Programm war oft das eines Varieté-Theaters oder auch der Opéra-comique.

Zum hundertjährigen Bestehen wurde 1884 in der Tageszeitung Le Temps ein großer Artikel veröffentlicht.[9] Ein Theaterführer vermerkte 1887 die komplette Elektrifizierung des Theaters.[10]

Zum Theater zählten Persönlichkeiten wie Jacques Féréol Mazas, erster Geiger und später musikalischer Direktor. Die Affäre Rue de Lourcine des Dichters Eugène Labiche wurde hier aufgeführt und auch ein Stück von Michel Delaporte. 1866 wurde Pariser Leben, eine der populärsten Opern Jacques Offenbachs, uraufgeführt. Schauspielerinnen wie Virginie Déjazet und Marcelle Lender feierten hier Erfolge und auch Hyacinthe zählte zu den großen Charakterdarstellern.

Auch die Zeitenwende konnte dieses Theater überstehen und die Spielstätte besteht bis heute fort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • La grande encyclopédie : inventaire raisonné des sciences, des lettres et des arts, société anonyme de la grande encyclopédie, S. 827[11]
  • Pier Lacam und Antoine CHarabot: Le glacier classique et artistique en France et en Italie, 1893, S. 112[12]
  • Eugène Hugot: Histoire littéraire, critique et anecdotique du théâtre du Palais Royale, 1784–1884[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Théâtre du Palais-Royal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henry Lyonnet: Les "Premières" de Molière, Librairie Delagrave, 1921, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 15. März 2018
  2. L. Batisilier: Histoire de Paris et de ses monuments, par Dulaure, 1846, Paris, S. 485, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 15. März 2018
  3. La grande encyclopédie, Société anonyme de la grande encyclopédie, Paris, Band 25 S. 1087, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 13. März 2018
  4. Louis Moland: Molière et la comédie italienne, Paris, librairie académique, S. 7, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 22. März 2018
  5. Les comédiens hors la loi (2e édition), Calman Lévy, 1887, Paris, S. 241, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 13. März 2018
  6. Larive und Fleury: Dictionnaire français illustré des mots et des choses, 1899, Band 2, S. 644, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 29. März 2018
  7. M. J. Gaulle: Nouvelle histoire de Paris et de ses environs, 1839, Band 4, S. 634, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 16. März 2018
  8. Itinéraire général des omnibus de Paris : théâtres et monuments, 1863, S. 50, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 4. April 2018
  9. Le Temps, Ausgabe vom 24. Oktober 1884, S. 3, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 16. März 2018
  10. Almanach des théâtres , S. 13, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 5. April 2018
  11. La grande encyclopédie : inventaire raisonné des sciences, des lettres et des arts, société anonyme de la grande encyclopédie, S. 827, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 14. März 2018
  12. Le glacier classique et artistique en France et en Italie, S. 112, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 28. März 2018
  13. Eugène Hugot: Histoire littéraire, critique et anecdotique du théâtre du Palais Royale, 1784-1884, nachzulesen in der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 6. April 2018

Koordinaten: 48° 51′ 58,1″ N, 2° 20′ 15,5″ O