Trägspinner

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Trägspinner
Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda)

Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Überfamilie: Noctuoidea
Familie: Eulenfalter (Noctuidae)
Unterfamilie: Trägspinner
Wissenschaftlicher Name
Lymantriinae
Hampson, 1893
Raupe des Schlehen-Bürstenspinners (Orgyia antiqua)
Schwammspinner (Lymantria dispar) ♂
Buchen-Streckfuß (Calliteara pudibunda) ♂

Die Trägspinner (Lymantriinae) sind eine Unterfamilie der Eulenfalter (Noctuidae), die auch als Schadspinner oder Wollspinner bezeichnet werden. Sie kommen weltweit mit etwa 3.000 Arten vor, fehlen aber in Neuseeland, auf Hawaii, auf den Antillen und Neukaledonien. Das Taxon stand lange Zeit im Rang einer Familie (Lymantriidae) in der Überfamilie Noctuoidea, wurde jedoch durch Lafontaine und Fibiger (2006) nach einer Revision der Überfamilie auf Unterfamilienniveau der Noctuidae gesetzt.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 25 bis 50 Millimetern und sind mittelmäßig bis kräftig gebaut. Die Männchen sind meist kleiner als die Weibchen. Die Vorderflügel sind 1,5- bis 2,3-mal so lang, wie breit, die Hinterflügel sind ähnlich breit und stark abgerundet. Es gibt Arten, bei denen die Flügel der Weibchen entweder fehlen oder nur reduziert ausgebildet sind. Die Fühler sind kurz und erreichen nur ein Drittel bis etwa die Hälfte der Vorderflügellänge. Die der Männchen sind gefiedert oder lang gekämmt. Die Tiere haben zurückgebildete oder fehlende Maxillarpalpen, der Saugrüssel ist ebenfalls fehlend. Am Metathorax haben sie Tympanalorgane.

Die Vorderflügel haben 12 Flügeladern mit einer Analader (1b). Die Hinterflügel haben 8 oder 9 Adern mit zwei Analadern (1a und 1b).

Raupen[Bearbeiten]

Die Raupen der Trägspinnerarten sind teilweise sehr stark und auffällig behaart. Manche Raupen tragen darüber hinaus sehr auffällige Haarbüschel, was sich auch in deren Artnamen widerspiegelt, wie zum Beispiel beim Schlehen-Bürstenspinner (Orgyia antiqua) und Rotschwanz (Calliteara pudibunda). Einige Arten haben auch Brennhaare, wie zum Beispiel der Schwammspinner (Lymantria dispar) und der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea). Die Raupen haben neben den drei Brustbeinpaaren vier Bauchbeinpaare und einen Nachschieber.

Lebensweise[Bearbeiten]

Die Falter sind dämmerungs- oder nachtaktiv, manche fliegen aber auch tagsüber.

Schadwirkung[Bearbeiten]

Einige Arten können auch als Schädlinge in Landwirtschaft und Forst auftreten, so beispielsweise der Schwammspinner (Lymantria dispar) und die Nonne (Lymantria monacha), bei denen auch Massenvermehrungen auftreten können. Darauf geht auch die Bezeichnung der Unterfamilie als Schadspinner zurück. Der überwiegende Teil der Arten verursacht aber lediglich geringe Schäden, oder hat gar keine wirtschaftliche Relevanz.

Systematik[Bearbeiten]

In ganz Europa sind 32 Arten beschrieben,[2] von denen in Mitteleuropa 17 Arten vorkommen.[3]

Belege[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Donald Lafontaine und Michael Fibiger: Revised higher classification of the Noctuoidea (Lepidoptera). Canadian Entomologist, 138: 610–635, Ottawa 2006, ISSN 0008-347x

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Donald Lafontaine und Michel Fibiger: Revised higher classification of the Noctuoidea (Lepidoptera). Canadian Entomologist, 138: 610–635, Ottawa 2006, ISSN 0008-347x
  2. Lymantriinae. Fauna Europaea, abgerufen am 21. Februar 2011.
  3. Noctuidae (Eulenfalter) in Mitteleuropa. Lepiforum e.V., abgerufen am 21. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]