Triggerpunkttherapie

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Triggerpunkt im Trapeziusmuskel

Die Triggerpunkttherapie hat als Ziel die Beseitigung von Schmerzen sogenannter myofaszialer Triggerpunkte. Diese sind lokal begrenzte Muskelverhärtungen in der Skelettmuskulatur, die lokal druckempfindlich sind und von denen übertragene Schmerzen ausgehen können. Rund 80 bis 90 % der Schmerzsyndrome sollen auf derartige Muskulaturverhärtungen zurückzuführen sein.

So sind myofasziale Triggerpunkte im Schulterheber-Muskel (Musculus levator scapulae) und im Trapezmuskel (M. trapezius), die Schmerzen im Nacken und Hinterkopf/Schläfenbereich auslösen (triggern) können, auch in den meisten Fällen der Auslöser für jene Schmerzbilder. Die therapeutischen Möglichkeiten richten sich hauptsächlich auf die gezielte Reduktion (Deaktivierung) der permanent kontrahierten Muskelfasern sowie die anschließende nachhaltige Prophylaxe dieser durch ungünstige Arbeitshaltung oder mangelhaften Trainingszustand dauerhaft verkürzten oder fehlbeanspruchten Muskeln. Als Möglichkeiten bieten sich je nach betroffenem Muskel an: spezifische manuelle physiotherapeutische Behandlungstechniken, Behandlung durch Akupressur in Selbstbehandlung, trockene Nadelungen (Dry Needling) des Triggerpunktes mit Akupunkturnadeln oder durch Injektion eines Lokalanästhetikums in den Triggerpunkt, aber auch eine Triggerstoßwellentherapie.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Behandlung von Triggerpunkten wird von speziell geschulten Fachleuten, wie Ärzten, Physiotherapeuten, Krankengymnasten, Ergotherapeuten oder Masseuren durchgeführt. Ein Trigger-Therapeut ist darin geschult, mit einem Befund (bestehend aus Anamnese, Inspektion und Dehntests) die entsprechenden Triggerpunkte einzugrenzen und im Rahmen der anschließenden Behandlung systematisch und effektiv zu reduzieren. Der therapeutische Effekt ist sofort spürbar. Innerhalb der Behandlung werden die Schmerzbilder des Patienten reproduziert, dies lässt somit einen empirischen Beweis der Zugehörigkeiten zwischen Schmerzbild und Muskel zu.[1]

Wissenschaftliche Studienlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuseeländische Forscher kamen in einer Übersichtsarbeit aus dem Jahre 2009 zur Feststellung, dass es kein standardisiertes Schema zur Erkennung der myofaszialen Triggerpunkte gäbe. Literaturdaten würden demnach widersprüchliche Daten zur Erkennung derartiger Punkte aufweisen.[2] Dänische Forscher hatten bereits im Jahre 2008 auf eine ihrer Meinung nach geringe methodische Qualität der Literatur zu den myofaszialen Triggerpunkten hingewiesen.[3] Zur Anwendung von Injektionen an den Triggerpunkten gibt es keinen aus der Literatur ableitbaren sicheren Wirksamkeitsnachweis.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Gautschi: Manuelle Triggerpunkt-Therapie. Thieme Verlag, Stuttgart u. a. 2010, ISBN 978-3-13-147471-1.
  • Janet G. Travell (Hrsg.): Handbuch der Muskel-Triggerpunkte.
    • Teil: Obere Extremität, Kopf und Rumpf. 2., überarbeitete Auflage. Urban & Fischer, München u. a. 2001, ISBN 3-437-41402-X.
    • Teil: Untere Extremität und Becken. Urban & Fischer, München u. a. 2000, ISBN 3-437-41401-1.
  • Wolfgang Bauermeister: Schmerzfrei durch Trigger-Osteopraktik – die einzigartige Diagnose- und Heilmethode bei Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen, Schulter- und Knieverletzungen; auch zur Selbstbehandlung. Südwest Verlag, München 2005, ISBN 3-517-06947-7.
  • Clair Davies, Amber Davies: Arbeitsbuch Triggerpunkt-Therapie – die bewährte Methode zur Linderung von Muskelschmerzen. Mit einem Vorw. von David G. Simons. Junfermannsche Verlagsbuchhandlung, Paderborn 2008, ISBN 978-3-87387-677-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Triggerpunkte und Triggerpunkt-Therapie: Manuelle Triggerpunkt-Therapie und das Dry Needling
  2. N. Lucas, P. Macaskill, L. Irwig, R. Moran, N. Bogduk: Reliability of physical examination for diagnosis of myofascial trigger points: a systematic review of the literature. In: Clin J Pain., 25(1), Jan 2009, S. 80–89.
  3. C. Myburgh, A. H. Larsen, J. Hartvigsen: A systematic, critical review of manual palpation for identifying myofascial trigger points: evidence and clinical significance. In: Arch Phys Med Rehabil., 89(6), Jun 2008, S. 1169–1176.
  4. N. A. Scott, B. Guo, P. M. Barton, R. D. Gerwin: Trigger point injections for chronic non-malignant musculoskeletal pain: a systematic review. In: Pain Med., 10(1), Jan 2009, S. 54–69. Epub 2008 Nov 5.