Triphenylphosphanoxid

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Strukturformel
Struktur von Triphenylphosphinoxid
Allgemeines
Name Triphenylphosphanoxid
Andere Namen

Triphenylphosphinoxid

Summenformel C18H15OP
CAS-Nummer 791-28-6
PubChem 13097
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher Feststoff mit unangenehmem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 278,29 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,2 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

155–158 °C[1]

Siedepunkt

>360 °C[1]

Löslichkeit

schlecht in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​412
P: 273 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 21/22​‐​52/53
S: 22​‐​36/37​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Triphenylphosphanoxid, veraltet Triphenylphosphinoxid, ist eine organische Phosphorverbindung. Sie besteht aus einem Phosphoratom, an das drei Phenylreste und ein oxidischer Sauerstoff gebunden sind.

Herstellung[Bearbeiten]

In der organischen Chemie entsteht Triphenylphosphanoxid in stöchiometrischen Mengen als unvermeidliches „Abfallprodukt“ bei der Wittig-Reaktion, wenn man eine Carbonylverbindung – Aldehyd oder Keton – mit einem Phosphorylid umsetzt, an dessen Phosphoratom drei Phenylgruppen gebunden sind.[1] Es entsteht oft auch als Nebenprodukt in anderen Reaktionen, in denen Triphenylphosphan oder Derivate dessen zum Einsatz kommen, wie beispielsweise in der Appel-Reaktion, der Staudinger-Reaktion oder der Mitsunobu-Reaktion.

Es kann durch Oxidation von Triphenylphosphan mit Sauerstoff hergestellt werden, weshalb auch Triphenylphosphan nach längerem Stehen immer einen Teil Triphenylphosphinoxid enthält.

\mathrm{2\ PPh_3\ +\ O_2\longrightarrow 2\ Ph_3P{=}O}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Triphenylphosphanoxid ist ein farbloser Feststoff der bei 155–158 °C schmilzt. Es ist schlecht löslich in Wasser, Cyclohexan, Tetrachlorkohlenstoff und Acetonitril. Gut löslich ist es hingegen in Dichlormethan, Chloroform und kurzkettigen Alkoholen wie Methanol, Ethanol und 1-Propanol.[3]

Das zentrale Phosphoratom ist tetraedrisch koordiniert. In der energetisch günstigsten Konformation liegen die Phenylreste gegeneinander verdrillt vor.

Triphenylphosphanoxid ist ein guter Ligand für harte Metallzentren.[4]

Die Verbindung zersetzt sich bei höheren Temperaturen. Als Zersetzungstempeatur mit dem Kriterium einer Zersetzungsgeschwindigkeit von 1 mol%·h−1 werden 454 °C angegeben.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu CAS-Nr. 791-28-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 25. April 2011 (JavaScript erforderlich).
  2. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. E. Maccarone, G. Perrini, Gazz. Chim. Ital. 1982, 112, 447–454.
  4. D. M. L. Goodgame, M. Goodgame: Near-Infrared Spectra of Some Pseudotetrahedral Complexes of Cobalt (II) and Nickel(II), Inorg. Chem. 1965, 4, 139–143.
  5. Johns, I.B.; McElhill, E.A.; Smith, J.O.: Thermal Stability of Some Organic Compounds in J. Chem. Eng. Data 7 (1962) 277–281, doi:10.1021/je60013a036.