Trockenrisse (Holz)

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Schwindungsrisse in Holz

Trockenrisse im Holz entstehen bei Lagerung durch die Schrumpfung des Holzes.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Holz von außen nach innen trocknet, schrumpft das Splintholz um den noch feuchten Kernholzbereich und wird rissig. Auch das Kernholz trägt beim weiteren Trocknen Risse davon. Trockenrisse zeigen sich als Oberflächenrisse an den Längsflächen und Hirnrisse an den Stirnflächen. Holz arbeitet, nimmt aus der Umgebungsluft Feuchtigkeit auf und gibt sie ab, was zur Volumenveränderung führt. Die Bildung verstärkt sich besonders bei der direkten Aussetzung von Witterung und starken Feuchtigkeitswechseln. Die Holzzellen ziehen sich in tangentialer Richtung stärker zusammen als in radialer Richtung. Verschiedenes Schwinde- und Quellverhalten führt zur Bildung von Trockenrissen in der entsprechenden Faserungsrichtung des Holzes. Längs der Jahrringe arbeitet das Holz 1,5- bis 2-mal schneller als in senkrechter Richtung, deshalb verlaufen Trockenrisse immer in radialer Richtung. Beim Bauen mit Holz muss darauf geachtet werden, dass es nicht zu schnell trocknet und nicht zu nass verbaut wird. Risse können sich negativ auf die Tragfähigkeit des verbauten Materials auswirken, zudem bietet es dem Hausbock beste Voraussetzung für die Eiablage.

Trockenrisse verringern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trägt man einen Schutzlack auf die oberen Schichten des Holzes auf, minimiert man so den Feuchtigkeitsaustausch und damit die starke Beanspruchung. Es sollte passendes Holz, mit der richtigen Holzfeuchte, zum jeweiligen Bestimmungsort gewählt werden, so arbeitet es nur im Bereich der Klimaveränderung. Zu empfehlen ist ebenfalls das Vermeiden dunkler Oberflächen, da diese sich stark aufheizen und dadurch das Holz an der Außenseite schnell austrocknen lassen. Ebene Flächen, auf denen sich Wasser sammeln kann, sollten umgangen werden.

Stammholz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefällte Baumstämme trocknen vorwiegend über die Schnittfläche der Stirnseite (Hirnholz). Je größer der Durchmesser eines Baumstammes ist, desto eher kommt es zu „Hirnrissen“, die sich weit in den Stamm fortsetzen können. Stark hirnrissige Baumstämme verlieren an Wert und sind nur noch eingeschränkt nutzbar (Brennholz). Beim Wertholz werden deshalb oft gleich nach dem Fällen, S- oder doppel-T-förmige Klammern ins Hirnholz geschlagen, um die Hirnrissigkeit dieser Baumstämme zu minimieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmuth Neuhaus: Ingenieurholzbau. 2. Auflage. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-519-15248-4.
  • Josef Grossmann: Gewerbekunde der Holzbearbeitung. Das Holz als Rohstoff, Springer Fachmedien, Wiesbaden 1922.
  • Michael Stahr, Jürgen Weber, Hilmar Kolbmüller, Friedhelm Hensen, Uwe Wild: Bausanierung. Erkennen und Beheben von Bauschäden, 5. Auflage, Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8348-1406-7.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]