Troika

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Dieser Artikel behandelt ein Pferdegespann.

Zur Troika aus EU, EZB und IWF siehe Troika (EU-Politik); weiteres Troika (Begriffsklärung)

Schematischer Aufbau der Anspannung
Troika

Die Troika (russisch тройка [ˈtr͡ɔjka]; deutsch: Dreigespann) ist eine Anspannungsweise für Fuhrwerke oder Schlitten, in der wie beim Dreispänner drei Pferde oder andere Zugtiere nebeneinander gehen (ein Gespann mit drei Pferden hintereinander wird Random genannt). Die Troika ist eine vor allem in Russland und Westasien verbreitete Anspannung.

Für die klassische russische Troika-Anspannung werden Orlow-Traber verwendet. Das Mittelpferd geht unter einer Duga im Trab, die Galopins genannten Außenpferde gehen stark nach außen gestellt im Galopp, das rechte im Links-, das linke im Rechtsgalopp.

Gefahren wird die klassische Troika mit vier einzelnen Leinen, von denen zwei zum Mittelpferd und je eine zum äußeren Trensenring der Außenpferde führen. Vom inneren Trensenring der Außenpferde führt ein Ausbindezügel zur Duga. Gelenkt wird ausschließlich das Mittelpferd, die Außenpferde folgen dem nachlassenden Zug des Ausbindezügels.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Troika-Anspannung wurde in Deutschland auch bekannt durch das Lied von Ivan Rebroff „Mit der Troika in die große Stadt“.

Das Märchen von der Troika ist eine Erzählung von Arkadi und Boris Strugazki.

Eine aus drei Personen oder Institutionen bestehende Führungsgruppe wird häufig als Troika bezeichnet, beispielsweise die EU-Troika, ein Kontrollgremium der Europäischen Union, das aus Vertretern der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission besteht.

In Deutschland ist der Ausdruck Troika vor allem als Begriff für die Führungsspitze der SPD in den 1970er Jahren in die Geschichtsbücher eingegangen. Die Troika bestand aus Helmut Schmidt (Bundeskanzler), Willy Brandt (Parteivorsitzender) und Herbert Wehner (Fraktionsvorsitzender im Bundestag). 1998 inszenierte die Partei im Bundestagswahlkampf eine Neuauflage mit Gerhard Schröder, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping.

In der stalinistischen Sowjetunion gab es aus drei Personen bestehende Sondergerichte, die ebenfalls Troika hießen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Troika. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Bd. 19, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1909, S. 736.
  • Die russische Anspannung. In: Max Pape: Die Kunst des Fahrens. 4. Auflage. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart 1979, S.189.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quadriga (Vierergespann)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Troika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Troika in der Britannica Online (englisch)