Troodos-Gebirge

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Troodos-Gebirge
Das Troodos-Gebirge mit dem Olympos

Das Troodos-Gebirge mit dem Olympos

Höchster Gipfel Olympos (1952 m)
Lage Zypern
Troodos-Gebirge (Zypern)
Troodos-Gebirge
Koordinaten 34° 55′ N, 32° 50′ OKoordinaten: 34° 55′ N, 32° 50′ O
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Das Troodos-Gebirge, auch Troodos (griechisch Τρόοδος, türkisch Trodos Dağları) liegt auf der Mittelmeerinsel Zypern. Die höchste Erhebung ist der Olympos – auch Chionistra genannt – mit 1952 m. Das Gebirge ist vulkanischen Ursprungs und wie der Pentadaktylos − im Gegensatz zum Rest der Insel − bewaldet. Selbst im Hochsommer herrscht im Troodos-Gebirge ein angenehm mildes Klima, das zum Wandern einlädt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Troodosgebirge erstreckt sich im südwestlichen Landesinneren Zyperns, zwischen den Dörfern Pomos und Panagia im Bezirk Paphos sowie östlich bis Stavrouvouni im Bezirk Larnaka.

Neben dem Olympos - hier kann man in der kurzen Saison von Januar bis März skifahren - sind folgende Gipfel zu nennen: Madari (1.613 m), Papousta (1.554 m), Kionia (1.423 m), Tripylos (1.362 m) und Kykkos (1.318 m).

Im Gebirge entspringen alle wichtigen Flüsse Zyperns, unter anderem der Diarizos, der Ezousa, der Gialias und der Kouris.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Troodos ist das am gründlichsten erforschte ophiolithische Bergmassiv der Welt. Wie kaum ein anderes Gebirge hat es die geologischen Theorien über die Entstehung der Ozeane und die lithosphärischen Platten beeinflusst.[1]

Vor etwa 90 Millionen Jahren am Grund eines riesigen Ozeans entstanden, bildet das ophiolithische Massiv heute das Fundament der Insel und damit auch des Troodos. Sogenannte Plutonite - Produkte der Kristallisierung aus Tiefen von zwei bis sechs Kilometern unter dem Grund des Ur-Ozeans - sind häufig zu finden. Zu ihnen gehören Kristalle mit verschiedenen Mineralkomponenten, wie Olivine, Pyroxenen und Plagioklase.

Heute zeugen Abraumhalden vom Bergbau, der noch vor einigen Jahren eine bedeutende Rolle im Troodos spielte. Asbest, unter anderem bei Pani Aminatos, und Chrom wurden hier bis in die 1980er Jahre abgebaut.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Troodos-Gebirge

Für den Troodos charakteristisch sind relativ ergiebige Regenfälle von 700 bis 1000 mm im Jahr. In den Wintermonaten zwischen Januar und März ist die Gipfelregion des Olympos oft tiefverschneit.

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebirge weist eine artenreiche Tierwelt mit Adlern, Füchsen und den letzten freilebenden Zypern-Mufflons auf.

Im Troodos – dem „Schwarzwald“ Zyperns – wachsen die endemischen Erlenblättrigen Eichen sowie Aleppo-Kiefern, Pinien, Platanen, Zedern und Steineichen. An den flach abfallenden Rändern des Troodos wurde die natürliche Flora größtenteils von Apfel-, Birnen-, Pfirsich-, Mandel- und Nussbäumen sowie Weinhängen verdrängt.

Dörfer und Klöster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloster Kykkos

Im Troodos-Gebirge liegen größere und kleinere Dörfer, unter anderem Agros, Kakopetria, Kaminaria, Louvaras, Moutoullas, Pedoulas, Trimiklini und Prodromos, das höchstliegende Dorf der Insel Zypern.

Die Bergdörfer beherbergen einige zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörende einmalige Scheunendachkirchen. Zudem gibt es mehrere Klöster. Am reichsten ausgestattet ist das Kykkos-Kloster. Bekannt sind auch Agios Nikolaos tis Stegis, Chrysorrouiatissia und das Trooditissa-Kloster.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nationalpark sind vier Wanderwege zum Studium der Natur ausgeschildert. Tafeln am Rand der Wege liefern Erklärungen zu Flora, Geologie und Ökologie.

  • „Artemis“ - Rundweg um Chionistra; etwa sieben Kilometer, 2,5 Stunden
  • „Atalante“ - vom Postamt in Troodos nach Chrommine; etwa neun Kilometer, 3,5 Stunden
  • „Kaledonia“ - von Kryos Potamos zu den Kaledonia Wasserfällen; etwa zwei Kilometer, 1,5 Stunden
  • „Persephone“ - in der Gegend um Makria Kontarka; etwa drei Kilometer, 1,5 Stunden

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renate Mantovani (Übersetzung): Wanderwege der Natur auf Troodos. Hrsg.: Fremdenverkehrszentrale Zypern in Zusammenarbeit mit der forstwirtschaftlichen Abteilung des Ministeriums für Landwirtschaft und Naturressourcen. D. Couvas & Sons Ltd., 1994, ISBN 9963-44-008-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Troodos Mountains – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Renate Mantovani (Übersetzung): Wanderwege der Natur auf Troodos; D. Couvas & Sons Ltd., 1994; ISBN 9963-44-008-8