Troposcatter

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Troposcatter im Vergleich mit Richtfunkstrecken
Troposcatter-Richtfunkantennen im White Alice Communications System
US Army TRC-170 Troposcatter-Funkstelle

Troposcatter, auch Troposphärenfunk ist eine Form des Überhorizontrichtfunks, bei der die ausgestrahltern Funkwellen, speziell im Dezimeterbereich, an der Troposphäre zurückgestreut werden. Dadurch sind Reichweiten bis zu 200 km möglich, welche aufgrund der Erdkrümmung nicht mit herkömmlichen Richtfunkstrecken erzielt werden können, da diese eine Sichtverbindung zwischen den Endstellen erfordern. Bis auf einzelne Anwendungen, vor allem im Bereich der Militärtechnik, ist der Troposphärenfunk weitgehend durch Satellitenkommunikationssysteme abgelöst worden.

Wegen der geringen Rückstreuung der Signale sind für Troposcatter hohe Sendeleistungen und Richtantennen erforderlich. Beispiele waren die vor der Etablierung von Kommunikationssatelliten das White Alice Communications System in Alaska oder die militärischen Kommunikationsverbindungen mit den Texas-Türmen vor der Ostküste der Vereinigten Staaten. Das in den Staaten des Warschauer Pakts installierte Troposphären-Nachrichtensystem „BARS“ basierte auch auf diesem Effekt.

Nicht in die Kategorie des Troposphärenfunks gehören die troposphärischen Überreichweiten, die besonders im Bereich der Ultrakurzwelle (VHF-Band I, Band II und Band III) zu beobachten sind. Sie beruhen auf den wetterabhängigen Beugungs- bzw. Brechungseffekten und treten speziell bei Inversionswetterlagen auf.

Beispiel Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine bekannte Anwendung war die von 1959 bis 1991 im 2,2-GHz-Bereich betriebene Funkstrecke von der Richtfunkstelle Berlin 3 auf dem Schäferberg zur RifuSt Torfhaus im Oberharz. Hierfür waren an beiden Standorten 45 Meter hohe freistehende Stahlfachwerktürme errichtet worden, die im Abstand von 15 m übereinander je zwei Parabolspiegel (Cassegrain-Antennen) von jeweils 10 Metern Durchmesser trugen.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tropospheric scatter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Nitsche: Der Richtfunk zwischen Westberlin und Westdeutschland – Eine Brücke zur freien Welt von 1948 bis zur Wende, August 2002. PDF; 340 kB, Anhang mit Bildern, PDF; 4,9 MB, abgerufen am 18. August 2019
  2. Bilder der Richtfunkanlagen am Torfhaus und der Richtfunkstelle Berlin-Schäferberg (Juli 1989 bzw. Juli 1991) (Memento vom 16. August 2011 im Internet Archive)