Trowitzsch & Sohn

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Frühere Druckerei Trowitzsch in Frankfurt (Oder) im Jahr 2016

Trowitzsch & Sohn waren Buchverlage in Küstrin, Frankfurt (Oder) und Berlin von 1711 bis 1945.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Küstrin und Königsberg in der Neumark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1711 erhielt der Hofdrucker Gottfried Heinichen ein Privileg zur Gründung einer Buchdruckerei in Küstrin durch König Friedrich Wilhelm I. 1738 übernahm dessen Schwiegersohn Johann Hübner, 1754 dann dessen Sohn Wilhelm Gottlieb Hübner. 1759 wurde das Gebäude durch russische Truppen zerstört. 1760 erwarb Johann Friedrich Grunow (gest. 1768) die Konzession. 1780 übernahm Carl Gottlob Trowitzsch (1745–1819), der dort seit 1770 als Faktor gearbeitet hatte, das Unternehmen und verlegte es 1813/14 nach Königsberg in der Neumark, wohin die neumärkische Regierung gezogen war.[1]

Frankfurt an der Oder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 kaufte er die Druckerei von Christian Ludwig Apitz in Frankfurt/Oder in der Forststraße 3 und verlegte das Unternehmen dorthin, wegen des Umzugs der Regierung nach Frankfurt. Er nannte sie nun Trowitzsch & Sohn. Carl Ferdinand Sigismund Trowitzsch (1797–1830) wurde Nachfolger und erwarb 1821 dazu eine Druckerei in Berlin und 1826 die hebräische Druckerei in Frankfurt. Er verlegte die Firma in die Große Oderstraße.

Nach dessen Tod übernahm der Berliner Geschäftsführer Wilhelm Mütterlein die Leitung für die noch unmündigen Kinder, dann dessen Sohn Gustav Mütterlein. 1852 übernahm Hugo Hans Sigismund Trowitzsch (gest. 1862) das Frankfurter Unternehmen, dann wieder Gustav Mütterlein. 1877 folgte ihm der Sohn Eugen Trowitzsch (1854–1904). Dieser baute 1887 eine neue Druckerei am Wilhelmsplatz 21 mit einer Villa. Er sammelte auch Gemälde und komponierte Chorsätze. Dessen Sohn Joachim Trowitzsch (1883–1930) folgte dem Vater in Frankfurt. Er verlegte die Produktionsstätten in den 1920er Jahren in die Fürstenwalder Straße. Die Villa am Wilhelmsplatz übernahm dessen Schwester Hedwig mit ihrem Mann Rudolf Hahn als Arztpraxis.

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Sigismund Trowitzsch hatte 1821 auch die Druckerei und Schriftgießerei Unger in Berlin gekauft.[2] 1826 befand sie sich in der Oberwasserstraße. Seit 1830 führte der Geschäftsführer Wilhelm Mütterlein die Leitung für die noch unmündigen Kinder, danach dessen Sohn Gustav Mütterlein. 1852 übernahm der Sohn Eugen Trowitzsch (1826–1867) die Firma, nach dessen Tod wieder Gustav Mütterlein.

1888 kauften Edmund Mangelsdorf (gest. 1919) und der Gelehrte Otto Freiherr von der Pfordten das Berliner Unternehmen. Letzterer verließ 1892 seine Beteiligung an der Leitung.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verlage Trowitzsch & Sohn in Frankfurt a. d. Oder und Berlin zählten zu den bedeutendsten Verlagen in der Provinz Brandenburg. Sie publizierten amtliche Verlautbarungen, Zeitungen und Zeitschriften, Kalender, Gartenliteratur, Kunstdrucke, hebräische Drucke, sowie Bücher mit historischen, theologischen und weiteren Themen.

Frankfurt an der Oder

  • Amts-Blatt der Königlich-Preußischen Regierung zu Frankfurt a. d. Oder, 1815–1945
  • Frankfurter patriotisches Wochenblatt, seit 1880 Frankfurter Oder-Zeitung bis 1945

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Haus Trowitzsch & Sohn in Berlin. Sein Ursprung und seine Geschichte von 1711 bis 1911. Berlin, Trowitzsch 1911. 122 Seiten
  • Brockhaus-Konversationslexikon. 15. Band. 14. Auflage. Leipzig, Berlin, Wien 1894–1896. S. 1019
  • Friedrich Bauer, Hans Reichardt: Chronik der Schriftgießereien in Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern. Frankfurt am Main 2011. (nach Druck Offenbach 1928). S. 22. PDF

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trowitzsch & Sohn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werke von Trowitzsch in Cüstrin in der Deutschen Digitalen Bibliothek
  2. Friedrich Bauer, Hans Reichardt: Chronik der Schriftgießereien in Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern. Frankfurt am Main 2011. (nach Druck Offenbach 1928). S. 22. PDF, detailliert zu den Berliner Unternehmen bis 1919