Truthahn-Illusion

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Die Truthahn-Illusion ist ein Begriff aus der Verhaltensökonomik und beschreibt die „Risikointelligenz“. Überraschende Trendbrüche sind vorhersehbar, wenn man die Ursachen bzw. die Rahmenbedingungen für diesen Trend kennt. Dies verdeutlicht die Truthahn-Illusion.

Bis zu seiner Schlachtung wird der Truthahn jeden Tag gefüttert und umsorgt. Nun ist ausgerechnet am Abend vor seinem Tod die Wahrscheinlichkeit, dass er am nächsten Tag auch wieder gefüttert und umsorgt wird, aus der Sicht des Truthahns am größten. Denn mit jeder Fütterung stieg seine Gewissheit bzw. sein Vertrauen darauf, dass ihm nichts passiert. Und trotzdem kommt am Tag vor Thanksgiving der Mann, der ihn so lange umsorgt hat, nicht mit dem Futter, sondern mit dem Messer.[1]

Die Schlachtung kommt für den Truthahn völlig überraschend, da dieser – in anthropomorpher Formulierung – „nur einen Trend extrapoliert“ und „den bevorstehenden Trendbruch nicht erkennt“.

Um diesen Trendbruch zu erkennen, hätte der Truthahn die Ursachen des Trends herausfinden müssen. Dadurch hätte er über die Motivationslage des Mannes, der ihn täglich füttert, Bescheid gewusst. Um über den Tellerrand hinauszublicken und bekannte bzw. vertraute Denkmuster zu verlassen, ist Kreativität und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel notwendig. Doch das war dem Truthahn aufgrund unzureichender Information nicht möglich.

Abgrenzung zu anderen Konzepten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe Black-Swan-Theorie

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerd Gigerenzer: Risiko: Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, btb, München 2014, ISBN 978-3-570-10103-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]