Tsakuri

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Tsakuri
Ծակուռի
Zakirli
Staat Aserbaidschan / Republik Arzach (de facto)
Provinz in Arzach Hadrut
Rayon in Aserbaidschan Xocavənd
Koordinaten 39° 34′ N, 46° 59′ OKoordinaten: 39° 34′ N, 46° 59′ O
Höhe 800 m
Fläche 3,07 km²
Einwohner 100 (2005)
Bevölkerungsdichte 32,6 Einw./km²
Zeitzone UTC+4
Vorwahl +374 97
Website https://tsakuri.travel.blog/
Tsakuri (Aserbaidschan/Republik Bergkarabach)
Tsakuri
Tsakuri

Tsakuri (armenisch Ծակուռի, russisch Цакури, auch Tsakeyto, Tsakouri und Tsakurri) ist eine Gemeinde in der nicht anerkannten Republik Arzach, die im international anerkannten Gebiet von Aserbaidschan liegt. Aus aserbaidschanischer Sicht liegt der Ort namens Zakirli im Bezirk Xocavənd. Arzach verwaltet den Ort seit 1991 als Teil der Provinz Hadrut.

Geografie, Wirtschaft und Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich im Südosten der Republik, 13 km von der Provinzhauptstadt Hadrut und 57 km über von der Hauptstadt Stepanakert entfernt. Wanderer erreichen Tsakuri im Abschnitt Tuğ des markierten Janapartrail[1] in Arzach. Die Ortschaft liegt umgeben von Wald in einer leicht abfallenden Talsenke und hat eine Gesamtfläche von 307,4 Hektar, von denen 241,68 Hektar landwirtschaftliche Bedeutung haben und 32,9 Hektar Waldfläche sind. Sie hat ein besonders mildes Mikroklima dank vieler Apfel-, Birnen-, Maulbeer- und Walnussbäume. Im weiteren Umfeld des Dorfes gibt es Vorkommen von Island-Spat.

Panoramablick über die Gemeinde Tsakuri

In der Gemeinde leben etwa 100 Einwohner in rund 28 Haushalten.[2] Die Bevölkerung beschäftigt sich hauptsächlich mit Landwirtschaft, Viehzucht und Ackerbau. Es gibt eine Dorfverwaltung, ein Kulturhaus, eine Erste-Hilfe-Station. Die Wasserversorgung erfolgt in einem Schwerkraft-Leitungssystem, das aus den zwei Quellen Akn und Nerses gespeist wird. Die Gemeinde wird mit Strom-, Fernseh- und Radiosignalen versorgt, Mobilfunk und Internet sind verfügbar.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wichtigste historische und religiöse Denkmal der Gemeinde ist der ehemalige Klosterkomplex Tsaghkavank, von dem nur die Heilige-Mutter-Gottes-Kirche (Surb Astvatsatsin) erhalten geblieben ist. Diese wird nach dem ältesten Kreuzstein auf 1198 datiert und ist somit 18 Jahre älter als das Arzacher Kloster Gandsassar. Sie verfügt über ein spektakuläres Portal aus dem Jahr 1682,[3][4] das ein herausragendes Beispiel für die religiöse armenische Kunst und Architektur des Mittelalters in Arzach darstellt.[5] Andere historische Denkmäler von Tsakuri sind der Friedhof (17.–19. Jahrhundert), die Quelle (19. Jh.), ebenso wie ein Chatschkar (Kreuzstein, 17. Jh.) und die etwas außerhalb von Tsakuri gelegenen Überreste des Ptkatagh-Klosters (1670). Insgesamt sind in Tsakuri fünf historische Denkmäler registriert.[6]

Heilige-Mutter-Gottes-Kirche in Tsakuri

Eine internationale Gruppe von Aktivisten initiierte den Wiederaufbau der Heilige-Mutter-Gottes-Kirche in Tsakuri und begann in den 2010er Jahren mit Vorbereitungsarbeiten und der Spendensammlung dafür.[7] Im Juli 2013 segnete die Armenische Apostolische Kirche durch den Primas der Diözese Arzach, Erzbischof Pargev Martirosyan,[8] dieses Projekt für den Wiederaufbau des historischen und religiösen Denkmals Surb Astvatsatsin. Es wurde vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Umsiedlung der Republik Arzach als gemeinnütziges Projekt anerkannt.[9] Die Bauarbeiten begannen im Mai 2019. Das Ministerium für Kultur, Tourismus und Jugendfragen hat die Bauarbeiten für die erste Phase des Projekts (Außenarbeiten) in enger Zusammenarbeit mit der technischen Aufsichtsbehörde der Republik Arzach überwacht.[10] Die zweite Phase des Projekts für den Innenausbau wird teilweise durch eine internationale Crowdfunding-Kampagne finanziert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Janapartrail
  2. National Statistical Service of NKR, 2005 census: De Facto and De Jure Population by Administrative Territorial Distribution and Sex of NKR region, communities, Republic of Nagorno-Karabakh, Tabelle 1.1, 2005, S. 51 http://census.stat-nkr.am/ , in Engl.
  3. Fotostrecke über die "Heilige Mutter Gottes"-Kirche Tsakuri
  4. Video von A. Voskanyan, in Russ.
  5. Historical and architectural monuments of Mountainous Karabakh, by Sh.M.Mkrtchyan, Yerevan, Parberakan, 1989, S. 96 [1], in Russ.
  6. Information on the socio-economic characteristics of the administrative-territorial units of the Nagorno Karabakh Republic. Yellow Pages / Djardaraget Publishing House Yerevan, 2015, ISBN 978-9939-72-184-2, S. 119, [2], in Arm.
  7. Projekt zum Wiederaufbau der "Heilige Mutter Gottes"-Kirche in Tsakuri" [3], in Engl.
  8. Primas der Diösese Arzach Erzbischof Pargev Martirosian in Engl.
  9. Ministerium für Arbeit, Soziales und Umsiedlung der Republik Arzach, in Arm.
  10. Ministerium für Kultur, Tourismus und Jugendfragen der Republik Arzach, in Engl.