Krieg um Bergkarabach 2020

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Krieg um Bergkarabach 2020
Die Konfliktregion bis 2020  von Arzach beherrscht, ehem. autonomes Bergkarabach  von Arzach beherrscht, außerhalb des früher autonomen Bergkarabach  von Aserbaidschan beherrscht, aber von Arzach beansprucht
Die Konfliktregion bis 2020

 von Arzach beherrscht, ehem. autonomes Bergkarabach
 von Arzach beherrscht, außerhalb des früher autonomen Bergkarabach

 von Aserbaidschan beherrscht, aber von Arzach beansprucht
Datum 12. bis 16. Juli
Seit 27. September 2020
Ort Bergkarabach
Ausgang
Konfliktparteien

TurkeiTürkei Türkei mit syrischen Söldnern (u. a. Hamza-Brigade und Sultan Murad Division) (bestreitet direkte Beteiligung)

Befehlshaber

Armen Sarkissjan
Arajik Harutjunjan

İlham Əliyev

Truppenstärke
Unbekannte Anzahl armenischer Soldaten Unbekannte Anzahl aserbaidschanischer Soldaten

mind. 2580 syrische Söldner (laut SOHR, Stand: 6. November) [1]

Verluste

5 tote armenische Soldaten (eigene Angaben, im Juli 2020)[2]
______________________
2425 bisher gesichert tote armenische Soldaten (eigene Angaben, Stand: 19. November)[3]

12 tote aserbaidschanische Soldaten (eigene Angaben, im Juli 2020)[4]
______________________
Bisher keine eigenen Angaben zur Anzahl toter aserbaidschanischer Soldaten im Herbst 2020.[5]
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250 tote syrische Söldner (laut SOHR, Stand: 6. November)[6]

92 tote und 404 verletzte aserbaidschanische Zivilisten (27. September–5. November)[7]
mind. 46 tote und 146 verletzte armenische Zivilisten (27. September–3. November)[8]
90.000 Flüchtlinge aus der Republik Arzach[9]
40.000 aserbaidschanische Flüchtlinge[10]

Der Krieg um Bergkarabach 2020 ist eine militärische Auseinandersetzung zwischen den Streitkräften Armeniens und denen der Republik Arzach auf der einen Seite und den Streitkräften Aserbaidschans auf der anderen Seite, die im Juli 2020 begann. Sie ist Teil des Bergkarabachkonflikts und die Region Bergkarabach, in der sich 1991 die Republik Arzach für unabhängig erklärte und einen Krieg gegen Aserbaidschan mit armenischer Unterstützung gewinnen konnte, international jedoch nicht anerkannt wurde.

Die Kämpfe begannen an der gemeinsamen armenisch-aserbaidschanischen Staatsgrenze nordwestlich von Bergkarabach. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Eskalation durch Beschuss oder Bodenoffensiven verursacht zu haben. Im Anschluss kam es zu weiteren Kämpfen und Zwischenfällen an der gemeinsamen Grenze sowie an der Waffenstillstandslinie zwischen Aserbaidschan und der Republik Arzach. An der Waffenstillstandslinie eskalierten die Kämpfe am 27. September 2020 zu einer großräumigen bewaffneten Auseinandersetzung und einer aserbaidschanischen Offensive, die weit in das Gebiet von Arzach vorstieß. Dabei wurden auch Städte nahe der Front sowie auch ferner liegende Orte bombardiert und beschossen. Am 10. November 2020 wurden die direkten Kampfhandlungen nach einer von Russland vermittelten Einigung zwischen den Konfliktparteien beendet.

Weg in den Krieg

Hauptartikel: Bergkarabachkonflikt

Topografie Arzachs, Ausgangssituation des Konflikts.

Den Hauptstreitpunkt zwischen Armenien und Aserbaidschan bildet die Region Bergkarabach, die im Zuge des militärisch ausgetragenen Konflikts zwischen 1992 und 1994 gemeinsam mit umliegenden Gebieten von armenischen Streitkräften besetzt wurde. Bis dahin waren Schätzungen zufolge seit 1988 zwischen 20.000 und 40.000 Menschen in dem Konflikt getötet worden. Etwa 750.000 Aserbaidschaner aus Bergkarabach und den benachbarten von Armenien eroberten aserbaidschanischen Regionen wurden zu Flüchtlingen beziehungsweise Binnenvertriebenen. Ungefähr 200.000 Aserbaidschaner flohen aus Armenien, 300.000 Armenier aus dem unbesetzten Rest Aserbaidschans.[11] Völkerrechtlich gehört das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Bergkarabach, das seit der Zeit der Sowjetunion eine Autonome Oblast im Verband der Aserbaidschanischen SSR gebildet hatte, zu Aserbaidschan.[12] Seit dem Krieg stehen sich beide Staaten und zu weiten Teilen auch die Angehörigen beider Völker feindselig gegenüber und lehnen ein Zusammenleben miteinander ab.[13][14]

Seit der Waffenruhe 1994 fanden wiederholt Kämpfe statt. Zuletzt konnte Aserbaidschan 2016 einige Quadratkilometer Land an der Waffenstillstandslinie erobern[15] und 2018 einige Stellungen in Nachitschewan an der Grenze zu Armenien einnehmen.[16] Während sich die Türkei im Konflikt stets an die Seite Aserbaidschans stellt, in der engen Beziehung beider Staaten werden die kulturellen Gemeinsamkeiten beider Turkstaaten betont, unterhält der nördliche Nachbar Russland gute Beziehungen zu beiden Staaten. Während die Türkei mit Aserbaidschan auch militärisch zusammenarbeitet, liefert Russland an beide Länder Waffen in großer Zahl – an Armenien allerdings zum Vorzugspreis, wo auch eine russische Militärbasis unterhalten wird. Analyst Stefan Meister zufolge versuche Russland beide Staaten in Abhängigkeit zu halten, ohne wirklich Schutzmacht Armeniens zu sein. So war Russland seit den 1990ern mehrfach, jedoch erfolglos, als Vermittler im Bergkarabachkonflikt aktiv. Der westliche Nachbar Georgien nimmt ähnlich wie Russland eine ambivalente Rolle im Konflikt ein, hat aber wenig Einfluss. Der Iran, der direkt an die Republik Arzach grenzt, steht eher Armenien nahe, da er den wachsenden Einfluss der Türkei in der Region fürchtet, ebenso wie die möglicherweise Separatismus fördernde Wirkung eines erfolgreichen Aserbaidschans auf die aserbaidschanische Minderheit im Nordwesten Irans. Auf der Gegenseite bezieht Aserbaidschan inzwischen viele seiner Waffen aus Israel: 2015 bis 2019 kamen 60 % der aserbaidschanischen Waffenimporte von dort, darunter hochmoderne Waffen wie Drohnen sowie Luft- und Raketenabwehrtechnik.[17][18][19][20] Die Europäische Union hat wenig direkten Einfluss in der Region, ist aber an einer Beruhigung des Konflikts interessiert.[17]

Anlässlich der Vorfälle im Juli ging die aserbaidschanische Seite davon aus, dass Armenien mit den Vorstößen das Ziel verfolgte, die Ölpipeline Baku–Tiflis–Ceyhan und die Gaspipeline Baku–Tiflis–Erzurum in Tovuz zu treffen, die von internationaler Bedeutung sind und Energieressourcen des Kaspischen Beckens über Georgien und Türkei nach Europa transportieren. Auch die Bahnstrecke Kars–Achalkalaki–Tiflis–Baku als Teil des Transportkorridors Europa-Kaukasus-Asien durchquert die Gegend. Jerewan habe es auf die Beeinträchtigung der genannten Leitungen durch Einnahme der strategischen Positionen abgesehen.[21] Aserbaidschanische Offizielle warfen der armenischen Führung vor, mit ihrem Vorgehen die Öffentlichkeit vom Lösungsprozess des Bergkarabachkonfliktes abzuwenden und eine zweite Frontlinie eröffnen zu wollen. Zudem vermutet man hinter der armenischen „Provokation“ die Absicht Russland und die von ihm geführte Organisation des Vertrages über Kollektive Sicherheit (OVKS), der auch Armenien angehört, in den Konflikt hineinzuziehen.[22] Ferner habe Armenien darauf abgezielt, die schwierige soziale und wirtschaftliche Situation vor dem Hintergrund der Covid-19-Pandemie herunterzuspielen.[23] Nach Auffassung des armenischen Premierministers Nikol Paschinjan wollte die aserbaidschanische Regierung mit massiven Militärschlägen Stärke demonstrieren und die Aufmerksamkeit von innenpolitischen Problemen ablenken. Die aserbaidschanischen Attacken hätten sich auf eine Region konzentriert, in welcher solche für Armenien am wenigsten zu erwarten wären.[24] Einen ähnlichen Standpunkt vertrat auch Außenminister Sohrab Mnazakanjan in einem Interview mit Sky News Arabia. Er beschuldigte außerdem die Türkei, die Lage in der Region destabilisieren zu wollen.[25]

Laut einer Analyse des Regionalexperten Thomas de Waal lag allein bei Aserbaidschan ein Interesse zur Eskalation, da die armenische Seite im Krieg Anfang der 1990er ihre Ziele bereits erreicht hatte und diese nun nur verteidigen wolle. Aserbaidschan dagegen hat sich zum Ziel gesetzt, das Territorium wieder unter eigene Kontrolle zu bringen. Seit dem letzten Krieg haben beide Seiten aufgerüstet und seit Aufflammen des Konflikts im Juli auch die gegenseitige Rhetorik verschärft. Der kürzliche Regierungswechsel in der Republik Arzach und deren veränderte Politik, wie der angekündigte Umzug des Parlaments in die traditionell aserbaidschanische Stadt Şuşa,[26] könnten von der Regierung in Baku zudem als Provokation aufgefasst worden sein. Der aserbaidschanische Verbündete Türkei ist mittlerweile, anders als früher, bereit sich international militärisch zu engagieren, während die Politik der Vereinigten Staaten mit dem Präsidentschaftswahlkampf beschäftigt ist und Russland bereits mit anderen Konflikten beschäftigt sei. Aserbaidschan wolle daher womöglich die internationale Lage ausnutzen und in der Zeit bis zum Winter die eigene Position im Konflikt verbessern.[20] Laut de Waal sind auch die Belastung der westlichen Länder mit der Coronapandemie, die Uneinigkeit in der Europäischen Union hinsichtlich ihrer Politik gegenüber der Türkei, wie sie sich etwa beim Gasstreit im Mittelmeer zeigte, und die daraus folgende eingeschränkte diplomatische Handlungsfähigkeit der Europäischen Union begünstigende Voraussetzungen für Aserbaidschan, mit türkischer Unterstützung gerade jetzt den Krieg zu beginnen.[27] Analyst James Palmer ergänzt, dass sich die Beziehungen zwischen den Konfliktparteien bereits 2019 verschlechtert hätten und in diesem Jahr durch die Coronapandemie und deren wirtschaftliche Auswirkungen innenpolitisch unter Druck stehen.[28] Als Grund für das aserbaidschanische Vorgehen ergänzt Stefan Meister, dass die armenische Seite durch Bauvorhaben und Ansiedlung von Armeniern in Arzach Fakten schaffe, die aus aserbaidschanischer Sicht international ignoriert werden, aber nicht länger hingenommen werden wollten.[29] Bereits in den Wochen vor den ersten Kampfhandlungen kritisierte İlham Əliyev, dass die Minsk-Gruppe der OSZE in dieser Sache untätig sei.[30] Christian Esch teilt die Ansicht, dass nur Aserbaidschan und nicht Armenien ein Interesse am erneuten Krieg hatte. In Baku sei man auf einen Krieg gut vorbereitet und habe nach all den Jahren die Hoffnung verloren, dass Armenien zu Zugeständnissen bereit ist, insbesondere nachdem auch der neue Premierminister Paschinjan betonte, dass „Arzach Armenien ist“. Außerdem müsse der autoritär herrschende Əliyev auf die Stimmung im Land achten, die schon nach den Kämpfen im Juli auf einen Krieg gegen Armenien gerichtet war und seiner Regierung vorwarf, zu nachgiebig zu sein.[31]

Entwicklung

Kämpfe ab Juli 2020

Die armenisch-aserbaidschanischen Grenzabschnitte (mit roten Quadraten markiert), an denen die Gefechte vom 12. bis 16. Juli 2020 stattfanden.

Anfang Juli 2020 kam es verstärkt zu Gefechten an der Waffenstillstandslinie in Bergkarabach. Bei dem Beschuss wurden mehrere Dutzend Soldaten beider Seiten getötet und nach einigen Angaben mehrere Panzer zerstört. Am Mittag des 12. Juli wurde daher eine erneute Vereinbarung zur Waffenruhe geschlossen.[32][33] Gegen Abend des gleichen Tages berichtete das Verteidigungsministerium Aserbaidschans über eine „grobe Verletzung des Waffenstillstandes“ in der nördlich von Bergkarabach gelegenen Grenzregion Tovuz durch armenische Einheiten, die das Gebiet mit schwerer Artillerie beschossen hätten.[34] Armenische Militärs seien in die Offensive gegangen, um Kampfpositionen der aserbaidschanischen Armee einzunehmen.[35] Am selben Tag behauptete Armenien, dass aserbaidschanische Truppen den Versuch unternommen hätten, sich in einem „UAZ-469-Militärfahrzeug armenischen Stellungen anzunähern“. Nach dem Eingreifen der armenischen Truppen hätten die aserbaidschanischen Soldaten das Fahrzeug verlassen und sich zurückgezogen. Anschließend habe Aserbaidschan die Grenzposten Armeniens mit Artillerie unter Beschuss genommen, sei jedoch nach Gegenschlägen zurückgeworfen worden.[36] Während der anschließenden viertägigen Gefechte wurden neben Militärstandorten auch zivile Objekte beiderseits ins Visier genommen. Die Kämpfe an der Grenze führten auf keiner Seite zu territorialen Gewinnen.[37] In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku gingen bis zu 30.000 Menschen auf die Straße und forderten die Rückeroberung Bergkarabachs. Die teils gewaltsamen Proteste wurden von der Polizei aufgelöst.[38][30]

Nach den Zusammenstößen an der Grenze fanden russisch-armenische und türkisch-aserbaidschanische Militärübungen statt. In Aserbaidschan wurde die Gefahr eines armenischen Militärschlags gegen den Mingəçevir-Stausee diskutiert, der in der Vergangenheit angedroht worden war.[39] Als Gegenschlag wurde ein Raketenangriff auf das armenische Kernkraftwerk Mezamor erwogen.[40] Die aserbaidschanische Präsidialadministration erklärte später indes, dass die armenische Zivilinfrastruktur kein Angriffsziel der aserbaidschanischen Streitkräfte sei.[41] Parallel zu den Kampfhandlungen an Grenzabschnitten zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es auch zu Verletzungen des seit 1994 geltenden brüchigen Waffenstillstandes zwischen Aserbaidschan und der abtrünnigen, international nicht anerkannten, nur noch von Armeniern bewohnten Republik Arzach, die nach dem 27. Juli anhielten. Arzach bezichtigte Aserbaidschan in der Woche vom 18. bis 25. Juli 260 Waffenstillstandsverletzungen, vom 25. Juli bis 3. August etwas weniger.[42][43] Aserbaidschan warf Armenien und Arzach auch nach dem 27. Juli Angriffe durch Beschuss vor, so 49 Angriffe vom 30. zum 31. Juli[44] oder auf seine Stellungen bei aserbaidschanischen Dörfern im Tovuz Rayon am 15. August 30 Beschüsse, am 16. August 37 mal und am folgenden Tag 31.[45] Auch für den 24. August berichtete Aserbaidschan wieder über mehrere Dutzend Angriffe auf Grenzdörfer durch die armenische Seite.[46] Auch im Laufe des Septembers wurde wiederholt von Schusswechseln und Beschuss von Siedlungen und Stellungen auf beiden Seiten berichtet, bis in die Woche vor Beginn groß angelegter Kampfhandlungen am 27. September.[47][48][49][50] Am 21. September appellierten die Präsidenten beider Staaten an die UN, sich in den Konflikt einzumischen und beschuldigten die andere Seite, eine Eskalation zu befördern. Zur gleichen Zeit wurden weitergehende Kriegsvorbereitungen bekannt: Das Einziehen von Fahrzeugen und Spezialkräften in Aserbaidschan sowie die verstärkte Rekrutierung von Frauen in Armenien.[26]

In Folge der Kampfhandlungen im Juli wurde Elmar Məmmədyarov vom Amt des Außenministers von Aserbaidschan entbunden.[51] Məmmədyarov, der seit 2004 diesen Posten innehatte, wurde vom Präsidenten İlham Əliyev beschuldigt, in den Tagen der militärischen Konfrontation untätig zu sein. Unter seiner Führung sei die aserbaidschanische Diplomatie passiv gewesen und habe stattdessen „sinnlose Verhandlungen“ mit Armenien u. a. über die Covid-19-Lage in der Region geführt.[52] Nach den Grenzkämpfen kam es zu Spannungen zwischen Aserbaidschan und Serbien wegen serbischer Waffenlieferungen an Armenien. Diese bezeichnete Aserbaidschan als einen „unfreundlichen Schritt“, der die strategischen Beziehungen zwischen Baku und Belgrad untergrabe.[53] Die aserbaidschanischen Medien berichteten auch über russische Waffenlieferungen, die am 4. Juli, 17. Juli und 4. August – vor, während und nach den armenisch-aserbaidschanischen Grenzzusammenstößen – von Russland über die Route RostowMineralnyje WodyAqtauTürkmenbaşyRaschtMeghri – Jerewan transportiert worden seien.[54] Bei einem Telefonat zwischen Ilham Alijew und Wladimir Putin brachte der aserbaidschanische Staatschef seine Sorge und Unzufriedenheit über die intensiven russischen Waffenlieferungen an Armenien im Gesamtumfang von über 400 Tonnen zum Ausdruck.[55]

Offener Krieg vom 27. September bis 9. November 2020

September und Oktober

Tag-für-Tag-Animation der Frontentwicklung nach den Nachrichtensammlungen der Seite Liveuamap. Rot: Arzach; blau: von der aserbaidschanischen Armee eingenommen; blau gepunktet: Regionen, in denen aserbaidschanische Spezialeinheiten aktiv waren.

Am 27. September 2020 entbrannten neue Kampfhandlungen zwischen Aserbaidschan und Arzach beziehungsweise Armenien, die die schwerwiegendste und blutigste Eskalation des Konflikts seit den 1990er Jahren darstellen. Sowohl die Republik Arzach als auch Armenien verkündeten den Ausnahmezustand und riefen zur Generalmobilmachung auf, ebenso Aserbaidschan für einige seiner Regionen. Armenien und Aserbaidschan beschuldigten sich gegenseitig, die Aggression begonnen zu haben.[56] Insbesondere in der Nähe der Frontlinie kam es häufig zu gegenseitigem Artillerie-Beschuss von Stellungen wie auch grenznaher Dörfer und naher Städte wie Martuni (aserbaidschanisch Xocavənd), Martakert (aserbaidschanisch Ağdərə) und Hadrut auf arzachischer Seite, Bərdə, Goranboy, Tərtər und Ağcabədi auf aserbaidschanischer. Daneben ist eine Bombardierung mit Drohnen und Raketen besonders der Hauptstadt von Arzach, Stepanakert, belegt, armenische Raketen schlugen auch in entfernteren Großstädten, wie Gəncə (Gändschä/ Gandscha) und Mingəçevir (Mingetschäwir/ Mingatschaur) ein,[57] sogar jeweils eine in den Rayons Xızı und Abşeron bei Baku.[58] Darüber hinaus gab es Berichte über Artilleriefeuer auf armenisches Staatsgebiet und Armenien gab an, ein Kampfjet des Typs Suchoi-25 sei von der Türkei abgeschossen worden.[29][59]

Reste der alten Bushaltestelle von Cəbrayıl (2014)

Dem gegenseitigen Beschuss folgte um den 28. September bis 5. Oktober eine aserbaidschanische Bodenoffensive gegen Arzach im nördlichen Tal des Tartar und vor allem im Süden am Aras an der iranischen Grenze. Im Süden wurde die Stadt Cəbrayıl (Dschäbrajyl) und über ein Dutzend östliche und südöstliche Nachbardörfer eingenommen,[60] die aber wie die Stadt selbst als ehemals von Aserbaidschanern bewohnte Orte seit 1994 zerstört und verlassen sind.[61] Außerdem wurden erste Vorstöße zur wie Cəbrayıl verlassenen Stadt Füzuli unternommen.[29] Im Norden wurden die beiden zur Mehrheit (armenisch) bewohnten Dörfer Talış (Talysch) und Madaghis (aserbaidschanisch: Suqovuşan, ostarmenisch eigentlich: Mataghis) nach aserbaidschanischen Meldungen eingenommen.[62] Während die Einnahme von Talysch durch Filmaufnahmen bestätigt wurde,[63] bestritt Arzach die Einnahme des südlicheren Mataghis[64] und gab später an, es sei nach kurzer Zeit zurückerobert worden. So bestätigten sich aserbaidschanische Angaben nicht, am 9. Oktober Hadrut eingenommen zu haben; spätere Meldungen gaben nur Aktivitäten von hinter der Front aktiven aserbaidschanischen Sabotage-Kämpfern in der Umgebung an.[65] Auch die Ende September von der Armee gemeldete Einnahme des Murovdağ-Gebirges, von dem aus Aserbaidschan die Verbindungsstraße M11 von Wardenis (Ostarmenien) nach Martakert (aserbaidschanisch Ağdərə) in Arzach unterbrochen haben will, konnte 14 Tage später noch nicht durch Beweisvideos oder unabhängige Berichte bestätigt werden. Aus den folgenden Tagen wurden kaum weitere Einnahmen gemeldet, die aserbaidschanischen und arzachischen Truppen positionierten sich offenbar neu.[66] Ab dem 7./8. Oktober wurde der Beschuss fast aller Städte und Dörfer in Arzach intensiviert,[67], wobei auch die als Schutzraum genutzte Ghasantschezoz-Kathedrale in Schuschi getroffen wurde, Aserbaidschan bestreitet, die Kirche beschossen zu haben[68]. Auch der Beschuss aserbaidschanischer Orte in Frontnähe nahm zu[69], der ebenfalls immer wieder zivile Opfer fordert.[70]

Nach mehr als 10 Stunden Vermittlungen durch Russland vereinbarten die beiden Außenminister Jeyhun Bayramov und Sohrab Mnazakanjan eine Waffenruhe für den Samstag, den 10. Oktober ab 10 Uhr morgens. Eigentliche Friedensverhandlungen sollen dann unter der Führung der Minsker Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stattfinden.[71][72] Nur wenige Stunden nach dem Inkrafttreten der Waffenruhe beschuldigten sich beide Seiten gegenseitig, diese gebrochen zu haben. Wie die aserbaidschanische Seite mitteilte, kam es in der Nacht zum 11. Oktober 2020 zu einem Raketenangriff auf Gəncə (Gändschä) fast 100 Kilometer nördlich des Kampfgebiets. Dabei seien sieben Zivilisten, (letztlich zehn[73]) getötet, 35 (darunter Kinder) verletzt worden, Armenien und Arzach bestreiten die Verantwortung.[74] Bereits beim ersten Raketenangriff auf die Stadt am 5. Oktober kam ein Zivilist ums Leben, 32 weitere wurden verwundet.[75]

Blick über Hadrut

Ein am 11. Oktober von der aserbaidschanischen Armee veröffentlichtes Video zeigt, dass Mataghis/Suqovuşan eingenommen wurde.[76] Nach einem weiteren Video wird das südöstlich von Hadrut gelegene verlassene Dorf Süleymanlı von Aserbaidschan kontrolliert.[77] Ein am 13. Oktober von aserbaidschanischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Video der eigenen Kontrolle der Stadt[78] bezeichneten Bewohner der Region als gefälscht, die Nahaufnahmen stammten aus einem armenischen Nachbardorf.[79] Ein weiteres Video vom 16. Oktober[80] zeigt keine Anzeichen aserbaidschanischer Hoheit. Ein Video, das die Gefangennahme und Erschießung zweier armenischer Männer (vgl. Kapitel Kriegsverbrechen) um den 14. Oktober zeigt, konnte im Norden und Südosten von Hadrut lokalisiert werden[81], was aber nicht die aserbaidschanische Kontrolle über ganz Hadrut belegt, denn die Täter gehörten zu aserbaidschanischen Spezialeinheiten, die auch hinter der Front operieren. Eine armenische Reportage, die um den 14. Oktober entstand, erwähnt einen zurückgeschlagenen aserbaidschanischen Angriff ab 11.10. und zeigt, dass Hadrut großteils weiterhin armenisch kontrolliert wird.[82] Einige, oft leerstehende Dörfer östlich von Füzuli (armenisch Waranda), in der Nähe armenischer Raketenwerfer und Luftabwehrgeschütze wurden von Aserbaidschan eingenommen. Beide Kriegsparteien berichteten am 15. Oktober übereinstimmend, dass die Taktik aserbaidschanischer Sabotageeinheiten hinter der Front die armenische Armee hier zurückdrängte.[83] Die Einnahme des Murovdağ ist nicht bestätigt, die armenische Armee spricht allgemein in einer Telegram-Mitteilung von „schweren Kämpfen in nördlicher Richtung“.[84] Die aserbaidschanische Armee berichtete in den Nächten vom 12. bis 14. Oktober von armenischen Gegenoffensiven und einer angespannten Lage im Süden und Osten.[85] Die armenische Seite berichtete am 15. bis 17. Oktober von schweren Kämpfen besonders im Norden um Mataghis und an der iranischen Grenze im Süden,[86] und von erneuten Angriffen auf Städte in Arzach, wie auch die aserbaidschanische Seite von neuem Beschuss grenznaher Dörfer und Kleinstädte berichtet.

In den frühen Morgenstunden des 17. Oktober schlugen erneut Raketen in Wohngebieten der zweitgrößten aserbaidschanischen Stadt Gəncə ein, wobei 13 Menschen getötet und über 52 verletzt wurden.[87] In einer Stellungnahme vom 18. Oktober bezeichnet der UN-Generalsekretär António Guterres Angriffe auf Zivilisten, wie in Gəncə oder Stepanakert als vollkommen inakzeptabel und forderte die Kriegsparteien dazu auf, den Beschuss ziviler Wohngebiete in- und außerhalb der Konfliktzone einzustellen.[88] In etwa ähnlicher Weise äußerte sich auch Peter Stano, Hauptsprecher für auswärtige Angelegenheiten und Sicherheitspolitik der Europäischen Union.[89]

Die mittelalterlichen Brücken und die 2010 fertiggestellte Staumauer von Choda Afarin am Aras. Rechts das verlassene Dorf Choda Afarin (aserbaidschanisch Xudafərin), links und im Vordergrund iranisches Staatsgebiet

Beide Seiten meldeten übereinstimmend, dass die aserbaidschanische Armee am südlichen Grenzfluss Aras flussaufwärts vorankam und am Nachmittag des 17. Oktober die mittelalterlichen Brücken von Choda Afarin erreichten und es am nahen Stausee von Choda Afarin zu Kämpfen kam. Für den 18. Oktober 0.00 Uhr wurde eine vorübergehende taktisch-humanitäre Waffenruhe auch zum Austausch von gefangenen und getöteten Soldaten vereinbart[90], die zwar brüchig ist[91], aber der gegenseitige Beschuss nahm signifikant ab.[92]

Aserbaidschan meldete am 19. Oktober 13 weitere Dörfer in der Umgebung von Cəbrayıl als eingenommen, womit die Gesamtzahl der nach aserbaidschanischen Angaben eingenommenen Orte auf 74 steigt.[93] Die meisten Orte sind seit 1994 verlassene Siedlungen, darunter wohl auch die Kleinstadt Füzuli, die Aserbaidschan am 17. Oktober als eingenommen meldete. Auch einige armenische Dörfer südlich und östlich von Hadrut kamen unter Kontrolle Aserbaidschans, von denen aus ab 11. Oktober die Offensive gegen die Stadt geführt wurde. Am Morgen des 20. Oktober meldete Arzach neue Kämpfe an allen Fronten und eine erfolgreiche armenische Gegenoffensive von Norden in Richtung des Stausees von Choda Afarin.[94] Gegen Mittag meldete der Präsident von Arzach, Arajik Harutjunjan auf Telegram, dass die Hauptkämpfe inzwischen 30–40 km südwestlich des Stausees in den Städten Zəngilan (armenisch Kowsakan) und Mincivan (armenisch Midschnawan) und einem Nachbardorf stattfinden,[95] der aserbaidschanische Präsident İlham Əliyev behauptete kurz darauf fünf Orte der Region, darunter Zəngilan, als eingenommen.[96] Wie beide Seiten somit übereinstimmend berichten, brachen aserbaidschanische Truppen während der armenischen Gegenoffensive nach Südwesten durch[97], womit sie Siedlungen zwischen Armenien und dem alten Bergkarabach erreichen, die zwar auch 1994 verlassen wurden, aber danach zumindest teilweise mit armenischen Flüchtlingen aus Aserbaidschan, in den letzten Jahren auch mit armenisch-syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen und einigen armenischen Libanesen neu besiedelt wurden.[98] Am 21. und 22. Oktober berichteten Aserbaidschan und Armenien gleichermaßen über heftige Gefechte an allen, besonders den südlichen Fronten. Aserbaidschan meldete weitere Ortschaften den Aras aufwärts nach Westen bis Ağbənd an der Grenze zu Armenien als eingenommen,[99] Armenien bestritt anfangs die vollständige Eroberung der arzachisch-iranischen Grenze, wie auch die aserbaidschanische Kontrolle über Zəngilan.[100] Arzach und Armenien berichten dagegen von einer „stabil-ernsten“ und „gemischten“[101] Lage, einige Offensiven nach Norden in die Berge hätten nachts abgewehrt und in einer Gegenoffensive Gebiete in Richtung Aras zurückgewonnen werden können.[102] An beiden Tagen stellte Aserbaidschan auch Aufnahmen aserbaidschanischer Truppen am Hakari in der Region Qubadlı (Aussprache und veraltete Umschrift Gubadly/Gubadli) online.[103] Weil Aserbaidschan aber keinerlei Einnahmen von Ortschaften meldete, waren das hinter der Front agierende Spezialeinheiten, die versuchten, die Hauptverbindungsstraße zwischen Armenien und Arzach durch den Latschin-Korridor und vielleicht Arzachs Nachschub an den Aras zu stören. Aserbaidschan bestätigte, dass es an beiden Tagen ernsthafte armenische Gegenoffensiven im Norden um Martakert/Ağdərə, um Süden um Füzuli-Cəbrayıl und auch in der Region Qubadlı gegeben hatte, nach deren Ende die aserbaidschanische Armee 22 Orte zurückerobert hätte.[104]

Das armenische Dorf Scheker nördlich von Hadrut

Parallel berichteten beide Seiten von einer aserbaidschanischen Offensive von Füzuli nach Norden, bei denen einige leere Dörfer in der Nähe eingenommen wurden. Es gab auch Kämpfe in den armenischen Dörfern um Scheker (armenisch Շեխեր, aserbaidschanisch Şəkər) und Dschiwani, ca. 15 km nördlich von Hadrut (Luftlinie, zwei Täler weiter) und 15 km nordwestlich von Füzuli,[105]. Die beteiligten aserbaidschanischen Einheiten sind Spezialeinheiten, von der armenischen Seite als Aufklärungs- und Sabotageeinheiten bezeichnet. Auch das nördlichere Dorf Gerger (armenisch Հերհեր (Herher), aserbaidschanisch Qarqar) und die Stadt Martuni (aserbaidschanisch Xocavənd) wurden beschossen.[106] Die beiden ostarzachischen, frontnahen Städte Martuni und Martakert wurden häufig bombardiert,[107] Martakert am 23./24. Oktober auch mit regulärer Luftwaffe, in der Nacht zum 24. nach vier ruhigen Nächten auch wieder Stepanakert. Auch aserbaidschanische Dörfer in der Nähe wurden wieder beschossen.[108]

Qubadlı (armen. Kaschunik)

In der Nacht vom 23. zum 24. Oktober begann eine aserbaidschanische Offensive gegen den Latschin-Korridor mit regulären Truppen mit Panzer- und Artillerieeinheiten und Luftunterstützung in drei Formationen: 1. den unteren Hakari aufwärts, 2. östlich parallel durch die Bergdörfer, um die östliche Flanke zu schützen, 3. von Cəbrayıl über die Berge in Richtung mittleren Hakari, wodurch auch die Verteidiger, die in Richtung des Stausees Gegenoffensiven führen, eingeschlossen werden könnten.[109] Die Angaben von Arzach entsprechen den aserbaidschanischen Angaben über eingenommene Dörfer am unteren Hakari und westlich von Cəbrayıl. In dieser Region gab es die schwersten Kämpfe, Armenien stellte Aufnahmen zerstörter aserbaidschanischer Panzer und Artilleriestellungen, Aserbaidschan Aufnahmen eingenommener Dörfer in die sozialen Netzwerke.[110] Aserbaidschan beschuldigte die Verteidiger, auch vom Staatsgebiet Armeniens die Offensivtruppen anzugreifen; Armenien ist durch ein militärisches Beistandsabkommen mit Russland geschützt, seine Grenztruppen kommen aus Russland.[111] Außerdem meldeten die am 24. Oktober von Arzach und Armenien erstmals vorgestellten Lagekarten wieder Kämpfe in den Dörfern nördlich von Hadrut bis Scheker und den Fluss Woghdschi/Keren bei Zəngilan/Kowsakan aufwärts bis in die Nähe der armenischen Grenze.[112] Demgegenüber blieb die Front im Norden (armenische Aufnahmen zeigen einen eingegrabenen Stellungskrieg[113]) fast unverändert, nach arzachischen Angaben wird Mataghis wieder armenisch kontrolliert. Die Besetzung des Murovdağ-Gebirges, die zu Beginn des Krieges die zweite, nördliche Verbindung zwischen Armenien und Arzach bedrohte, wurde nicht mehr erwähnt, die lange umkämpften und umstrittenen Städte Hadrut, Zəngilan und Mincivan werden am 24. Oktober dagegen auch nach Angaben Arzachs seit einigen Tagen (bei Hadrut möglicherweise seit 16.10.) von der aserbaidschanischen Armee kontrolliert.[114] Am Abend des 25. Oktober erklärte Aserbaidschan, die Kleinstadt Qubadlı (armenisch Kaschunik) im Südwesten und einige benachbarte Dörfer eingenommen zu haben, was die armenische Seite am 27. Oktober bestätigte.[115] Für den 26. Oktober 8.00 Uhr früh vereinbarten die Kriegsparteien durch Vermittlung der USA einen dritten humanitären Waffenstillstand[116], nach wenigen Minuten beschuldigten sie sich gegenseitig, ihn gebrochen zu haben.[117]

Das armenische Dorf Awetaranoz (aserb. Çanaqçı)

Am 26. Oktober nahm der aserbaidschanische Beschuss von Martakert, Martuni und auch von Askeran im Osten deutlich zu[118], Arzach schoss nach aserbaidschanischen Angaben allein an diesem Tag etwa 200 Artillerieprojektile in die Dörfer östlich der Front.[119] Am 27. Oktober meldeten Arzach und Armenien auch aus dem armenischen Dorf Awetaranoz Kämpfe, ca. 30 km nordwestlich von Scheker an der Straße nach Schuschi (Schuscha)[120], im Südwesten meldeten sie dagegen erfolgreiche Gegenoffensiven.[121] Aserbaidschanische Truppen standen am 27. Oktober am Hakari bei Xanlıq (armenisch Ischkanadsor), südlicher als drei Tage zuvor und südlicher, als Qubadlı am Bazarçay. In der Nacht vom 27. zum 28. Oktober berichtete die aserbaidschanische Seite von armenischen Gegenoffensiven in allen Kampfgebieten vom Nordosten bis zum Südwesten[122], die nur unter großen Verlusten auf beiden Seiten gestoppt werden konnte, was die armenische Seite durch die Anzeige des Todes von 59 armenischen Soldaten bestätigte[123], mehr als in jeder Nacht zuvor. Am Nachmittag des 28. meldete Əliyev nach längerer Pause wieder die aserbaidschanische Einnahme von Dörfern, aber am Abend teilte das armenische Verteidigungsministerium mit, dass ein erneuter aserbaidschanischer Angriff auf den Latschin-Korridor abgewehrt worden sei[124] und berichteten am 29. Oktober, die Gegenseite in der Qubadlı-Region wieder nach Süden gedrängt zu haben.

Die Verschärfung der Kämpfe war wieder mit zunehmendem gegenseitigen Beschuss verbunden, am Nachmittag des 28. Oktober wurde ein Straßenzug in Bərdə (Bärdä/ Barda) von armenischen Smerch-Raketen zerstört, wobei 21 Menschen getötet, ca. 70 verletzt wurden[125], es gab weiteren Beschuss auf Dörfer in der Region Tərtər und Goranboy und von Armenien aus auch Tovuz und Gədəbəy.[126] Bereits ein Tag zuvor wurde ein Wohnhaus im Dorf Qarayusifli (Garajusifli) von Bərdə mit armenischen BM-30-Raketen (Smertsch) beschossen. Als Folge kamen 5 Personen (darunter ein Kleinkind) ums Leben, 17 weitere wurden verletzt.[127] In Arzach wurde am 28. ein Straßenzug in Schuschi zerstört und naheliegende Dörfer beschossen[128], in Stepanakert die Entbindungsklinik mit umgebendem Stadtgebiet.[129]

Am Abend berichtete die armenische Seite Kämpfe gegen aserbaidschanische Aufklärungs- und Sabotageeinheiten in Awetaranoz und dem westlichen Nachbardorf Sghnach (aserbaidschanisch Siğnax)[130], am nächsten Vormittag behauptete sie die beiden Dörfer als „von Diversanten gesäubert“[131], allerdings wurden am Abend wieder Kämpfe aus Awetaranoz berichtet.[132] Ebenfalls in der Nacht zum 30. und am Morgen berichtete die armenische Seite von einer „erfolglosen“ aserbaidschanischen Offensive im Norden[133], daraufhin beschuldigte die armenische Seite Aserbaidschan, die Wälder um Mataghis und Talıș und kurz danach auch im südlichen Kampfgebiet mit Phosphorbomben in Brand zu setzen[134], die Kriegsparteien beschuldigten sich gegenseitig[135], aber eine Überprüfung der Brandherde mit Sentinel-Satellitenbildern ergab, dass sie alle auf armenischer Seite der Front liegen, in einem Fall in einem armenischen Dorf, was die Verursachung durch die aserbaidschanische Armee wahrscheinlicher macht.[136] Am 30. 10. wurden darüber hinaus wieder Kämpfe in Richtung Latschin-Korridor gemeldet[137], wobei es auch zu gegenseitigem Artilleriebeschuss über die Grenze Armeniens kam.[138] Russland erklärte, Armenien beim Schutz seines Staatsgebietes „alle notwendige Unterstützung“ zukommen zu lassen.[139] Əliyev verkündete am Mittag einige Dorfeinnahmen[140], die dann aber endeten.

Am 30. Oktober 2020 vereinbarten die Außenminister Armeniens und Aserbaidschans unter Vermittlung der OSZE in Genf, wenigstens den gegenseitigen gezielten Beschuss der Zivilbevölkerungen einzustellen.[141] Bereits am 31. Oktober 7:10 Uhr Ortszeit wurden der Markt von Stepanakert und seine Umgebung beschossen[142], es gab keine Opfer, weil die meisten, nicht geflohenen Zivilisten sich um diese Zeit noch in Luftschutzkellern aufhielten.[143] Aserbaidschan bestritt die Verantwortung und beschuldigte die armenische Seite, wieder grenznahe Dörfer zu beschießen.[144] Der Beschuss grenznaher Orte sowohl in Aserbaidschan als auch in Arzach und teils in Armenien selbst setzte sich bis zum Ende des Krieges fort.[145]

November

Das armenische Dorf Karin Tak unterhalb des Plateaus (aserbaidschanisch Cıdır Düzü), an dem auch Schuschi liegt

Nach Angaben der abchasisch-russischen Nachrichtenagentur ANNA News brachen aserbaidschanische Spezialeinheiten nach dem 31. Oktober einen Angriffsversuch südlich von Schuschi (aserbaidschanisch Șușa) ab.[146] Am 2. November berichtete die armenische Seite über einen erneuten aserbaidschanischen Angriff in Richtung Latschin-Korridor[147], die aserbaidschanische Seite meldete die Dörfer Tschaprand, Hadschi Isagli and Goscha Bulag in Dschäbrail, Dere Giletag und Boyuk Giletag in Zangilan sowie Muradxanlı und İşıqlı am Hakari und Milanlı östlich in den Bergen, alle drei etwa 40 km südlich von Latschin als eingenommen.[145] Nach armenischen Medien wurde die aserbaidschanische Armee in der folgenden Nacht aber wieder in die Ausgangspositionen zurückgeworfen.[148] Daneben führte Aserbaidschan erneut eine Offensive im Südosten um Scheker zwischen Füzuli und Schuschi durch, wobei es einige Positionen in der Nähe des Städtchens Tschartar (aserbaidschanisch Çartar/Güneyçartar) südöstlich von Martuni einnehmen konnte.[149] Außerdem gab es Angriffsversuche in Richtung Karmir Schuka (aserbaidschanisch Qırmızı Bazar), ein westliches Nachbardorf von Scheker, und im Norden in Richtung Martakert.[150] Am 3. November folgte eine aserbaidschanische Offensive an der Straße Füzuli-Schuschi bei Scheker, Karmir Schuka und dem Nachbardorf Taghaward[151], nach von Arzach veröffentlichten Bildern diesmal nicht mit Spezialeinheiten, sondern regulären Armeeverbänden[152], wobei auch aserbaidschanische Stellungen in Füzuli von der armenischen Seite beschossen wurden.[153] Die Offensive wurde nach armenischen Angaben abgewehrt.[154] Während der Kämpfe mit aserbaidschanischen Spezialeinheiten/ Diversanten/ Saboteuren südlich von Schuschi, die bis Karin Tak (aserbaidschanisch Dașaltı, armenisch Քարին տակ, manchmal auch westarmenisch Karin Tag umschrieben) reichten[155], wurden auch wieder Stepanakert und besonders Schuschi von Aserbaidschan bombardiert, östlich erneut einige aserbaidschanische Dörfer durch Arzach beschossen.[156] Am 4. Oktober sperrten die Behörden Arzachs Teile der Straße von Schuschi nach Goris in Armenien, nachdem in der Nacht zuvor in der Nähe von Karin Tak aserbaidschanische Spezialeinheiten, die rund um den Großen Kirs weiter aktiv sind, entdeckt worden waren.[157] Am Abend des 5. November berichteten sie, der Straßenabschnitt am Lisagorski-Pass sei „gesäubert“.[158] Unterdessen versuchte die aserbaidschanische Armee einen erneuten, fünften Angriff auf den Latschin-Korridor mit Unterstützung durch die Luftwaffe[159], die armenische Seite veröffentlichte Aufnahmen zerstörter Panzer[160] und bestätigte in den folgenden Tagen ihr Scheitern.[161] Die vom aserbaidschanischen Präsidenten am 7. Oktober als eingenommen gemeldeten Ortschaften liegen wieder südlicher am Hakari, darunter Bala Soltanlı und Mərdanlı, die im Oktober schon einmal gemeldet wurden.[162] Ebenfalls am 4. November berichtete die aserbaidschanische Seite vom Einsickern armenischer Sabotage-Einheiten in der westlichen Südregion Zəngilan, die unter schweren Verlusten vertrieben worden seien.[163]

Blick über Schuschi/ Şuşa (2013), links die Ghasantschezoz-Kathedrale (Heilig-Erlöser-Kathedrale)

Nach dem 5. November berichtete Arzach von erheblich verstärkten Angriffen der aserbaidschanischen Armee mit Spezialeinheiten, Panzern, Luftwaffe, Artillerie und Drohnen und heftigen Kämpfen um Karin Tak und um die in der historischen aserbaidschanischen und armenischen Erinnerung bedeutende alte Hauptstadt von Karabach: Şuşa/Schuscha/Schuschi. Zu Kämpfen kam es auch in Richtung Stepanakert, das nur 10 km von Schuschi entfernt unterhalb im Flusstal des Qarqarçay liegt. Am Morgen des 8. November meldete Aserbaidschan, Schuscha sei „von der Okkupation befreit“.[164] Die armenische Seite wiederholte am Abend, schwere Kämpfe dauerten an, der nächste Tag würde mehr Klarheit über den Verlauf dieser entscheidenden Schlacht bringen.[165] Am selben Tag begann eine Evakuierung von Zivilisten, Journalisten und Soldaten.[166] Am nächsten Morgen behauptete Armenien, es sei in der Nacht gelungen, die Gegner in der Region Karin Tak-Schuschi zurückzudrängen.[167] Nach weiteren Kämpfen meldete der Premierminister Armeniens, Nikol Paschinjan und die Armeesprecher Armeniens, die Kämpfe um Schuschi würden fortgesetzt.[168] Dem widersprach am Nachmittag der Regierungssprecher von Arzach, Wahram Pogossjan, Schuschi sei komplett der armenischen Kontrolle verloren, die aserbaidschanischen Angriffe würden jetzt gegen Stepanakert fortgesetzt[169], und Arzachs Präsident Arajik Harutjunjan präsentierte sich mit dem Hauptquartier der arzachischen Armee als „Verteidiger von Stepanakert“. Ebenfalls im Verlaufe des 9. November meldete der aserbaidschanische Präsident eine wachsende Zahl von Dörfern als eingenommen, darunter Karin Tag, Taghaward, Awetaranoz, Sghnach, weitere Dörfer zwischen Hadrut und Scheker und zahlreiche weitere Dörfer an allen Frontabschnitten[170], die armenische Seite berichtete nur noch Erfolge in Karmir Schuka.[171] Insbesondere die Einnahme Schuschis war für Aserbaidschan von großem strategischen Wert: Hier kann die Hauptverbindung zwischen Armenien und Arzach blockiert werden und die Stadt liegt direkt oberhalb von Stepanakert, das von hier aus leicht beschossen werden kann.[172] Wie der Präsident von Arzach, Arajk Harutjunjan, am 10. November ausführlich begründete, war die Verteidigung nach der verlorenen Entscheidungsschlacht um Schuscha gegen die überlegene aserbaidschanische Bewaffnung und Taktik[173] komplett zusammengebrochen und die Einnahme des übrigen Arzach nur noch eine Frage weniger Tage.[174]

Am selben Tag wurde außerdem ein Mil-Mi-24-Kampfhubschrauber der russischen Streitkräfte nahe der autonomen Republik Nachitschewan abgeschossen. Dabei sind zwei Besatzungsmitglieder getötet und ein weiteres verletzt worden. Das Außenministerium von Aserbaidschan gab in einer Stellungnahme an, dass aserbaidschanische Kräfte den Hubschrauber versehentlich abgeschossen hätten. Aserbaidschan bat um Entschuldigung und bot Russland eine Entschädigung an.[175]

Waffenstillstandsabkommen vom 9./10. November

Festlegungen des Waffenstillstandsabkommens

Am Abend des 9. November unterzeichneten die Präsidenten Russlands und Aserbaidschans sowie der Premierminister Armeniens mit Zustimmung Arzachs gegen 9:00 Uhr ein Abkommen, die Kampfhandlungen am 10. November ein Uhr morgens einzustellen.[176] Es beinhaltet neun Punkte, auf die sich die Konfliktgegner geeinigt haben: Aserbaidschan und Armenien verpflichteten sich, ihre aktuellen Positionen einzufrieren. Armenien soll sich in mehreren Schritten aus den noch gehaltenen Gebieten um Bergkarabach zurückziehen und sie an Aserbaidschan übergeben. Eine 1960 Personen umfassende russische Grenztruppe übernimmt dem Abkommen nach die Beobachtung der Waffenstillstandslinie und des Latschin-Korridors, der weiterhin den Rest Arzachs mit Armenien verbinden soll. Aserbaidschan erhielt die Zusage freier Verkehrswege zu seiner Exklave, der autonomen Republik Nachitschewan, und die Grenzen zwischen beiden Staaten sollen geöffnet werden. Aserbaidschanische Flüchtlinge dürfen nach Bergkarabach und die umgebenden Gebiete zurückkehren. Das Abkommen gilt für 5 Jahre und verlängert sich automatisch, wenn keiner der Beteiligten widerspricht.[177] Den im Statement nicht enthaltenen Angaben des aserbaidschanischen Präsidenten, auch türkische Einheiten würden an der Sicherung des Abkommens beteiligt,[178] widersprach Russland noch am gleichen Tag und schloss die Präsenz türkischer Truppen im Konfliktgebiet aus.[179] Dennoch bewilligte das türkische Parlament am 17. November die Entsendung von Truppen, die jedoch voraussichtlich nur auf aserbaidschanisch kontrolliertem Gebiet zur Überwachung des Abkommens eingesetzt werden.[180] Am 18. November wurde die Entsendung russischer Truppen vom Föderationsrat nachträglich bestätigt.[181]

Nach Bekanntwerden des Abkommens, das der armenische Premierminister Nikol Paschinjan unterzeichnet hatte, ohne sich zuvor mit dem Staatspräsidenten Armen Sarkissjan und dem Parlament abzusprechen, stürmten Demonstranten den armenischen Regierungssitz und Abgeordnetenbüros am Platz der Republik und schlugen Parlamentspräsident Ararat Mirsojan zusammen. Auch in das Wohnhaus Paschinjans drangen die Demonstranten ein und richteten Zerstörungen an.[182][183] Der Präsident von Arzach, Arajik Harutjunjan, verteidigte dagegen in einer Rede am 10. November 2020 die Annahme der Waffenstillstandsbedingungen durch den armenischen Ministerpräsidenten Paschinjan kurz nach dem Fall der Stadt Schuschi, da ein weiterer Zusammenbruch der Front befürchtet worden sei. Eine Eroberung ganz Arzachs durch den Feind sei nur noch eine Frage von Tagen gewesen, nachdem zuletzt weitere, neuartige Drohnen mit vernichtender Wirkung zum Einsatz gekommen seien.[174] Ähnlich hatte zuvor schon Paschinjan das Abkommen begründet,[178] wobei ihm später sein Verteidigungsminister zustimmte und auf eine Konsultation der Militärführung vor Zustimmung zum Waffenstillstandsabkommen verwies.[184] Am 18. November bestätigte auch der zurückgetretene Chef des armenischen Generalstabes, Movses Hakopian, den Kollaps der Verteidigung, wobei er auch die armenischen Falschmeldungen am Ende des Krieges und die Entscheidung, nur Freiwillige statt aller Wehrpflichtigen zu rekrutieren, kritisierte.[185] In Aserbaidschan kam es nach Verkündung des Abkommens zu öffentlichen Siegesfeiern,[186] in Armenien fanden in den Straßen Proteste gegen das Abkommens statt, die in Gewalt umschlugen. Am Folgetag der Unterzeichnung wurde aufgerufen, sich nicht an das Abkommen zu halten.[187] Der Vorsitzende des arzachischen Sicherheitsrats trat zurück[188] und Präsident Harutjunjan sowie die armenische Regierung wurden zum Rücktritt aufgefordert, sowohl aus Arzach als auch von allen Teilen der armenischen Opposition.[189][184] Internationale Beobachter hoffen, dass das Abkommen die Grundlage für anhaltenden Frieden und Ausgleich legt.[190]

Bereits am Mittag des 10. November begann die Verlegung russischer Truppen in die Konfliktregion.[191] Etwa 25.000 Menschen kehrten in den Tagen danach nach Arzach zurück,[192] vier Tage nach Kriegsende berichtete der Bürgermeister von Stepanakert, dass schon ein Drittel der Flüchtlinge aus der Stadt zurückgekehrt sind.[193] Viele der Rückkehrer fühlen sich so nah am aserbaidschanisch kontrollierten Schuscha jedoch nicht sicher.[194] Aus anderen Gebieten Bergkarabachs stzt sich die Flucht auch nach der Verkündung des Abkommens fort, insbesondere aus und durch die zuerst, am 15. November, an Aserbaidschan zu übergebenden Region Kalbajar. Die hier wohnenden Armenier, ausschließlich Siedler, die sich nach Vertreibung der Aserbaidschaner angesiedelt hatten[195], zogen nach Armenien, nahmen dabei so viel wie möglich mit sich und zerstörten das nicht Bewegliche, wie ihre Häuser, um sie keinem Aserbaidschaner zu überlassen.[196][197] Besondere Sorge galt den Überresten Verstorbener, sodass einige vor der Flucht auch deren Gräber öffneten und den Inhalt mit sich nahmen. Auch Kunstwerke und Denkmäler wurden nach Armenien verbracht.[198][199] Ähnliche Szenen wiederholten sich vor der Übergabe des westlichen Rayons Ağdam. Unter den armenischen Flüchtlingen waren auch die Bewohner des Dorfs Nor Maragha (=„Neu Maragha“, ehemals aserbaidschanisch Qızıl Kəngərli[200]), deren Bewohner Flüchtlinge aus dem armenischen Dorf Maragha und ihre Nachkommen waren (heute das verlassene Dorf Sıxarx im Frontstreifen[201]), die das Massaker von Maraga überlebt hatten.[202] Die sieben im Rajon Ağdam am 19. November 2020 geräumten armenischen Dörfer waren nach dem ersten Krieg um Bergkarabach von armenischen Flüchtlingen aus Dörfern besiedelt worden, die auch nach 1994 unter aserbaidschanischer Kontrolle geblieben waren. Außer Nor Maragha waren dies Nor Haykajur (Boyəhmədli), Nor Karmiravan (Papravənd), Nor Seysulan (Seysulan), Nor Aygestan (Çaylı), Nor Jraberd (Çiləbörd) und Hovtashen (Aliağalı).[203] Bilder einiger von armenischen Bewohnern geräumter Orte zeigen aber, dass nicht überall die Häuser niedergebrannt werden.[204] Die Räumung und Übergabe Kalbajars wurde um 10 Tage auf den 25. November verschoben.[205][199] Während Armenier aus Teilen Bergkarabachs fliehen, bereiten sich Aserbaidschaner auf die Rückkehr vor, die im Krieg bis 1994 aus der Region geflohen sind. Einige von ihnen lehnen eine Rückkehr jedoch ab, da sie ihr neu aufgebautes Leben nicht aufgeben wollen und sich bei einer Rückkehr keine besseren Perspektiven erhoffen.[206]

Entgegen ursprünglichen Meldungen soll die nördliche Versorgungsstraße Wardenis–Martakert nicht am 15. November für Armenier geschlossen werden, sondern mindestens offen bleiben, bis die russischen Friedenstruppen in den nächsten drei Jahren eine Umgehungsstraße um Schuscha der südlichen Versorgungsstraße Goris-Latschin-Stepanakert gebaut haben.[207] Am 17. November wurde der Latschin-Korridor unter russischen Friedenstruppen geöffnet.[208] Die armenische Regierung plant die Aufnahme von Verkehrsverbindungen in die Provinz Sjunik sowie in den Iran über das aserbaidschanische Nachitschewan, was durch das Abkommen ermöglicht wird.[209] In den von Aserbaidschan eroberten oder an sie übergebenen Gebieten wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt und schrittweise Polizeistationen eingerichtet – zuerst in Schuscha und Hadrut – die zunächst auch der Verwaltung der Gebiete dienen.[210]

Im Rahmen des Abkommens übergibt Armenien 121 Orte in Bergkarabach, darunter teils verminte, an Aserbaidschan.[211] Die am 23. November von Armenien veröffentlichte Liste[212] umfasst alle Orte in dem Drittel von Arzach, das die aserbaidschanische Armee im Krieg eingenommen hatte und in dem Drittel, das nach den Bestimmungen des Waffenstillstandes zwischen 20. November und 1. Dezember übergeben werden muss und die in Arzach noch als Gemeinden galten, weil sie entweder traditionell armenische Ortschaften sind oder nach 1994 zumindest teilweise wieder besiedelt wurden. Sie umfasst nicht die seit 1994 komplett verlassenen und zerstörten aserbaidschanischen Ortschaften, die nicht mehr als Gemeinden galten. Aserbaidschan hatte am Ende des Krieges weit über 200 Orte allein in dem eingenommenen Drittel als eingenommen gemeldet, die Differenz sind die Wüstungen. Durch Detonation von Landminen wurden bis 23. November ein aserbaidschanischer Soldat getötet, ein russischer Friedenssoldat lebensbedrohlich verletzt und vier arzachische Rettungssanitäter verletzt.[213]

Informationskrieg und Propaganda

Die Berichterstattung von der aserbaidschanischen Seite der Front fand stets unter Beobachtung von Regierungsvertretern statt. Wobei sich diese, so die ARD, nicht in die eigentlichen Recherchen einmischten. Nach deren Beobachtung lief im aserbaidschanischen Fernsehen während des Krieges häufig Propaganda, bis hin zu Schlagersängern, die „mit Inbrunst die Nation überhöhende Schnulzen“ vortragen.[14] Neben Berichten großer Medien verbreiteten sich viele Informationen über Soziale Netzwerke, insbesondere auch Propagandameldungen, beispielsweise über die besondere Grausamkeit der jeweils anderen Seite. International wurden die Mitteilungen in diesen Medien von prominenten Mitgliedern der armenischen Diaspora bestimmt, die sich für die Unterstützung Armeniens einsetzten.[214]

Zerstörungen und Opferzahlen

Juli

Nach Medienberichten durch die armenische Artillerie beschädigtes Haus in der Provinz Tovuz (Aserbaidschan)

Gemäß aserbaidschanischen Angaben wurden 12 Militärangehörige, darunter ein Generalmajor und ein Oberst, sowie ein 76-jähriger Zivilist, getötet. Unter den angrenzenden Wohnsiedlungen der Provinz Tovuz gerieten die Dörfer Ağdam (nicht zu verwechseln mit der Stadt Ağdam in Karabach), Dondar Quşçu und Vahidli unter intensives Artillerie- bzw. Mörserfeuer der armenischen Streitkräfte und waren von Zerstörungen am schwersten betroffen.[215] Das armenische Verteidigungsministerium sprach von insgesamt fünf getöteten und 36 verletzten Militärangehörigen.[216] Mehrere Wohnhäuser in den Grenzdörfern Mowses, Tschinari und Ajgepar der Provinz Tawusch wurden infolge der Angriffe mit Mörsergranaten beschädigt.[217] Außer einem Verletzten wurden keine Opfer unter den Zivilisten registriert.[218] Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind 72 syrische Kämpfer, die von der türkischen Regierung unterstützt werden, in den Kämpfen gegen armenische Soldaten getötet worden.[219]

September bis November

Die Behörden der Republik Arzach teilten Anfang Oktober mit, dass sich zwischen 70.000 und 75.000 Menschen (davon etwa 90 % Frauen und Kinder) in der Region Bergkarabach auf die Flucht begeben haben.[220] Auch eine unbekannte Zahl aserbaidschanischer Zivilisten musste aus frontnahen Dörfern flüchten.[221] In den letzten Tagen des Septembers kamen auf der armenischen Seite laut deren Angaben 114 Soldaten und Zivilisten ums Leben. Aserbaidschan gab keine Zahlen zu getöteten Soldaten, aber 10 getötete Zivilisten an.[29] Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben bei dem Konflikt auf Seiten Aserbaidschans bis 13. Oktober 119 syrische Söldner.[222] Der aserbaidschanischen Nachrichtenagentur Azeri Press Agency zufolge, sind mit Stand vom 8. Oktober 31 Zivilisten getötet und 154 Zivilisten durch armenische Angriffe verletzt worden.[223] Die armenische Nachrichtenagentur Armenpress meldete am 9. Oktober 22 tote Zivilisten und 95 verletzte Zivilisten durch Angriffe von aserbaidschanischer Seite.[224] Am 8. Oktober wurde die historische armenische Ghasantschezoz-Kathedrale in Schuschi bei zwei Angriffen von Bomben getroffen und beschädigt. Dabei wurden auch Journalisten schwer verletzt.[225][226]

Bis zum 14. November wurden die sterblichen Überreste der Soldaten, insbesondere aus der Schlacht um Schuscha, zwischen den beiden Kriegsparteien ausgetauscht.[227] Drei Tage nach Inkrafttreten des Waffenstillstands gab die Republik Arzach die Zahl der getöteten Soldaten ihrer Armee mit 1.339 an. Den Angehörigen sowie den Verwundeten wurde eine Rente von über 100.000 Euro mit Auszahlung über die folgenden 20 Jahre versprochen.[228] Armenien gab 2.400 getötete Soldaten an und garantierte ebenfalls die Versorgung der Verwundeten und der Hinterbliebenen. Zusätzlich werden noch über 2.300 Soldaten vermisst.[229] Auf der armenischen Seite seien außerdem 49 Zivilisten getötet und 157 verletzt worden. Aserbaidschan gibt an, dass 94 Zivilisten getötet wurden und weitere 414 verwundet. 120 größere Wohnhäuser wurden beschädigt sowie 3410 kleine, sowie 512 weitere zivile Gebäude.[230]

Zum Zeitpunkt des Waffenstillstands waren etwa 100.000 Menschen aus Bergkarabach nach Armenien geflohen, wo sie aufgenommen und – oft mit Unterstützung von Spenden aus der Diaspora – versorgt werden.[184] Mit Umsetzung des Waffenstillstands konnten zwar über 25.000 Flüchtlinge zurückkehren,[192] doch kommen stattdessen Flüchtlinge aus den an Aserbaidschan zu übergebenden Gebieten nach Armenien. Während manche der Geflüchteten bei Verwandten unterkamen, finden sich viele in prekären Verhältnissen mit nur wenig Unterstützung wieder.[231] Auch für die innerhalb Bergkarabach vertriebenen Menschen werden die von Arzach vorgesehenen HIlfen als unzureichend kritisiert.[232]

Durch den Waffenstillstand wurden auch Zerstörungen sichtbarer. In Schuscha wurde von Zerstörungen sowie Graffiti an den armenischen Kirchen berichtet, die nach der Einnahme durch die aserbaidschanische Armee entstanden.[233] Die Regierung in Baku warf der armenischen Seite vor, in den seit den 1990er Jahren besetzten und nun wieder aserbaidschanischen Gebieten die meisten Moscheen und muslimischen Friedhöfe zerstört beschädigt oder entweiht zu haben.[234] Weite Teile der von Aserbaidschan zurückgewonnenen Gebiete sind seit den 1990er Jahren zerstört. Der Wiederaufbau wird auf Kosten von mindestens 10 Milliarden US-Dollar und fünf bis zehn Jahren geschätzt.[235]

Kriegsverbrechen

Filmmaterial des Einsatzes geächteter Streumunition (Cluster Munition) am 4. Oktober 2020 gegen Stepanakert

Beide Kriegsparteien werfen einander Kriegsverbrechen vor. So beschossen Einheiten der Karabach-Armenier wiederholt Wohngebiete in Gandscha, Terter und Barda.[236] Die Behörden der Republik Arzach verwiesen Anfang Oktober darauf, dass sich in Gandscha ein Militärflughafen befinde, der auch getroffen worden sei.[237] Aserbaidschan nahm dagegen Ortschaften in Bergkarabach, insbesondere die Hauptstadt Stepanakert unter anhaltenden Beschuss und konnte so umfangreiche Schäden verursachen. Beide Seiten warfen einander den Einsatz von Streumunition gegen Zivilisten vor. Am 5. Oktober veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen Bericht und verurteilte Angriffe auf die Zivilbevölkerung. In der Veröffentlichung bestätigt Amnesty International, dass die armenisch bewohnte Hauptstadt von Bergkarabach, Stepanakert, mit verbotener Streumunition beschossen wurde.[238] Human Rights Watch bestätigte am 23. Oktober 2020 den Einsatz von Streumunition durch Aserbaidschan gegen zivile Ziele in Stepanakert.[239] Am 29. Oktober 2020 veröffentlichte Untersuchungen von Amnesty International bestätigten, dass auch die armenische Seite beim Angriff auf Bərdə am Vortag mit 21 Toten und 70 Verletzten verbotene Streumunition einsetzte.[240] Am 30. Oktober 2020 bestätigte Human Rights Watch diesa Verwendung von Streumunition durch arzachische Verbände.[241]

Als es ab dem 30. Oktober zu Bränden auf der armenischen Seite der Front kam, wurden Vorwürfe des Einsatzes von Phosphor an Aserbaidschan gerichtet, das damit diese Brände ausgelöst habe. Eine Auswertung der Bilder konnte Phosphor-Einsatz jedoch nicht bestätigen, so Militärexperte Vasily Dandykin.[242]

Nach der Eroberung der Stadt Hadrut erschossen aserbaidschanische Spezialkräfte um den 14. Oktober 2020 zwei armenische Bewohner, kurz nachdem sie diese gefangen genommen hatten. Zwei Videos, welche die Gefangennahme und die Erschießung zeigten, kursierten in den sozialen Medien und konnten von der aserbaidschanischen Regierung nicht mehr aus dem Netz entfernt werden. Unabhängige Analysen der Bilder bewiesen ihre Authentizität.[243] Flüchtlinge aus Hadrut erkannten auf den Bildern die Opfer, einen 73-jährigen aus Hadrut und einen 25-jährigen aus dem Nachbarort Tyaq.[244]

Beteiligung von Söldnern

Nach Angaben des französischen Präsidenten Macron und der russischen Regierung hat die türkische Regierung unter Recep Erdoğan Söldner aus Syrien und Libyen auf aserbaidschanischer Seite in das Gebiet geschickt.[245] Das russische Außenministerium forderte Anfang Oktober den Abzug aller irregulären Einheiten aus der Region.[246] Auch verschiedene weitere Quellen deuteten darauf hin, dass die Türkei zwischen 850 und 4000 Söldner in Syrien rekrutiert und sie möglicherweise ebenso wie Drohnen ab Ende September 2020 nach Aserbaidschan in das Gebiet um Bergkarabach transportiert hat.[247][248][249] Auch die syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Beteiligung syrischer Söldner und meldete den Tod von über 100 von ihnen.[222] Die ARD berichtet von Menschen aus der Region Idlib, die in Bergkarabach in gefährlichen Stellungen an der Front eingesetzt werden. Bei der Rekrutierung seien ihnen hoher Sold und der Einsatz nur zur Bewachung und außerhalb von Kampfhandlungen versprochen worden. Nach Ankunft in Baku seien ihnen dann Handys abgenommen und sie direkt an die Front geschickt worden. Die Türkei nimmt zu den Berichten über Söldner keine Stellung. Die Schätzungen der Gesamtzahl syrischer Söldner geht bis zu 2.000.[250] Anfang November veröffentlichte auch das russische Außenministerium diese Schätzung.[251]

Internationale Reaktionen

Im Juli kamen von der internationalen Gemeinschaft unterschiedliche Reaktionen auf die Zuspitzung der Sicherheitslage an der armenisch-aserbaidschanischen Staatsgrenze. Die Türkei als engster Verbündeter stellte sich auf die Seite Aserbaidschans und sicherte Baku uneingeschränkte Rückendeckung zu.[252] Kurz nach den Zusammenstößen an der Grenze fanden planmäßige gemeinsame und großangelegte türkisch-aserbaidschanische Militärübungen mit Beteiligung von Bodentruppen und Luftwaffen beider Länder in der Autonomen Republik Nachitschewan statt.[253] Ihre Unterstützung für Aserbaidschan brachten unter anderem Moldawien, Pakistan und die Ukraine zum Ausdruck. Das Koordinationsbüro der Bewegung der Blockfreien Staaten verabschiedete ein Kommuniqué, in dem die „militärischen Provokationen Armeniens“ scharf verurteilt wurden.[254] Kritik am Vorgehen Armeniens kam auch aus der Organisation für Islamische Zusammenarbeit.[255] Beobachter, darunter der Kaukasus-Experte Thomas de Waal oder Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, sprechen allerdings von einem Angriffskrieg seitens Aserbaidschan.[256][257] Armenien erhielt auch Unterstützung aus der Republik Zypern, die neben Aserbaidschan auch die „destruktiven Schritte der Türkei“ kritisierte.[258] Das Außenministerium der Russischen Föderation rief beide Parteien zur Zurückhaltung und sofortigen Beendigung der Kampfhandlungen auf.[259] Der US-amerikanische Außenminister Mike Pompeo forderte Baku und Jerewan ebenfalls zur Deeskalation auf.[260] Die Kongress-Abgeordneten Brad Sherman, Frank Pallone, Adam Schiff und Ed Markey bekundeten ihre Solidarität mit Armenien.[261] Sherman und Pallone reichten auf Ersuchen vom Armenian National Committee of America (ANCA), einer einflussreichen armenischen Diasporaorganisation, zwei Änderungsanträge zum Verteidigungsetat der USA für 2021 ein, die das Verkaufsverbot von US-Waffen an Aserbaidschan vorsahen.[262] Diese wurden am 21. Juli vom Kongress abgelehnt. Im Gegenzug initiierten Kongressabgeordnete Steve Cohen und Steve Chabot zwei mit US-Außen- und Verteidigungsministerien abgestimmten Änderungsanträge über die vertriebenen und umgebrachten Bürger in einigen post-sowjetischen Ländern (Ukraine, Moldawien, Georgien und Aserbaidschan). Diese wurden vom Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten gebilligt und in Aserbaidschan als „großen politischen Sieg über das armenische Lobby in den USA“ gefeiert.[263] António Guterres, Generalsekretär der UNO, appellierte an Konfliktparteien und verlangte, die „provokative Rhetorik“ zu unterlassen und zum Verhandlungsprozess zurückzukehren.[264] Die Ko-Vorsitzenden der OSZE-Minsk-Gruppe, die im Bergkarabachkonflikt vermitteln, richteten Aufforderung an Armenien und Aserbaidschan, auf Gewalt zu verzichten und substantive Verhandlungen zwecks einer umfassenden Konfliktlösung in die Wege zu leiten. Auch Versuche, unilateral das bestehende Verhandlungsformat zu ändern, wurden im Statement verurteilt.[265]

Der Einsatz von Drohnen, der vor der Regulierung autonomer Waffensysteme Tatsachen schaffe, wird vielerorts medial gesondert hervorgehoben und zum Teil in Verbindung mit hohen Anteilen ziviler Opfer gebracht.[266][267][268] Max Tegmark äußerte sich wie folgt dazu: „Die von Drohnen getöteten Zivilisten im neuen Bergkarabachkrieg sind Zeugnis, dass [„Killer-KI“] keine Science-Fiction-Spektulation einer fernen Zukunft ist, sondern schon geschieht.“[269] Nach Einschätzung der österreichischen Militärexperten Markus Reisner und Gustav Gressel waren die Drohnen kriegsentscheidend, schnitten die Reserven der Armenier vom Gefechtsfeld ab und hielten die Verluste der Aserbaidschaner gering bei gleichzeitig verheerenden Verlusten der Armenier. Der Präsident Arzachs, Arajik Harutjunjan, wird in einem diesbezüglichen Bericht der Tagesschau (ARD) vom 20. November 2020 zitiert, dass die armenischen Sondereinheiten unter diesen Bedingungen ihren Einsatz verweigerten und Reservisten die Flucht ergriffen. Die russischen Streitkräfte hätten bereits in Syrien ihren Schock mit diesen Drohnen erlebt, jedoch daraus gelernt. Die europäischen Staaten hätten nach Einschätzung der österreichischen Experten bei einem aserbaidschanischen Drohnenangriff keine Chance, da die Luftabwehrsysteme Frankreichs, Polens und auch Deutschlands diese Drohnen nicht erfassen würden und so die Städte den Angriffen schutzlos ausgeliefert wären.[270]

Russland und Iran reagierten auf die Kämpfe an der iranischen Grenze und die Gebietsgewinne Aserbaidschans auch mit militärischen Drohgesten. Am 17. Oktober hielt die russische Marine in internationalen Gewässern vor der Apscheron-Halbinsel ein Marine-Manöver ab, bei dem auch der Abschuss unbemannter Drohnen vorgeführt wurde.[271] An der Ostgrenze Armeniens zogen nach Bildern der TASS russische Truppen auf.[272]

Nachdem am 21. Oktober nach umstrittenen Meldungen bei den Kämpfen an der Grenze am Aras auf iranischer Seite ein Zivilist getötet und drei verletzt worden sein sollen[273], forderte der Iran, schwere Artillerie vom Fluss abzuziehen, oder selbst für seine Grenzsicherheit zu sorgen. In den folgenden Tagen zog der Iran größere Einheiten der Armee und auch der Iranischen Revolutionsgarden an die Aras-Grenze und begann am 25. Oktober mit großangelegten Manövern am Aras mit Beteiligung von Infanterie, Artillerie und Drohnen.[274]

Reaktionen in der Diaspora

Voneinander getrennte pro-aserbaidschanische und pro-armenische Demonstranten in Los Angeles (21. Juli 2020)

Die Geschehnisse an der Front ließ auch die Spannungen zwischen Vertretern der armenischen und aserbaidschanischen Diaspora in europäischen und US-amerikanischen Städten zunehmen. In London, Brüssel, Los Angeles, New York, Berlin, Düsseldorf, Warschau etc. fanden Solidaritätskundgebungen auf beiden Seiten statt. Es kam zu gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen mehrere Demonstranten verletzt wurden. In Los Angeles organisierte das mit der nationalistischen Armenischen Revolutionären Föderation verbundene Armenian National Congress of America (ANCA) am 22. Juli 2020 eine große Protestaktion vor dem Generalkonsulat der Republik Aserbaidschan, zu der sich laut Polizeiangaben ca. 500 armenische Demonstranten versammelten. Denen gegenüber standen 30 bis 50 aserbaidschanische Gegenprotestler. Die Situation geriet schnell außer Kontrolle, indem die zahlenmäßig überlegenen armenischen Demonstranten auf die anwesenden Aserbaidschaner losgingen und das ganze Geschehen mit Kameras festhielten. In der Folge erlitten sieben Aserbaidschaner Verletzungen (vier davon mussten im Krankenhaus behandelt werden). Auch ein US-Polizist wurde verletzt, der Angreifer wurde festgenommen. In mindestens drei Fällen ermittelt die Polizei auf Anklage der betroffenen Aserbaidschaner wegen Hasskriminalität, die Angreifer werden gesucht.[275] In seinem an das Generalkonsulat Aserbaidschans adressierten Brief verurteilte Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles, die Gewaltanwendung gegen die Mitglieder der aserbaidschanischen Community scharf.[276] Auch Simon Wiesenthal Center und Los Angeles Office of the American Jewish Committee, zwei führende jüdische Organisationen der USA, bezeichneten den Gewaltakt der armenischen Demonstranten als verstörend und inakzeptabel.[277] Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich vor der Botschaft Aserbaidschans in Brüssel, als armenische Demonstranten das Botschaftsgebäude mit Steinen bewarfen. Dabei wurden vier Aserbaidschaner, darunter eine Reporterin, am Kopf schwer verletzt. Die belgische Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die protestierenden Armenier vom Botschaftsgelände abzudrängen. Später nahm die Polizei 17 armenische Tatverdächtige fest.[278] Am Rande der Kundgebung wurde ein aserbaidschanischer Jugendlicher von einer Gruppe armenischer Angreifer verprügelt.[279] Auch das Dienstgebäude der diplomatischen Vertretung Aserbaidschans in Paris wurde beschädigt.[280] Am 23. Juli 2020 wurde ein Dienstfahrzeug der armenischen Botschaft in Berlin in Brand gesteckt. Die AGBU, eine Diasporaorganisation der Armenier, vermutet dahinter ein armenienfeindliches Motiv.[281] Die offiziellen Polizeiermittlungen haben dies bisher nicht bestätigt. Am 24. Juli hat eine Gruppe von 20 bis 30 maskierten Männern im Kölner Stadtteil Mülheim die Scheiben einer Shisha-Bar zerschlagen. Gemäß den Aussagen des armenischen Bar-Betreibers soll es sich bei den Angreifern um Aserbaidschaner gehandelt haben, die versucht hätten, ins Innere des Gebäudes einzudringen. Die Polizei spricht von einem erheblichen Sachschaden.[282] Der Zentralrat der Armenier in Deutschland berichtet zudem von der Verwüstung weiterer armenischer Geschäfte in Hamburg.[283] In allen genannten Fällen liegen noch keine polizeilichen Ermittlungsergebnisse vor. Die russische Hauptstadt Moskau war ebenfalls Schauplatz zahlreicher beiderseitiger Gewaltexzesse.[284] Begleitet wurden diese Spannungen vom sogenannten „Aprikosenkrieg“, als armenische Obsthändler ihre Waren im „Food City“, dem größten Supermarkt Moskaus „wegen Sicherheitsbedenken“ nicht verkaufen durften. Dieser gehört God Nissanow und Sarach Ilijew, zwei russischen Geschäftsleuten aus Aserbaidschan. Einen Tag später gab ein Vertreter des russischen Handelsministeriums bekannt, dass der Konflikt beigelegt sei und armenische Artikel erneut im „Food City“ angeboten werden.[285]

Seit Ausbruch weitreichender Kampfhandlungen Ende September rufen Angehörige der armenischen Diaspora, insbesondere in den USA, zur Unterstützung von Armenien und Arzach auf. Dies reicht von Aufrufen zur Anerkennung und internationalen Unterstützung bis zu Diaspora-Armeniern, die selbst in das Kriegsgebiet reisen, um sich an den Kämpfen zu beteiligen oder sie vor Ort zu unterstützen.[286] In Deutschland wurde von hunderten armenischen Demonstranten die A1 blockiert, um auf den Krieg aufmerksam zu machen.[287] In der Türkei gerät die dort lebende Minderheit von Armeniern gesellschaftlich unter Druck und ist Drohungen ausgesetzt, da sich große Teile der Gesellschaft und Politik an die Seite Aserbaidschans gestellt haben.[288]

Am 27. Oktober 2020 gab es in Beirut zahlreiche Proteste armenischer Libanesen gegen die Offensive Aserbaidschans mit Hilfe der Türkei, wobei es vor der türkischen Botschaft im Vorort Rabieh zu Zusammenstößen mit libanesischer Polizei und Sicherheitskräften kam.[289] Bei einer Autobahnblockade der Autoroute A 7 Lyon-Marseille durch armenisch-französische Demonstranten, die die internationale Anerkennung der Republik Arzach forderten, wurden einige Demonstranten von fünf türkisch-französischen Männern mit Hämmern und Messern angegriffen, wobei vier armenische Demonstranten verletzt wurden, einer davon lebensbedrohlich.[290]

Geopolitische Einordnung

Der Wiederausbruch des Konflikts Ende wurde von Beobachtern als Ausdruck der Stärke Aserbaidschans und dessen Verbündeten Türkei gesehen, während Russland mit engen Bindungen zu beiden Konfliktparteien eher einen ausgleichenden Kurs habe fahren müssen, um eigene Interessen nicht zu gefährden. Die europäischen Staaten und die USA wurden zwar zu stärkerem Engagement aufgefordert, jedoch zu sehr mit Präsidentschaftswahlkampf, Coronapandemie und innerer Uneinigkeit beschäftigt, als dass mehr als Apelle an die Konfliktparteien erfolgten. Thomas de Waal verweist auf den Kosovo, wo wegen Angriffen auf eine ethnische Minderheit letztlich sogar militärisch eingegriffen wurde, als Vorbild für ein Vorgehen gegen Aserbaidschan zumindest auf diplomatischer Ebene. Doch weder kam es zu einer solchen Intervention, noch wurde die mt dem Konflikt betraute Minsk-Gruppe der OSZE aktiv, in der auch die USA und Frankreich vertreten sind. Einzig die USA unternahmen Ende Oktober eine Initiative für einen Waffenstillstand, der jedoch innerhalb weniger Stunden scheiterte. Es wurde daher erwartet, dass Russland und die Türkei als regionale Vormächte die Bedingungen des Friedens bestimmen werden. Ebenfalls wurde ein wachsender Einfluss der Türkei erwartet, die Aserbaidschan militärisch unterstützt und auch sonst enge Verbindungen zu dem Land hält. So beliefert Aserbaidschan die Türkei mit Gas, was diese unabhängiger von Russland macht. Die Türkei versuche seit längerem, ihren Einfluss in der Region auszuweiten. Ein Einflussverlust Russlands wurde erwartet, das steigenden Einfluss der Türkei durch eine Niederlage Armeniens verhindern wolle. Es riskiere bei deutlicher Positionierung für Armenien aber seine bisher guten Beziehungen zu Aserbaidschan, das dann wiederum näher an die Türkei rücken könnte. Entsprechend wird die Zurückhaltung Russlands erklärt, wo man mit einem russischen Eingreifen lediglich für den Fall drohte, dass die aserbaidschanische Offensive auf Armenien selbst übergreift. Zwei durch Russland vermittelte Waffenstillstandsvereinbarungen scheiterten, was die Grenzen des russischen Einflusses zeige. Russlands Chancen auf Erhalt des eigenen Einfluss längen daher darin, Aserbaidschan entgegen zu kommen, die Türkei aus einem Friedensabkommen herauszuhalten und eigene Truppen zu stationieren. Bisher sei der eingefrorene Konflikt auch ein Werkzeug Russlands gewesen, auf beide Konfliktparteien Einfluss zu nehmen. Dies könne mit dem Krieg nun zu Ende gehen.[27][17][291][292][293][294]

Das Waffenstillstandsabkommen wurde als weitgehende Kapitulation Armeniens aufgefasst, da große Zugeständnisse gemacht wurden.[190][178][184] Arzach verlor knapp ein Drittel seines Gebietes durch die Kämpfe und muss durch das Abkommen nochmals über ein Drittel seines Gebietes an Aserbaidschan übergeben.[295] Für diese Gebiete werden ethnische Säuberungen befürchtet, falls die armenische Bevölkerung nicht zuvor flieht, sowie die Zerstörung armenischer Kulturgüter.[296] Der geschlossene Waffenstillstand wird aber auch als für Russland günstiger als erwartet bewertet. Aserbaidschan gewinne zwar große Gebiete zurück, der Rest Arzachs werde durch die Stationierung russischer Truppen vergleichbar mit Südossetien und Abchasien vor dem dortigen Krieg 2008. Dort waren nach Unabhängigkeitserklärung und -krieg Anfang der 1990er auch russische Truppen stationiert.[295] Analysten betonen auch, dass das Abkommen für Armenien günstiger ist, als vor Ort wahrgenommen. So stoppt es die aserbaidschanische Offensive, die sonst womöglich bald ganz Bergkarabach erobert hätte, und ermöglicht zumindest eine verbleibende armenische Präsenz in der Region. Die Erklärung für die aserbaidschanische Bereitschaft zum Waffenstillstand könne in deren Befürchtung liegen, Russland würde sich nach dem Abschuss eines russischen Helikopters nun direkt einmischen.[190] Noch am 1. November hatte Aserbaidschans Präsident Alijew gesagt, man werde Bergkarabach mit allen Mitteln vollständig unter Kontrolle bringen.[297]

In Armenien verbreitete sich spätestens zum Ausgang des Krieges nach dem Waffenstillstand vom 9. und 10. November Enttäuschung über die mangelnde internationale Unterstützung, insbesondere durch Russland aber auch durch die europäischen Staaten. Die Nichteinmischung Russlands wurde als Verrat wahrgenommen, während sich in Europa nur Frankreich auf die Seite Armeniens stellte. Diese, auf die dortige armenische Diaspora zurückzuführende Positionierung, beschränkte sich jedoch auf die Verurteilung der türkischen Unterstützung Aserbaidschans, ohne dass weitere Aktivitäten folgten.[184]

Einzelnachweise

  1. SOHR NEWS vom 6. November
  2. Եվս 2 զինծառայող է զոհվել – Հրապարակ. 14. Juli 2020, abgerufen am 20. Oktober 2020.
  3. Meldung vom 24. November bei Kawkaski Usel
  4. Border fight heats up in South Caucasus. 17. Juli 2020, abgerufen am 20. Oktober 2020 (englisch).
  5. Meldung vom 24. November bei Kawkaski Usel
  6. SOHR NEWS vom 6. November
  7. Meldung vom 5. November bei Kawkaski Usel
  8. Meldung vom 3. November bei Kawkaski Usel
  9. Nearly 90,000 people displaced, lost homes and property in Nagorno Karabakh. Abgerufen am 25. Oktober 2020 (englisch).
  10. ACNUDH | Nagorno-Karabakh conflict: Bachelet warns of possible war crimes as attacks continue in populated areas. Abgerufen am 10. November 2020.
  11. Michael Reinhard Heß: Panzer im Paradies. Der Berg-Karabach-Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan. Verlag Dr. Köster, Berlin 2016, ISBN 978-3-89574-906-3, S. 127–128.
  12. Azerbaijan: Analysis of Gaps in the Protection of Internally Displaced Persons (IDPs). (PDF) In: UNHCR/European Commission Humanitarian Aid. Oktober 2009, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  13. Uwe Klußmann, DER SPIEGEL: Armeniens und Aserbaidschans Kampf um Bergkarabach: Der Krieg, den niemand gewinnen kann - DER SPIEGEL - Geschichte. 29. September 2020, abgerufen am 15. November 2020.
  14. a b tagesschau.de: Krieg um Bergkarabach: "Wir können nicht zusammenleben". 27. Oktober 2020, abgerufen am 15. November 2020.
  15. Nagorno-Karabakh’s Gathering War Clouds. International Crisis Group, 1. Juni 2017, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  16. Emil Sanamyan: Azerbaijan makes a move in Nakhichevan amid change of guard in Armenia. In: Civilnet. 2018, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  17. a b c Deutsche Welle (www.dw.com): Kaukasus: Wer will was in Berg-Karabach? | DW | 07.10.2020. Abgerufen am 25. Oktober 2020 (deutsch).
  18. Andranik Eduard Aslanyan: Energie- und geopolitische Akteure im Südkaukasus. Der Bergkarabach-Konflikt im Spannungsfeld von Interessen (1991–2015). Springer-Verlag, 2019, S. 116.
  19. Alexander Sarovic: Diese Länder verkaufen die meisten Waffen. Spiegel-Online, 9. März 2020, abgerufen am 1. Oktober 2020.
  20. a b 'Armenia lacks incentives to launch military action now, Azerbaijan moved in first' – Thomas de Waal. In: Ahval. 27. September 2020, abgerufen am 1. November 2020 (englisch).
  21. Seymur Mammadov: What is behind Armenia's military provocation on Azerbaijan's border? In: Dailysabah. 24. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  22. Михаил Бушуев/Ашот Газазян: Конфликт Азербайджана и Армении: как страны обвиняют друг друга. In: Deutsche Welle. 25. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  23. Azeri official: EU should distinguish between aggressor and subject of aggression. In: Embassy of the Republic of Azerbaijan to the Czech Republic. 15. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  24. Пашинян назвал настоящую цель Азербайджана в боях с Арменией. In: Lenta.ru. 18. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  25. Armenian FM: “Azerbaijan once again trying to extract unilateral concessions in Karabakh issue”. In: Jam News. 20. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  26. a b Bergkarabach-Konflikt: Alijew und Paschinjan appellieren an die UNO. In: Caucasus Watch. 24. September 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  27. a b Thomas de Waal: The Caucasus Burns While Europe Struggles. Carnegie Europe, 8. Oktober 2020.
  28. James Palmer: Why Are Armenia and Azerbaijan Heading to War? In: Foreign Policy. 28. September 2020, abgerufen am 1. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  29. a b c d tagesschau.de: Aserbaidschan setzt Offensive in Bergkarabach fort. 29. September 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  30. a b tagesschau.de: Armenien und Aserbaidschan: Konfliktherd "Schwarzer Felsen". 18. Juli 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  31. Christian Esch, DER SPIEGEL: Der ewige Krieg im Kaukasus - DER SPIEGEL - Politik. 28. September 2020, abgerufen am 15. November 2020.
  32. tagesschau.de: Aserbaidschan und Bergkarabach vereinbaren Waffenstillstand. 12. Juli 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  33. tagesschau.de: Aserbaidschan und Bergkarabach vereinbaren Waffenstillstand. 12. Juli 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  34. Armenian armed forces committed provocation in Tovuz direction of the front. In: Azertag. 12. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  35. ВС Армении возобновили интенсивный огонь по населенным пунктам Товузского района. In: Sputniknews. 14. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  36. Азербайджанские ВС отброшены при попытке занять армянский опорный пункт – Минобороны. In: Sputnik Armenia. 12. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  37. Армения призналась: информация о взятии азербайджанской высоты — ложь. In: Осетинский информационный портал. 19. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  38. Azerbaijan protesters demand war after Armenia clashes. In: BBC. 15. Juli 2020, abgerufen am 8. November 2020 (englisch).
  39. Мингечаурская ГЭС как цель включена в тактические планы Армии обороны НКР. In: Yerkramas. 24. Juli 2018, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  40. Азербайджан пригрозил Армении ответным ракетным ударом по АЭС. In: Kommersant.ru. 16. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  41. В Баку заявили, что гражданские объекты Армении не были целью Азербайджана. In: Gazeta.ru. 21. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  42. Nagorno-Karabakh accuses Azerbaijan of 170 shelling attacks during a week. In: Caucasian Knot. 27. Juli 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  43. Nagorno-Karabakh accuses Azerbaijan of 170 shelling attacks during a week. In: Caucasian Knot. 3. August 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  44. Azerbaijan and Armenia exchange accusations of shelling 11 border villages. In: Caucasian Knot. 31. Juli 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  45. Meldung vom 17. August bei Kawkaski Usel
  46. Azerbaijan claims 45 shelling attacks in conflict zone. In: Caucasian Knot. 25. August 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  47. Bergkarabach-Konflikt: neue Opfer in der Region Towus. In: Caucasus Watch. 22. September 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  48. Azerbaijan claims machine gun and sniper attacks in conflict zone. In: Caucasian Knot. 7. September 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  49. Azerbaijan counts 61 shelling attacks committed by Armenia. In: Caucasian Knot. 25. September 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  50. In one week the enemy violated the ceasefire 310 times, firing 3,200 shots. In: 1news (ArmTV). 12. September 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (englisch).
  51. Joshua Kucera: Azerbaijan fires foreign minister. In: Eurasianet. 16. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  52. "Где ты был?" – Алиев подверг резкой критике работу главы МИД Эльмара Мамедъярова. In: Newsarmenia. 15. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  53. Affäre um Waffenlieferungen: Spannungen zwischen Baku und Belgrad. In: Caucasuswatch. 20. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020.
  54. Хроника лавирующего ИЛ-76. In: Minval.az. 6. August 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  55. Ильхам Алиев позвонил Президенту Российской Федерации Владимиру Путину. In: President.az. 13. August 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  56. Armenien verkündet nach schweren Gefechten in Berg-Karabach Generalmobilmachung. Die Welt, 27. September 2020, abgerufen am 27. September 2020.
  57. Meldung vom 6. Oktober bei Kawkaski Usel
  58. Meldung vom 5. Oktober bei Kawkaski Usel
  59. Der Spiegel: Bergkarabach: Armenien wirft Türkei Abschuss von Kampfjet vor – Ankara dementiert – DER SPIEGEL – Politik. 29. September 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  60. Meldung vom 4. Oktober bei Kawkaski Usel und Zusammenfassung bei Caucasus Watch vom 5. Oktober
  61. Vgl. aktuelles Satellitenbild von Cəbrayıl bei Google Maps Satellite, die übrigen Dörfer östlich und südöstlich sind fast alle ebenso zerstört
  62. Meldung vom 4. Oktober bei Kawkaski Usel und Zusammenfassung bei Caucasus Watch vom 5. Oktober
  63. BBC-Beitrag vom 6. Oktober (Aufnahmen am Anfang der Reportage)
  64. Meldung vom 4. Oktober bei Kawkaski Usel
  65. z. B. diese Meldung vom 11. Oktober bei Kawkaski Usel (unten mit russ. Namen als „Gadrut“ erwähnt, nach der zwei Zivilisten der Stadt diesen Einheiten zum Opfer fielen)
  66. Tageszusammenfassung bei Caucasus Watch vom 8.10.
  67. Meldung vom 8. Oktober bei Kawkaski Usel
  68. Meldung vom 8. Oktober bei Kawkaski Usel
  69. Meldung vom 9. Oktober bei Kawkaski Usel
  70. BBC-Bericht vom 10.Oktober
  71. tagesschau.deBrüchige Feuerpause in Bergkarabach, abgerufen am 10. Oktober 2020
  72. Peter ForsterKarabach 1: Russland erzwingt Feuerpause, abgerufen am 10. Oktober 2020
  73. Meldung vom 12. Oktober bei Kawkaski Usel
  74. Trotz Waffenruhe. Angriff auf aserbaidschanische Stadt. In: Tagesschau. 11. Oktober 2020, abgerufen am 11. Oktober 2020.
  75. Azerbaijan accuses Armenia of missile attacks on districts near Baku. In: Caucasian Knot. 11. Oktober 2020, abgerufen am 11. Oktober 2020 (englisch).
  76. Beweisvideo
  77. Video
  78. Video
  79. Meldung vom 14. Oktober bei Kawkaski Usel
  80. Video
  81. Videoanalyse von Tim Waters bei Bellingcat
  82. Reportage von BARS Media vom 17. Oktober
  83. Meldung vom 15. Oktober bei Kawkaski Usel
  84. Telegram-Mitteilung vom 13. Oktober (russ.)
  85. Meldung vom 12. Oktober, vom 13. Oktober, 14. Oktober bei Kawkaski Usel und 14. Oktober bei Caucasus Watch
  86. Beispiel einer armenischen Telegram-Nachricht vom 16. Oktober
  87. Meldung vom 17. Oktober bei Kawkaski Usel und ebenfalls vom 17. Oktober von der Deutschen Welle
  88. Both sides obliged to ‘spare and protect civilians’ over Nagorno-Karabakh fighting declares UN’s Guterres. In: UN News. 18. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020 (englisch).
  89. Azerbaijan: Statement by the Spokesperson on the strikes on the city of Ganja. In: European Union External Action (eeas). 17. Oktober 2020, abgerufen am 19. Oktober 2020 (englisch).
  90. Meldung vom 18. Oktober bei Kawkaski Usel
  91. Artikel der Süddeutschen Zeitung über MSN
  92. Meldung vom 19. Oktober bei Kawkaski Usel
  93. Meldung vom 19. Oktober bei Kawkaski Usel
  94. Caucasus Watch-Tagesbericht zum 29.10.
  95. Telegram-Nachricht von Harutjunjan (russisch)
  96. Telegram-Nachricht von Əliyev (aserbaidschanisch)
  97. Meldung vom 20. Oktober bei Kawkaski Usel
  98. In diesen aserbaidschanischen Rayonen gab es seit 1918–20 keine nennenswerte armenische Minderheit mehr, so zur Volkszählung 1979 in Kelbadschar 49 Armenier (0,1 %), in Latschin 34 (0,1 %), in Gubadli 26 (0,1 %) und in Zengilan 35 Armenier (0,1 %), die oft noch während der Übergriffe 1987/88 flüchteten. Die (ausschließlich armenische) Bevölkerung der arzachischen Bezirke Schahumjan und Kaschatach, deren Gebiet diesen Rayonen entspricht, wurde von Arzach nach 1994 angesiedelt.
  99. Telegram-Meldung der Armee vom 22.10. 17:08 Uhr, Caucasus Watch-Tagesbericht vom 22. 10.
  100. Meldung bei gazeta.ru vom 22.10.
  101. z. B. World News vom 20. 10., ähnlich waren die Angaben in den folgenden Tagen.
  102. Meldung bei Arm TV1 NEWS vom 22.10. und
  103. Am Morgen des 21. mehrere, z. B. diese bei Bala Soltanlı am mittleren Hakari, am Folgetag z. B. diese bei Külbird fast 30 km nach Norden.
  104. Meldung vom 22. Oktober bei Kawkaski Usel
  105. Telegram-Nachricht des Pressesprechers des Präsidenten von Arzach, Wahram Pogossjan
  106. Meldung vom 22. Oktober bei Kawkaski Usel
  107. Meldung vom 21. Oktober bei Kawkaski Usel, in den Folgetagen regelmäßige Berichte
  108. Z.B.Meldung vom 21. Oktober bei Kawkaski Usel
  109. Am 24.10. abends von Arzach herausgegebene Karten (auf Telegram), animiert und vom armenischen Militärsprecher Howanissian kommentiert.
  110. Z.B. diese armenischen Aufnahmen zerstörter Panzer
  111. Meldung vom 25. Oktober bei Kawkaski Usel
  112. Am 24.10. abends von Arzach herausgegebene Karten (auf Telegram), animiert und vom armenischen Militärsprecher Howanissian kommentiert.
  113. Voice of Armenia-Bilder vom 18.10.
  114. Am 24.10. abends von Arzach herausgegebene Karten (auf Telegram), animiert und vom armenischen Militärsprecher Howanissian kommentiert.
  115. Meldung vom 26. Oktober bei Kawkaski Usel
  116. Meldung vom 26. Oktober bei Kawkaski Usel
  117. Meldung vom 26. Oktober bei Kawkaski Usel
  118. Meldung vom 26. Oktober bei Kawkaski Usel
  119. Caucasus Watch-Bericht zum 30. Kriegstag
  120. Öffentliche Lagekarten Arzachs vom 27. Oktober
  121. Meldung vom 27. Oktober bei Kawkaski Usel
  122. Kawkaski-Usel-Meldung vom 29.19., Caucasus Watch-Zusammenfassung am 28. Oktober
  123. Telegram-Anzeige der 59 getöteten Soldaten
  124. Telegram-Nachricht vom 28.10. 19:00 Uhr
  125. Meldung vom 29. Oktober bei Kawkaski Usel
  126. Caucasus Watch-Zusammenfassung am 28. Oktober
  127. "Смерчи" посеяли смерть в Гараюсифли. In: Кавказский Узел. 28. Oktober 2020, abgerufen am 31. Oktober 2020 (russisch).
  128. Meldung vom 28. Oktober bei Kawkaski Usel, mit einem Toten und drei Verletzten, siehe Meldung vom Nachmittag
  129. Meldung vom 28. Oktober bei Kawkaski Usel
  130. Telegram-Nachricht von Armeesprecher Howanissian 29.10. 19:29 Uhr, die dort verwendete russische Abkürzung ДРГ steht für Диверсионно-разведывательная группа (=Sabotage- und Aufklärungsgruppen)
  131. Telegram-Nachricht von Armeesprecher Howanissian 30.10. 11:13 Uhr, die Mitteilung schreibt von „2 Dörfern östlich von Karintag“, ein Dorf südlich von Schuschi. Das nächste östliche Nachbardorf ist Sghnach, östlich davon folgt Awetaranoz.
  132. Telegram-Meldung eines aserbaidschanischen Users vom Abend, der sich auf die armenische Seite beruft (verwendet irrtümlich die Falschschreibung des aserbaidschanischen Dorfnamens als „Çanaxçı“)
  133. Telegram-Nachricht von Armeesprecher Howanissian 30.10. 8:02 Uhr
  134. Nachricht von ArmTV 1 vom 31. Oktober
  135. Kawkaski-Usel-Meldung vom 01.11.
  136. Lokalisierung der Brandherde
  137. Telegram-Nachricht von Sputnik Armenia
  138. Telegram-Nachricht von Karabakh News 30.10. 09:05 Uhr
  139. Agenturmeldung (dpa/reuters/AFP) bei der Deutschen Welle
  140. Telegram-Nachricht von Media Post Azerbaycan 30.10. 12:01 Uhr
  141. Kawkaski-Usel-Meldung vom 31.10.
  142. ArmTV1-Meldung vom 31.10.
  143. Kawkaski-Usel-Meldung vom 31.10.
  144. Kawkaski-Usel-Meldung vom 31.10.
  145. a b Thirty seventh day of the renewed Nagorno-Karabakh war. In: Caucasus Watch. 2. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  146. Bilder von ANNA News (russisch) von armenischer Seite bei Schuschi vom 31. Oktober, auch mit Fernaufnahmen der „Diversanten“, nach Beschreibungstext wurde der Angriff danach aufgegeben
  147. Telegram-Nachricht von Armeesprecher Howanissian
  148. Nachricht von Armenia News vom 3.11.
  149. Nachricht von Armeesprecher Howanissian
  150. Nachricht von Armeesprecher Howanissian
  151. armenische Lagekarte vom 3.10. abends für die Öffentlichkeit
  152. Telegram-Bilder aserbaidschanischer Armeefahrzeuge, von Arzach hochgeladen
  153. Telegram-Nachricht aserbaidschanischer Journalisten
  154. Angaben des armenischen Armeesprechers Howanissian beim Briefing am 3.11.
  155. Bilder der armenischen Station Bars Media am 3.11. oder wenige Tage zuvor, das Dorf ist Karin Tak.
  156. Meldung vom 4. November bei Kawkaski Usel
  157. Meldung vom 4. November bei Kawkaski Usel; ANNA News drehte diese Bilder erst aus dem beschossenen Schuschi, dann von den Kämpfen an der Straße
  158. Nachricht von Howanissians Stellvertreter Mkrtitschjan
  159. Telegram-Mitteilung eines armenischen Berichterstatters
  160. Telegram-Bilder von Arzach
  161. Briefing mit Armeesprecher Howanissian am Abend des 8.11.
  162. Telegram-Mitteilung des aserbaidschanischen Mediendienstes vom 7.11. 9:32 Uhr
  163. Telegram-Mitteilung Aserbaidschans vom 4.11. 18:12 Uhr
  164. Telegram-Mitteilung des aserbaidschanischen Mediendienstes vom 8.11. 9:51 Uhr, Spiegel-Bericht von Christian Esch, 8.11.
  165. Briefing mit Armeesprecher Howanissian am Abend des 8.11.
  166. Tagesschau-Bericht zur Lage in Bergkarabach am 8.11. von Silvia Stöber
  167. Telegram-Mitteilung der armenischen Regierung vom 9.11. 7:25 Uhr
  168. hier von Armeesprecher Howanissian, es gab ähnliche Meldungen von seiner Stellvertreterin Stepanjan und vom Premierminister
  169. Meldung zu seiner Erklärung mit deutlichem Seitenhieb auf die armenische Informationspolitik
  170. z.B. hier um 17:04 Uhr und hier um 10:47 Uhr
  171. TASS-Telegram-Wiedergabe der armenischen Erklärung
  172. Кавказский Узел: Analysts clarify value of Shushi in war for Nagorno-Karabakh. 9. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  173. Ron Synovitz: Technology, Tactics, And Turkish Advice Lead Azerbaijan To Victory In Nagorno-Karabakh. bei Radio Liberty/ Radio Free Europe. Analyse der offenbar durch türkische Militärberater von der NATO übernommenen Taktik des Einsatzes von Spezialkommandos/ Sabotageeinheiten und des technologisch überlegenen Einsatzes, besonders von unbemannten Drohnen.
  174. a b Paul Antonopoulos: The bitter truth from the president of Artsakh. Greek City Times, 10. November 2020.
  175. Bergkarabach: Russischer Militärhubschrauber in Armenien abgeschossen. In: DER SPIEGEL. Abgerufen am 10. November 2020.
  176. Armenia PM says he signed agreement to end Nagorno-Karabakh war. Abgerufen am 10. November 2020 (englisch).
  177. What did Armenia, Azerbaijan, Russia leaders agree on? Abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  178. a b c Einigung auf Waffenruhe in Bergkarabach. In: ZDF. 10. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  179. Кавказский Узел: Kremlin rules out presence of Turkish peacekeepers in Nagorno-Karabakh. 10. November 2020, abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  180. Jürgen Gottschlich: Ankara darf jetzt Truppen schicken. In: taz.de. 18. November 2020, abgerufen am 21. November 2020.
  181. Кавказский Узел: Russian authorities retroactively approve sending peacekeepers to Karabakh. 18. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  182. Thore Schröder: Ein Volk in Schmerz und Zorn: Armenien nach dem Waffenstillstandsabkommen in Bergkarabach. In: DER SPIEGEL. Abgerufen am 10. November 2020.
  183. Кавказский Узел: Yerevan protesters break into government and parliament buildings. 10. November 2020, abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  184. a b c d e tagesschau.de: Nach Bergkarabach-Krieg: Armenien am Rande des Kollaps. 11. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  185. Meldung vom 20. Oktober bei Kawkaski Usel
  186. Orla Guerin: Jubilant scenes in Azerbaijan. In: BBC. 10. November 2020, abgerufen am 15. November 2020.
  187. "Die Menschen sind bereit zu kämpfen" - Proteste gegen Abkommen. In: Euronews. 10. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  188. Кавказский Узел: Babayan quits post of Security Council Secretary of Nagorno-Karabakh. 11. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  189. Кавказский Узел: Nagorno-Karabakh MPs demand president's resignation. 11. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  190. a b c Кавказский Узел: Truce prevents Azerbaijan from developing its military success. 10. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  191. Кавказский Узел: Russia starts deploying peacemakers in Nagorno-Karabakh. 10. November 2020, abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  192. a b Кавказский Узел: Arutyunyan reports 25,000 returnees to Nagorno-Karabakh. 23. November 2020, abgerufen am 23. November 2020 (englisch).
  193. Meldung vom 14. November bei Kawkaski Usel
  194. Кавказский Узел: Refugees from Stepanakert treat neighbourhood with Azerbaijan-controlled Shushi as dangerous. 17. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  195. In diesen aserbaidschanischen Rayonen westlich des alten Bergkarabach gab es seit 1918–20 keine nennenswerte armenische Minderheit mehr, so zur Volkszählung 1979 in Kelbadschar 49 Armenier (0,1 %), in Latschin 34 (0,1 %), in Gubadli 26 (0,1 %) und in Zengilan 35 Armenier (0,1 %), die oft noch während der Übergriffe 1987/88 flüchteten. Die (ausschließlich armenische) Bevölkerung der arzachischen Bezirke Schahumjan und Kaschatach, deren Gebiet diesen Rayonen entspricht, wurde von Arzach nach 1994 angesiedelt.
  196. Steve Rosenberg: Bericht über Flucht aus Kalbajar. BBC, 12. November 2020, abgerufen am 14. November 2020.
  197. Кавказский Узел: Road to Vardenis demanded by Karabakh residents before transferring it to Azerbaijan. 12. November 2020, abgerufen am 14. November 2020 (englisch).
  198. Кавказский Узел: Karvachar residents express fears of desecrating relatives' graves. 18. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  199. a b Tigran Petrosyan: Nur die Asche ihrer Häuser bleibt. In: taz.de. 15. November 2020, abgerufen am 21. November 2020.
  200. Google Satellite-Bilder mit Namen
  201. aktuelle Google Satellite-Bilder
  202. Meldung vom 19. November bei Kawkaski Usel
  203. Artsakh ombudsman: Overwhelming majority of people in Martakert’s 7 villages are double victims of conflict. Panorama.am, 20. November 2020.
  204. Z.B. sind die Häuser des Dorfs Gülablı/ armen. Wasgenaschen, Rayon Ağdam, bei der Übergabe intakt
  205. Кавказский Узел: Russian MoD reports delivery of group of peacemakers to Armenia. 16. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  206. Кавказский Узел: In Azerbaijan, IDPs await return to their homeland after fighting in Karabakh. 12. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  207. Meldung vom 15. November bei Kawkaski Usel
  208. Murad Gazdiev: We just filmed Azerbaijani and Armenia troops ... In: Twitter. RussiaToday, 17. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  209. Кавказский Узел: Nakhichevan becomes a transport priority for Armenia amid loss of road from Vardenis. 13. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  210. Кавказский Узел: Azerbaijani authorities impose curfew in regained territories. 13. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  211. Bergkarabach: Armenien übergibt mehr als 120 Orte an Aserbaidschan. In: DER SPIEGEL. Abgerufen am 23. November 2020.
  212. Liste bei Sputnik Armenia mit Karte (russisch, nur die Umschriften der armenischen Namen, sortiert nach den Rajonen der administrativen Einteilung Arzachs)
  213. Meldung vom 23. November
  214. Philip Malzahn: Krieg von Armenien mit Aserbaidschan: Kognak im Bunker. In: Die Tageszeitung: taz. 9. November 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 15. November 2020]).
  215. На устранение ущерба в результате обстрела армянами Товузского района выделен 1 млн. манатов. In: Apa.az. 6. August 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  216. Скончался тяжело раненный в боях в Тавуше армянский военнослужащий. In: Sputnik Armenia. 25. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  217. Armenian forces confidently repel all attacks: Pashinyan on border clashes with Azerbaijan. In: Armenia in the News. 16. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  218. Life of Armenia village resident wounded in Azerbaijani drone strike not in danger. In: Armenpress. 17. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  219. Nagorno-Karabakh battles – 72 Syrian mercenaries killed since Turkey threw them into raging conflict between Azerbaijan and Armenia • The Syrian Observatory For Human Rights. In: The Syrian Observatory For Human Rights. 4. Oktober 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020 (amerikanisches Englisch).
  220. Half of Nagorno-Karabakh's population displaced by fighting. Deutsche Welle (www.dw.com), 7. Oktober 2020, abgerufen am 9. Oktober 2020 (britisches Englisch).
  221. Bericht vom 10. Oktober von Deutsche Welle (englisch)
  222. a b Nagorno-Karabakh conflict | New batch of mercenaries’ bodies arrives in Syria, and Turkish intelligence struggles to recruit fighters and send them to Azerbaijan. In: The Syrian Observatory For Human Rights. 13. Oktober 2020, abgerufen am 14. Oktober 2020 (amerikanisches Englisch).
  223. 31 civilians killed, 154 injured as a result of Armenian provocations. APA.az, 8. Oktober 2020, abgerufen am 9. Oktober 2020 (aserbaidschanisch).
  224. 22 civilians killed, 95 injured from Armenian side as a result of Azerbaijani aggression. Abgerufen am 9. Oktober 2020 (englisch).
  225. Reporter nach Kirchen-Beschuss im Koma!. BILD. 9. Oktober 2020, abgerufen am 13. Oktober 2020
  226. Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen in Bergkarabach. Der Spiegel. 8. Oktober 2020, abgerufen am 14. Oktober 2020
  227. Кавказский Узел: Azerbaijan and Nagorno-Karabakh exchange casualties' bodies. 14. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  228. Кавказский Узел: MoD of Nagorno-Karabakh counts 1339 perished soldiers. 13. November 2020, abgerufen am 15. November 2020 (englisch).
  229. Кавказский Узел: Russian MoD reports delivery of group of peacemakers to Armenia. 16. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  230. Кавказский Узел: Death toll among Azerbaijani civilians rises to 94. 16. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  231. Кавказский Узел: In Armenia, migrants from Karabakh experience problems with job and housing. 20. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  232. Кавказский Узел: Nagorno-Karabakh: rights defenders criticize measures to support refugees. 21. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  233. Кавказский Узел: Azerbaijani analysts treat graffiti on Armenian church in Shusha as "war consequences". 17. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  234. Кавказский Узел: Vandalism becomes a key topic of mutual accusations between Armenia and Azerbaijan. 16. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  235. Кавказский Узел: Baku analysts estimate costs of territories' post-war restoration. 13. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  236. Tote und Verletzte bei armenischem Luftangriff. Die Zeit, 28. Oktober 2020.
  237. Angriffe auf große Städte in Aserbaidschan und Bergkarabach. Die Zeit, 4. Oktober 2020.
  238. Armenia/Azerbaijan: Civilians must be protected from use of banned cluster bombs. Amnesty International. 5. Oktober 2020, abgerufen am 14. Oktober 2020
  239. Azerbaijan: Cluster Munitions Used in Nagorno-Karabakh. Human Rights Watch, 23. Oktober 2020.
  240. Caucasus-Watch-Bericht vom 29. Oktober (vierter Absatz), Amnesty-International-Bericht vom 29. Oktober
  241. Armenia: Cluster Munitions Kill Civilians in Azerbaijan. Human Rights Watch, 30. Oktober 2020.
  242. Кавказский Узел: Military experts find use of phosphorus shells in Karabakh unproved. 4. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  243. Grigor Atanesian, Benjamin Strick: Nagorno-Karabakh conflict: 'Execution' video prompts war crime probe. BBC News, 24. Oktober 2020.
  244. Ron Synovitz, Harutyun Mansuryan: 'This Is A Different War': Nagorno-Karabakh Refugee Shudders At Video Showing Neighbors' Execution. Radio Free Europe / Radio Liberty, 30. Oktober 2020.
  245. Macron: In Berg-Karabach kämpfen Dschihadisten aus Syrien. Deutsche Welle (www.dw.com), 1. Oktober 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020 (deutsch).
  246. Der Spiegel: Russland fordert Abzug von Söldnern aus Bergkarabach – DER SPIEGEL – Politik. 1. Oktober 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  247. Maximilian Popp, Guillaume Perrier, Daham Alasaad: Syrische Söldner im Bergkarabach-Konflikt: Erdogans Schattenkrieger. In: Der Spiegel. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  248. Bergkarabach: 850 syrische Söldner sollen Aserbaidschan unterstützen. In: Die Welt. 3. Oktober 2020 (welt.de [abgerufen am 4. Oktober 2020]).
  249. Bergkarabach: Armenien wirft Türkei Entsendung von 4000 Kämpfern aus Syrien vor. In: Der Spiegel. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  250. tagesschau.de: Syrer als Kanonenfutter der Türkei. 23. Oktober 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  251. Кавказский Узел: Russian MFA estimates the number of mercenaries in Karabakh conflict zone. 4. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  252. Fahri Aksüt: 'Turkey will continue to stand with Azerbaijan'. In: Anadolu Agency. 20. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  253. Mushvig Mehdiyev: Azerbaijan, Turkey Team Up For Large-Scale Military Drills. In: Caspiannews. 29. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
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  258. Власти Кипра выразили поддержку Армении, обсуждается деструктивная роль Турции. In: Sputnik Armenia. 15. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
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  267. Turkish And Israeli Drones Having Big Impact On Nagorno-Karabakh Conflict. In: Radio Free Europe, Radio Liberty. 16. Oktober 2020, abgerufen am 22. Oktober 2020 (englisch).
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  269. The civilians killed by drones in the new Nagorno-Karabach<sic!> war are testimony to the fact that this isn't far-future sci-fi speculation, but something already happening. Max Tegmark auf [1], 16. Oktober 2020
  270. Silvia Stöber: Drohnen in Kriegseinsätzen – Sieben Sekunden, um wegzulaufen. Tagesschau (ARD), 20. November 2020.
  271. Artikel der Deutschen Welle vom 16. Oktober.
  272. Bilder von Sergej Bobylew von der TASS auf Twitter
  273. Nachricht bei Almasdar News (4.10.)
  274. Kurzmeldung von RIA Novosti vom 25.10. auf Telegram
  275. Toi Creel/Sam Catanzaro: LAPD Investigating Hate Crimes in Scuffle Between Armenians and Azerbaijanis at Brentwood Protest. In: Brentwood News. 30. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  276. Los Angeles Mayor condemns the violence against Azerbaijanis. In: Consulate General of the Republic of Azerbaijan in Los Angeles. 30. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  277. World’s largest Jewish organizations condemn violent assaults on Azerbaijanis in LA. In: Trend.az. 25. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  278. Задержаны 17 армян, напавших на азербайджанцев в Бельгии. In: Спутник Азербайджан. 24. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (russisch).
  279. Clashes between Armenians and Azerbaijanis around the world. In: Caucasuswatch. 24. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  280. Akbar Mammadov: Armenians vandalise Azerbaijani embassy in France. In: Azernews. 22. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  281. Botschafts-Auto in Brand – Staatsschutz ermittelt. In: BZ-Berlin. 23. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020.
  282. Staatsschutz ermittelt nach Angriff auf Kölner Shisha-Bar. In: Haypress. 28. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020.
  283. Anschlagsserie auf Armenier in Deutschland. In: Zentralrat.org. 26. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020.
  284. Aza Babayan: Scores Arrested After Armenian-Azeri Violence In Moscow. In: RFE/RL's Armenian Service. 24. Juli 2020, abgerufen am 15. August 2020 (englisch).
  285. Diana Petriashvili: Flags, slogans and fruits: what is causing conflict between Armenians and Azerbaijanis abroad? In: Jam News. 24. Juli 2020, abgerufen am 16. August 2020 (englisch).
  286. 'Defend our nation': Armenian diaspora feels pull of another war. In: Guardian. 3. Oktober 2020, abgerufen am 1. November 2020 (englisch).
  287. Der Spiegel: 200 Demonstranten blockieren Autobahnbrücke – Sperrung im Berufsverkehr – DER SPIEGEL – Panorama. 16. Oktober 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  288. tagesschau.de: Bergkarabach-Konflikt: Armenier in der Türkei unter Druck. 12. Oktober 2020, abgerufen am 8. November 2020.
  289. Kurzbericht bei Ya Libnan
  290. Meldung vom 28. Oktober bei Kawkaski Usel
  291. Russia’s Balancing Game around Nagorno-Karabakh. 30. Oktober 2020, abgerufen am 15. November 2020 (englisch).
  292. Turkey’s Win-Win Strategy in Nagorno-Karabakh War. 27. Oktober 2020, abgerufen am 15. November 2020 (englisch).
  293. Nagorno-Karabakh War: External Players and their Strategic Agenda. 28. Oktober 2020, abgerufen am 15. November 2020 (englisch).
  294. tagesschau.de: Eskalation im Südkaukasus - Die zwei Mächte hinter dem Konflikt. 27. Oktober 2020, abgerufen am 15. November 2020.
  295. a b Кавказский Узел: After autumn war, Nagorno-Karabakh loses two-thirds of its territory. 21. November 2020, abgerufen am 21. November 2020 (englisch).
  296. Кавказский Узел: Caucasian scholars assess humanitarian consequences of Nagorno-Karabakh agreement. 12. November 2020, abgerufen am 22. November 2020 (englisch).
  297. Krieg Bergkarabach: Aserbaidschan will Bergkarabach komplett mit seinen Truppen kontrollieren. In: Handelsblatt. 1. November 2020, abgerufen am 22. November 2020.