Turiner Dom

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Kathedrale San Giovanni Battista
Blick auf den Altar

Der Turiner Dom (ital.: Duomo di Torino) ist Johannes dem Täufer gewidmet (Cattedrale di San Giovanni Battista). Er ist die Hauptkirche Turins und Kathedrale des Erzbistums Turin und befindet sich auf der Piazza San Giovanni.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgängerbauten des Doms wurden um 1490 zerstört. Der heute bekannte, kreuzförmige Renaissancebau mit der wertvollen Marmorfassade wurde von 1491 bis 1498 nach Zeichnungen von Meo del Caprino gebaut, der zugehörige Campanile stammt bereits aus dem Jahr 1470. Eine Kapelle, genannt Leichentuchkapelle, wurde für das Turiner Grabtuch Sacra Sindone, 1668 bis 1694 durch den Baumeister Guarino Guarini hinter dem Hauptaltar hinzugefügt. Diese Kapelle wurde bei einem Brand am 12. April 1997 schwer beschädigt. Das Tuch ist in unregelmäßigen Abständen öffentlich hinter einer kugelsicheren Vitrine, die 2,5 Tonnen wiegt, ausgestellt. Zuletzt war es auf diese Art im Jahr 2013 zu sehen.[1]

Der Dom wird oft von Päpsten besucht. In der jüngsten Geschichte: Papst Benedikt XVI. am 2. Mai 2010, Papst Franziskus am 21. Juni 2015

Ausstattung[Bearbeiten]

Im Innenraum sind die Grabmäler der Savoyen zu sehen. Über dem mittleren Portal befindet sich eine von Luigi Gagna gemalte Kopie des bekannten Abendmahlbildes von Leonardo da Vinci aus Mailand. Bekannt ist der Dom vor allem durch die Kapelle für das Grabtuch. Das Tuch wurde seit 1578 im Dom in einer sargartigen Urne aufbewahrt, nachdem es auf Anordnung des seinerzeitigen Eigentümers, Herzog Emanuel Philibert von Savoyen, 1452 von Zypern über Chambéry nach Turin überführt wurde. Nach dem Brand der Kapelle wird es in einem Gasgefüllten Glaskasten verwahrt.

Orgel[Bearbeiten]

Ansicht der großen Orgel

Die Orgel wurde 1874 von Giacomo Vegezzi Bossi erbaut, und in den Jahren 1901–1902 von demselben verändert. Das Instrument steht auf der Sängerbühne auf der Epistelseite des Altares, in einem monumentalen Gehäuse, das von Benedetto Antegnati (Brescia) erbaut worden war, und zuvor schon mehrere Instrumente beherbergte. Die Domorgel wurde 1972 umfassend restauriert, wobei einige Register hinzugefügt wurden. Das Instrument hat insgesamt 59 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. In den Manualwerken sind insgesamt 15 Register in Bass- und Diskant-Seite separat registrierbar. Die Trakturen sind mechanisch.[2]

I Manual C–c4
1. Voce umana D 8′
2. Corni dolci D 16′
3. Flauto traverso D 8′
4.+5. Flauto in VIII B/D 4′
6.+7. Ottavino B/D 2′
8. Cornetto III D
9. Cornetto in XVII B 13/5
10. Violone B 8′
11. Violino D 8′
12.+13. Trombe B/D 16′
14.+15. Trombe B/D 8′
16. Corno inglese D 16′
17. Clarino B 8′
18. Clarinetto D 8′
19. Oboe D 8′
20. Clarone B 4′
21.+22. Principale B/D 16′
23.+24. Principale B/D 8′
25.+26. Principale II B/D 8′
27.+28. Ottava B/D 4′
29.+30. Ottava II B/D 4′
31.+32. XII B/D 4′
33. XV 2′
34. XIX 11/3
35. XXII–XXVI 1′ + 2/3
36. XXVI–XXIX 2/3′ + 1/2
37. XXVI–XXIX 2/3′ + 1/2
38. XXXIII–XXXVI 1/3′ + 1/4
39. XXXIII–XXXVI 1/3′ + 1/4
40. XXXIII–XXXVI 1/3′ + 1/4
41. Sesquialtera
II Manual C–c4
42.+43. Principale B/D 8′
44.+45. Ottava B/D 4′
46. XV 2′
47. XIX 1/3
48. XXII 1′
49. XXVI 1/3
50. XXIX–XXXIII 1/2′ + 1/3
51. Voce umana 8′
52.+53 Bordone B/D 8′
54. Flauto traverso D 8′
55.+56. Flauto conico B/D 4′
57. Flautino D 2′
58. Cornetto a tre canne D
59. Violino D 8′
60. Voce flebile 8′
61. Tromba D 8′
62.+63. Violoncello B/D 8′
64. Voce corale D 16′
Pedal C–d1
65. Contrabbasso 16′
66. Principale 16′
67. Gran Quinta 102/3
68. Ottava 8′
69. Ottava 4′
70. Ripieno VI
71. Flauto coperto 8′
72. Bombarde 16′
73. Trombone 8′
74. Clarone 4′

Fotos[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Renzo Rossotti: Storia insolita di Torino. Newton & Compton. Rom 2006, ISBN 88-8289-743-5.
  • Giovanni B. Semeria: Storia della Chiesa metropolitana di Torino. Fontana, Turin 1840.
  • Jenny John: Piemont und Lombardei Gräfe und Unzer, München 2004 S. 50. ISBN 3-7742-0628-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duomo (Turin) – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht auf Süddeutsche.de
  2. Nähere Informationen zur Orgel und zur Disposition (auf italienisch).

45.0733217.685434Koordinaten: 45° 4′ 24″ N, 7° 41′ 8″ O