Twickel (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Twickel

Twickel ist der Name eines alten westfälischen Adelsgeschlechts mit dem Stammhaus Twickeloe in der Landschaft Twente, das sich im ehemaligen Oberstift Utrecht befand.[1] Zweige der Familie bestehen bis heute.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Twickel bei Delden, Niederlande (1347–1580 im Besitz der Familie)
Haus Havixbeck, Münsterland (seit 1601 im Besitz der Familie)

Die Familie soll bereits im 8. Jahrhundert Güter bei Vreden besessen haben. Ein Siegfried von Twickel wird 874 genannt. Ein Egbert von Twickel, der um 1300 gestorben war, hinterließ zwei Söhne. Urkundlich erscheint das Geschlecht im Bistum Münster erstmals im Jahr 1302 mit den Brüdern Rotcherus et Adolphus de Twiclo als Knappen.[2] Eyerin von Twickel war der Begründer der Linie zu Vreden, die zwischen 1340 und 1600 bestand. Hermann von Twiclo begründete am 13. Mai 1347 mit dem Erwerb des Eissing Hofes, dem heutigen Schloss Twickel bei Delden, die Linie zu Twickeloe. Ihr Besitz lag in Hof van Twente in den heutigen Niederlanden und wurde 1580 an die Familie von Raesfeld und 1714 weiter an die Van Wassenaer vererbt, die Twickel 1953 in eine Stiftung einbrachten.

Die Familie hielt in den reformierten Generalstaaten am Katholizismus fest. Ein Rudolph von Twickel aus dieser Linie heiratete Emigardia von Bevern. Das Paar erwarb das Haus Havixbeck, welches bis heute zum Stammsitz der Linie Havixbeck wurde. Mitglieder dieser Linie erwarben später durch Heirat das Haus Hameren bei Billerbeck.

Ein Johann von Twickel war Fähnrich in den Truppen des Bischofs Franz von Waldeck bei der Zerschlagung des Täuferreichs in Münster. Er war 1535 an der Erstürmung der Stadtmauer Münsters beteiligt. Später trat er in kaiserlich-österreichische Dienste ein. Im Jahr 1540 heiratete er die Erbin der Familie von Khaysel aus der Steiermark.

Seit 1635 waren die Twickel Erbdrosten der zusammengelegten Ämter Rheine und Bevergern. Johann Beyern von Twickel eroberte 1652 das Schloss Bevergern und vertrieb die Besatzung aus Holland. Johann Rudolph von Twickel diente 1723 unter Kaiser Karl VI. als Reichshofrat. Jobst (oder Johann) Matthias von Twickel und Johann Wilhelm von Twickel waren Weihbischöfe von Hildesheim. Freiherr Clemens August von Twickel war Fürstbischöflich Münsterscher Oberstküchenmeister, geheimer Rat und Drost der Ämter Rheine und Bevergern. Carl von Twickel (* 1793) war preußischer Landrat in Warendorf.

Seit dem 15. Oktober 1840 waren die Twickels Erbschenken des Fürstentums Münster[3]. 1947 gingen das Stolberg'sche Gut und die Brauerei Westheim durch Heirat in Twickel'schen Besitz über.

Standeserhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Bernhard von Twickel, Drost der Ämter Rheine und Bevergen wurde am 19. Juli 1708 in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Außerdem waren die Freiherrn von Twickel seit dem 15. Oktober 1840 Erbschenken des Fürstentums Münster[4].

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Silber ein aufrechtgestellter, offener, schwarzer Kesselhaken. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken drei gestürzte, silbern gestulpte rote Spitzhüte

Freiherr Ernst Friedrich von Twickel (1683–1734), Weihbischof in Hildesheim. Gemälde von Antoine Pesne, 1730, in Haus Havixbeck

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nördlicher Teil des Hochstifts Utrecht
  2. Westfäl. Urkundenbuch 8, Nr. 46
  3. Genealogisches Handbuch des Adels, Band F A V, Seite 427, C.A. Starke-Verlag, 1963
  4. Genealog. Handbuch des Adels Band F A XIII, Seite 367, Starke-Verlag, Limburg, 1982.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Twickel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien