Ulegyrie

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Klassifikation nach ICD-10
Q04.8 Sonstige näher bezeichnete angeborene Fehlbildungen des Gehirns
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Mit Ulegyrie (von altgriechisch Οὐλή oule, deutsch ‚vernarbte Wunde, Narbe‘ und altgriechisch γύρος gyros, latinisiert gyrus, deutsch ‚Drehung, Biegung, hier: Windung‘) wird ein frühkindlicher Hirnschaden bezeichnet, dessen Ursache und Form auf die besondere Blutversorgung der Gehirnoberfläche in der frühkindlichen Hirnentwicklung zurückzuführen ist.[1]

Die Hirnwindungen (gyri) werden besser mit Blut versorgt als die in den Tiefen der Hirnfurchen (sulci) gelegenen Anteile der Gehirnoberfläche, so dass eine Hypoxie des frühkindlichen Gehirns zu einem Untergang des Gewebes in der Tiefe der Hirnfurchen und somit kleinen, atrophischen Hirnwindungen und breiten Hirnfurchen führt.

Die Ursache liegt in einer Ischämie, Hirnblutung oder Infektion in utero.

Als Folge können epileptische Anfälle auftreten, eine Symptomatik, die mit der operativen Entfernung des zerebralen Narbengewebes – einer sog. Ulektomie – in Einzelfällen beseitigt werden kann.

Der Nachweis dieser Läsionen geschieht am besten mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT).

Abzugrenzen sind andere Gyrierungs- und Migrationsstörungen wie Fokale kortikale Dysplasie oder Polymikrogyrie.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. O'Connor, D. J. Costello: Occipital ulegyria causing epilepsy and visual impairment: an easily overlooked epilepsy syndrome. In: Epileptic disorders : international epilepsy journal with videotape. Band 19, Nummer 4, Dezember 2017, S. 486–490, doi:10.1684/epd.2017.0948, PMID 29258967.
  • L. D. Ladino, A. Arteaga, S. P. Isaza, J. A. Delgado, J. M. Vélez, G. Castrillón, V. Calvo, R. A. Solarte, P. Balaguera, C. S. Uribe: Correlación de la morfometría por resonancia magnética con los hallazgos clínicos y electroencefalográficos de pacientes con diagnóstico de ulegiria y epilepsia. In: Revista de neurologia. Band 54, Nummer 10, Mai 2012, S. 601–608, PMID 22573507.
  • N. Usui, T. Mihara, K. Baba, K. Matsuda, T. Tottori, S. Umeoka, F. Nakamura, K. Terada, K. Usui, Y. Inoue: Posterior cortex epilepsy secondary to ulegyria: is it a surgically remediable syndrome? In: Epilepsia. Band 49, Nummer 12, Dezember 2008, S. 1998–2007, doi:10.1111/j.1528-1167.2008.01697.x, PMID 18557774.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Radiopaedia
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