Umwerfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Umwerfer an einem Mountainbike
1980: Shimano 600

Als Umwerfer bezeichnet man am Fahrrad die vordere Schaltvorrichtung bei Kettenschaltungen. Der Umwerfer steuert den Lauf der Kette auf den vorderen zwei oder drei Kettenblättern.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1960er Jahre war der Kettenwechsel mittels eines sogenannten Überwerfers üblich. Dieser schaltete axial (parallel zur Kurbelachse). Außerdem wurden keine Bowdenzüge verwendet, sondern man betätigte die Schaltung direkt mit der Hand oder dem Fuß.

Mittlerweile werden die Umwerfer genau wie die Schaltwerke mit Parallelogrammführung gebaut und mit einem Schaltzug und einer Feder betätigt: beim Spannen des Zuges wird die Kette auf das nächstgrößere Kettenblatt geschoben, wobei dieser Vorgang durch Steighilfen an den Kettenblättern erleichtert wird; beim Lösen des Zuges zieht eine Feder die Kette auf das nächstkleinere Kettenblatt. Bei elektronisch gesteuerten Umwerfern führt ein digital gesteuerter Servo- oder Linearmotor die Bewegung aus.

Klassifiziert werden Umwerfer nach der Kapazität, gute Modelle können Differenzen von mehr als 15 Zähnen schalten. Bei Mountainbikes (3x9) ist eine Kapazität von 22 Zähnen (Abstufung 22-32-44) üblich.

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umwerfer werden in der Regel unterteilt durch die Art der Montage und Zugführung.

Zugführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Top Pull – Down Pull[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Modelle mit Schaltzugführung von oben (Top Pull – meist am Mountainbike) und von unten (Down PullRennrad). Viele Modelle sind auch als Dual-Pull-Version erhältlich. Hierbei ist eine Zugführung von unten oder oben möglich (Abhängig vom Rahmen).

Montage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Top Swing – Down Swing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topswing-Umwerfer für Mountainbikes
Shimano 600 Umwerfer zur Montage an Anlötsockel des Rahmens

Des Weiteren unterscheidet man je nach Position der Befestigungsschelle zwischen den (klassischen) Downswing-Modellen, bei denen der Parallelogramm-Käfig unterhalb der Schelle hängt, und den sogenannten Topswing-Modellen, deren Bewegungsachse für den Käfig sich oberhalb der Schelle befindet. Hauptgrund für die Einführung der Topswing-Umwerfer sind neuere Formen von Fahrradrahmen, bei denen die klassischen Downswing-Umwerfer zum Beispiel durch ein nicht durchgehendes Sitzrohr nicht mehr befestigt werden können.

E-Type[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Art von Umwerfer wird zwischen Tretlager und Rahmen befestigt. Es entfällt eine Schelle, die am Rahmen befestigt werden muss. Dies erlaubt eine weitere Erhöhung in der Vielfalt des Rahmendesigns. Einige vollgefederte Rahmen besitzen einen "Umwerferstummel", an dem der Umwerfer befestigt werden kann. Dies ist nicht notwendig bei Nutzung von E-Type-Umwerfern. Die Auswahl an E-Type-Umwerfern ist in der Regel eingeschränkt.

Direct Mount[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umwerfer wird mittels Schrauben direkt an einer vorgegebenen Position am Rahmen fixiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Gressmann, Franz Beck, Rüdiger Bellersheim: Fachkunde Fahrradtechnik. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2006, ISBN 978-3-8085-2291-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]