United Nations Truce Supervision Organization

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UNTSO
Einsatzgebiet IsraelIsrael Israel, Flag of the Arab League.svg Arabische Staaten
Deutsche Bezeichnung Organisation der Vereinten Nationen zur Überwachung des Waffenstillstands
Englische Bezeichnung United Nations Truce Supervision Organization
Französische Bezeichnung Organisme des Nations unies chargé de la surveillance de la trêve
Basierend auf UN-Resolution 50 (29. Mai 1948)[1]
Beginn 11. Juni 1948
Status andauernd
Leitung NorwegenNorwegen Generalmajor (w) Kristin Lund[2]
Todesfälle 52
Kosten 35.883.200 U$ (01/2021–12/2021)[3]
UNTSO-Hauptverwaltung im Government House in Armon Hanatziv (Jerusalem)

Die United Nations Truce Supervision Organization (UNTSO, deutsch: Organisation der Vereinten Nationen zur Überwachung des Waffenstillstands), gegründet 1948, ist eine noch andauernde Friedensmission der Vereinten Nationen zur Wahrung des Waffenstillstandes im Nahen Osten. Sie entstand aus der am 29. Mai 1948 verabschiedeten UN-Resolution 50 des UN-Sicherheitsrates.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der starken Unruhen nach der Gründung Israels am 14. Mai 1948 rief der UN-Sicherheitsrat die israelischen und arabischen Kriegsparteien noch im selben Monat zur Waffenruhe auf. Zur Durchsetzung entsandte er die militärische Beobachtermission UNTSO, deren Stationierung von beiden Seiten zugestimmt wurde. Die ersten UN-Friedenstruppen erreichten das Gebiet nach dem Palästinakrieg 1949. In der Folge wurde immer wieder versucht, die kurzfristigen Waffenruhen zu verlängern. Dies ist auch heute noch die Aufgabe der Mission, die sich mittlerweile über Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon und Syrien erstreckt.

Während der Kriege in den Jahren 1956, 1967 und 1973 änderten sich die Aufgaben kaum. Als Folge des Jom-Kippur-Krieges im Oktober 1973 und der anschließenden Truppentrennungs-Abkommen zwischen Israel und Ägypten bzw. Syrien änderten sich die Aufgaben der UNTSO. Seitdem sind die Beobachter in die UNDOF auf den Golan-Höhen, in Ismailia (Ägypten) und in die UNIFIL im Libanon integriert. Die Büros befinden sich in Jerusalem, Beirut und Damaskus.

Beteiligte Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argentinien, Australien, Belgien, Bhutan, Chile, Volksrepublik China, Dänemark, Estland, Fidschi, Finnland, Frankreich, Gambia, Indien, Irland, Kanada, Nepal, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Russische Föderation, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakische Republik, Slowenien, Vereinigte Staaten von Amerika.

Personal, Budget, Verluste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Personal: 153 Militärbeobachter (unterstützt von 91 internationalen und 153 lokalen Zivilisten). Das UN-Mandat erlaubt bis zu 259 Militärbeobachter.
  • Stabchef: Generalmajor Kristin Lund der norwegischen Streitkräfte (Forsvaret).
  • Budget: 74,29 Millionen Dollar (Doppelhaushalt 2014–2015)
  • Verluste: 18 Militärs, 18 Militärbeobachter, 8 internationale Zivilisten, 6 lokale Zivilisten

Commanders (Chief of Staff) of UNTSO[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Dienstgrad und Name Herkunftsland Beginn der Berufung Ende der Berufung Bemerkungen
1. Oberst Thord Bonde SchwedenSchweden Schweden Mai 1948 Juli 1948
2. Generalmajor Åge Lundström SchwedenSchweden Schweden Juli 1948 Sep. 1948
3. Generalleutnant William E. Riley Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Sep. 1948 Juli 1953
4. Generalmajor Vagh Bennike DanemarkDänemark Dänemark Juli 1953 Aug. 1954
5. Generalleutnant Eedson Louis Millard Burns KanadaKanada Kanada Aug. 1954 Nov. 1956
6. Oberst Byron V. Leary Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Nov. 1956 März 1958
7. Generalleutnant Carl von Horn SchwedenSchweden Schweden März 1958 Juli 1960
8. Oberst R.W. Rickert Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Juli 1960 Dez. 1960
9. Generalleutnant Carl von Horn SchwedenSchweden Schweden Jan. 1961 Mai 1963
10. Generalleutnant Odd Bull NorwegenNorwegen Norwegen Mai 1963 Juli 1970
11. Generalleutnant Ensio Siilasvuo FinnlandFinnland Finnland Juli 1970 Okt. 1973
12. Oberst Richard Bunworth IrlandIrland Irland Okt. 1973 März 1974
13. Generalmajor Bengt Liljestrand SchwedenSchweden Schweden März 1974 Aug. 1975
14. Oberst Keith D. Howard AustralienAustralien Australien Sep. 1975 Dez. 1975
15. Generalmajor Emmanuel Erskine GhanaGhana Ghana Jan. 1976 März 1978
16. Generalleutnant William O'Callaghan IrlandIrland Irland Apr. 1978 Juni 1979
17. Oberst O. Forsgren SchwedenSchweden Schweden Juni 1979 Jan. 1980
18. Generalmajor Erkki R. Kaira FinnlandFinnland Finnland Feb. 1980 Feb. 1981
19. Generalmajor Emmanuel Erskine GhanaGhana Ghana Feb. 1981 Mai 1986
20. Generalleutnant William O'Callaghan IrlandIrland Irland Mai 1986 Juni 1987
21. Generalleutnant Martin O. Vadset NorwegenNorwegen Norwegen Juni 1987 Okt. 1990
22. Generalmajor Hans Christensen FinnlandFinnland Finnland Okt. 1990 Okt. 1992
23. Generalmajor Krisna Thapa NepalNepal Nepal Okt. 1992 Dez. 1993 Später auch Force Commander UNIKOM
24. Oberst John Fisher NeuseelandNeuseeland Neuseeland Dez. 1993 Apr. 1994
25. Oberst Luc Bujold KanadaKanada Kanada Apr. 1994 Juni 1995
26. Oberst Jaakko Oksanen FinnlandFinnland Finnland Juni 1995 Sep. 1995
27. Generalmajor Rufus Kupolati NigeriaNigeria Nigeria Sep. 1995 März 1998
28. Generalmajor Tim Ford AustralienAustralien Australien Apr. 1998 März 2000
29. Generalmajor Franco Ganguzza ItalienItalien Italien Apr. 2000 März 2000
30. Generalmajor Carl Dodd IrlandIrland Irland März 2000 Sep. 2004
31. Generalmajor Clive Lilley NeuseelandNeuseeland Neuseeland Nov. 2004 Nov. 2006
32. Generalmajor Ian Gordon[5] AustralienAustralien Australien Nov. 2006 Feb. 2008
33. Generalmajor Robert Mood[6] NorwegenNorwegen Norwegen Feb. 2008 Apr. 2011
34. Generalmajor Juha Kilpiä FinnlandFinnland Finnland Mai 2011 Juni 2013
35. Generalmajor Michael Finn[7] IrlandIrland Irland Juli 2013 Juli 2015
36. Generalmajor Dave Gawn[8] NeuseelandNeuseeland Neuseeland Sep. 2015 Juli 2017
37. Generalmajor (w) Kristin Lund[9] NorwegenNorwegen Norwegen Okt. 2017 amtierend Zuvor bereits Force Commander UNIFCYP.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]