Universal Edition

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48.2002516.372758333333Koordinaten: 48° 12′ 1″ N, 16° 22′ 22″ O

Universal Edition Aktiengesellschaft
Universal Edition-Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1901
Sitz Wien, Österreich
Leitung Johann Juranek, Astrid Koblanck, Stefan Ragg
Branche Musikverlag
Produkte Noten und MusikzeitschriftenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.universaledition.com

Universal Edition AG (häufig mit UE abgekürzt) ist der Name eines 1901 gegründeten österreichischen Musikverlages mit Hauptsitz am Karlsplatz 6 in Wien.

Geschichte[Bearbeiten]

Stammaktie der Universal Edition (1908)

Hauptgrund der 1901 in Wien unter dem Namen „Universal Edition Actiengesellschaft“ erfolgten Verlagsgründung war die Intention Österreich-Ungarns, von Notenimporten, insbesondere der dominierenden Musikverlage in Leipzig, unabhängig zu werden. Die Gründer waren Adolf Robitschek, Josef Weinberger und Bernhard Herzmansky von Doblinger.

Stand zunächst Musik der klassischen und romantischen Epoche im Vordergrund, verlagerte sich der Schwerpunkt der Publikationen schon nach wenigen Jahren auf die jeweils zeitgenössische Musik. 1906 übernahm die UE beispielsweise von anderen Verlagen die Rechte an Mahlers Sinfonien 1 bis 4, und schloss 1908 einen direkten Vertrag mit dem Komponisten über den Druck der 8. Sinfonie. Unter Emil Hertzka (Direktor von 1907 bis 1932) folgten Namen wie Schönberg, Berg, Webern, Zemlinsky, Marx, Janáček, Szymanowski, Bartók, Kodály, Weill, Wellesz, Erwin Schulhoff, Franz Schreker oder Eisler. 1932 umfasste der Katalog der UE rund 10.000 Nummern.

1919 gab der Verlag die Musikzeitschrift Musikblätter des Anbruch heraus, die bis 1937 erschienen. 1924–1930 gesellte sich Pult und Taktstock hinzu. Beide Organe nutzte der Verlag erfolgreich, um durch Artikel, Berichte und Rezensionen seine Verlagskomponisten international in die Diskussion zu bringen.

Im dritten Reich erwirkte der später hochdekorierte Verleger Alfred Schlee durch Diplomatie bei den Nationalsozialisten, dass diese die Schulden des hochverschuldeten Verlags in Hinsicht auf die Erhaltung eines Denkmals Entarteter Musik beglichen und rettete dadurch den Verlag und zahlreiche Manuskripte vor dem Untergang. Der jüdische Teil der Verlagsredakteure wurde gezwungen, das Schicksal zahlreicher verlegter Komponisten zu teilen und mit Berufsverboten versehen, ins Exil getrieben oder deportiert.

Während des Zweiten Weltkrieges war die Firma in deutscher Hand, ging nach 1945 wieder in österreichischen Besitz über und setzte die Tradition der Aufnahme von Musik der Gegenwart in ihr Programm fort. Die ab 1955 von Herbert Eimert unter Mitwirkung von Stockhausen in der UE publizierte Heftenfolge "die reihe" informierte über serielle und elektronische Musik. Zum Verlagsprogramm, das im Jahr 2000 rund 32.000 Titel umfasste, zählen neben weiteren Zeitschriften und Lehrbüchern auch Taschenpartituren, seit 1972 unter dem Titel "Wiener Urtext Edition" auch zahlreiche Urtextausgaben von Musik der Vorklassik bis zur Romantik, später auch des 20. Jahrhunderts (gemeinsam mit dem Verlag B. Schott's Söhne, Mainz).

Zu den zeitgenössischen Komponisten im Verlagsprogramm der UE zählen etwa Wolfgang Rihm, Pierre Boulez, Arvo Pärt, Karlheinz Stockhausen, Friedrich Cerha, Luciano Berio, Johannes Maria Staud, Georg Friedrich Haas, Georges Lentz, Daniel Schnyder oder Vykintas Baltakas.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]