Unizitätslänge

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In der Kryptologie bezeichnet man als Unizitätslänge (auch: Eindeutigkeitsdistanz;[1] engl. unicity distance, auch: unicity point) diejenige Länge eines Geheimtextes, die er mindestens aufweisen muss, damit ein durch Entzifferung daraus ermittelter Klartext als eindeutige Lösung erkannt werden kann.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Unizitätslänge handelt es sich um eine von Shannon in seiner bahnbrechenden Arbeit Communication Theory of Secrecy Systems[2] vorgeschlagene Größe, mit der diejenige Länge eines Textes gemeint ist, die dieser mindestens aufweisen muss, damit er als eindeutige Lösung eines Geheimtextes aufgefasst werden kann. Als Textlänge ist hier die Anzahl der Zeichen des Textes gemeint, wobei es sich häufig um Buchstaben des lateinischen Alphabets handelt. Die Unizitätslänge ergibt sich dann als Quotient aus der Schlüssellänge, also dem Logarithmus der Anzahl der verschiedenen möglichen Schlüssel der benutzten Verschlüsselung, und der Redundanz der Sprache des Klartextes.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Werte für die Unizitätslänge für einige bekannte Verfahren sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Methoden und Maximen der Kryptologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-540-67931-6, S. 247 ff.
  • Cipher A. Deavours: Unicity Points in Cryptanalysis. Cryptologia, 1 (1), Jan. 1977, S. 46–68.
  • Michael Miller: Symmetrische Verschlüsselungsverfahren. Design, Entwicklung und Kryptoanalyse klassischer und moderner Chiffren. Teubner, Stuttgart u. a. 2003, ISBN 3-519-02399-7.
  • Claude E. Shannon: Communication Theory of Secrecy Systems. Bell System Technical Journal, 28, Okt. 1949, S. 656–715. PDF; 0,6 MB

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Miller: Symmetrische Verschlüsselungsverfahren. Design, Entwicklung und Kryptoanalyse klassischer und moderner Chiffren. Teubner, Stuttgart u. a. 2003, ISBN 3-519-02399-7, S. 107.
  2. Claude E. Shannon: Communication Theory of Secrecy Systems. Bell System Technical Journal, 28, Okt. 1949, S. 656–715. PDF; 0,6 MB
  3. a b Cipher A. Deavours: Unicity Points in Cryptanalysis. Cryptologia, 1 (1), Jan. 1977, S. 49
  4. Cipher A. Deavours: Unicity Points in Cryptanalysis. Cryptologia, 1 (1), Jan. 1977, S. 54
  5. Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse. Methoden und Maximen der Kryptologie. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, S. 105.