Uran(III)-fluorid

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Strukturformel
Kristallstruktur von Uran(III)-fluorid
__ U3+     __ F
Kristallsystem

trigonal

Raumgruppe

P3c1 (Nr. 165)

Gitterkonstanten

a = 717,9 pm
c = 734,5 pm

Koordinationszahlen

U[9], F[3]

Allgemeines
Name Uran(III)-fluorid
Andere Namen

Urantrifluorid

Summenformel UF3
CAS-Nummer 13775-06-9
PubChem 83722
Kurzbeschreibung

purpurfarbener Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 295,02 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

8,9 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

1495 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP)[4], ggf. erweitert[3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​373​‐​411
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [6]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/28​‐​33​‐​51/53
S: (1/2)​‐​20/21​‐​45​‐​61
Radioaktivität
Radioaktiv
 
Radioaktiv
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−(1508,5 ± 5,5) kJ·mol−1[7]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Uran(III)-fluorid ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Uran und Fluor. Es besitzt die Formel UF3 und gehört zur Stoffklasse der Fluoride.

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uran(III)-fluorid kann durch Reaktion von Uran(IV)-fluorid mit Aluminium bei 900 °C gewonnen werden.[8]

Möglich ist auch die Herstellung durch Reaktion mit einer stöchiometrischen Menge von Uran.[8]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uran(III)-fluorid ist ein purpurfarbener Feststoff, der bei 1495 °C schmilzt.[2] Beim Erhitzen auf Temperaturen über 1200 °C disproportioniert er zu Uran(IV)-fluorid und Uran. Seine Kristallstruktur ist trigonal mit den Gitterparametern a = 717,9 pm und c = 734,5 pm.[8] Diese entspricht der von Lanthanfluorid. Hierbei ist jedes Uranion von neun Fluoridionen in einer verzerrten dreifach-überkappten trigonal-prismatischen Struktur umgeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1969.
  2. a b c David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-97.
  3. Eintrag zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich)
  4. Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff uranium compounds with the exception of those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Uranverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. März 2009 (JavaScript erforderlich).
  7. E. H. P. Cordfunke, W. Ouweltjes: „Standard Enthalpies of Formation of Uranium Compounds VII. UF3 and UF4 (by Solution Calorimetry)“, in: The Journal of Chemical Thermodynamics, 1981, 13 (2), S. 193–197 (doi:10.1016/S0021-9614(81)80025-0).
  8. a b c Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band II. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1207.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium, in: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements, Springer, Dordrecht 2006; ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698 (doi:10.1007/1-4020-3598-5_5).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]