Uran(III)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Kristallstruktur von Uran(III)-fluorid
__ U3+     __ F
Kristallsystem

trigonal

Raumgruppe

P\bar3c1

Gitterkonstanten

a = 717,9 pm
c = 734,5 pm

Koordinationszahlen

U[9], F[3]

Allgemeines
Name Uran(III)-fluorid
Andere Namen

Urantrifluorid

Summenformel UF3
CAS-Nummer 13775-06-9
PubChem 83722
Kurzbeschreibung

purpurfarbener Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 295,02 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

8,9 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

1495 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​373​‐​411
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/28​‐​33​‐​51/53
S: (1/2)​‐​20/21​‐​45​‐​61
Radioaktivität
Radioaktiv
 
Radioaktiv
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−(1508,5 ± 5,5) kJ·mol−1[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Uran(III)-fluorid ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Uran und Fluor. Es besitzt die Formel UF3 und gehört zur Stoffklasse der Fluoride.

Darstellung[Bearbeiten]

Uran(III)-fluorid kann durch Reaktion von Uran(IV)-fluorid mit Aluminium bei 900 °C gewonnen werden.[6]

\mathrm{UF_4 + Al  \longrightarrow UF_3 + AlF}

Möglich ist auch die Herstellung durch Reaktion mit einer stöchiometrischen Menge von Uran.[6]

\mathrm{3 \ UF_4 + U  \longrightarrow 4 \ UF_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Uran(III)-fluorid ist ein purpurfarbener Feststoff, der bei 1495 °C schmilzt.[2] Beim Erhitzen auf Temperaturen über 1200 °C disproportioniert er zu Uran(IV)-fluorid und Uran. Seine Kristallstruktur ist trigonal mit den Gitterparametern a = 717,9 pm und c = 734,5 pm.[6] Diese entspricht der von Lanthanfluorid. Hierbei ist jedes Uranion von neun Fluoridionen in einer verzerrten dreifach-überkappten trigonal-prismatischen Struktur umgeben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1969.
  2. a b c David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Properties of the Elements and Inorganic Compounds, S. 4-97.
  3. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Uranverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 25. April 2011 (JavaScript erforderlich).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. E. H. P. Cordfunke, W. Ouweltjes: „Standard Enthalpies of Formation of Uranium Compounds VII. UF3 and UF4 (by Solution Calorimetry)“, in: The Journal of Chemical Thermodynamics, 1981, 13 (2), S. 193–197 (doi:10.1016/S0021-9614(81)80025-0).
  6. a b c  Georg Brauer (Hrsg.): Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band II, Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-87813-3, S. 1207.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium, in: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements, Springer, Dordrecht 2006; ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698 (doi:10.1007/1-4020-3598-5_5).

Weblinks[Bearbeiten]