Uranylcarbonat

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Uranylcarbonat
Verhältnisformel (UO2)CO3
CAS-Nummer
  • 12274-95-2
  • 13021-32-4
Kurzbeschreibung

grünlich-gelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 330,037 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Löslichkeit

nicht löslich in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP)[4], ggf. erweitert[3]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 330​‐​300​‐​373​‐​411
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5] aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) [6]
Sehr giftig Umweltgefährlich
Sehr giftig Umwelt-
gefährlich
(T+) (N)
R- und S-Sätze R: 26/28​‐​33​‐​51/53
S: (1/2)​‐​20/21​‐​45​‐​61
Radioaktivität
Radioaktiv
 
Radioaktiv
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Uranylcarbonat, ((UO2)CO3) ist das grünlich-gelbe Uranylsalz der Kohlensäure.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uranylcarbonat kommt als Mineral Rutherfordin in der Natur vor. Des Weiteren kommen in der Natur weitere carbonathaltige Uranylminerale vor, unter anderem zum Beispiel Albrechtschraufit (Ca4Mg(UO2)2(CO3)6F2 · 17 H2O), Andersonit (Na2Ca[(UO2)(CO3)3](H2O)5), Astrocyanit (Cu2(Ce,Nd,La)2UO2(CO3)5(OH)2 · 1,5 H2O) und Liebigit (Ca2UO2(CO3)3 · 11 H2O).[7]

Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Uranylcarbonate werden hauptsächlich in basischem Milieu bei hohen CO2-Partialdrücken gebildet, da es im sauren Bereich durch Kohlenstoffdioxidfreisetzung zu keiner Komplexierung kommen kann.[7]

Uranylcarbonat kann durch Erhitzen einer Mischung von Urantrioxid mit Kohlenstoffdioxid in Wasser bei einer Temperatur von 300 °C dargestellt werden.[8]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uranylcarbonat

Wasserfreies Uranylcarbonat ist stabil bis 500 °C.[9] In wässrigen Lösungen bilden sich bei geringer Hydroxidionen-Konzentration anionische Tricarbonat-Komplexe mit dem [UO2(CO3)3]4−-Ion.[7] Neben dem Tricarbonat-Komplex konnte auch noch der Dicarbonatkomplex [UO2(CO3)2]2− im Festkörper und in Lösung nachgewiesen werden. Darüber hinaus findet sich in Lösung auch der trimere Komplex [(UO2)3(CO3)6]6−, wobei die einzelnen Spezies stark vom pH-Wert abhängig sind.[10]

Gesundheits- und Umweltgefahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uranylcarbonat ist wie alle Uranverbindungen radioaktiv und sollte daher mit der entsprechenden Vorsicht behandelt und eine Aufnahme in den Körper vermieden werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingmar Grenthe, Janusz Drożdżynński, Takeo Fujino, Edgar C. Buck, Thomas E. Albrecht-Schmitt, Stephen F. Wolf: Uranium. In: Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements. Springer, Dordrecht 2006, ISBN 1-4020-3555-1, S. 253–698, doi:10.1007/1-4020-3598-5_5.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. Meinrath, T. Kimura: Carbonate complexation of the uranyl(VI) ion. In: Journal of Alloys and Compounds. Band 202, Nr. 1–2, 10. Dezember 1993, S. 89–93, doi:10.1016/0925-8388(93)90523-P.
  2. Chinh Nguyen Trung, G. M. Begun, Donald A. Palmer: Aqueous uranium complexes. 2. Raman spectroscopic study of the complex formation of the dioxouranium(VI) ion with a variety of inorganic and organic ligands. In: Inorganic Chemistry. Band 31, Nr. 25, 1. Dezember 1992, S. 5280–5287, doi:10.1021/ic00051a021.
  3. Eintrag zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich)
  4. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff uranium compounds with the exception of those specified elsewhere in this Annex im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  6. Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Uranverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Uranverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. März 2009 (JavaScript erforderlich).
  7. a b c Lester R. Morss, Norman M. Edelstein, Jean Fuger (Hrsg.): The Chemistry of the Actinide and Transactinide Elements. Springer, Dordrecht 2006, S. 261.
  8. Eugene. Staritzky, D. T. Cromer: Crystallographic Data. 130. Uranyl Carbonate, UO2CO3. In: Analytical Chemistry. Band 28, Nr. 7, 1. Juli 1956, S. 1211, doi:10.1021/ac60115a053.
  9. Balaram Sahoo, D. Patnaik: Carbonates of Uranium. In: Nature. Band 185, Nr. 4714, 5. März 1960, S. 683, doi:10.1038/185683a0 (Letters to Nature, „Leserbriefe“).
  10. W. A. de Jong, E. Apra, T. L. Windus, J. A. Nichols, R. J. Harrison, K. E. Gutowski, D. A. Dixon: Complexation of the Carbonate, Nitrate, and Acetate Anions with the Uranyl Dication:  Density Functional Studies with Relativistic Effective Core Potentials. In: The Journal of Physical Chemistry A. Band 109, Nr. 50, 1. Dezember 2005, S. 11568–11577, doi:10.1021/jp0541462.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uranylcarbonat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien