Urinol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Urinol ist die Markenbezeichnung eines Ende des 19. Jahrhunderts von Wilhelm Beetz entwickelten mineralischen Öles in einer besonderen, geheim gehaltenen Zusammensetzung.[1] Nach Untersuchungen der k. k. landwirtschaftlich-chemischen Versuchsstation in Wien setzte Urinol sich zu 15 Prozent aus damals üblichen Desinfektionsmitteln wie Phenol und Homologen (wie Cresol und ähnlichem) zusammen, die in einem Gemisch aus schweren Mineralölen und Steinkohleteerölen gelöst waren. Es schwimmt auf Wasser.[2] Urinol wurde in einem Ölkeller in Wien produziert.[3] Benötigt wurde es zum Betrieb eines Ölurinoirs mit Ölsiphon,[4] bei dem durch den Einsatz von Urinol die Wasserspülung eingespart werden konnte.[3] Damit entstand also eine frühe Form des Trockenurinals. Auch zum Bestreichen von glatten Pisswänden wurde es eingesetzt.[5] Durch die leicht desinfizierende Wirkung[6][7] verhinderte Urinol die Entstehung des unangenehmen Uringeruchs.[8]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeitschrift für Schulgesundheitspflege, Band 9, Verlag Leopold Voß, Leipzig 1896, S. 159, ISSN 0863-1050eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche (dort wird der Name der Nachfolgezeitschrift verwendet)
  2. Gesundheits-Ingenieur, Band 20, Verlag R. Oldenbourg, 1897, S. 8, ISSN 0932-6200eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. a b Peter Payer: Unentbehrliche Requisiten der Großstadt: eine Kulturgeschichte der öffentlichen Bedürfnisanstalten von Wien, Löcker, 2000, S. 74ff., ISBN 3-85409-323-3eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. Zeitschrift des Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins, Band 57, Wien, 1905, S. 681, ISSN 0372-9605eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  5. Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien, Band 51, Verlag C. Gerold, 1900, S. 303 – eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  6. Hygienische Rundschau. Berlin, Band 19, 1909, S. 284/S. 285, ISSN 0367-6528eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  7. Deutsche medizinische Wochenschrift, Band 34, Verlag G. Thieme, 1908, S. 848, ISSN 0012-0472eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  8. Deutsche militärärztliche Zeitschrift: Vierteljährliche Mitteilungen aus dem Gebiet des Militär-Sanitäts- und Versorgungswesens, I.-49. Jahrgang. [1872-1920.], Verlag E. S. Mittler & Sohn, 1908, S. 348, ISSN 0176-2184eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  9. Peter Payer: Unentbehrliche Requisiten der Großstadt: eine Kulturgeschichte der öffentlichen Bedürfnisanstalten von Wien, Löcker, 2000, S. 75, ISBN 3-85409-323-3eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche