Urografie

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Intravenöses Urogramm

Urografie bzw. -graphie (griechisch οὖρον – Urin, griechisch γράφω – schreiben), syn. Pyelographie (griechisch Πύελος = [Nieren-]Becken), sind radiologische Methoden zur Darstellung der ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter und Harnblase). Die erzeugten Aufnahmen werden auch Urogramm bzw. Pyelogramm genannt. Die Urographie darf nicht mit der Uroflowmetrie verwechselt werden.

Die Verfahren dienen zur Darstellung der Morphologie, der Funktion der Nieren und der ableitenden Harnwege sowie zur Feststellung von Abflussbehinderungen, etwa durch Harnsteine. Uratsteine (Harnsäuresteine) sind röntgennegative Steine, das heißt, sie lassen sich im Röntgenbild nicht direkt darstellen.

Bei der retrograden Urographie (entwickelt durch Voelcker und von Lichtenberg, Heidelberg 1905)[1] und dem Miktionszystourethrogramm wird eine Kontrastmittellösung über einen Blasenkatheter in das Hohlsystem instilliert. Zur sog. intravenösen Urographie, auch Ausscheidungsurographie (erstbeschrieben durch Volkmann 1922) genannt, werden ca. 50 ml eines jodhaltigen Röntgenkontrastmittels in eine Armvene injiziert und die Ausscheidung wird in einer Serie von Röntgenaufnahmen von Bauch und Becken verfolgt. Je nach Grad der Abflussbehinderung dauert das zwischen 15 min und 24 Stunden.

Die Röntgenverfahren sind durch die Sonographie, Computertomographie und Kernspintomographie (MR) stark zurückgedrängt worden. Insbesondere die Schnittbildverfahren CT und MRT können Bilder mit sehr ähnlichem Gesamteindruck, aber wesentlich höherer Aussagekraft erzeugen. Sonographie und MR-Urographie sind strahlungsfrei und deshalb auch in der Kinderurologie häufig genutzt.

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritz[sic!] Voelcker und Alexander von Lichtenberg: Pyelographie (Röntgenographie des Nierenbeckens nach Kollargolfüllung). In: Münchener medizinische Wochenschrift 52, 1906, S. 105
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