Uwe Nixdorff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Uwe Nixdorff

Uwe Nixdorff (* 12. Juni 1958 in Hofheim/Ts.) ist ein deutscher Internist, Kardiologe und Sportmediziner. Nixdorff ist Inhaber der Kardiologischen Praxis Nixdorff-Vester sowie Gründer und Ärztlicher Geschäftsführer des European Prevention Center (EPC) in Düsseldorf.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nixdorff absolvierte das Studium der Humanmedizin von 1978 bis 1985 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt.[1] Seine Promotion erfolgte im Rahmen einer experimentellen Studie mit dem Titel „Die Wirkung intrakoronarer Applikationen von Nifedipin, Nitroglyzerin und Dipyridamol im experimentellen Modell chronisch kollateralisierter Hundeherzen“.[2] Nach einer kurzen Zeit als Assistenzarzt (11/1985 – 02/1986) am Deutschen Herzzentrum (DHZ) in München[3] wechselt Nixdorff an die II. Medizinische Klinik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,[4] wo er 1987/1988 unter Prof. Dr. med. J. Meyer die internistische Facharzt- und auch kardiologische Teilgebietsbezeichnung absolvierte. 1988 und 1989 folgten mehrere Forschungsaufenthalte in den USA: Am Michael Reese Hospital in Chicago, an der University of Virginia School of Medicine in Charlottesville und am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston. Parallel war Nixdorff im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit bis 1998 am Universitätsklinikum Mainz tätig.

Mit der venia legendi (Lehrbefugnis) erfolgte die Lehrtätigkeit am Universitätsklinikum Mainz als Privatdozent. Von 1998 bis 2004 war Nixdorff als Oberarzt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg[5] tätig. 2003 erwarb er die Zusatzbezeichnung Sportmedizin. Im Jahr 2005 gründete Nixdorff in München das European Prevention Center (EPC GmbH), zunächst mit Standort in München, dann Berlin und vorübergehend in Duisburg, später auch in Düsseldorf. Von 2007 bis 2010 führte er auch eine kardiologische Privatpraxis in Duisburg, anschließend bis heute in Düsseldorf. Nach weiteren klinischen und experimentellen Arbeiten wurde Nixdorff 2008 zum außerplanmäßigen Professor (APL) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg berufen.[6] Neben seiner Lehrtätigkeit dort war Nixdorff zudem Gastprofessor des Master-Studiengangs „Master of Science in Preventive Medicine (M.Sc.)“ an der Dresden International University (DIU)[7] in den Jahren 2010–2016; von 2015 bis 2016 hatte er auch die wissenschaftliche Leitung inne.

Forschungstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere unter dem wissenschaftlichen Mentor Raimund Erbel erfolgte eine klinische und experimentelle Forschungstätigkeit zum Langzeitverlauf des Herzinfarktes.Dabei wurden Erkenntnisse zum langfristigen, sogenannten postinfarziellen, linksventrikulären Remodelling (langfristige Verformungen und Funktionseinschränkungen der linken Herzkammer über das Akutereignissen des Herzinfarktes hinaus) gewonnen.[8] Entsprechende medikamentöse und instrumentelle Herzinsuffizienztherapien sind heute nach weiteren internationalen klinischen Studien Leitlinien-gestützt.[9]

Ein weiteres Forschungsthema Nixdorffs war die Inauguration der sogenannten Stressechokardiographie.[10] Unter physikalischen oder pharmakologischen Stimuli wird eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt, um nach Durchblutungsstörungen zu suchen. Heute ist diese Methode vertragsärztlich zugelassen. Weiterhin erfolgten durch Nixdorff und Mitarbeiter erste experimentelle und klinische Untersuchungen einer in den 90er Jahren neuen echokardiographischen Methode (Herzultraschall), i.e. die Gewebe-Doppler-Echokardiographie resp. Tissue Doppler Echocardiography (TDE),[11] die wesentlich genauere, quantitative Vermessungen der Herzfunktion gestattet und heute ebenfalls Leitlinien-etabliert ist.[12]

Die wichtigsten Ergebnisse seiner echokardiographischen Arbeiten hat Nixdorff 1998 in seiner Habilitationsschrift „Quantitative transthorakale Echokardiographie zur linksventrikulären Funktionsanalyse in der Postinfarkt-Phase. Klinische und experimentelle Untersuchungen“ zusammengefasst.

Spezialgebiete und Behandlungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwerpunkt von Nixdorff liegt in der kardiovaskulären Präventionsmedizin, insbesondere in der Früherkennung der Atherosklerose, i.e. der Gefäßwandversteifung, -verdickung und -verkalkung. Die vulnerable, atherosklerotische Plaque ist meist flach und asymptomatisch. Ohne Frühwarnzeichen kommt es daher oftmals abrupt zum Herzinfarkt aufgrund einer Ruptur. Nixdorff verwendet im Rahmen der Präventionsdiagnostik verschiedene bildgebende Verfahren, die in algorithmischer Folge von sog. Scores (u. a. PROCAM Score) erfolgen und zur Risikobestimmung eines möglichen Herzinfarkts dienen.[13]

Tätigkeit in Fachgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • European Society of Cardiology (ESC) (aktive Mitarbeit im Accreditation Committee des European Board of the Speciality of Cardiology); European Association of Echocardiography (EAE) (seit 1988; aktives Gründungsmitglied des Accreditation Committee in Echocardiography 2003–2008); European Association of Preventive Cardiology (EAPC) (seit 2007; EAPC Board Member (Secretary) 2016–2018); EAPC Communication Committee (Chairman 2016–2018); Nucleus-Mitglied Section Prevention, Epidemiology & Population Science (PEP) 2010–2016 (Consultant PEP seit 2016); Mitglied des Prevention Implementation Committee 2010–2014; aktives Mitglied des EAPC Educational Committee seit 2013; aktives Mitglied des ESC Educational Committee (EAPC Representative) 2014–2016; EAPC Communication Committee (Chairman 2016–2018); aktives Mitglied des ESC Task Force Life Event Committees seit 2018
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK); Arbeitsgruppe für Kardiovaskulären Ultraschall (seit 1988; 1. und 2. Sprecher 2000–2006); 1. und 2. Sprecher des Clusters der Arbeitsgruppen für bildgebende Verfahren (Kardio-CT, Kardio-MR, Echokardiographie und kardiale Nuklearmedizin) 2002–2006; Chairman des Komitees für die Zertifizierung der Echokardiographie 2005–2007; Arbeitsgruppe Cardio-CT (seit 2005); Arbeitsgruppe für Präventive Kardiologie (2. Sprecher 2014–2015 und 1. Sprecher 2015–2017); Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) (seit 2016); ESC Task Force der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) seit 2018
  • Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) (seit 1997; “Seminarleiter DEGUM Stufe III” seit 2002, Rezertifizierung als „Seminarleiter“ 2009 und 2017)
  • Deutsche Herzstiftung (seit 1991; Wissenschaftlicher Beirat seit 2001)
  • Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin (GSAAM; German Society of Anti-Aging Medicine) (seit 2011; Mitglied des Vorstandes seit 2013, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats seit 2011)
  • Deutsche Hochdruckliga (seit 2012; Mitglied der Kommission für Gefäßfunktion seit 2013)
  • Gesellschaft für Prävention (GPeV) (seit 2012; Beiratsmitglied seit 2015)
  • Gesundheitskommission des Bundesverbandes Mittelständischer Wirtschaft (BVMW) (seit 2019; Mitglied des Vorstandes seit 2019)

Nixdorff ist regelmäßiger Reviewer internationaler Journals wie des European Heart Journal (EHJ), European Journal of Preventive Cardiology (EJPC) und Ultrasound in Medicine & Biology (UMB), in denen er auch als Mitglied des Editorial Boards agiert (gesamte Liste siehe 1).

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • U. Nixdorff (Hrsg.): Check-Up-Medizin: Prävention von Krankheiten – Evidenzbasierte Empfehlungen für die Praxis. Georg Thieme Verlag, 2009, ISBN 978-3-13-145271-9.
  • U. Nixdorff, S. Achenbach, F. Bengel, P. Faggiano, S. Fernández, C. Heiss, T. Mengden, G. F. Mureddu, E. Nagel, V. Puntmann, J. Zamarano: Imaging in cardiovascular prevention. The ESC Textbook of Preventive Cardiology. Oxford University Press, 2015, OCLC 7335614404, S. 54–76.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988 Young Investigator's Award of the International Council on Electrocardiology
  • 1996 Best Abstract Award - Honourable Mention of the International Society of Cardiovascular Ultrasound
  • 1996 Poster Award of the 8th Essen-Mayo-Mainz Symposium
  • 2003 Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 2003 (KG Saur-Verlag, München, 2003)
  • 2005 Dictionary of International Biography (International Biographical Centre Cambridge, England)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Goethe-Universität — Goethe-Universität Frankfurt. Abgerufen am 18. August 2021.
  2. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Abgerufen am 18. August 2021.
  3. DHM - Startseite. Abgerufen am 18. August 2021.
  4. Willkommen an der JGU! Abgerufen am 18. August 2021.
  5. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Abgerufen am 18. August 2021 (deutsch).
  6. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Abgerufen am 18. August 2021 (deutsch).
  7. DIU: Fortbildung für Mediziner. Abgerufen am 18. August 2021.
  8. U. Nixdorff, R. Erbel, T. Pop, H. J. Rupprecht, K. J. Henrichs, S. Mörchen, J. Meyer: Long-term follow-up of global and regional left ventricular function by two-dimensional echocardio-graphy after thrombolytic therapy in acute myocardial infarction. In: Int J Cardiol. Band 41, Nr. 1, 1993, S. 31–47.
  9. ESC Guidelines on Acute and Chronic Heart Failure. Abgerufen am 18. August 2021.
  10. U. Nixdorff, S. Mohr-Kahaly, S. Wagner, J. Meyer: Klinischer Stellenwert der Stressechokardiographie. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 94, Nr. 25, 1997, S. 1376–1381.
  11. U. Nixdorff, S. Mohr-Kahaly, M. Kremer, G. Rippin, J. Meyer: Quantitative tissue Doppler echocardiography: physiologic nonuniformity of left ventricular transmural myocardial wall velocities and gradients. In: Echocardiography. Band 14, 1997, S. 545–552.
  12. T. Buck, W. Fehske, O.-A. Breithardt, L. Faber, F. A. Flachskampf, A. Franke, A. Hagendorff, H. Kücherer, T. Menzel, K. Pethig, K. Tiemann, J.-U. Voigt, F. Weidemann, R. Hoffmann, U. Nixdorff: Manual zur Indikation und Durchführung der Echokardiographie. In: Clin Res Cardiol. 4 Suppl, 2009, S. 3–51.
  13. Gesundheitscheck Düsseldorf: Check-Up-Spezialist Prof. Nixdorff. Abgerufen am 18. August 2021.