Vanguard-Klasse (1992)

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Vanguard-Klasse
HMS Vanguard

HMS Vanguard

Schiffsdaten
Land Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffsart Atom-U-Boot
Bauwerft Vickers, Barrow-in-Furness
Bauzeitraum 1986 bis 1999
Stapellauf des Typschiffes 4. März 1992
Gebaute Einheiten 4
Dienstzeit Seit 1993
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
149,9 m (Lüa)
Breite 12,8 m
Tiefgang max. 12,0 m
Verdrängung Getaucht: 15.900 tn.l.
 
Besatzung 135 Mann
Maschine
Maschine Rolls-Royce PWR-Kernreaktor
2 Dampfturbinen
Maschinen-
leistung
27.500 PS (20.226 kW)
Einsatzdaten U-Boot
Geschwindigkeit getaucht max. 25 kn (46 km/h)
Bewaffnung

Die Vanguard-Klasse ist eine Klasse von Atom-U-Booten der Royal Navy, sie dienen zur nuklearen Abschreckung. Als U-Boot mit ballistischen Raketen (SSBN) sind sie mit den modernen Trident-D5-Interkontinentalraketen ausgestattet. Die Vanguards sind die größten U-Boote außerhalb der amerikanischen und russischen Marine.

Geschichte[Bearbeiten]

Bau[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren suchte die britische Royal Navy nach einem Ersatz für ihre strategischen U-Boote der Resolution-Klasse. Vickers Shipbuilding wurde daraufhin mit der Konstruktion und dem Bau der neuen SSBN-U-Boote beauftragt. Insgesamt wurden vier SSBN in Barrow-in-Furness gebaut.

Regulär sind jeweils zwei der U-Boote weltweit unterwegs, während die anderen in ihrer Basis im schottischen Faslane-on-Clyde liegen. Neben der nuklearen Abschreckung dienen sie auch der Aufklärung und können mit zusätzlichen Torpedos auch Angriffe auf andere Schiffe durchführen.

Nach der Veröffentlichung eines neuen Weißbuches 1998, das dem Ende des Kalten Krieges Rechnung getragen hatte, wurde die Einsatzdoktrin dahingehend abgeändert, dass sich maximal nur noch 48 Nuklearsprengköpfe an Bord befanden. Gemäß dem letzten Weißbuch vom Oktober 2010 wurde diese Menge seitdem auf nur noch maximal 40 mitgeführte Sprengköpfe reduziert. Seit diesem Zeitpunkt befinden sich auch nur noch acht statt 16 Raketen an Bord und auch die Gesamtmenge aller Sprengköpfe wurde entsprechend um 45 Stück auf noch maximal 180 reduziert.

Zukunft[Bearbeiten]

Am 4. Dezember 2006 kündigte Premierminister Tony Blair an, dass die Vanguard-Klasse zwischen 2023 und 2027 durch ein Nachfolgemodell ersetzt werden soll. Er wies damit Forderungen zurück, nach dem Dienstende der Vanguard-Klasse auf die Anschaffung neuer Atomwaffen zu verzichten. Die Anzahl der Sprengköpfe soll jedoch von aktuell 200 auf 160 reduziert werden, die Anzahl der U-Boote eventuell von vier auf drei. Bis etwa 2040 sollen die aktuellen Trident-Raketen weiterhin verwendet werden, entsprechend den zeitlichen Planungen der USA bezüglich eines Nachfolgemodells. Das Verteidigungsministerium beziffert die Kosten für die neuen U-Boote auf 15 bis 20 Mrd. £.

Die sich seit Mitte 2010 im Amt befindliche neue Koalitionsregierung unter Premier David Cameron bestätigte in ihrem Weißbuch vom Oktober 2010 zunächst im Wesentlichen diese Langfristplanungen.

Unfälle[Bearbeiten]

Im Februar 2009 kollidierte das Typschiff der Klasse, die HMS Vanguard im Atlantischen Ozean mit dem französischen Unterseeboot Le Triomphant, dem Typschiff der Triomphant-Klasse. Nach dem Zusammenstoß schien keine ernste Gefährdung von den Atom-U-Booten auszugehen. Die Vanguard kehrte mit sichtbaren Schäden am Rumpf zum Marinestützpunkt Faslane-on-Clyde in Schottland zurück, die Le Triomphant lief Brest im westlichen Frankreich an.[1][2]

Technik[Bearbeiten]

Die Klasse wird durch einen Druckwasserreaktor angetrieben. Im Sommer 2003 wurde die Vanguard als erstes der vier U-Boote mit neuartigen Brennelementen, die als „Core H“ bezeichnet werden, bestückt. Nach Angaben der Royal Navy müssen die Reaktoren hierdurch bis zum Dienstende der U-Boote nicht mehr neu aufgefüllt werden.

Die Bewaffnung erlaubt es, mehrere Ziele gleichzeitig anzugreifen. Die verwendeten Nuklearsprengköpfe haben einzeln etwa die achtfache Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe. Im Falle eines Abschusses einer Rakete mit mehreren Sprengköpfen müssen alle mit Zielen ausgestattet werden.

Einheiten[Bearbeiten]

Kennung Name Bauwerft Stapellauf In Dienst Verbleib
S28 HMS Vanguard Vickers Shipbuilding and Engineering 4. März 1992 14. August 1993 aktiv
S29 HMS Victorious Vickers Shipbuilding and Engineering 29. September 1993 7. Januar 1995 aktiv
S30 HMS Vigilant Vickers Shipbuilding and Engineering 14. Oktober 1995 2. November 1996 aktiv
S31 HMS Vengeance Vickers Shipbuilding and Engineering 19. September 1998 27. November 1999 aktiv

Literatur[Bearbeiten]

  • Ministry of Defence (Hg.): The Royal Navy Handbook. Conway Maritime Press, London 2003. ISBN 0-85177-952-2

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Royal Navy: HMS Vanguard, 16. Februar 2009
  2. BBC: Nuclear subs collide in Atlantic, 16. Februar 2009