Vaterland (Fahrrad)

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Vaterland Werk Friedrich Herfeld Söhne GmbH & Co. KG
Vaterland Logo.gif
Rechtsform GmbH & Co KG
Gründung 1906
Auflösung 2007
Sitz Neuenrade
Leitung Jürgen Herfeld
Branche Fahrradhersteller

Die Vaterland Werk Friedrich Herfeld Söhne GmbH & Co. KG war ein deutscher Fahrradhersteller aus der sauerländischen Kleinstadt Neuenrade, der die gleichnamige Marke produzierte. Das Unternehmen war eine der ältesten Fahrradmanufakturen Deutschlands.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Kleinanzeige von Vaterland aus dem Jahr 1955
Rahmen eines Vaterland-Fahrrads mit Firmenlogo

Die Fa. Herfeld & Co. stellte zunächst Blasinstrumente und Akkordeons her und war damals einer der führenden Versandgeschäfte von Musikinstrumenten und Hersteller in Deutschland. Das Unternehmen ging aus dem Betrieb der Familie Herfeld hervor und stellte bis 1933 weiterhin vor allem Musikinstrumente her, ehe es 1933 die Produktion auf Fahrräder umstellte. Die Firma montierte und versandte bereits ab 1930 Fahrräder unter der Marke „Vaterland“. In den 1950er Jahren wurden auch Mopeds und Nähmaschinen hergestellt.

Der Markenname existierte seit 1906. Die Firma stellte zuletzt über 1.000 Fahrräder am Tag her. Zuletzt nutzte die Firma auch einen Online-Shop, um ihre Räder ab Werk zu vertreiben.

Ende 2007 stellte die Firma ihre Produktion ein und meldete Insolvenz an.

Fabrikgebäude[Bearbeiten]

Das ehemalige Werk Vaterland lag in der Innenstadt Neuenrades in den Bereichen Hinterm Wall, Am Stadtgarten und Am Wall. Es bestand aus drei Gebäudeeinheiten: dem Kerngebäude mit einer Erweiterung von 1927, den Fabrikhallen aus den 1930er Jahren und modernen Hallen im rückwärtigen, westlichen Bereich. Das Amt für Denkmalschutz sprach sich für einen Erhalt der Anlage aus, da die Fabrik unter anderem bedeutend war für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Für die Erhaltung und Nutzung sprachen danach wissenschaftliche und städtebauliche Gründe.[2]

Die Betriebsgebäude in der Neuenrader Innenstadt wurden im Sommer 2011 abgerissen. Das ehemalige, denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude aus Bruchstein blieb erhalten und wurde saniert. Auf dem Gelände entstand eine Seniorenwohnanlage.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Über uns“ auf der alten Homepage des Unternehmens (Memento vom 11. Februar 2005 im Internet Archive).
  2. Auskunft der Stadt Neuenrade bzw. des Westfälischen Denkmalamtes vom 5.Juni 2010
  3. Uwe Tonscheidt: Barrierefrei wohnen wo einst Vaterland war. Echterhage-Holding kauft Firmengelände. In: Westfälische Rundschau vom 17. August 2008. (Online)

Weblinks[Bearbeiten]