Verband der Pädagogiklehrerinnen und Pädagogiklehrer

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Der Verband der Pädagogiklehrerinnen und Pädagogiklehrer (VdP e.V.)[1] ist eine deutsche Vereinigung von Lehrenden der pädagogischen Fächergruppe. Die Geschäftsstelle befindet sich derzeit in Wesel.[2] Im VdP sind Lehrer in Deutschland organisiert, die Pädagogik, Erziehungswissenschaft bzw. Erziehungswissenschaften, Erziehungslehre, Didaktik-Methodik, Sozialpädagogik bzw. Sozialwesen an Gymnasien, Gesamtschulen, Berufsschulen, Berufskollegs, Beruflichen Gymnasien, Weiterbildungskollegs oder Akademien (Bayern) unterrichten. Gegründet wurde der VdP im Jahr 1979.[3] Der derzeitige Vorsitzende ist Dr. Carsten Püttmann.

Die vom VdP herausgegebene Zeitschrift für Mitglieder heißt PädagogikUNTERRICHT.

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zentrales Ziel des Vereins ist die inhaltliche und didaktische Weiterentwicklung der pädagogischen Fächergruppe.[4] Das geschieht u. a. bei Fortbildungen und Fachdiskussionen sowie bei den Mitgliederversammlungen. Der Pädagogiklehrertag (PLT) findet seit 1990 als zentrale Fortbildungsveranstaltung für Pädagogiklehrer an einer deutschen Universität statt; er gehört zu den größten Lehrerfortbildungsveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Dieser jährlich stattfindende Kongress greift zentrale und aktuelle allgemeinpädagogische, schulpädagogische, didaktische und bildungspolitische Themen auf, die von Wissenschaftlern bearbeitet werden. Zu Aus- und Weiterbildungszwecken dokumentiert der VdP diese Veranstaltungen jeweils auf DVD.

Spezialisierte und auf deren Bedürfnisse abgestimmte Fortbildungen gibt es für Studienreferendare. Damit unterstützt der VdP auch die Ausbildung junger Pädagogiklehrer.

Eine Arbeitsgruppe fördert die praktische Arbeit des Lehrers mit Hilfe der Weiterbildungsinitiative Pädagogikunterricht (WIPU) durch jährlich zwei bis vier Fortbildungsveranstaltungen, um die fachdidaktische Differenzierung nach den konkreten Erfordernissen im jeweiligen pädagogischen Arbeitsfeld und im Kontakt mit den Lehrern zu ermöglichen.[5]

Während der Fortbildungen werden wechselseitige Kontakte zwischen den Pädagogiklehrern ermöglicht, Initiativen gestartet und Problemfelder für die Weiterarbeit des Verbandes ausgemacht. Zudem gestatten diese Veranstaltungen den Gedankenaustausch zwischen den Kollegen aus den verschiedenen Bundesländern.

Wichtig für die Verbandsarbeit ist der regelmäßige Kontakt zu Verantwortlichen in Ministerien, den Bezirksregierungen und Fachkommissionen, um die Belange der Fächer der pädagogischen Fächergruppe zu vertreten. Darüber hinaus ist der regelmäßige Kontakt zu wissenschaftlichen Institutionen und Wissenschaftlern ein Anliegen.[6] Es gehört auch zum Selbstverständnis des VdP, auf dem neuesten Stand fachwissenschaftlicher Diskussion zu sein.

Ein wesentliches Arbeitsfeld ist die Öffentlichkeitsarbeit. Im gesamtgesellschaftlichen Bereich findet pädagogische Grundbildung immer noch nicht die Anerkennung, die ihr als zentrales Praxisfeld zukommt. Im berufsbildenden Schulwesen ist der Erwerb pädagogischer Kompetenzen unbestritten und wird an den Berufsbildenden Schulen aller Bundesländer ermöglicht. Dass im Bereich häuslicher Erziehung und Bildung dieselben Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben werden müssen, ist eine Forderung des VdP, die aber noch nicht in allen Kultusbehörden gleichermaßen gehört wird. Insbesondere der Bereich der Sekundarstufe I steht hier im Fokus.

Geschäftsstelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organisatorisch werden sämtliche Veranstaltungen von der Geschäftsstelle betreut, insbesondere der jährliche Pädagogiklehrertag (PLT), der Referendartag sowie die WIPU-Veranstaltungen (Weiterbildungsinitiative Pädagogikunterricht). Durch sie werden alle vom VdP angebotenen Unterrichts- und Informationsmaterialien verschickt. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle den Mitgliedern beratend zur Verfügung. Informationen über das Unterrichtsfach Pädagogik werden aber auch an Nichtmitglieder und öffentliche Institutionen weitergegeben.

Organisation der Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutende Teile der Arbeit des VdP sind sowohl die regelmäßigen Publikationen als auch die Organisation von Fortbildungen zu grundlegenden Themen des Unterrichts in der pädagogischen Fächergruppe. Diese beiden Aspekte sind eng miteinander verbunden, da viele Fortbildungen dokumentiert werden. Mitglieder erhalten z. B. oder können beziehen[7] :

  • DVDs von Pädagogiklehrer-Tagen (PLT), der größten Tagesveranstaltung eines Fachverbandes bundesweit; PLT ist die Jahreshauptversammlung des VdP in Verbindung mit differenzierten Fortbildungen zu aktuellen Themen in der Pädagogik in Kooperation mit Wissenschaftlern, die an herausragenden Projekten arbeiten.
  • Propädix – die Materialreihe für den Pädagogikunterricht; es gibt ca. 20 Bände; deren Inhalte orientieren sich an den Fokusierungen des Zentralabiturs. Die Reihe enthält erprobte Unterrichtsprojekte zu aktuellen Themen.
  • Die Fachzeitschrift PädagogikUNTERRICHT ist seit 1980 das Organ des Verbandes der Pädagogiklehrer. Sie erscheint drei Mal im Jahr; eine der Nummern ist ein Doppelheft. Die Zeitschrift bietet fachliche und fachdidaktische Beiträge, Infos zur Lehrerlaufbahn sowie Nachrichten aus dem Bereich des Pädagogikunterrichts in Deutschland.
  • Die Reihe Didactica Nova[8] – inzwischen gibt ca. 30 Bände – enthält Publikationen von Wissenschaftlern und Fachdidaktikern zum Forschungsstand.

Bildungspolitische Forderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehr alt ist die Forderung des VdP an die Kultusministerien der Länder, in allen Schulformen Deutschlands[9] Pädagogik als obligatorisches Schulfach einzuführen: Pädagogik gehört neben Recht, Politik und Wirtschaft zu den vier großen gesellschaftlichen Praxisfeldern.[10] Der damalige Vorsitzende Eckehardt Knöpfel (2004) verbindet die Forderung mit den Vorstellungen:

Zusammensetzung der Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der VdP hat momentan ca. 2700 Mitglieder.[11] Bei der Gründung war der VdP eine Vereinigung von Gymnasiallehrern, die das Fach Pädagogik in Nordrhein-Westfalen unterrichteten. Sehr schnell wurden auch Mitglieder aus anderen Bundesländern aufgenommen. Erst allmählich gesellten sich Kollegen aus dem Bereich der beruflichen Bildung hinzu. Vor allem durch das rasante Anwachsen der Schülerzahlen in den Beruflichen Gymnasien, in deren Bildungsplan Erziehungswissenschaft/Pädagogik ein häufig gewähltes Fach ist, kamen mehr Lehrer auch aus anderen Bundesländern zum VdP. Derzeit sind die Kollegen aus NRW immer noch in der Überzahl, aber die Gewichte verschieben sich. Mittlerweile stellt der VdP den bei Weitem größten Fachverband für Pädagogiklehrer in Deutschland dar.

In einzelnen Bundesländern vertreten Landessprecher des VdP die Interessen der Kollegen gegenüber den Behörden und der Öffentlichkeit. In einigen Bundesländern werden auch regionale Pädagogiklehrertage durchgeführt (Berlin/Brandenburg, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz).

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • PädagogikUNTERRICHT. – Die Fachzeitschrift für die pädagogische Fächergruppe. Organ des Verbandes der Pädagogiklehrer und Pädagogiklehrerinnen e.V. (VdP) Erscheinungsweise 4 × jährlich (eine Doppelnummer) ISSN 0176-179X.
  • Eckehardt Knöpfel, Jürgen Langefeld, Birgit Rauch (Hrsg.): 20 Jahre VdP – Pädagogikunterricht – ein notwendiger Beitrag zur Schulentwicklung. (= Didactica Nova. Band 6). Schneider-Verlag Hohengehren, 1999, ISBN 3-89676-142-0.
  • Georg Gutheil, Peter Opora (Hrsg.): 25 Jahre VdP – Perspektiven des Pädagogikunterrichts. Beiträge zur schulpolitischen, didaktischen und methodischen Zukunft des Fachs in einer sich wandelnden Schullandschaft. (= Didactica Nova. Band 14). Schneider-Verlag Hohengehren, 2004, OCLC 633621128.
  • Christoph Storck: 100 Jahre Pädagogikunterricht in Deutschland (1908–2008). Warum Unterricht im Fach Pädagogik unverzichtbar ist. Wesel 2008, OCLC 1073726276.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.vdp.org;/ entnommen am 19.12.2018
  2. vdp.org
  3. laut Auskunft des Geschäftsführers Eckehardt Knöpfel am 19.12.2018
  4. Fassung der Satzung vom 5. Oktober 2011, geändert auf der Mitgliederversammlung vom 28. September 2016, begründet am 17. August 1979; § 3
  5. https://www.vdp.org/veranstaltungen/wipu/ entnommen 19,12,2018
  6. PädagogikUNTERRICHT, Die Fachzeitschrift für die pädagogische Fächergruppe, 38. Jg. Heft 2/3, August 2018, 4. Umschlagseite
  7. https://www.vdp.org/vdp-bestellservice/ entnommen am 19. Dezember 2018
  8. im Schneider Verlag Hohengehren GMBH; in Kooperation mit dem VdP; Gesamt-Herausgeber: Eckehardt Knöpfel
  9. Eckehardt Knöpfel: Anmerkungen zur Notwendigkeit des Pädagogikunterrichts. In: DIDACTICA NOVA. Band 14: Perspektiven des Pädagogikunterrichts. Schneider Verlag Hohengehren, 2004, ISBN 3-89676-885-9, S. 2–3.
  10. Pädagogikunterricht – ein notwendiges Teilprojekt der Moderne; https://www.vdp.org/tipps-infos/pädagogikunterricht-ein-notwendiges-teilprojekt-der-moderne/ entnommen am 21. Dezember 2018
  11. laut Auskunft der Geschäftsstelle, Wesel, am 18. Dezember 2018