Veva Tončić

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Veva Tončić (* 11. März 1912 in Wien; † 1. Mai 1992 in Salzburg, auch Veva Toncic-Treuberg[1]) war eine österreichische bildende Künstlerin. Ihr Hauptwerk sind Steinskulpturen; sie schuf auch Grafiken, Malereien und Scherenschnitte.

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Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorfahren der in Wien geborenen Künstlerin stammen aus dem Mittelmeerraum. Geboren wurde sie als Veva (Genoveva) Tončić-Sorinj.[2] Als Adelige ist sie auch unter dem Namen Gräfin Fischler von Treuberg anzutreffen. Tončić absolvierte nach dem Abitur von 1936–1940 eine private Ausbildung als Steinbildhauerin bei dem Steinmetzmeister und Bildhauer Leo von Moos in Salzburg. 1943–1944 besuchte sie die Meisterklasse der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien und wurde Assistentin für Steinarbeit bei Fritz Behn. Zu dieser Zeit absolvierte sie auch Zeichnen bei Herbert Boeckl.

Nach ihrer Ausbildung wurde Tončić freischaffende Künstlerin und blieb es bis zu ihrem Tod. Angemerkt wird, dass während der Zeit Österreichs im Nationalsozialismus das Regime der Künstlerin nicht abgeneigt war und sie schon zu dieser Zeit Karriere machte.[3]

Tončić hielt sich hauptsächlich in Salzburg auf, wo sie auch achtzigjährig starb. Sie war Mitglied der Genossenschaft der bildenden Künstler Salzburg (Salzburger Kunstverein). Der Künstlerin wird Humor, Beobachtungsgabe sowie Interesse am Literarischen und ein Hang zum Zyklischen nachgesagt.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes der Täufer (1986) auf dem Gelände des Salzburger Landeskrankenhauses

Veva Tončić schuf Monumental- und Kleinplastiken. Sie dachte in allen ihren Arbeiten – unabhängig vom Format – monumental. Ihre Arbeiten zeichnen sich in der Ausführung durch große Unmittelbarkeit aus und werden als Ergebnisse eines spontanen Schaffensprozesses eingeschätzt. Tončić arbeitete ohne vorbereitende Skizzen, Modelle oder eine zeichnerische Fixierung ihrer Ideen.

Neben der Bildhauerei beschäftigte sie sich auch mit anderen künstlerischen Genres wie Zeichnen und Malen in verschiedenen Techniken sowie mit dem Scherenschnitt.

„Veva Toncic ist nicht Bildhauerin, die sich auch mit Malerei und Grafik beschäftigt, sie ist ebensowenig Malerin und Grafikerin, die sich auch mit Bildhauerei beschäftigt, sie ist weder das eine noch das andere und doch alles zusammen. Sie bekennt selber, sie würde am liebsten mit vier Händen gleichzeitig in den verschiedensten künstlerischen Manieren arbeiten.“

Michael Schwimann, zit. n. Deutscher Scherenschnittverein e. V.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Veva Tončić – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutscher Scherenschnittverein e. V.: Veva Tončić auf www.scherenschnitt.org
  1. Der Name wird unterschiedlich mit und – sehr häufig – ohne Akzente zitiert; auch existiert die Variante Treuberg-Toncic.
  2. Siehe archiv.belvedere.at, abgerufen am 30. August 2016. Auch existiert die Namensvariante Veva Toncic Edle von Sorinj Tončić (siehe www.scherenschnitt.org, abgerufen am 30. August 2016).
  3. Zwischen „Entartung“ und „wahrer Volksverbundenheit“ auf https://www.stadt-salzburg.at/internet/service/aktuell/aussendungen/2012/zwischen_entartung_und_wahrer_volksverbu_369462.htm
  4. http://www.scherenschnitt.org/toncic/ Veva Tončić, abgerufen am 30. August 2016.