Vicelinkirche (Pronstorf)

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Vicelinkirche Pronstorf - der Turm
Kirche, Südseite. IR-Aufnahme 2007.

Die Vicelinkirche Pronstorf (auch Feldsteinkirche Pronstorf) in Pronstorf (Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein) ist eine der ostholsteinischen Feldsteinkirchen / Wehrkirchen aus dem 12. Jahrhundert. Ähnliche als „Vicelinkirchen“ bezeichnete Kirchen sind die Petrikirche in Bosau, Vicelinkirche (Ratekau), St-Laurentius-Kirche in Süsel und die St. Johannis (Neukirchen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich entstand die Kirche an einer ehemaligen Opferstätte für den Gott der WendenProne“. Es war durchaus üblich, solch alte, heilige Stätten durch die Errichtung einer Kirche zu „christianisieren“. Die Kirche wurde erstmals 1198 urkundlich erwähnt und befindet sich auf einer Anhöhe in der Mitte des Dorfes Pronstorf umgeben von einem Friedhof.

Es handelt sich um eine im romanischen Stil errichtete einschiffige Saalkirche mit einem langen Chor und einem Rundturm. Die Kirche wurde überwiegend aus Feldsteinen errichtet und hat ein mit Dachziegeln gedecktes Satteldach. Aus Backsteinen wurden die Ostseite des Chors sowie einige Stützpfeiler errichtet.

Der Turm wird auf westlicher Seite durch drei aus Feldsteinen errichteten Stützmauern gestützt - oberhalb dieser drei Stützmauern wurde das ursprüngliche Feldsteinmauerwerk durch Backsteine ersetzt, das durch zahlreiche Kreuzanker gesichert ist. Im vorderen Bereich des Turmes befindet sich eine Öffnung in dem sich eine Stundenglocke befindet.

Die ursprünglich vorhandene Apsis wurde im 14. Jahrhundert bei der Verlängerung des Chors abgetragen, diese später erfolgte Maßnahme führte auch zu dem größeren Fenstern im östlichen Bereich des Chors.

Im Jahre 1958 wurde die Kirche umfassend saniert.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Campanile und die Totenkapelle - bei der Vicelinkirche Pronstorf

Die Glocke der Kirche befindet sich in einem separaten Campanile auf dem Kirchengelände.

Auf dem Friedhof befindet sich eine aus gelben Backsteinen 1870, also kurz vor dem Tod des Besitzers von Pronstorf Kaspar von Buchwaldt, errichtete klassizistische Totenkapelle mit dem Wappen der Familie von Buchwaldt.

Vor der Südseite des Chors befindet sich der Schalenstein von Reinsbek.

Die Kirche findet sich im Wappen der Gemeinde Pronstorf.

Pastoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Peter Valentiner (* 1817 in Pronstorf; † 1894 in Preetz), erster Pastor der deutschen evangelischen Gemeinde in Jerusalem, 1866–1869 Pastor in Pronstorf

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vicelinkirche (Pronstorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 57′ 29″ N, 10° 28′ 17″ O