Victor von Plessen

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Victor Baron von Plessen (* 23. Oktober 1900 auf Gut Sierhagen bei Neustadt in Holstein; † 16. Dezember 1980 auf Gut Wahlstorf bei Preetz) war ein deutscher Forschungsreisender und Ornithologe in Südostasien und stammte aus dem ursprünglich edelfreien mecklenburg-holsteinischen Adelsgeschlecht von Plessen. Er war Ehrenritter des Johanniterordens.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor Baron von Plessen studierte nach seinem Militärdienst im Regiment der Gardes du Corps 1917/18 Kunst in Berlin und München. 1924/25 und 1927/28 unternahm er seine ersten Expeditionen im Malayischen Archipel.

1930/31 entstanden unter seiner Expeditionsleitung in Bali die Filme Insel der Dämonen und 1934/35 auf Borneo Die Kopfjäger von Borneo. 1937/38 drehte er, begleitet von seiner Frau Marie-Izabel, wissenschaftliche Filme in Malaysia im Auftrag des Völkerkundemuseums. Die Entdeckung von über 50 Subspezies von Vogel-, Schmetterlings- und anderen Tierarten, die nach ihm den Zusatz plesseni führen, sowie die Wiederentdeckung des weißen Stars (Balistar) gehen auf ihn zurück.[1]

Nach Deutschland zurückgekehrt lebte er fortan auf dem Gut Wahlstorf bei Preetz, das er 1938 geerbt hatte, und wo sich heute seine umfangreiche Sammlung von Asiatika befindet. Auch ein Großteil seiner Gemälde – Plessen malte vor allem holsteinische und indonesische Landschaften – befindet sich dort.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor von Plessen ist ein Nachfahre von Christian Ludwig Scheel von Plessen. Seine Eltern waren der Lehensgraf Carl von Scheel-Plessen auf Sierhagen und dessen Ehefrau Louise, geb. Lehnsgräfin von Scheel-Plessen (seine Eltern waren Vetter und Kusine). Sein Großvater mütterlicherseits war der holsteinische Oberpräsident Carl Graf von Scheel-Plessen. Victor Baron von Plessen heiratete am 30. November 1934 Marie-Izabel, geb. von Jenisch, die Tochter des kaiserlich Deutschen Gesandten und Wirklichen Geheimen Rats Dr. jur. Martin Rücker Freiherr von Jenisch und dessen Gattin Thyra Gräfin Grote. Victor und Marie-Izabell von Plessen bekamen zwei Töchter und einen Sohn. Elisabeth und Marie-Louise sind seine Großnichten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bei den Kopfjägern von Borneo: Ein Reisetagebuch, Berlin 1936[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c vergl. M. Naumann: Die Plessen. Stammfolge vom XIII. bis XX. Jahrhundert. C.A. Starke Verlag