Victor Canning

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Victor Canning (* 16. Juni 1911 in Plymouth; † 21. Februar 1986 in Cirencester) war ein britischer Schriftsteller. Er schrieb Romane und Thriller. Seine große Zeit waren die 1950er bis 1970er Jahre. Seit seinem Tod 1986 ist er aus dem öffentlichen Bewusstsein weitgehend verschwunden. Er lebte zurückgezogen, hinterließ keine Memoiren und gab relativ wenige Interviews. Neben seinem eigenen Namen benutzte er auch die Pseudonyme Alan Gould und Julian Forest.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Victor Canning wurde in Plymouth in der Grafschaft Devon als Sohn des Kutschenbauers Fred Canning und seiner Frau May, geborene Goold, geboren. Während des Ersten Weltkrieges diente sein Vater als Fahrer einer Ambulanz in Frankreich und Flandern. Während dieser Zeit lebten Victor Canning und seine zwei Schwestern im zehn Meilen nördlich von Plymouth gelegenen Ort Calstock, wo sein Onkel Cecil Goold für die Eisenbahn arbeitete. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Plymouth zurück. Mitte der 1920er Jahre zog die Familie nach Oxford, wo der Vater Arbeit gefunden hatte. Victor besucht die Oxford Central School. Hier wurde er von seinem Lateinlehrer Dr. Henderson ermutigt, an der Schule zu bleiben und die Universität zu besuchen, aber die Familie konnte sich dies nicht leisten. Stattdessen begann er im Alter von 16 Jahren als Angestellter im Education Office zu arbeiten.

Innerhalb von drei Jahren begann Victor Canning, Kurzgeschichten an Magazine für Jungen zu verkaufen. Im Jahr 1934 akzeptierte Hodder and Stoughton seinen ersten Roman Mr. Finchley Discovers his England. Dieser Roman wurde sofort zu einem großen Bestseller. Er gab seine Arbeit auf und arbeitete nun Vollzeit als Schriftsteller. In den nächsten dreizehn Jahren produzierte er dreizehn weitere Romane unter drei verschiedenen Pseudonymen. Lord Rothermere engagierte ihn, um Artikel für die Daily Mail zu schreiben. Ein Teil dieser Reiseartikel wurde 1936 in dem Buch Everyman’s England mit Illustrationen von Leslie Stead veröffentlicht.

Im Jahr 1935 heiratete er Phyllis McEwen, die Tochter einer Theaterfamilie. Er traf sie, als er mit einer Vaudeville-Produktion in Weston-super-Mare gastierte. Sie bekamen drei Töchter: Lindel (* 1939), Hilary (* 1940) und Virginia (* 1940).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Victor Canning[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen
  • Young man on a bicycle. 1958.
  • Delay on turtle. 1962.
  • Comedies and Whimsies. 2007.
  • The Minerva Club, The Department of Patterns and Dr. Kang. 2009.
Kriminalromane
  • Panther’s moon. 1948.[1]
    • deutsch: Schwarzer Panther. Goldmann, München 1960.
  • The house of the seven flies. 1952.[2]
    • deutsch: Das Haus zu den sieben Fliegen. Goldmann, München 1969.
  • The hidden face. 1957.[3]
    • deutsch: Das verborgene Gesicht. Goldmann, München 1969.
  • The Manasco Road. 1957.[4]
    • deutsch: Rivalen am Riff. Goldmann, München 1970.
  • The Scorpio letters. 1964.
    • deutsch: Erpressung durch Scorpio. Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach 1975.
  • Rex-Carver-Quartett
  1. The whip hand. 1965.
  2. Doubled in Diamonds. 1966.
  3. The Python Project. 1967.
  4. The melting man. 1968.
  • Queen’s pawn. 1969.
    • deutsch: Schach der Königin. Bastei Verlag, Bergisch-Gladbach 1973.
  • The Kingsford mark. 1975.
    • deutsch: Das Sündenmal. Goldmann, München 1978.
  • The Satan Sampler. 1979.
    • deutsch: Querverbindungen. Goldmann, München 1980.
  • Vanishing point. 1982.
    • deutsch: Geheimnis für Drei. Goldmann, München 1984.
Romane
  • The golden Salamander. 1949.
    • deutsch: Der goldene Salamander. Verlag Toth, Hamburg 1951.
  • Venetian Bird. 1950.
    • deutsch: Im Schatten von San Marco. Gütersloh, Bertelsmann 1953.
  • The dragon tree. 1958.
    • deutsch: Der Drachenbaum. Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach 1976.
  • The burning eye. 1960.
    • deutsch: Das brennende Auge. Goldmann, München 1979.
  • A delivery of furies. 1961.
    • deutsch: Der Raub der Furien. Goldmann, München 1982.
  • Black flamingo. 1962.
    • deutsch: Schwarzer Flamingo. Goldmann, München 1970.
  • The limbo line. 1963.
    • deutsch: Hinter der Limbo-Linie. Goldmann, München 1982.
  • Firecrest. 1971.
    • deutsch: Der verlorene Freitag. Richarz Verlag, St. Augustin 1977.
  • The rainbird pattern. 1971.
    • deutsch: Auf der Spur. Lübbe-Verlag, Bergisch-Gladbach 1977.
  • Smiler-Trilogie
    • The runaways. 1972.
      • deutsch: Die Ausreisser. Zsolnay, Wien 1972.
    • Flight of the grey goose. 1973.
      • deutsch: Sommerwind und erste Liebe. Zsolnay, Wien 1973.
    • The painted tent. 1974.
      • deutsch: Flieg mit dem Wind um die Wette. Zsolnay, Wien 1974.
Sachbücher
  • Finchley-Reihe
  1. Mr. Finchles discovers England. 1934.
  2. Mr. Finchley goes to Paris. 1938.
  3. Mr. Finchley takes the road. 1940.
  • Everyman’s England. 1936 (illustriert von Leslie Stead)
Theaterstücke
  • Beggar's Bush. 1940.

Posthum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Table Number seven. 1987 (fertiggestellt von seiner Ehefrau und seiner Tochter).

als Alan Gould[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Two men fought. 1936.
  • Mercy Lane. 1937.
  • Sanctuary from the Dragon. 1938.
  • Every creature of god is good. 1939.
  • The viaduct. 1939.

als Julian Forest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The wooden angel. 1938.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1950: Ronald Neame (Regie): Der goldene Salamander (frei nach The golden Salamander).
  • 1959: Richard Thorpe (Regie): Das Haus der sieben Falken (nach The House of the Seven Flies).
  • 1964: Basil Dearden (Regie): Agenten lassen bitten (nach dem Roman Castle Minerva).
  • 1966: Richard Thorpe (Regie): Erpressung durch Scorpio (nach dem Roman The Scorpio Letters).
  • 1966: Erich Neureuther (Regie): Das ganz grosse Ding.
  • 1969: Samuel Fuller (Regie): Outsider (nach dem Roman His Bones are Coral).
  • 1975: Alfred Hitchcock (Regie): Familiengrab (nach dem Roman The Rainbird Pattern).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armin Arnold und Josef Schmidt (Hrsg.): Reclams Kriminalroman Führer. Reclam, Stuttgart 1978, ISBN 3-15-010279-0, S. 93–94.
  • Graham Lord: The crazy gamble that made Victor famous. In: Sunday Express vom 10. August 19175.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Für den US-Binnenmarkt änderte man den Titel in Hunter’s moon.
  2. Für den US-Binnenmarkt änderte man den Titel in House of the seven hawks.
  3. Für den US-Binnenmarkt änderte man den Titel in Burden of Proof.
  4. Für den US-Binnenmarkt änderte man den Titel in The forbidden Road.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]