Victor Talking Machine Company

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Victor Talking Machine Company (Victor Talking Machine Co.) war einer der bedeutendsten amerikanischen Hersteller von Grammophonen sowie von Schellackplatten, welcher sich weltweit betätigte. Das Unternehmen wurde am 3. Oktober 1901 mit der Zielsetzung der finanziellen und patentrechtlichen Interessenbündelung von Emile Berliner und Eldridge R. Johnson gegründet.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ten Inch Monarch Record Schellackplatte
Seven Inch Victor Record Schellackplatte

Im Jahr 1900 betätigte sich der Konstrukteur und Mechaniker Eldridge R. Johnson gemeinsam mit Emile Berliner, der als Erfinder der Schellackplatte gilt, an der Entwicklung und Verbesserung des Grammophons, einhergehend mit eigenen Forschungen hinsichtlich des dazugehörigen, zum damaligen Zeitpunkt neuartigen, Tonträgers, die am Anfang des Jahres dazuführen, dass Johnson seine selbst produzierten Schellackplatten, mit einem Durchmesser von „Seven Inch“, dies entspricht in etwa einem Durchmesser von 17,8 Zentimetern, unter dem Namen „Improved Gram-O-Phone Record“,[1] interessierten Kunden zu Kauf anbieten konnte. [* 1] Die erste Aufnahme, Katalognummer A-1, beinhaltete eine Rezitation des Gedichtes „Departure“ von Eugene Field, vorgetragen von George Broderick. Im Sommer 1900 gründet Johnson gemeinsam mit Leon Forrest Douglass die Consolidated Talking Machine Company, später umbenannt in Eldridge Johnson Manufacturing Machinist, um Ähnlichkeiten hinsichtlich des Namens des von Berliner gegründeten Unternehmens, der Consolidated Talking Machine Company of America, zu vermeiden. Dem Unternehmen oblag zum einen die Vermarktung der johnsonschen Gramophone, einschließlich der dazugehörigen Schellackplatten, zum anderen stellte die Anfertigung von Aufnahmen verschiedenster Künstler, deren Beiträge im Folgenden auf diversen Tonträgern verlegt werden sollten, ein weiteres Betätigungsfeld dar.[* 2]

Anfang des darauffolgenden Jahres 1901 gelang es Johnson eine weitere in ihrem Durchmesser größere Schellackplatte, „Ten Inch“, dies entspricht einem Durchmesser von 25,4 Zentimetern, anfänglich unter der Bezeichnung „Victor Ten Inch Record“[2] später „Victor Monarch Record“[3] herzustellen und auf dem Markt für Tonträger einzuführen. Hinsichtlich der Seven Inch sah sich Johnson ebenfalls, aufgrund von gerichtlichen Auseinandersetzungen, die es ihm verboten die Wortbezeichnung Grammophon für seine Produkte zu nutzen, gezwungen auch deren Namen abzuändern und von da an die Bezeichnung „Improved Record“[4] zu führen.[* 3] Letztendlich beschloss Johnson jedoch einem möglicherweise drohenden, langwierigen Gerichtsprozess dadurch aus dem Weg zu gehen, indem er den Namen für seine Seven Inch Schallplatten auf „Victor Record“ abänderte und diesen am 12. März 1901 als Schutzmarke registrieren ließ.

Gegen Ende des Jahres, am 3. Oktober 1901 kamen Emile Berliner und Johnson überein, ihre finanziellen und patentrechtlichen Interessen in einem gemeinsamen Unternehmen, der Victor Talking Machine Company, zu bündeln. Die Neugründung nahm bereits am 5. Oktober des gleichen Jahres unter der Führung von Johnson sowie unter der Beteiligung von Leon Forrest Douglass, der als Vizepräsident und Generalmanager fungierte, seine Tätigkeiten auf. Des Weiteren traten Thomas S. Parvin als Schatzmeister, A.C. Middleton in Funktion des Sekretärs und Horace Pettit zuständig für die Rechtsabteilung, der Unternehmensführung bei. Bezüglich der Ausgabe von Beteiligungen einigte man sich dahingehend, 20.000 Stammaktien und 5.000 Vorzugsaktien, in Abhängigkeit der in das Unternehmen eingebrachten materiellen und immateriellen Werte, unter den verschiedenen Anteilseignern aufzuteilen.[* 4] Der Unternehmenssitz sowie die Produktionsstätten wurden in Camden, New Jersey errichtet, der Stadt in der Johnson vormals seinen Geschäften nachging. Das Aufnahmestudio hingegen bezog seine Räumlichkeiten in der Camden gegenüberliegenden, durch den Delaware River getreten, Metropole Philadelphia, gelegen in Pennsylvania.

Mit der Gramophone Company einem von Emile Berliner ursprünglich für den europäischen Markt gegründeten Unternehmen, wurde eine Vereinbarung getroffen, die inhaltlich zum einen die Beteiligung an den Kosten für die Entwicklungsabteilung der Viktor Talking Machine Company vorsah und zum anderen die Vorgabe enthielt einen fünfundzwanzig prozentigen Anteil abzuführen, um im Gegenzug einen Patent- und Markenschutz durch „Victor“ zu erhalten. Ebenso wurde der Grammophone Company das Recht zugesprochen Grammophone in Europa, dort insbesondere innerhalb des Vereinigten Königreich einschließlich seiner Kolonien und Besitzungen sowie in Russland und Japan zu vertreiben.[* 5]

Nipper, welcher der Stimme seines Herren – „His Master's Voice“ – lauscht, zu Beginn des Jahres 1899 von dem Londoner Künstler Francis James Barraud gemalt und zur Nutzung als Markenzeichen an die Gramophone Company verkauft, zierte von 1902 an nun ebenfalls die Labels der Victor Talking Machine Company. Im Januar des gleichen Jahres übernahmen Johnson und Douglass die Globe Record Company und verkauften diese alsbald an die American Graphophone Company. Mit Unterzeichnung des Vertrages begannen Verhandlungen mit der Columbia Phonograph Company bezüglich deren Vermarktungsinteressen, die Rechtsstreitigkeiten nach sich zogen, aber in letzter Instanz zu außergerichtlichen Übereinkünften führten. Gegen Ende des Jahres konnte Victor die Produktion von über zwei Millionen Schellackplatten vermelden, zum Teil darin begründet, dass sie sich im Besitz der wichtigsten Patente des Grammophon-Marktes zum damaligen Zeitpunkt befand.

Während in Europa die Gramophone Company in ihren Tonstudios auch klassische Musik produzierte, so beispielsweise mit dem aufstrebenden italienischen Opernsänger Enrico Caruso, aber auch mit den russischstämmigen Bass Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, und diese unter einem höherpreisigen eigens dafür geschaffenen Label, in roter Ausführung, zum Kauf anbot, spezialisierte man sich seitens „Victor Records“ auf das Verlegen von bekannten Musikstücken, humoristischen Liedern, Rezitationen sowie von Bandmusik der damals beliebtesten Genres. Das Repertoire klassischer Stücke dementgegen beschränkte sich auf wenige Aufzeichnungen von Künstlern wie die von George Broderick, Rosalia Chalia und Emilo de Gogorza. Dies änderte sich erst mit der Markteinführung des Labels „Victor Red Seal“,[5] von der Idee her der Gramophone Company entliehen, im Jahre 1903 in den Vereinigten Staaten, einhergehend mit dem Import von fünfundzwanzig klassischen Aufnahmen, darunter auch denjenigen von Enrico Caruso.[* 6]

Die 1910er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1920er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1924 erwarb Victor die kanadische Berliner Gramophone. 1925 führte Victor unter dem Namen Orthophonic die neue elektrische (anstelle der bisherigen mechanischen bzw. akustischen) Aufnahmetechnik ein. 1928 verkaufte Johnson seine Victor-Anteile, die 1929 von der Radio Corporation of America (RCA) erworben wurden. Das Label wurde dann als Radio-Victor Division of the Radio Corporation of America und später als RCA Victor vermarktet.

Die Victor Company of Japan, Limited (JVC), wurde 1927 gegründet und ist heute eine weltweit bekannte Marke.

Die 1930er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1940er Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfindungen und Entwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studios[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler und Repertoire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1901–1925: Eldridge R. Johnson
  • 1926–1928: Edward E. Shumaker
  • 1931–1928: Edward Wallenstein
  • 1938–1949: Frank B. White
  • 1949–1956: James Murray
  • 1956–1968: George Marek

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Gegensatz zu den Schellackplatten von Emile Berliner, der keine Aufdrucke für seine Tonträger verwendete, mit einem Label aus schwarzem Papier und goldfarbenem Aufdruck versehen.
  2. Gegen Ende des Jahres konnten in Summe fünf von Johnson entwickelte Modelle des Grammophons sowie diverse Aufnahmen aus den Vereinigten Staaten und Europa, dort von Fred Gaisberg verwirklicht, käuflich erworben werden.
  3. Der Beschwerde bezüglich der Verletzung des Markennamens sowie deren Stattgabe bei Gericht wurde in dem nachfolgenden Berufungsverfahren im Juni 1901 verworfen und am 22. Juli 1902, nach einem weiteren Verfahren, erneut bestätigt und wieder in Kraft gesetzt.
  4. Auf die Consolidated Talking Machine Company, dem Unternehmen Berliners, der sich nicht selbst an der Leitung der Viktor Talking Machine Company beteiligte, entfielen 8.000 Stammaktien aufgrund der zur Verfügungstellung der Patente Berliners. Des Weiteren erfolgte die Zahlung von 50.000 US-Dollar für 500 Vorzugsaktien, versehen mit einem Bonus von 1000 zusätzlichen Stammaktien. Johnson hingegen erhielt 10.000 Stammaktien und 3000 Vorzugsaktien für seine Patente und die bestehende von ihm zur Verfügung gestellte Logistik. Die verbleibenden 1000 Stammaktien und 1500 Vorzugsaktien verblieben in Unternehmensbesitz.
  5. Die Verbindung zwischen der Grammophon Company und der Victor Talking Machine Company hielt bis zu Jahre 1953.
  6. Das Label „Victor Red Seal“ startete mit der Katalognummer 5000 in den Vereinigten Staaten und wurde anfänglich für 2,50 US-Dollar zum Kauf angeboten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert JüttemannPhonographen und Grammophone, 4. Auflage, Funk-Verlag Hein, Dessau 2007, ISBN 978-3-939-19717-1.
  • Martin Fischer: Faszination Schellack: Grammophone, Schellackplatten, Nadeldosen, 1. Auflage, Battenberg Gietl Verlag, Regenstauf 2006, ISBN 978-3-866-46008-9.
  • Hoffmann, Frank W. & Ferstler, Howard: Encyclopedia of Recorded Sound, Routledge, London 2005, ISBN 978-0-415-93835-8.
  • Peter Tschmuck: Creativity and Innovation in the Music Industry, 2. Auflage, Springer, Heidelberg, New York, Dordrecht, London 2012, ISBN 978-3-642-28429-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Improved Gram-O-Phone Record. Discogs, abgerufen am 3. August 2017 (englisch).
  2. Victor Ten Inch Record. Discogs, abgerufen am 3. August 2017 (englisch).
  3. Victor Monarch Record. Discogs, abgerufen am 3. August 2017 (englisch).
  4. Improved Record. Discogs, abgerufen am 3. August 2017 (englisch).
  5. Victor Red Seal. Discogs, abgerufen am 7. August 2017 (englisch).
  6. Nellie Melba. Discogs, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  7. Adelina Patti. Discogs, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Victor Talking Machine Company – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien