Vierendeelträger

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Vierendeelträger, schematisch
notwendige Ecksteifigkeit ist angedeutet
Vierendeelträger-Brücke in Grammene, Belgien

Der Vierendeel-Träger ist ein Träger aus zu Rechtecken zusammen gesetzten Stäben.

Im Unterschied zum Fachwerk-Träger mit Stabdreiecken ermöglicht ein in Fassaden oder Wänden eingebauter Vierendeel-Träger das Anbringen üblicher rechteckiger Fenster, Türen oder Durchgänge in die Zwischenräume.

Anders als bei Fachwerk-Trägern müssen die Verbindungsstellen zwischen den Stäben aber ecksteif gestaltet werden. Gemäß in der Baustatik üblicher Behandlung der biegeweichen Verbindungen als Gelenke wäre ein Stabviereck mit solchen einfachen Eckverbindungen als statisch unterbestimmtes, d. h. als unbrauchbares Tragsystem zu betrachten. Die Stabvierecke würden sich bereits bei kleiner Beanspruchung zu Parallelogrammen verformen bzw. bei gelenkiger Betrachtungsweise zu Stabpaketen zusammen fallen.[1]

Der Vierendeel-Träger ist nach dem belgischen Ingenieur Arthur Vierendeel (1852–1940) benannt.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Vierendeel-Träger in der Fassade des Commerzbank-Hochhauses in Frankfurt am Main (Architekt: Norman Foster),
  • Vierendeelträger-Brücke in Grammene, Belgien (siehe nebenstehende Abbildung, der Vorteil der rechteckigen Zwischenräume kommt bei dieser Anwendung nicht zur Geltung).

Anmerkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Als Vorteil gegenüber einem (statisch nicht überbestimmten) Fachwerk-Träger ist zu nennen, dass ein Vierendeel-Träger bei Ausfall eines vertikalen Stabes noch eingeschränkt betriebstauglich bleibt, er fällt nicht sofort in sich zusammen wie ein Fachwerk bei Ausfall irgendeines Stabs.