Villa Seilern

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Vorderansicht der historischen Villa Seilern in Bad Ischl.

Die Villa Seilern ist ein historisches Bauwerk, Hotel und Kurhaus in Bad Ischl in Oberösterreich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heute als Hotelbetrieb geführte klassizistische Villa wurde 1881 unter dem Wiener Stadtbaumeister Wilhelm Pils nach Auftrag der verwitweten Bauherrin Elisabeth Reichsgräfin von Seilern und Aspang erbaut. Die Original-Baupläne sind heute noch erhalten und befinden sich im Stadtbauamt Bad Ischl. Nach der Fertigstellung fanden im gesellschaftlich offenen Haus Teekonzerte und Theaterabende statt, bekannte Künstler wie Johann Strauss und Alexander Girardi unterhielten eine illustre Gästeschar. Die Villa Seilern war ab 1907 Sommerresidenz von Erzherzog Friedrich mit seiner Familie, auch Thronfolger Franz Ferdinand weilte dort. 1909, kurz vor ihrem Tod, verkaufte Gräfin von Seilern die Villa an einen in Wien ansässigen Herrn Landau, und folgend wechselten mehrfach die Eigentümer: 1919 der Wiener Schweinegroßhändler Wotraubek, 1923 der Großindustrielle Oskar Inwald-Waldtreu, der die Villa 1925 seinem Schwiegersohn Viktor Geza von Erös de Bethlenfalva vermachte.[1]

Im Jahr 1951 erwarb die OÖ. Lehrer-Kranken- und Unfallfürsorge (LKUF) das Gebäude und baute es zum Kurheim der Lehrerschaft um, wobei die Kurgäste in der Villa wohnten und zu den Behandlungen in die umliegenden Thermen gingen. Von September 2006 bis April 2008 wurde die Villa von Architekt Georg Schleicher durch einen großzügigen Hotel- und Wellnessbereich ergänzt, wobei die Firmengruppe Hillebrand aus Wals bei Salzburg als Generalunternehmer insgesamt 12.500 Kubikmeter Beton und 900 Tonnen Stahl verbaute. Am 1. Mai wurde das Hotel feierlich eröffnet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa Seilern liegt am Westende des Kurparks von Bad Ischl.

Historische Villa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die prunkvolle Sommerresidenz ist streng symmetrisch gestaltet. Eine Freitreppe führt zum hervortretenden, neobarocken Mittelteil. Das große Allianzwappen in der Mittelachse über dem zweiten Geschoß erinnert noch heute an die Erbauerin Elisabeth Seilern, eine geborene Stürgkh, denn es zeigt aus Sicht der Betrachtenden links das Wappen der Familie Seilern und rechts jenes der Familie Stürgkh mit den beiden Störchen. Die Größe der Villa war nötig, um eine herrschaftliche Familie samt Personal einen Sommer lang zu beherbergen.

Im Altbau befinden sich heute das Restaurant und die Seminarräumlichkeiten des Hotels.

Neubau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubau umfasst die Empfangsbereich des Hotels und den an den Geländeverlauf angepassten Zimmertrakt im Norden, den Wellnessbereich im westlichen Hinterbereich und den Wintergarten im Süden. Eine der Herausforderungen beim Neubau war es gewesen, den denkmalgeschützten historischen Altbau optisch nicht in den Hintergrund zu drängen, was durch mehrere Maßnahmen gelang: Die neuen Gebäudeteile sind niedriger gehalten als die historische Villa. Die drei Verbindungsgänge zwischen Neu- und Altbau sind verglast, ebenso wie die rechterhand gelegene Hotellobby und der links gelegene Wintergarten. Die restlichen Fassaden sind durch Metallstäbe und geschwungene Holzlatten aufgelockert und in dezenten grauen und braunen Farbtönen gestaltet. Außerdem sind die Neubauten und deren Interieur im Kontrast zur alten Villa bewusst asymmetrisch gestaltet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Villa Seilern Vital Resort (Hrsg.), Angelika Kirste (Text): Villa Seilern Vital Resort. Bad Ischl 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (Hrsg.), Nina Höllinger: Die Causa Löhner. Die Rückstellung von „arisierten“ Liegenschaften in Bad Ischl. Wien 2011, PDF auf bmbwf.gv.at

Koordinaten: 47° 42′ 41,4″ N, 13° 37′ 1,6″ O