Vilma Mönckeberg-Kollmar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Vilma Mönckeberg-Kollmar (* 29. Juli 1892 in Wien; † 4. April 1985 in Hamburg; geborene Vilma Pratl) war eine deutsche Literaturwissenschaftlerin, Sprachpädagogin und Rezitatorin aus Hamburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vilma Mönckeberg-Kollmar war aktiv in der katholischen Jugendbewegung Quickborn. 1924 war sie Dozentin für Vortragskunst an der Westfälischen Akademie für Bewegung, Sprache und Musik.

Vor allem nach 1945 wurde sie bekannt mit sprach- und literaturwissenschaftlichen Veröffentlichungen und mit Vorträgen, bei denen sie Märchen rezitierte und analysierte. Die von ihr gesammelten Märchen hatte sie 1924 und 1930 in zwei Bänden herausgegeben. Auch im Bereich der Lyrikwiedergabe war Mönckeberg-Kollmar von Fachleuten anerkannt. Die Hölderlin-Gesellschaft veröffentlichte ihre Hölderlin-Rezitationen 1977 auf Schallplatte und griff dabei sowohl auf historische wie auf neue Aufnahmen mit der Rezitatorin zurück.

Gedenkstein Adolph und Jasper Mönckeberg, Familiengrabstätte Mönckeberg, Friedhof Ohlsdorf

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während ihres Engagements am Hamburger Schauspielhaus als Vilma Pratl heiratete sie 1913 einen Sohn des Bürgermeisters Johann Georg Mönckeberg, den Juristen Adolph Mönckeberg (1881–1914). Dieser fiel bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs in Flandern noch vor der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Jasper Adolf Mönckeberg (1915–1942), welcher im Zweiten Weltkrieg in „Russland“ umkam[1][2]. Nach dem Krieg ging sie die Ehe mit dem Unternehmer, Kunstsammler und Maler Wilhelm Kollmar ein.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Erzählung von der Weihnachtskrippe. Mit Bildern von Else Wenz-Viëtor. Stalling, Oldenburg 1924 (Nürnberger Bilderbücher 26).
  • Die Geburt des Jesulein. Ein Reigenspiel für Weihnacht. Bearbeitet nach einem hessischen Krippenspiel und alten Liedern. Musik von Friedrich Kosanke. Bühnenvolksbund, Berlin 1926.
  • Sprache und Technik. In: Leo Kestenberg: Kunst und Technik. Wegweiser, Berlin 1930; epOs-Music, Osnabrück 1999 (Text online).
  • Die schöpferischen Kräfte des Theaters nach dem Weltkrieg. Hansischer Gildenverlag, Hamburg 1946.
  • Der Klangleib der Dichtung. Claaßen & Goverts, Hamburg 1946; Langewiesche-Brandt, Ebenhausen 1981, ISBN 3-7846-0507-9.
  • Blankenese. Hamburgische Bücherei, Hamburg 1949.
  • Das Märchen und unsere Welt. Erfahrungen und Einsichten. Diederichs, Düsseldorf 1972, ISBN 3-424-00456-1.
Herausgeberschaft
  • Die Märchentruhe. 45 Märchen. Mit Bildern von Sulamith Wülfing. Stalling, Oldenburg 1924.
  • Die neue Märchentruhe. Illustriert von Hans Lang. Stalling, Oldenburg 1930.
    • Neuausgabe als: Das goldene Schloss. Der Märchentruhe zweiter Teil. Mit Bildern von Lilo Fromm. Ellermann, München 1981, ISBN 3-7707-6202-9.
  • Lisa Tetzner: Aus der Welt des Märchens. Aschendorff, Münster 1965.
  • Märchen aus aller Welt. Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 1968.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilungen 1985, S. 221 (erste Ehe) pdf bei rundfunkgeschichte
  2. c:Category:Grave area Mönckeberg family Hamburg-Ohlsdorf
  3. Biografie Vilmar Mönckeberg-Kollmarbei hamburg.de