Vincent LaDuke

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Vincent LaDuke[1] (* 1929; † 1992), war ein Anishinabe-Indianer, der als Stuntman in Hollywood,[2] an zahlreichen Western-Filmen mitwirkte und in seinem späteren Leben unter dem Namen Sun Bear in der New Age-Bewegung als Medizinmann wirkte.

1944 trat er im Alter von 15 Jahren vor den Stammesrat und klagte die Vorsitzenden der Selbstverwaltung an, den Niedergang des Volkes und des Reservates White Earth in Michigan tatenlos hinzunehmen. In den folgenden Jahren wurde er unter dem Namen Sun Bear zu einem überregional aktiven Treaty activiest, der die Einhaltung der Verträge zwischen der US-Regierung und einer Vielzahl von Indianer-Völkern anmahnte. In New York City traf er auf Betty Bernstein, eine junge Künstlerin aus einer russisch-jüdischen Familie, die er 1958 heiratete.[3] Das Paar zog nach Los Angeles, wo LaDuke in Hollywood als Nebendarsteller und Stuntman arbeitete.[4]

Anfang der 1960er Jahre nahm LaDuke mit seiner Familie regelmäßig an Powwows teil und gründete eine Zeitschrift namens Many Smokes, die er an Aktivisten und Anhänger der Indianischen Bewegungen wie Vorgänger des American Indian Movement vertrieb. 1964 trennte er sich von seiner Frau und Tochter, die nach Oregon zogen, und entwickelte in den folgenden Jahren erste Pläne einer Kommune auf der Basis indianischer Spiritualität.[3] In den 1970er Jahren gründete er mit Wabun Wind[5] den so genannten „Bear Tribe“,[1] eine Kommune für Menschen jeglicher Herkunft. Er vertrat eine eklektische Version indianischer Spiritualität, die er aus den Traditionen verschiedener Völker zusammensetze. Mitte der 1980er Jahre stieg er aus dem Filmgeschäft aus und lebte als Kursveranstalter. Sein Bear Tribe gewann eine große Anhängerschaft unter weißen New-Age-Interessierten, insbesondere in Deutschland. In indianischen Kreisen wurde anerkannt, dass er Respekt für Traditionen der Ureinwohner gewann, andererseits wurden seine Lehren kritisiert, weil er unsystematische Bruchstücke ihrer Kultur an Weiße verkaufte.[4]

Aus dem traditionellen Medicine Wheel der nördlichen Prärien entwickelte er ein Symbol für den Kreis der Sonne durch die Jahres- und Lebenszeiten. Gegen den Widerstand der traditionellen indianischen Schamanen machte er seine Visionen auch für alle Weißen öffentlich, um ihnen einen Schlüssel zur Wiederverbindung mit „Mutter Erde“ in die Hand zu geben.

Seine Tochter Winona LaDuke (* 1959) ist in seiner Tradition eine Aktivistin für indianische Rechte und war 1996 und 2000 an der Seite Ralph Naders Kandidatin bei den US-Präsidentschaftswahlen.

Werke[Bearbeiten]

  • Das Medizinrad. Eine Astrologie der Erde (mit Wabun). Dianus Trikont, München 1981; Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-21740-7
  • Büffelherzen. Werkstatt-Edition, Baden-Baden 1981, ISBN 3-923080-00-X
  • Der Pfad der Kraft. Sein Weg, wie er ihn Wabun und Barry Weinstock erzählt hat. Goldmann, München 1987, ISBN 3-442-11801-8
  • Leben mit der Kraft. Ein Selbsthilfebuch für das Leben in der Wildnis. Goldmann, München 1988, ISBN 3-442-11822-0
  • Die Erde liegt in unserer Hand. Eine Vision unseres Planeten. Goldmann, München 1991, ISBN 3-442-30565-9
  • Das Medizinrad-Praxisbuch. Übungen zur Heilung der Erde. Goldmann, München 1993; ebd. 1997, ISBN 3-442-13237-1
  • Das Medizinrad-Traumbuch. Der indianische Weg der Traumdeutung. Goldmann, München 1995; ebd. 1999, ISBN 3-442-21519-6

Literatur[Bearbeiten]

  • Joanne Pearson (Hrsg.): Religion Today: Tradition, Modernity and Change. Belief Beyond Boundaries: Wicca, Celtic Spirituality and the New Age. Milton Keyes and Burlington 2002

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Internet Public Library, Native American Authors Project (University of Michigan), Eintrag: Sun Bear (abgerufen am 23. Juni 2007)
  2. Claus Biegert: Donnervogelfrau, Stand 2011
  3. a b Betty LaDuke: An Artist's Journal – Community, 23. April 1999
  4. a b Minneapolis City Pages: The Party Crasher, 11. Oktober 2000
  5. Website von Wabun Wind