Vinland-Sagas

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Mögliche Reiserouten nach Eiríks saga rauða und der Grænlendinga saga.

Als Vinland-Sagas werden zwei Isländersagas, die Grænlendinga saga (Die Saga von den Grönländern) und Eiríks saga rauða (Die Saga von Erik dem Roten) bezeichnet.

Die Saga von Erik dem Roten (Eirík saga rauđa), entstand vermutlich im 13. Jahrhundert, ist heute in zwei sich zum Teil erheblich unterscheidenden Versionen erhalten. Überliefert ist sie in der im 14. Jahrhundert entstandenen hauksbók und der ein Jahrhundert später niedergeschriebenen skálholtsbók. Die Handlung spielt Anfang des 11. Jahrhunderts auf Island und behandelt die Geschichte von Erik dem Roten und seiner direkten und indirekten Familie.

Auch die Entstehung der zweiten Vinlandsaga, der Saga von den Grönländern (Grænlendinga saga) wird ins 13. Jahrhundert datiert. Allerdings ist sie nur in einer einzigen Handschrift erhalten und zwar in der im späten 14. Jahrhundert verfassten flateyarbók.

Isländersagas sind offen konzipiert, das heißt sie konnten von Abschreibern verändert werden. Dies erklärt den ähnlichen Stoff, aber die unterschiedliche Schwerpunktsetzung und Ausarbeitung der beiden Vinlandsagas.

Die Sagas liefern die am vollständigsten erhaltenen Informationen über die Skandinavische Kolonisierung Amerikas. Die teils sich widersprechenden Sagas wurden frühestens 200 Jahre nach den in ihnen beschriebenen Reisen verfasst. Trotz der Widersprüche werden sie von Historikern als Grundlage des Wissensbestands über die skandinavische Kolonisierung Nordamerikas angesehen.

In den 1960er Jahren wurde in L’Anse aux Meadows auf Neufundland von dem Ehepaar Anne-Stine und Helge Ingstad eine skandinavische Siedlung ausgegraben, womit die in den Sagas beschriebenen Reisen als bewiesen angesehen wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magnus Magnusson (Übers.): The Vinland Sagas: The Norse Discovery of America. Penguin Books, Baltimore 1965.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]