Volker Mauersberger

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Volker Mauersberger (* 1939 in Weimar) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Volker Mauersberger arbeitete zwölf Jahre als Korrespondent der Iberischen Halbinsel für die ARD und DIE ZEIT in Madrid und später als Studioleiter sowie als Hörfunk - und Zeitungskorrespondent in Bonn und Berlin. Seit 2004 ist er pensioniert und hat nach zahlreichen Sachbüchern 2009 seinen ersten Kriminalroman „Kalte Wut. Der Fall Ellen Rinsche“ publiziert, der 2014 auch als Taschenbuch erschien.

Mauersberger studierte nach dem Abitur und einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk und der „Gevelsberger Zeitung/Ennepetaler Zeitung“ Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und schloss das Studium mit dem Diplom und einer Promotion über den politischen Konservatismus in der Weimarer Republik an der Universität Göttingen ab. Danach arbeitete er als politischer Redakteur in der Hörfunkredaktion des WDR, für den er als Sonderkorrespondent aus Warschau, Washington und Lissabon berichtete. Nach Studienaufenthalten als Eisenhower-Fellow in Philadelphia (1974) und Bucerius -Stipendiat in Harvard (1976) wurde er 1977 ARD- Korrespondent in Madrid, um sechs Jahre später als Hörfunk-Chefredakteur zu Radio Bremen zu wechseln. Das Engagement des Auslandskorrespondenten, den er als „schönsten Beruf der Welt“ bezeichnet, ließ den engagierten Journalisten nicht los. Nach dreijähriger Hierarchentätigkeit kehrte er auf eigenen Wunsch als ARD-Korrespondent nach Madrid zurück, wo er sich besonders mit dem Beitritt Spaniens und Portugals zur EG beschäftigte. Nach der Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1992 widmete er sich u.a. seinem Buchprojekt „Hitler in Weimar – Der Fall einer deutschen Kulturstadt“, bei dem es auch um die Aufbereitung der eigenen Familiengeschichte ging. Der Vater war als Mitglied der SS zum Täter geworden, der unverbrüchlich an Hitlers Schergen glaubte. Wie konnte solche Parteinahme ausgerechnet in der Musenstadt Weimar, also in der angeblichen Hochburg des deutschen Geistes und der Stadt Goethes und Schillers gelingen, wo die Familie des Autors seit langem ansässig war? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch das Buch, das mit einem geistigen Bürgertum abrechnet, das sich früh der Befehlsstruktur des Nazistaates unterwarf. Mauersberger widmet sich als Autor der ARD, der ZEIT und anderer Publikationen bevorzugt politischen und historischen Themen. Von 2004 bis 2006 lehrte er als Gastdozent an der Universität Münster, bevor er seine Biografie über den Bremer Ex-Bürgermeister Henning Scherf publizierte, den er als Protagonisten zwischen „Politik und Moral“ beschrieb. Zwei Jahre später folgte der Doku-Krimi „Kalte Wut. Der Fall Ellen Rinsche“, wo er ein authentisches Verbrechen aus seiner früheren Heimatstadt dokumentiert. „Deutsche Geschichte am Beispiel eines Kriminalfalls. Der Autor kann erzählen, als ob die Leute auf ihn gewartet hätten“, lobte die FAZ. Mauersberger ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Bonn und Madrid.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kalte Wut. Der Fall Ellen Rinsche. Roman. Taschenbuch, Berlin 2014 ISBN 978-37466-3003-8
  • Blutiger Morgen. Über das Attentat auf Carrero Blanco 1973. In: DIE ZEIT, 28. November 2013, Nr. 49 Dossier Geschichte.
  • Wie Vater und Sohn. Über Felipe Gonzalez und Willy Brandt. In: Die Zeit, 14. November 2013, Nr.47 Dossier Geschichte
  • El Pais steht für ein demokratisches Spanien, in: Norbert Bicher, Alfons Pieper (Hrsg.) Zeitung unter Druck. Plädoyer für ein Kulturgut. Berlin 2013. ISBN 978-3-84427-293-2
  • Zwischen den Zeilen - Rudolf Pechel und sein publizistischer Kampf für Freiheit und Recht. In: Christoph Studt (Hrsg.) „Diener des Staates oder Widerstand zwischen den Zeilen? Die Rolle der Presse im Dritten Reich.“ Berlin 2007
  • Carola Stern. Ein deutsches Leben. Fernsehfilm mit Hinnerick Bröskamp. Arte, 3 Sat, WDR. 2003
  • Der Neugierige. Ein Porträt des Journalisten Gerd Ruge. Erstsendung ARD am 27. Oktober 2002, Nordwestradio, Mit Statements von Peter Merseburger, Thomas Roth, Carola Stern und anderen.
  • Henning Scherf. Zwischen Macht und Moral. Eine politische Biografie. Bremen 2007, ISBN 3-86108-369-8.
  • Bürger Hitler. Wie Thüringens Konservative 1929/30 eine kleine populistische Partei koalitionsfähig machten .In: Die Zeit, 24.Februar 200O Nr.9 Seite 82
  • Hitler in Weimar. Der Fall einer deutschen Kulturstadt. Berlin 1999, ISBN 3-87134-340-4.
  • Spanien - Wandel nach Europa, Aarau 1991, ISBN 3-85502-393-X.
  • Spanien und Portugal, in: Jahrbuch der Europäischen Integration 1981. Hrsg. von Werner Weidenfeld und Wolfgang Wessels, Bonn 1982, ISBN 3-7713-0191-2
  • Wie links dürfen Jusos sein? Vom Bürgerschreck zur Bürgerinitiative, Reinbek 1974, ISBN 3-499-11769-X.
  • Rudolf Pechel und die Deutsche Rundschau. Eine Studie zur konservativ-revolutionären Publizistik in der Weimarer Republik (1918 - 1933) (Studien zur Publizistik. Band 16). Schünemann, Bremen 1971, ISBN 3-7961-3023-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]