Volksislam

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Als Volksislam bezeichnet man eine mit populären heidnischen Elementen vermischte Form des Islam vor allem bei nichtarabischen Völkern Afrikas und Asiens.

Volksglaube bzw. Volksfrömmigkeit, Heiligen- bzw. Reliquienverehrung (z. B. Hand der Fatima oder Barthaar Alis in der Blauen Moschee), vorislamischer Aberglaube (z. B. Geister) und Elemente des Animismus überlagern den durch Koran und Sunna überlieferten Glauben.

Sowohl für den afrikanischen Volksislam als auch für verschiedene Formen des asiatischen Volksislam sind der Sufismus charakteristisch, in Afrika spielen auch Marabouts eine Rolle.

Strenggläubige Muslime deuten den Volksislam als Schirk und lehnen ihn ab, als Reaktion sind neofundamentalistische Strömungen entstanden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Amber B. Gemmeke: Marabout women in Dakar. Creating trust in a rural urban space. (= Mande worlds Bd. 3) Leiden 2008, ISBN 978-3-8258-1349-9 (= Diss. Leiden 2008).
  • Kornelius Hentschel: Geister, Magier und Muslime: Dämonenwelt und Geisteraustreibung im Islam. Diederichs, München 1997, ISBN 3-424-01354-4.
  • Max Horten: Die religiöse Gedankenwelt des Volkes im heutigen Islam. 2 Bde. 1917–1918. (Digitalisat bei archive.org).
  • Rudolf Kriss / Hubert Kriss-Heinrich: Volksglaube im Bereich des Islams. 2 Bde. Harrassowitz, Wiesbaden 1960–1962.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]