Von Beneckendorff und von Hindenburg

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Wappen der von Beneckendorff und von Hindenburg

Von Beneckendorff und von Hindenburg ist der Name eines Adelsgeschlechtes, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand, als Johann Gottfried von Hindenburg die beiden älteren Adelsgeschlechter von Hindenburg und von Beneckendorff nominell zu einer gemeinsamen neuen Linie zusammenführte.

Das Geschlecht der Beneckendorffs[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Namens Beneckendorff findet sich Ende des 12. Jahrhunderts in der Altmark. Das Geschlecht selbst soll dabei ursprünglich aus Schwaben stammen.[1]

Im Gefolge des Markgrafen von Brandenburg und des Deutschritterordens gelangte die Familie der Beneckendorffs in die Neumark. Dort erwarben sie auf dem Höhepunkt ihrer Geltung vierzehn Rittergüter, von denen sie einige als Geschenk erhielten und andere sich selbst nahmen.

Erste größere Bekanntheit erlangte ein Vertreter der Familie im ausgehenden 15. Jahrhundert mit Asmus von Beneckendorff, der zu dieser Zeit als Raubritter in der Gegend von Naugard lebte, wo er vorzugsweise Kaufleute aus Danzig ausplünderte. In den folgenden Jahrhunderten taten die Mitglieder der Familie sich vor allem als Soldaten in den Armeen wechselnder Herren hervor: So fanden zehn Offiziere der Beneckendorff in den Türkenkriegen ihren Tod. Andere Vertreter des Geschlechtes nahmen an Kriegen in Holland, Frankreich, Polen und Schweden teil.

Das Geschlecht der Hindenburgs[Bearbeiten]

Der Name Hindenburg leitet sich von dem alten Wort hindin ab das so viel bedeutet wie Hirschkuh. Hirschkühe (hinden) finden sich dementsprechend auch auf dem Familienwappen der Hindenburgs. Die Familie stammt wahrscheinlich aus dem altmärkischen Dorf Hindenburg.

Ende des 18. Jahrhunderts vermählte sich Hans-Heinrich von Hindenburg mit Katharina von Beneckendorff. Aus dieser Verbindung ging unter anderen der Sohn Johann Gottfried von Hindenburg hervor.

Die gemeinsame Linie von Beneckendorff und von Hindenburg[Bearbeiten]

Die Linie von Beneckendorff und Hindenburg entstand, als ein kinderlos gebliebener Oberst von Hindenburg zu Beginn des 19. Jahrhunderts seinen Neffen Johann Gottfried von Beneckendorff als Erben seiner westpreußischen Güter Limbsee und Neudeck einsetzte. Zur Bedingung, um das Erbe der Güter antreten zu dürfen, machte der ältere Hindenburg es dabei seinem Neffen, den Namen von Hindenburg anzunehmen. Außerdem musste dieser das Wappen der Hindenburgs übernehmen. Da Johann Gottfried von Beneckendorff auf seinen alten Familiennamen nicht verzichten wollte, verband er die beiden Namen miteinander und nannte sich fortan Johann Gottfried von Beneckendorff und von Hindenburg.

Es folgten Otto von Beneckendorff und von Hindenburg, aus dessen Ehe mit der Baronin zu Eulenburg-Prassen elf Kinder hervorgingen. Das neunte von diesen elf, Robert von Beneckendorff und von Hindenburg, kam 1816 zur Welt. Aus Robert von Beneckendorff und von Hindenburgs im April 1845 in Posen geschlossenen Ehe mit der bürgerlichen Luise Schwickart, der Tochter des Regimentsarztes Karl Ludwig Schwickart (* 26. August 1780), entsprang schließlich der bekannteste Spross der Familie, Paul von Beneckendorff und von Hindenburg (1847–1934), der als Generalfeldmarschall zum Chef der deutschen Obersten Heeresleitung im Ersten Weltkrieg wurde und von 1925 bis 1934 als Reichspräsident Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches war.

Als Paul von Beneckendorff und von Hindenburg nach seinem Sieg in der Schlacht von Tannenberg im August 1914 einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde, wurde der Name von Beneckendorff und von Hindenburg - der zuvor stets als Doppelname verwendet worden war - allgemein auf Hindenburg verkürzt, wie wohl der Feldmarschall noch bis zu seinem Tod auf Briefpapier und Visitenkarten - nicht aber bei Unterschriften - stets den Doppelnamen benutzte.

Aus Paul von Beneckendorff und von Hindenburgs Ehe mit Gertrud Wilhelmine Spickart (1860–1921) gingen drei Kinder hervor: Der Sohn Oskar von Hindenburg sowie die zwei Töchter Irmengard und Gertrud.

Familienmitglieder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Otto Meissner: Jugend im Reichspräsidentenpalais, 1988, S. 203.