Beneckendorff

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Stammwappen derer von Beneckendorff

Beneckendorf (selten Benckendorff) ist ein Adelsgeschlecht, das seit dem 15. Jahrhundert in der Neumark, später auch in der Mark Meißen nachzuweisen ist.

Es ist zu unterscheiden von der Familie Benckendorff, die aus der Altmark stammte und später in der Mittelmark, Oberfranken und anderen Gebieten ansässig war.

Namensdeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitete sich wahrscheinlich von einem Ort ab. Heute gibt es zum Beispiel Benkendorf bei Salzwedel (wahrscheinlich Herkunftsort der altmärkisch/mittelmärkischen Familie), Benkendorf bei Salzmünde, Benkendorf bei Halle, alle im heutigen Sachsen-Anhalt.

Diese Namen wurden gebildet aus einem männlichen Vornamen Beneke, einer niederdeutschen Kurzform von Bernhard, und von -dorf.[1] Im Mittelalter wurden Orte oft nach dem ersten Verwalter (Lokator) benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Behauptung, das Adelsgeschlecht stamme aus Schwaben, ist nicht zweifelsfrei nachvollziehbar.[2]

Erste sichere genealogische Erwähnungen des pommerschen Adelsgeschlechtes sind mit Vicke von Beneckendorff (* vor 1415 in Wardin; † nach 1476) gegeben und stammen aus Wardin und Alten Kliecken (Alten Klüken), welche 300 Jahre lang bis 1740 im Besitz der Familie war. Dessen Sohn Hans von Beneckendorff (* 1425 in Wardin) hatte einen Sohn Joachim v. B. (* um 1515 in Wardin; † 1565 im Klostergut Arnswalde). Dieser Joachim v. B. wiederum hatte drei Söhne Caspar v. B. (* 1521 in Wardin; † in Schweden), Wolffens v. B. (* 1523 in Wardin; † in Sonneburg, Kreis Oststernberg) und George v. B. (* 1517 in Wardin; † 1589 ebenda). Georges v. B. Söhne wiederum waren Johann v. B. und Daniel v. B., die später die drei weiteren Zweige des Beneckendorfschen Adels begründeten. Die Familienzweige teilen sich auf in den Blumenfeldischen, den Petznickischen und den Dieckoischen Familienzweig, von denen die beiden letzteren aber bald ausstarben.[3][4] Aufgrund der fehlenden Nachkommen wurde der weit verstreute Besitz in eine Freiherrliche von Benkendorff-Stiftung in Ansbach umgewandelt, welche noch 1900 an Bedürftige Renten auszahlte.[5]

Denkmal des Caspar Heinrich v. B. in der Kirche in Calbitz bei Wermsdorf

Der Pamminsche Familienzweig in Sachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittergut Pammin um 1860, Sammlung Duncker

Begründer diese Zweiges ist George v. B., dessen Sohn Johann früh starb und dessen Nachkomme Hanß v. B. (* 1558 in Wardin; † 1632 in Friedeberg) war. In der übernächsten Nachfolge-Generation tritt Caspar Heinrich v. B. (* 1650 in Pammin; † 1759 in Calbitz) in Erscheinung, welcher den pommerschen Adelsnamen nach Kursachsen brachte und am sächsischen Hofe als Königl. polnischer und sächsischer Geheimrat, Generalleutnant der sächsischen Infanterie und als Erbmarschall und Amtsverweser von Kursachsen tätig war. Er war Besitzer der Güter Alt- und Neuköditz, Skassa, Naundorf (Sachsen), Löbichau und Grödel. Verheiratet war er mit Eva von Schleinitz. Sein einziger Sohn Carl Christoph v. B. (* vor 1715 in Sachsen) hatte keine Nachkommen, so dass die Adelslinie Mitte des 18. Jahrhunderts ausstarb. In der protestantischen Kirche in Calbitz sind die prächtigen Denkmäler der v. B. erhalten geblieben.

Der Blumenfeldische Familienzweig in der Neumark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begründer ist Daniel v. B. und dessen Söhne Hanß Heinrich v. B. (Königl. Preußischer neumärkischer Landesdirektor) und Georg Christian v. B., neumärkischer Landrat. Dieser hatte wiederum neun Söhne, u. a. Joachim Christian v. B. (Präsident des Schivelbeinischen Kreises), des Fürstl. Oettingischen Obristen Gustav Adolf v. B. und Achatius v. B, der 1712 Schwarzburger Hofmeister in Rudolstadt und Oberamtmann in Feuchtwangen war.[6] Spätere Nachkommen waren der Verwaltungspräsident von Breslau und schlesische Schriftsteller Karl Friedrich v. B. († 1788) und durch Heirat der Reichspräsident Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen trägt einen (schwarz) gehörnten Widder- oder Büffelkopf (Otto Titan von Hefner spricht von einem Auerochsenkopf). Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken drei Straußenfedern,[7] blau-silbern-blau. Es wurde 1789 mit dem von Hindenburgischen Wappen vereinigt. Dort erscheint meist die silberne Tinktur schwarz dargestellt, da das dunkel oxidierte Silber älterer Darstellungen als Schwarz missverstanden wurde.

Bekannte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chronologisch

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Semrau: Die Vorfahren des Generalfeldmarschalls von Beneckendorff und von Hindenburg in der Neumark und in Preußen. Berlin 1915.
  • Valentin König: Genealogische Adels-Historie oder Geschlechts-Beschreibung derer im Chur-Sächsischen und angräntzenden Landen Adligen Geschlechter. Band 1, Leipzig 1927, S. 47–56. (Volltext)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zum Namen Behne Erläuterungen und Herkunft
  2. Hans-Otto Meissner: Junge Jahre im Reichspräsidentenpalais. Bechtle Verlag, Esslingen 1988, S. 203.
  3. August Wilhelm Bernhard von Uechtritz: Diplomatische Nachrichten adelicher Familien. Fünfter Theil. Beygangische Buchhandlung, Leipzig 1793, S. 6, (online), abgerufen am 2. Juni 2011.
  4. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preußisches Adels-Lexikon oder genealogische und diplomatische Nachrichten. Erster Band. Gebrüder Reichenbach, Leipzig, 1836, S. 203, (online), abgerufen am 5. Juni 2011.
  5. Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Mittelfranken – Beiblatt Nr. 1, Ansbach den 5. Januar 1901.
  6. Johann Friedrich Gauhe: Des Heiligen Römischen Reichs Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon. Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig 1740, S. 986, (online), abgerufen am 2. Juni 2011.
  7. nach dem Siebmacher III.02.II.1. Preußen, Ergänzungen, Freiherren u. Grafen (Memento vom 24. Dezember 2013 im Internet Archive)