Waidhofener Prinzip

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Das Waidhofener Prinzip (auch Waidhofener Erklärung, Waidhofener Beschluss oder Waidhofener Abkommen) war ein antisemitisches Prinzip völkischer Studentenverbindungen. Gemäß dem am 11. März 1896 auf einer Studentenversammlung in Wien proklamierten Prinzip wurden Juden von der Austragung von Ehrenangelegenheiten, das heißt von Duellen, ausgeschlossen; sie galten als generell nicht satisfaktionsfähig.

Benannt wurde das Waidhofner Prinzip nach dem 1890 gegründeten Waidhofener Verband wehrhafter Vereine deutscher Studenten, dessen Vereine bzw. Mitglieder maßgeblich an der Vorbereitung und Formulierung beteiligt waren.[1]

Das Prinzip war zunächst bei den deutsch-völkischen Studentenverbindungen Österreichs verbreitet. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es teilweise auch von deutschen Verbänden wie der Deutschen Wehrschaft übernommen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Harald Seewann: Das „Waidhofener Prinzip“. Die versuchte Ehrabsprechung Juden gegenüber als Manifestation studentischen Antisemitismus an österreichischen Hochschulen im Jahre 1896. In: Einst und Jetzt 40 (1995), S. 149–190.
  • Harald Seewann: Die Beschlussfassung des „Waidhofener Prinzips“ von 1896. Eine Dokumentation (189 Seiten). Graz 2017.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Wladika: Hitlers Vätergeneration. Die Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2005, ISBN 3-205-77337-3, S. 289 ff.